Einzelbild herunterladen
 

XVIII. Jahrgang

Zllarburg, Mittwoch, 21. März 1883.

i?r. «7

Davon ist nach

H

9

arburg,

t

i

beschäftigte.

ft

lFortsetzung folgt )

11

11

um Eia! der Ei

c dem 8

8 von K zum i.i auch frü

Die Mühlen Gottes.

Kriminalnovelle von Georg Höcker.

Zolltarif« unverzüglich in Erwägung zu ziehen. Sollte ein Einverständnis alsbald erzielt werden, so wird die deutsche Einfuhr wohl sofort der Erleichterungen des spanischen Kon­ventionaltarifs wieder teilhaftig werden und damit auch die Notwendigkeit einer Erhebung von ZuschlagSzöllen auf die in Deutschland eingehenden spanischen Waren in Wegfall kommen. DieN. Pr. Ztg." schreibt:ES wird jetzt von allen Seiten bestätigt, daß die Entlassung deS Staats­sekretär« für dir Marine, Staatsministers v. Stosch gewährt worden ist, oder unmittelbar genehmigt werden wird. Als Nachfolger werden nach wie vor in den Zeitungen der Vize- Admiral Bätsch und der General v. Caprivi genannt. Wir bemerken in dieser Beziehung, daß offenbar bei der Besetzung stch auch in diesem Falle die beiden stets bemerkten Richtungen geltend machen, indem einerseits viele in der Marine dieselbe jetzt für so selbständig entwickelt halten, daß auch ihr oberster Chef aus ibr selbst entnommen werden möge, in welchem Falle wohl der Vizeadmiral Bätsch die ersten Chancen haben mag, während andere wieder die Verwaltung der Marine auch ferner von strengen militärischen Gesichtspunkten und behufs der Uebereinstlmmnng mit der Verwaltung des Heere« in den Händen eines erfahrenen Generals sehen wollen. Für welche dieser Alternativen und für welche Person die Ent­scheidung schließlich fallen wird oder gefallen ist, werden wir wohl in den nächsten Tagen erfahren. Chef der Admiralität v. Stosch, besten Entlafsungsgesnch vrn dem Kaiser ge­nehmigt ist, führt die Geschäfte bis zur Ernennung seines Nach­folgers weiter. Zur Feier des kaiserlichen Geburtstages hatte General v. Stosch die seinem Restort Angehörigen in seiner Dienstwohnung zu einem Festmahl vereinigt. In seinem Toast auf den Kaiser ging Herr v. Stosch mit Stillschweigen über seine eigene Stellung hinweg. Er betonte mit warmen Worten den Wunsch, daß Se. Majestät noch lange Jahre mit Befriedigung auf die Marine und ihre Leistungen sehen möge. Beim Abschied reichte Herr v. Stosch allen Einge­ladenen die Hand.Zum letztenmal", so klang es durch die stch entfernenden Gäste". Bezüglich der Mitteilung, daß man im Kultusministerium wirklich mit den Vorarbeiten

Ah, der Herr Doktor," rief er überrascht und näherte sich rem jungen Manne, ihm herzlich die Hand zum Ein­schlagen bietend.DaS freut mich, daß Sie Wort geholten haben und wich b suchen."

Benno schauie sich den Mann näher an und erkannte in ihm eine Bekanntschaft auS.dem Dorfkruge. Er hatte sich mit ihm gut unterhalten, denn der Mann war über seinen Stand hinaus gebildet, wa« er damit erklärte, daß er in seiner Juaend die landwirtschaftliche Schule in der Residenz besucht habe. Sie hatten von Blumenkultur ge­sprochen und der freundliche Alte batte den jungen Juristen eingeladen, stch seinen Blumenflor einmal anzuschauen.

Grüß Gott, Herr Marten," sagte Bnno darum fröh­lich unv erwiederte den Händedruck herzhaft.Ein Mann, ein Wort, das ist aller, guter HauSmannSbrauch!"

So treten Sie doch näher," mahnte der Alte, indem er feinen Gast in den ©arten geleitete.Hurtig Gretchen," rief er dem jungen Mädchen zu, das aufgestanden war »Nb verlegen zur Seite stand,tummle dich und schaffe Wein her, damit wir unfein lieben Gast doch auch bewirten können."

Deutsches Reich.

Berlin, 19. März. Der Grofcherzog und dir Groß­herzogin von Baden sind mit dem Prinzen Ludwig heute vormittag gegen 11 Uhr hier eingetroffen, vom Kronprinzen, der Kronprinzessin, dem Prinzen Wilhelm und dem Erb- großherzoz auf dem Bahnhöfe empfangen und in da« Palai« des Kaisers geleitet worden. Im Waffensaale de« kaiser­lichen Palais fand mittags um 12 Uhr die feierliche Nage­lung der dem Seebataillon verliehenen Fahne statt. Der Kaiser schlug den ersten Nagel ein. An der Feier, welcher die Kaiserin und die Großherzogin von Baden beiwohnten, »ahmen der Kronprinz und sämtliche Prinzen des könig­lichen Hauses, sowie der Großherzog und der Erbgroßherzog von Baden, der Herzog von Connaught, die Prinzen August von Württemberg und Friedrich von Hohenzollern, Graf Moltke, Staatsminister v. Stosch, die Generäle Graf Branden­burg und v. Pape, der Kommandant und Gouverneur von Berlin, der Kommandeur de« Seebataillons v. Kleckl und alle Generalavjutanten bei. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Nachdem der 15. März l. I. verstrichen ist, ohne daß zwischen Deutschland und Spanien eine Verständigung über einen neuen Handelsvertrag zum Abschluß gelangt ist, unterliegt nach einer den spanischen Zollbehörden zugegangenen Ministeriah Bekanntmachung die deutsche Einfuhr In Spanien der Zollbehandlung nach den höheren Sätzen des General- tariss. Obwohl die« eine unmittelbare Folge de« betreffen­den spanischen Gesetzes ist, und die Vertragsverhandlungen zwischen beiden Staaten, wie wir hören, keineswegs als ge­scheitert anzusehrn sind, vielmehr einen nahen positiven Ab­schluß erwarten lassen, so wird eS doch Ausgabe der Reichs- regierung sein, Mittel der Abwehr gegen jene differentiell ungünstige Behandlung auf Grund der Bestimmungen unseres

für ein kirchenpolitisches Gesetz beschäftigt sei und dasselbe auf alle Fälle dem Landtage noch in der laufenden Session zugehen solle, schreibt dieGermania":

unserer Information nur so viel richtig, daß im Kultus­ministerium außerordentliche Beratungen über die kirchen- politische Situation stattgefunden haben; dagegen wird be­stimmt verneint, daß gegenwärtig die Absicht bestehe, eine Vorlage zu machen. Bei den Schwierigkeiten, welche bei einem einseitigen Revisionsversuche des Staates vorltegcn, unv bei der jetzigen parlamentarischen Situation spricht schon die innere Wahrscheinlichkeit gegen die Annahme der

«$:> 1015 1011 10 ) 112 101

102 <ob

66- 751 26

1(31 1001

62 761

72

303 97!

226 1205 100'.

991 74?

dsuiht.' letffmj, rkenuM ^ukschreji, öko xi

Mk,y enaiBtfl u haben, ckr. Ki

°ravich

Breslin

«eigen nimmt entgegen: Krpebition d. Blattes, ^ed.Annonccn-Bureaur ' rd. Dietrich u. Se. in 'Lsa und Hannover; Th. x°elnch >n Frankfurt a M.; ' fentlein u. Vogler in k jtfurt a. Bl., Berlin, ßS, Köln k.; Rudolf Se m Berlin, Frank- M furl -N. re.

Zu dem mit dem 1. April beginnenden II. Quartal 1883 ersuchen wir die Bestellungen auf die

Oberhesfische Zeitung

nnb deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntagsblatt

hei der Post recht bald erneuern zu wollen. Auf dem Lande können die Bestellungen auch bei den Landpostboten gemacht werden.

SflP In den Ortschaften, in denen sich Poststellen oder Postagenturen befinden, könne» die Zeitungen auf den Iureaux abgeholt werden und ist dann die Zahlung von Bestellgeld nicht erforderlich.

Die Oberhesfische Zeitung mit Sountagsblntt kostet vierteljährig Mark 2,50 und daS Bestellgeld noch weitere 40 Psg.

Die Expedition der Oberhesf. Ztg.

eine« Gesetzes für das Herzogtum Oldenburg betreffend die BesoldungSverhältniffe der bei der Verwaltung der Zölle und in die Reichskasse fließenden inneren indirekten Abgabm angestellten Beamten, wie derselbe aus der ersten Lesung hervorgegangen, unverändert und der Entwurf eines Gesetzes für da« Herzogtum betreffend die Einrichtung der Eisen­bahnverwaltung mit einigen unwesentlichen Veränderungen angenommen worden sind. Der Antrag deS Abg. Groß und Genoffen, dahingehend:Der Landtag ersucht die groß- herzogliche Staatsregierung, die Einfriedigungen der Eisen­bahnen in den Marschen und auf der Geest in bessern Stand zu setzen und eine Bewachung der Wege-Uebergänge auf den Strecken, wo sekundärer Betrieb eingeführt ist, ein­treten zu lassen", wurde vom Landtage genehmigt.

Metz, 17. März. Nach den nunmehr vorliegenden zwölfjährigen Erfahrungen muß man die Hoffnung auf­geben, daß im französischen Sprachgebiete bei der jetzt lebenden Generation die deutsche Sprache große Fortschritte machen werde. Daß letztere mit Unterstützung der Schule aber schon bet der nächsten Generation die herrschende sein wird, läßt sich an der Hand der Statistik ziffermäßig be­weisen. Vor 1870 war z. B. Metz eine durchaus fran­zösisch redende Stadt. Bis zum Schluffe des Options­termins (1. Oktober 1872) wanderten nun nach annähernder Schätzung 20- bi« 22000 Personen meist nach Frankreich au«, während der Zuzug aus Altdeutschland sich auf etwa 12- bis 14000 Seelen bezifferte. Infolge dessen gehört jetzt unsere Stadt insofern dem gemischten Sprachgebiete an, als nahezu die Hälfte der Bevölkerung das Deutsche als Muttersprache spricht. Ander« wird das Verhältnis nach einem halben Jahrhundert sein. Die Zahl der Ge­burten bei der eingewanderten Bevölkerung ist nämlich im Durchschnitt doppelt so groß als bet der einheimischen, bei welcher vielfach daS fast in ganz Frankreich eingebürgerteZwei­kindersystem" zur Durchführung gelangt. Im Jahre 1882 wies z. B. die eingewanderte Bevölkerung 850, die ein­geborene dagegen nur 436 Geburten auf. Da zudem bei letzterer die Zahl der Todesfälle größer ist, al« die der Ge­burten, so ergiebt sich daraus eine stetige Abnahme deS französischen und eine stetige Zunahme des deutschen Elements. Die verhältnismäßig geringe Geburtenzahl findet sich auch in sämtlichen französisch sprechenden Gemeinden Lothringen«, namentlich in den Kantonen Flentsch, K ttenhofen, Sierck, M-tzerwiese, Vigy, Pange, Verny, Delme, Bateau-Salin«, Vic und Dieuze. Während nämlich im ganzen deutschen Reiche auf tausend Lebende pro Jahr 41,7 Geburten kommen, erreicht keiner dieser Kantone daS Verhältnis von 30 Ge­borenen auf tausend Einwohner; der Kanton Delme hat sogar nur 24,06 auf tausend. In Elsaß kommen dagegen im Durchschnitt 38,32 Kinder auf tausend Lebende; der Kanton Schilttgbeim weist sogar 46,89 und der Kanton Bischweiler 47,32 Geburten auf tausend Lebende auf. Also

, ( ...........ijr'Kiü:

dem aufgeweckten jungen Mann große« Gefallen zu fiudm schien.

Erzählte Benno seinem Freunde von dem blonden Mädchen mit den verführerischen Augen, so pflegte dieser schalkhaft zu lächeln und mit dem Finger drohend zu sagen:

Nehme Dich in Acht, Freund, denn blonde Nixen sind gefährlich. Du wärst nicht der ersteJäger,' den sie in die kühle Flut hinabgezogen und nicht wieder zum Tages­licht gelassen hätten.

Jedoch der junge Mann lachte darüber bloS und dachte vielleicht gar, daß ein solches Jägerloos nicht einmal trau­rig zu nennen sei.

Ernst hatte stch an den jungen Juristen ebenfalls eng angeschlossen. Bei den trüben häuslichen Verhältnissen that ihm die teilnebmen e Art Benno« doppelt wohl und er vertraute ihm all' die Kümmerniffe an, die fein Herz bewegten. Er fand zum Ers tz dafür auch in Benno einen warmen Freund, her sich seiner mit Rat und That an­nahm, ihn tröstete und ihm N Ittel wieS, die drohende Ver­gebung mit der Annamarie, die stch immer aufdringlicher geberdete, hintanzzuhalten.

Am Abend pflegten die beiden Bekannten inmitten der anderen Gäste im Kruge bei einem Glase Bier zu sitzen. Al« sie sich aber heute zur gewöhnlichen Stunde einfanden, trafen sie die Gaststube ausnahmsweise völlig leer. Nur ein alter verwitterter Landstreicher, gegen den sich BennoS juristisches Gefühl sträubte, befand sich außer ihnen im Zimmer, mit der Vertilgung eine« frugalen Abendbrode«

seit: Bnllkit, Sait, manu, crn.

r Schvü Logst hres ab

©reichen nickte freundlich und eilte flink von bannen, Um das Verlangte zu besorgen.

's ist ein Wettermädel', sagte Marten und schaute seiner Tochter freudigen Auge« nach,und mein Stolz"

.Das liebliche Kind ist Ihre Tochter?" frug Benno, indem er sich zur Seite de« Alten niederließ.

Freilich", erwiederte dieser,mein Herzblättchen ist t«. Doch da ist sie schon.

Magdeburger Zeitung".

Oldenburg, 13. März. Am Sonnabend den 10. d. M. ist der Landtag geschloffen worden, nachdem der Entwurf

In der That kam daS junge Mädchen wieder auf sie zu, in der Hand auf einem Untersatze Wein und zwei Glä'er, sowie gar appetitlich geschnittenes Schwarzbrot mit frischer Butter tragend. Sie setzte beide« auf den st. ittetnen Tisch, der vor der Bank stand und sagte, zierlich stch ver­neigend :

Wohl bekomm eS Euch, Herr!"

Schönen Dank, freundliche H.-be", erwiederte der junge Mann, das Mädchen feurig betrachtend. Aber, wenn es mir munden soll," fügte er schalkhaft lächelnd hinzu,so müffen Sie mir B-sch id thun."

Natürlich," schmunzelte der Alte und schenkte den goldigen Wein in die Gläser.Warum hast Du dir denn kein Gla« mitgebracht?"

Das Mädchen errö'ete und schwieg.

So muffen Sie mir das Gla« kredenzen, Fräulein Gretchen," schmeichelte bei junge Mann und sah sie bittend an.

Auf einen zustimmenden Wink de« Vater« ergriff Gretchen da« dargereichte ©la« und nippte daran.

Auf Ihre Gesundheit," faate sie und überreichte so­dann da« Gla« dem jungen Mann,

Und auf gute« Einvernehmen," setzte dieser hinzu. Nicht wahr, Fräulein Gretchen, darauf darf ich doch trinken!"

Da« Mädchen winkte ihm schelmisch zu und begab sich dann zu ihren häuslichen Obliegenheiten, während die beiden Männer noch längere Ze t g mütlich plaudernd beicinander- saßen. Als man sich schließlich trennte, mußte Benno ver­sprechen, recht bald wieder zu kommen.

Er hielt Wort. Freilich fand er den Alten oft nicht zu Hause, schien sich auch nicht eben viel daran« zu machen, sondern unterhielt stch desto besser mit Gretchen, die an

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux een G 8. Daube u. 6». in Frankfurt a. M; Jägersche Buchhandlung daselbft; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jrwalidendank in

Berlin; W. Tdiene.- in

Elberfeld: 6. Schlotte tn

Bremen.

ernt er, hnuug- Statt [8 Schuhs odcsFrj 'leinen Hi gstens M .Bl. [i lters, tij Handel eines Hei ,clncn T» cfl. Off« ,_____[i

chen L«

chardt's chh ntlvi welcher id Schro! nBaubuv gestützt sigcn P> 'kunft «

Erscheint täglich außer an den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnstrirtes SstMtagsblatt" durch die Tlpedition (K 0 ch'sche Buchdruckerei) bezogen SV. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.- - JnferttonSgebühr für bte gespaltene Zeile 1» Pf«.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 86 Pfg. berechnet-