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Marburg, Donnerstag, 22. März >883

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XVlll. Jahrgang.

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ie geht ein frohes Klingen heut durch das deutsche Land, Wie wird ein teurer Name von Allen stolz genannt — Er, der auf Aller Lippen, geweiht, geheiligt schwebt, Er, deffen Klang die Herzen, so hoch und hehr erhebt — Dein Name ist's, o Kaiser, der heute laut erklingt, Und der mit seinem Glanze in jede Hütte dringt — D'rum Heil Dir, Kaiser Wilhelm, Du edler Heldengreis, Der Du dar Scepter führest, zu Deutschlands Ruhm und Preis!

Du hast im Lauf der Zeiten, wohl Schweres schon erlebt, Doch ward ja auch von Freuden Dein Leben reich durchwebt — Noch sahen Deine Augen das jüngste Hohenzollernreis, Das kräftig sich entfaltet, nach Hohenzollernweis' — O, mög' Dir ferner strahlen, des Himmels Gnadenschein, Noch jeder Deiner Tage, mög' klar und rein Dir sein.

Nun nochmals, Heil Dir, Kaiser, Heil Deinem ganzen Haus — Empfang' die besten Wünsche von Deinem Volk zum Strauß!

jenigm politischen Kreises, zu welchem Herr v. Stosch ge' Hirt, bekunden würde, daß eine Verständigung zwischen beiden in der Zukunft auSgeschlosien sein werde. ES braucht bei der Erwähnung dieses Versuchs eines Kom­mentar« zu dunklen Vorgängen der jüngsten Zeit kaum ausdrücklich betont zu werden, wie unsicher jede Konjektur ist, welche sich auf diesem heiklen Gebiete bewegt." — Die dem Bundesrate vorgelegte Verordnung über den Zoll­zuschlag für spanische Produkte schlägt uuter dem Hinweis auf die hohen Sätze des spanischen Generaltarifs, einen fünfproz ntigen Zuschlag auf Weintrauben, Korkwaren, Wein und Most in Fäff-rn und Flaschen, frische Süd­früchte, Chocola-e, Tabak und Oel vor. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die eingehenden Auseinandersetzungen ManciniS im italienischen Parlamente über He auswärtige Politik Italiens haben namentlich in Deutschland und Oesterreich eine günstige Aufnahme gefunden. Mancini er* klärte mit vollem Rechte, daß wer beh upien wolle, Italien habe in Wien und Berlin Zurückweisung erlitten, das Land und die Regierung verleumde. Die Aeußerungen der an­gesehenen Wiener Organe bffen keinen Zweifel darüber, daß die maßgebenden politischen Krise Oesterreichs den im Jntcresie des allgemeinen Friedens gesprochenen Worten ManciniS ihre warme Zustimmung entgegendringen. Das­selbe ist in Deutschland der Fall, wo von jedem einsichts­vollen StaatSmanne und Politiker die guten Beziehungen zwischen Deutschland, Oesterreich und Italien mit freudiger G.nugthuung begrüßt werken al- eine neue und starke Bürgschaft für die Aufrechterhaltung des europäischen Frieden«, besten Pflege der Hauptzweck, man könnte bei­nahe sagen, da« einzige unveränderliche Ziel der auswärtigen Politik Deutschland« seit einer langen Reihe von Iah! en gewesen ist. Alle diesbezüglich gegen die deutsche Regie­rung erhobenen Verdächtigungen und alle tendenziösen Ber- suche, den eminent friedlichen Charakter der deutschen Po­litik in Zweifel zu ziehen, sind schließlich immer zu nickte geworben, da bei allen Fragen, welche Europa seit zwölf Ihren bewegten, Deutsdland nie aufhörte, seine Stimme im Jntereste der friedlichen Beziebungen zwischen allen europä,scheu Staaten unzweioeutigft vernehmen zu lasten. — In dem an die Offiz-ere und Beamten der kaiserlichen Ma­rine gerichteten Abschie e sagt G mal v. Stosch: .Mehr als 11 Jahre habe ich die Ehre gehabt, an der Spitze der Marine zu stehen, und zwar gerade in einer Zeit, wo die Verhältnisse ihr die Mittel zuführten, sich zu entwickeln und in ihrer Größe die Bedeutung einer militärischen Macht zu gewinnen. Eine Entwickelung in so kurzer Zeit wie sie statt- gedabt, war nur möglich durch Daransetzüng aller Kräfte derjenigen, welche zu dieser Arbeit berufen waren. Nicht« aber bindet die Menschen so fest aneinander, wie lang­jährige, feste Arbeit, die vom Erfolg begleitet ist. Die Trennung von der Marine ist also für mich nicht nur ein Scheiden au« einem mit meinem ganzen Sein verwachsenen Beruf, sondern auch da« Zerreißen eint« Bande« mit mir lieb und wert gewordenen Männern, mit denen ich gestrebt und erreicht habe." — Die .Kreuzztg." schreibt: .Man

würdige« Leben so sehr Gemeingut alle« vaterländischen Wissen« geworden, daß dafür dem Kaiser Wilhelm ein unvergeßliche« Denkmal nicht nut in der Geschichte Deutsch­lands, sondern selbst in der ganzen Weltgeschichte gesichert ist. Es kann daher gar nicht ander« sein, daß des Kaiser« Geburtstag alljährlich wie ein großes und noch von Jahr zu Jahr wachsende« Freudenfest im ganzen Reiche und auch «on den Deutschen des Auslände« begangen wird, denn unseres Kaiser« GeburtStagSfest ist mehr als ein Akt der Loyalität und ter liebgewordenen Gewohnheit, e« ist geradezu ein patriotische« Fest. Denn in fein stebenundachtzigste« Lebensjahr tritt nun der greife Herrscher, aber immer noch zwingen die Kräfte seine« Geiste« und die Tugenden seiner Secie den Körper zur Ausdauer und LebenSlrische und »och immer ist un« bet Kaiser ein leuchtende« Vorbild der thatkraft und der Charaklergröße. Die Last deS Alter« hat den Käser noch nicht übermannt, denn unermüdlich widmet er sich noch den RegierunaSgesckäften und Reprisen- tationspflichten. Auch schwere SchicksalSschläge trägt et mit Geduld) und Ergebung, obwohl der Tod de« Prinzen Karl, de« stet« treu an seinem kaiserlichen Bruder hängenden Hohenzolletnfütsten, den Kaiser in tiefste Trauer versetzt hatte, so vermochte er doch dm Schlag zu verwinden, denn wie sehr auch die gegenseitige Hochachtung und Liebe die Söhne der ebelen Königin Luise verband, da« Vaterland liebten und schätzten sie doch Übet alle« und ihm ist ihr Leben geweiht bi« zum letzten Atemzuge. E« ist die« da« teuerste Bermächtni«, welche« die über da« Unglück Preußen«

burtstage de« Kaiser« und die herzlichsten Segenswünsche spendet ihrem Kaiser da« gesamte deutsche Volk für sein neue« Lebensjahr, möge Gott der Herr sie ihm erfüllen!

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Es schmückt der Schnee der Jahre schon längst des Kaisers Haupt, Doch hat des Geistes Frische die Zeit ihm nicht geraubt, Er hält des Reiches Zügel wohl noch in starker Hand, D'rum sind ihm Aller Herzen vertrauend zugewandt!

Er hat in schweren Zeiten als Schirmherr sich bewährt, Als gegen welsche Tücke Alldeutschland sich gewehrt — D'rum ziere, Heldenkaiser, noch lang den deutschen Thron — Des ganzen Volkes Liebe ward Dir ja längst zum Lohn!

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Kaisers Geburtstag.

Heute am Grünen Donnerstag feiert still im Schoße ber Familie unser Kaiser seinen Geburtstag. Die öffent­liche Feier hat Streits am verflossenen Sonnabend nach dem Willen de« Kaiser« stattgefunden. Doch die Pteffe

Deutsche- Reich.

Berti«, 20. März. Ein Kaiserlicher Erlaß an den General v. Stosch von heute sagt: Der Kaiser habe, nachdem er au« dem Schreiben v. StoschS vom 7. März mit lebhaftem Bedauern ersehen, welche großen Schwierig­keiten ihm sein Gesundheitszustand für die Fortsetzung des Dienste« mache, sich mit schwerem Hetzen entschließen müffen, dem Abschiedsgesuche zu entsprechen, v. Stosch habe seine Stellung als Chef der Admiralität durch 11 Jahre nicht nur zur vollsten Zufriedenheit des Kaiser« ausgefüllt, sondern In derselben in der Thai Ungewöhn­liches geleistet, indem er die Entwickelung der jungen Marine in kaum zu hoffender Weise gefördert und dieselbe in die erste feste uno sichere Bahn gebracht habe. Dem Kaiser ist e« ein tief empfundenes Bedürfnis, Stosch hierfür im Auaenblicke des Scheinens nochmals wärmsten« feinen Dank au-zusptechen. Als äußeren Au« ruck dieser Empfindungen hat ber Kaiser Stofcv eine baucrnbe Ehrenstelle in ber Marine durch die Bestimmung angewiesen, daß Stosch auch ferner in den Marinelisten k la suite de« Seeoffizier- Korps mit Admiralitätstang und k la suite des See- Bataillons zu führen ist. Der Kaiser wünscht, hierdurch auch die Marine fortgesetzt an die Pflicht dankender Er­innerung an Stosch zu mahnen. Der Kaiser wünscht, daß Stosch die Erinnerung an das Wohlwollen und die gnädigen Gesinnungen seine« Kaiser« und König«, deffen Dank und Anerkennung sich stet« vergegenwärtigen möge. General von Caprivi ist mit der Anciennität al« B^e- admital vom 2. Februar 1880 zum Chef ber Admirali­tät ernannt. Der „Reichs-Anzeiger" enthält bereits die Ernennung Caprivis zum Chef der Admiralität. — Den „Hamb. Nacht." wi b über die Entlassung des Herrn v. Stoich folgendes geschrieben: „Der Vorgang ist allem Anscheine nach von Bedeutung für die Beurteilung zu­künftiger Entwickelungen in unserem Staatsleben. ES ist schwerlich richtig, wenn man in der Pteffe Herrn v. Stosch die Absicht zuschreibt, für den Rest seine« Leben» auf s.inem Gute am Rhein Weinbau zu treiben. Im Gegenteil werden wohl diejenigen ber Wahrh-it näher kommen, welche ihm der bekanntl ch zu den Intimen be« Kronprinzen gehört, für die Zukunft eine staatsmännische Thätigkeit in einem noch wichtigeren Wirkun. skteise al« die Verwaltung der Marine zutrauen. Die Kombinationen, welche im Zusammen­hänge mit dieser ZukunstSeventualität die Krisis Stosch er­örtern und zu erklären suchen, lassen sich nur anbeuten; man meint, daß Fürst Bismarck Herrn v. Stosch gerade im Hinblick auf diese Eventualität einen derartigen Anlaß zur Nachsuchung der Entlassung gegeben, daß er sogar gegenüber der ersten Ablehnung desselben feiten« be« Kaiser« noch stichhaltig genug ist, um da« Gesuch zu wiederholen, uno bau demgemäß der Rücktritt de« Herrn v. Stosch die Ueberzeugung einerseits de» BiSmarckschen, andererseits deS-

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS 6emttag«6lett“ durch die Expedition (R o ch'fche Buchd,uckerei) bezogen 2*/t Marl, durch die Postämter be« Deutschen Reiches S Mark 50 Pf,, (excl- Bestellgebühr-- — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf,.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen »erben 25 Pf,, berechnet.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u Ge. in Frankfurt a. M; Jügersche Buchhandlung dalelb"; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Ibune- in Elberfeld; G. Schlotte in

Bremen

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3.

und Deutschlands am gebrochenen Herzen so früh verblichene Königin Luise ihren Söhn n hinterließ und welche« für diese und für da« Vaterland sich vom reichsten Segen begleitet erwie«. Prinz Wilhelm, der Sohn de« von Napoleon I. so tief gedemütigten und schmachvoll behan­delten preußischen KönigSpaare«, wurde der edele Rächer Preußen« uns Deutschland« an dem alten französischen Widersacher, die napoleonische Kaiserkrone sank in den Staub und Deutschland« siegreiche Fürsten und Völker letzten dem König Wilhelm von Preußen die neue deutsche Kaiserkrone auf, welche in einem echter nen Glanze strahlt ul« diejenige de« in Zwietracht versunkenen ehemaligen deutschen Reiche«. Der würdigste und mächtigste deutsche Fürst trägt jetzt die Kaiserkrone und hoffnungsreich blickt dr auf feine Nachfolger, die seinen erlauchten Stamm bereit« bi« zum Urenkel herab umgeben und nach Hohenzollernart Ebenbürtige Thronfolger ihre« grcßen Ahnherrn sein werden, vle« ist unsere stolze Freude am siebenundachtsigsten Ge-

। . darf den heutigen Tag nicht schwelgend vorübergehen laffen, - jlQSl - lebt die hehre Heldengestalt unseres ehrwürdigen Kaisers doch seit der Wiederaufrichtung be« Reiche« in so glänzenben Zügen im Herzen aller Deutschen, ist sein bewunderung«-

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