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Marburg, Sonntag, 25. März 1883.
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im Himmel.
(Fortsetzung folgt.)
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Die Mühle« «otteS.
Kriminalnovelle von Georg Höcker.
»Mein Vater hatte den Schurken qeohrfeigt und ihm da« Hau- verwiesen. Gleich darauf kam der Bursche zu mir und spielte mir die Komödie vor, der ich zum Opfer gefallen war. Wie wir den Abend zubrachten, läßt sich leicht ermessen. Ich händigte meinem Vater da« Geld au« und wir begaben un- bald zur Ruhe. Da weckte mich in der Nacht ein furchtbarer Schrei. Er kommt aus dem Schlafzimmer meines Vaters Ich stürzte dorthin und fand meinen Vater mit zerschmetterter Hirnschale auf dem Boden liegend. Erlassen Sie es mir, Ihnen den wahnsinnigen, hiruzerfresienden Schmerz zu schildern, der mein arme« Herz zerfleischte. Meine Schwester kniete bereit« am Kopfe meine« VaterS. Sie schluchzte laut und war bemüht, da« heftig rinnende Blut zu stillen. Ich stürzte auf den Fußboden nieder zu meinem Vater und rief ihn bei den zärtlichsten Namen. Endlich schlug er matt die Augen aus, htätfle mir kaum merkbar die Hand und flüsterte mit gebrochener, stockender Stimme: »Der — LerSner — war e«, er hat mein Geld geraubt, aber —* Dann seufzte er noch einmal tief auf streckte sich lang au- und war tot. Gott im Himmel," rief der alte Mann und rang die Hände, ,ti ist an die 25 Jahre her, aber mir ist es, als wenn es erst heute gewesen wäre und der Tote mit der blutenden Stirn und den starren gläsernen Augen liegt noch gerade so vor mir da, wie vor der langen Zeit. Au der Leiche aber habe ich gekniet und habe Rache geschworen. Meine Finger habe ich in da« noch rauchende Blut des Erschlagenen getaucht und habe die blutige Hand zum Himmel emporgehoben und habe mir lange schwere, furchtbare Heimsuchung gelobt. Da war mir, al« ob ich in meinem Herzen h-rte: »Die Stunde wird kommen und Du wirst Deine Rache haben." Da bin ich fortgezogen und habe den Mörder
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Berufsfreudigkeit) mehr wiegt, al« da- Schema de- Schul- organismus, uns wenn deshalb auch in einklassigen Volksschulen häufig vorzügliche Unterrichtsresultate gezeitigt werden, so liegt es doch in der Natur der Sache, daß von den günstigeren äußeren Verhältnisien, wie sie die Schule mit aufsteigenden Klaffen bietet, im allgemeinen auch nachhaltigere Wirkungen des Unterrichtes erwartet werden dürfen. In diesem Sinne lehren dann die mitgeteilten Zahlen, daß wenn 42,11 Prozent aller Volksschüler den qualitativ besten Unterricht erhalten,. in diesem Berhältnisie etwa auch die beffere Schulbildung In der Heranwachsenden Generation vertreten sein wird. Das ist immerhin ein ansehnliche- Resultat, selbst wenn man davon noch einen Bruchteil nach« lasten müßte; ist doch anderseits dabei der Prozentsatz der Bevölkerung, welcher auf mittleren und höheren Schulen gebildet wird, nicht in Anrechnung gebracht.
Freilich darf man dabei nicht vergessen, daß der unter« richtliche und erziehliche Erfolg der Schule ganz wesentlich beeinflußt werden kann und wird durch die normale oder die anormale Frequenz der Klasten bezw. durch die dem einzelnen Lehrer überantwortete größere oder geringere Schülerzahl. Auch in dieser Beziehung geben die im XIII, Ergänzung-Hefte zur Zeitschrift des kgl. preußischen statistischen BüreauS vorliegenden neuesten Daten der Kritik ein reichhaltiges und vortreffliches Material an die Hand. Sie weisen nach, daß in 43261 Klaffen mit normaler Frequenz (d. h. mit 80 bezw. 70 Schülern pro Klaffe) 2275616 Kinder oder 52,44 Prozent aller Schulkinder, dagegen 2064113 Kinder oder 47,56 pCt. in 22,707 Klaffen mit anormalen Frcquenzverhäitnisten unterrichtet werden. Genießt hiernach erfreulicherweise zwar mehr als die Hälfte aller Kinder den Unterricht in normal eingerichteten Klaffen, so ist doch auch das Gegenteil in einem Umfange der Fall, daß Abhilfe für derartige Mißstände dringend wünschenswert erscheint, zumal die durchschnittlich auf eine Lehrkraft entfallende unterrichtliche Last in 6hkn Bezirken de« preußischen Staate- das zulä'sigc Maß teilweise erheblich überschreitet ; eS entfielen beispielsweise in den ländlichen Schulen des Regierungsbezirkes Frankfurt 88, Bromberg 89, Lieg« nitz 92, Breslau 94, Minden 99, Oppeln 102 und Posen sogar 106 Schüler auf einen Lehrer!
Die Ursachen dieser Ucbelstände bezw. die Mittel zur Abstellung derselben sind aber, nachdem e- der systematischen Fürsorge der UnterrichtSverwaltung heute gelungen ist, den noch im vorigen Jahrzehnte schwer empfundenen Lehrermangel so gut wie ganz zu beseitigen, lediglich oder doch zum allergrößten Teile in der Unzulänglichkeit der Schul- baulic! leiten zu suchen, deren Umfang und Einrichtung gegenwärtig noch im Mißverhältnisse zu der Zahl der ein.
Illustriertes SormtagSblatt
der Post recht bald erneuern zu wollen. Aus dem
Oster«.
Hörst du vom Turm herab die Glocken schallen? Sie rufen dir, wie Stimmen Gotte» zu: Auf, pilg’re zu den gottgeweihten Hallen, In frommer Andacht heut' verweile du. Geselle dich zu ernstbewegten Seelen Mit wahrer, ehrfurcht«voller Frömmigkeit, Und laß dir heut das hehre Wort erzählen Von Christi wonnereichem Opferleid.
Wohl waren viele schon vor ihm erstanden Zu predigen ein tief durchdachte- Wort, Befreiten kühn den Geist von seinen Banden Und riflen wohl auch zur Begeist'rung fort. Der Geist muß gläubig denkend sich erheben, Durch Glaube wird die schwache Brust gestählt, U"d lichter wird da« trübe Pilgerleben, Wenn Glaube mit der Hoffnung sich vermählt. Doch daß die Liebe, ohne M'ß unb Schranken, Die Weltschöpferin und Lenkerin, DaS sie besteht, wenn Erd' und Himmel wanken, Und schon bestand seit dem Weltbeginn — Daß ohne wahre Liebe war kein Glaube, Daß nichtig ohne Liebe Hoffnung ist, Und bald dem Schicksalsstuime wird zum Raub«, Da« lehrte erst der Holland Jesu« Christ.
Mit seinem Tode mußte er’« besiegeln, Daß endlich nun daS Reich der Liebe nah’, Er starb den Sühnetod auf deinen Hügeln, Berlaff'neS schmerzensreiche« Golgatha. Zu unf'rem Heile dort ist er verschieden, Stieg sieggekrönt empor zum Sternenzelt, Und brachte so der Welt den hehren Frieden, Der jedem bleibt, der trrulich an ihm hält.
Oster«!
Das Osterfest mahnt die Christenheit von neuem, über die Sorgen des Tage« und über die Alltäglichkeit de« poli« iischen und praktischen Leben« nicht der HrilSgüter zu vergessen, welche die Menschheit durch da« Leiden und die Auferstehung des Gottessohnes erhalten.
Die Kunde, die einst vorn Grabe Christi au- durch alle Welt erschallte: „Christus ist auserstanden!", erhebt auch heute noch die Christenheit au« dem Wtrrsal de« irdischen Treiben« zu der Hoffnung de« Glauben- an eine bessere Welt und zu dem Ziele, die irdischen Handlungen nach den Grundsätzen einzurichten, welche der Stifter unserer Religion auf Erven gepredigt. Diese Grundsätze regieren auch heute «och die Welt, aber die Menschen taffen e« in ihrer Unvollkommenheit vielfach an der Verwirklichung derselben schien: darum mahnt un- alle Jahre von neuem da- Fest der Auferstehung an die Ewigkeit und Unsterblichkeit de- TotteSsohne« und seiner Lehren, welche die Menschheit von den Feffeln der heidnischen Weltanschauung befreit haben und immer von neuem wieder irn stände sind, denjenigm, der sich diesen Lehren zugänglich erweist, wahrhaft Mich frei zu machen.
Kein« Handlung Im Leben kann sich dem Richterstuhle der christlichen Wahrheit entziehen, und am wenigsten diejenige der Politik. Wie würde eS mit unserem Vater- lanbe gut bestellt sein, wenn die politischen Parteien in ihren Handlungen mehr von den christlichen Grundwahrheiten und von dem aufrichtigen Bestreben, sie nach Möglichkeit zur Erfüllung zu bringen, durchdrungen wären! Es ist keine „Errungenschaft", sondern eine Erfindung,
gesucht seit 25 Jahren, habe Not gelitten und Hunger, habe Schande auf mich genommen und ruhig die Verachtung der Menschen ertragen. Nur den Mörder habe ich gesucht, gesucht mit einer Sorgfalt, wie eine weinende Mutter ihrem entlaufenen Liebling nicht ängstlicher nachforschen kann. Jetzt aber habe ich ihn gefunden, den Schurken," schloß der alte Mann mit furchtbarer Stimme, »und nun muß er sterben."
„Du lügst, grauhaariger Mann, Du lügst," schrie Ernst entsetzt und ballte die Hände gegen den Bettler. „Ich flehe Dich um Christi Barmherzigkeit an, sage, daß Du Dich geirrt hast, und daß Du ihn nicht gefunden, sage, daß Du lügst."
Der Alte lachte teuflisch auf. „Nein, ich lüge nicht," rief er mit überlauter Stimme; ich habe ihn vorhin gesehen, den Mörder meine- Vaters. Es ist 8er«ner, und er soll seinem Schicksale nicht entgehen."
„Großer Gott," stöhnte der unglückliche Ernst auf und sank gebrochen in einen Stuhl, »das ist mein Tod."
Auch Benno war tief erschüttert und als ihn Winkler deswegen verwundert anschaute, flüsterte er: »E« ist sein Sohn."
»Sein Sohn," stieß der Alte hastig hervor. »Großer Gott, wäre e- möglich, sollte er das Kind sein, da« meine Schwester, nachdem sie zwei Knaben da« Leben gegeben, mit sich auf die Flucht genommen hat? Nein, nein, e« ist nicht möglich," setzte er hinzu.
»Wenn eS der Müller ist, den Ihr meint," sagte Benno, „so seid Ihr auf falscher Fährte, denn er hat sich hier im Dorfe mit einer Müllerstochter verheiratet und der junge Mann hier ist der beiden Kind."
Ernst lag noch immer wie apathisch auf dem Stuhle und stöhnte gebrochen:
„Mein Vater, mein Vater — o Du grausamer Gott
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auf dir unsere Zeit nicht stolz zu sein braucht, wenn sie e« ängstlich meidet, Politik mit Religion in Berührung zu bringen, und wenn die Forderungen der letzteren mit dem Gefühl einer gewissen Ueberlegenheit als für das praktisch- politlfche Leben des 19. Jahrhunderts unhaltbar betrachtet werden. Der Streit und Hader der Parteien, welche uns den Genuß der gewonnenen Einheit und Freiheit verkümmern, entspringt der Selbstsucht und dem nur auf daS eigene Ich gerichteten Selbstintereffe, dem Gegenstück zu dem Geiste der christlichen Religion, und führt unS in Zustände, deren Ueberwindung nur durch eine Auferstehung der Macht des christlichen Geiste« möglich.
Aber das Bewußtsein von der Notwendigkeit der Rückkehr zu einer Betätigung der Lehren des Christentums in der Politik ist erfreulicherweise heute doch lebendiger wie noch vor wenigen Jahren. Seitdem der Kaiser die Worte sprach: „Meinem Volke soll die Religion erhalten bleiben", und seitdem die schlimmen Folgen des Eigennütze« und bet Selbstsucht unb ber nur diese Interessen im Auge haltenden wirtschaftlichen und politischen Lehren die Regierung veranlaßt haben, die Betätigung de« praktischen Christentums als die oberste Aufgabe des Staate« und der Parteien hinzustellen, sind breite Schichten des Volke« wieder an den Wert christlich-religiöser Ideen erinnert und zu ernsterer Bethätigung derselben geführt worden.
DaS Osterfest ruft ihnen von neuem die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi zu: möge dieselbe in ihrem Innern wie in ihren Handlungen zu einer Auferstehung des christlichen Geistes und zu einer Ueberwindung der dunklen, irdischen Bestrebungen führen, über welche das wahre Christentum überall da triumphiert, wo eS wahrhaft lebt und wirkt.
Drgatttfa.to« und Kosten der preussischen Volksschule«.
Die Art ober Organisation des Unterrichts, so weit sie an bet Klaffen- und Lehrerzahl der Schulen und an den Bruchteilen der Schulbevölkerung gemessen werden kann, welche in den einfacheren ober in den günstiger gestalteten Schulorganismen Unterricht und Erziehung erhalten, dürfte einer näheren Betrachtung wohl lohnen. Der Statistiker, welcher erfährt, daß 38,58 Prozent aller Schüler mit einem einzelnen, 19,31 pCt. in solchen mit zwei unb 42,11 pCt. in solchen mit drei oder mehr Lehrern unterrichtet werden, wirb leicht geneigt und bis zu einem gewiffen Grade auch berechtigt sein, hieraus auf die Schattierungen im Bildung«- stande der jetzt die Schule besuchenden Generation zu schließen. Denn wenn auch gerade auf pädagogischem Gebiete die Individualität de« Lehrer (sein Geschick, seine Ausdauer und
grschkint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» unb Feiertagen. Preis für daS Quartal mit bet wöchentlichen Beilage „JllnftrirteS SsmttagSblatt" durch bie Expedition kK och'sche Buchdruckerei) bezogen 2'/t Mark, durch bie Postämter be« Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr.; — Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«.
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