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Marburg, Donnerstag, 15. März 1883.

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Bom Landtag.

Berlin, den 13. März.

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Die Mühle« Gotte».

Kriminalnovelle von Georg Höcker.

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jenigen Herren, welche der Vorlage sympathisch gegenüber« stehen, die beantragte Einschiebung anzunehmen. Abg. Dr. Wagner zählt ebenfalls nach wissenschaftlichem Grund­sätze die Hundesteuer zu den direkten Steuern. Abg. Dr. Seeltg betont, daß da« Gesetz hier von einer Kom­munalauflage spreche, und eine Auflage sei doch etwa« anderes als eine Steuer. Wenn übrigen« da« Militär von der qu. Steuer frei fei, dann dürfe sie überhaupt nicht erhoben werden. Abg. v. Rauchhaupt weist daraufhin, daß die KrciSvertretung gar nicht in der Lage fei, Nichtangehörigen des KreiSverbandeS Steuern aufzu­legen. Abg. Büchtemann entgegnet, daß der Krei« die Steuern nur für die Gemeinden erhebe. Woher wisse Herr v. Risielmann denn, daß die Kriegsverwaltung sich auch jetzt noch den KommisstonSbeschlüsien widersetze. Der neue Krteg«minister könne ja eine andere Stellung in dieser Frage einnehmen, als der vorige. Regierungskommistariu» Wirklicher Geheimer KriegSrat v. Tfchirschwttz konsta« tiert dem gegenüber, daß das Interesse der Militärver­waltung an dem § 5 der Vorlage gegenwärtig noch ganz dasselbe sei, wie im vorigen Jahre. Abg. Freiherr v. Minnigerode betont, daß seine Freunde da« Be­stehende erhalten, die Linke etwas neue« schaffe wolle. Abg. Dirtchlet bestreitet das; die Vorlage wolle etwa« ganz neue« schaffen. Eine Kreissteuer sei die vorliegende Steuer in keiner Weise.

Der § 5 wird bei namentlicher Abstimmung in der Fasiung der Kommission mit 180 gegen 163 Stimmen angenommen. Der Rest der Vorlage wird unverändert genehmigt. Morgen stehen Anträge und Petitionen zur Beratung.

metnden Vorbehalten, die von der Kreisvertretung festgesetzten Steuersätze, insofern dieselben die nach § 2 zulässigen Höchst- beträge nicht erreichen, mit Genehmigung der kommunalen Aufsichtsbehörden für ihre Bezirke bi« zu diesen Beträgen zu erhöhen. Abg. v. Risselmann will diesen Vorbehalt auf Gemeinden von mindesten« 1000 Einwohnern beschränken. Der RegierungSkommisiariu« Geh. Rat v. d. Brincken stimmt diesem Amendement zu, da« der Vorlage mehr ent­spricht, al« der KommisstonSbeschluß. Der Antrag v. Risiel­mann wird inde« abgelehnt und $ 4 unverändert nach den KommisstonSbeschlüsien angenommen.

Nach § 4» der KommisstonSbeschlüsie können die nach Maßgabe der 88 3 und 4 von der Kreisvertretung, be­ziehungsweise Gemeinde beschlosienen Steuersätze nur von 5 zu 5 Jahren geändert werden. Der RegierungSkommisiar Geheimrat v. d. Brincken hat gegen diesen von der Kom­mission beschlosienen Zusatz, da er zweckmäßig erscheint, nichts einzuwenden, bittet aber nach dem Anträge v. Risiel­mann hinter »Dauer" etnzuschieben:vom 1. April 1887 ab". Mit dieser Einschiebung wird 8 4* demnächst auch angenommen.

Nach Alinea 1 8 5 sind zur Hundesteuer auch juristische Personen, Aktiengesellschaften, Geistliche, Lehrer und Beamte im vollen Umfange verpflichtet.

Alinea 2 diese» Paragraphen lautet nach der Vorlage: Von den servisberechtigten Militärpersonen deS aktiven Dtenststande» sind die betreffenden Beträge ebenfalls zu ent­richten; dieselben fließen jedoch nicht in dieKreiS- kommunal refp. Gemeindekassen, sondern sind nach Abzug von 3 Prozent Hebegebühren zur Verwendung für militärische WohlthättgkeitS- zwecke an die Militärbehörde abzuführen."

Die Kommission hat die gesperrt gedruckten Worte ge­strichen. Abg. v. Rissel mann beantragt die Wieder­herstellung derselben; für die Beseitigung deS Satzes sprechen weder sachliche Gründe, noch auch stehe e« rechtlich dem Abgeordnrtenhause zu, durch solche Streichungen in die Kompetenz deS Reiches einzugreifen. Ohne die Wieder- rinfügung dieser Worte werde die Vorlage für die Re­gierung überhaupt unannehmbar; dieser Eventualität müßten diejenigen vorbeugen, welche das Zustandekommen de« Ge­setze» wünschen. Abg. Dr. Seelig spricht für die Kom­misstonSbeschlüsie; die Hunvrsteuer sei nämlich eine Gebühr und stehe ihrer Natur nach den Gebühren für Jagdscheine gleich. Der RegierungSkommisiar Geheimer Rat von der Brincken weist dem gegenüber nach, daß die Hundesteuer eine direkte Steuer sei, von welcher nach Lande»- und Reichsrecht die Militärpersonen deS aktiven DtenststandeS frei sind. Auch wissenschaftlich werde diese Hundesteuer nicht bloS überhaupt als eine Steuer, sondern auch al- direkte Steuer angesehen. Die Analogie mit den Jagd­scheinen treffe durchaus nicht zu. Er bittet' schließlich die-

angenommen.

Der 8 3 wird von der Kommission in folgender Fasiung

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wollte e« dem Burschen nicht raten." Damit schaute er drohend auf den seitwärts stehenden Ernst.

So frage ich Euch denn, Schulze Miertschke," fuhr er fort, indem er aufstand und sich in Positur stellte,ob Ihr gesonnen seid, Eure Tochter, Jungfer Annamarie, meinem Sohne zum rechtmäßigen Eheweibe zu geben?"

Der alte Schulze stand auf und nahm statt aller Ant­wort seine Tochter bei der Hand. Diese fand es nun für geraten, züchtia die Schürze vor die Augen zu nehmen, und sich in diesem Zustande an die Seite ihre« zukünftigen Ehegatten führen zu lasten. Wie sehr erstaunten aber fie und die beiden Alten, al» Vater Miersichke die Hände ver­einigen wollte und stch unsanft von Ernst zurückgestoßen fühlte.

Genug de» unwürdigen Spiele»," rief der junge Mann flammenden Antlitze» au«, »denn nie und nimmer «erde ich einwilligen. Laß mich gehen Vater."

Bube," donnerte dieser,wa.st Du mir zu wider­sprechen. Auf der Stelle gehorchst Du mir."

Auch ich stade da« Benehmen de« jungen Herrn sehr sonderbar," warf Annamarie mit zornigem Spotte ein. Für gewöhnlich ist eS sonst Sitte, daß die Kinder gut heißen, wa« die Eltern beschließen."

Ein einziger Blick der Verachtung au« Ernsten« blitzen­de« Auge lohnte die Vorlaute.

Genug de» Geschwätze»," rief Gebhart.Hiermit er­kläre ich Euch beide für verlobt."

»Vater, ich bitte Dich," bat Ernst mit tonloser Stimme. .Laste er nicht zum Aeußersten kommen. Sei barmherzig und zwinge deinen Sohn nicht zu einem Schritte, wegen besten er sich selbst verachten müßte."

Ich glaube gar, der Bursche will mir drohen," ries

Deutsche- Reich.

Berlin, 13. März. DiePost" meldet in ihrer zweiten Ausgabe: Die Annahme des Entlastungsgesuchs de» Chef» der Marine, Generals v. Stosch, gilt für sicher. Als eventuelle Nachfolger werden Vizeadmiral Bätsch und Generalmajor v. Caprici genannt. General­major v. Hänisch ist an die Stelle des Generalleutnants v. Verey du VernoiS zum Direktor des Allgemeinen Kriegs­departement» ernannt worden. Daß nach Ostern ein kirchenpolitisches Gesetz dem Landtage zugehen wird, da» stch vornehmlich mit der Regelung der Anzeige befasten wird, das gilt in unterrichteten Kreisen für ziemlich sicher. Ei« Artikel, den der bekannte Abgeordnete Dr. Brüel im han­noverschen »Volksboten für Stadt und Land" über die einseitige Regelung der kirchenpolitischen Gesetzgebung durch den Staat veröffentlicht, wird in parlamentarischen Kreisen lebhast besprochen, zumal der Abg. Dr. Brüel, Hospitant de« Zentrum«, bei kirchenpolitischen Vorlagen in den Kom­missionen Anträge formuliert hat, die stet» von der Mehr­heit angenommen wurden. Herr Dr. Brüel schreibt:Da«

u Kai 1881

ff et 8i ) Pf.

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Ur. 22

der Müller höhnisch.Der Feigling, der sonst vor meiner Stimme zitterte, will sich mir widersetzen."

Annamarie lachte höhnisch auf.

Hörst Du diese« höllische Lachen, Vater?" fuhr Ernst in steigender E regung fort,mit diesem Weibe wolltest Du mich zusammenkuppeln. Ja, ich bin Dein Sohn, und habe Dir gehorcht mein Lebenlang, wie eS einem treuen Sohn zukommt. Ich habe mich nicht beirren lasten, in kindlicher Liebe auSzuhirren, wenn Du sie gleich für Schwachheit und für Feigheit hieltest. Wir haben un« eben nie verstanden. Aber hier, in der heiligsten Sache ve» Manne», kann kein väterlicher Machtspruch etwas ver­mögen. Hier kann ich nur nach Ehre und Recht, nur nach meinem Gewissen handeln. Diese» aber gebietet mir, mich nicht einzulassen und wegzuwerfen an eine Brand­stifterin."

Annamarie schrie vor Wut laut auf und wollte stch auf den Jüngling stürzen, wovon sie nur mit Mühe von ihrem erschütterten Vater zurückgehalten wurde.

Ter Müller stand da, keine« Wortes mächtig und ballte in stiller Raserei die Hände gegen seinen Sohn.

Warte, warte," knirrschte er nach einer Weile, »da» will ich Dir gedenken."

Ernst blicttr seinen Vater traurig an und wollte etwa» erwidern, aber er bezwang sich und verließ still da« Zimmer. Nach seinem Forigange herrschte eine lange, schwüle Pause in der Stube. Endlich unterbrach dieselbe Annamarie, in­dem sie höhnisch auerief:

»Da« muß ich sagen. Euer Sohn gehorcht Euch prächtig."

Der Müller faßte sie beim Arme und drückte sie, daß sie schrie. Fortsetzung felgt)

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Matte», sowie d.Annoncen-Bureaux »enG «.Daube u. 6e. in Frankfurt o. 31.; Jügersche Buchhandlung daselbst;

Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin

Berlin; SB. Thiene? in Elberfeld; 6- Schlotte in

Bremen-

gut Annahme empfohlen:Die Hundesteuer wird von der Lreisvertretung innerhalb der in 8 2 bezeichneten Grenzen ler, für alle Steuerpflichtigen gleichmäßig festgesetzt. Die Er­

den, ft Hebung erfolgt durch die OrtSbehöroe.

er bch Die Erträge dieser Steuer fließen, insoweit sie in den Bl. [I einzelnen Gemeinden aufkommen, in die betreffenden Ge- -----minoekassen. Die Erträge auö den selbständigen Gut«- bezirken fließen in die Kreiskommunalkasse und werden bei ,l(ll dieser als gesonderter Fonds verwaltet, über besten Ver­wendung in den Provinzen, in welchen die Kreisordnung Mm 13. Dezember 1872 gilt, der Krei«au»fchuß, in den übrigen P ovinzen die Kreisvertretung zu gunsten öffent­licher kommunaler Jnteresien innerhalb der selbständigen Gutsbezirke beschließt." Nach einiger Debatte werden die Kommis stonsanträge von der Mehrheit angenommen.

Nach 8 4 der KommisstonSbeschlüsie bleibt es den Ge-

nimmt entgegen: ftLdition d. Blattes. * Annoncen-Lureaux Pjk 'Dietrich u. 6e. in t und Hannover; Th. Äü» m Frankfurt aM.; Stein u. Vogler in Ärt a. M-, Berlin, & ic.; Rudolf i« Berlin, Frank- fit« a. M- k.

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300 f bot allem ein gut Stück Geld. Ich hab'» mir sauer wer- d", bttt 1 itnh nftpÄ bPrbtPTtt. *

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vJl'r ich mein eigen nenne. 10011;

Zn der heutigen (47.) Plenarsitzung de« Abgeord- ,,fenhauseS kam zunächst der Gesetzentwurf, betreffend tic Erhebung einer Hundesteuer, in zweiter Beratung zur Verhandlung.

Abg. Fr ancke kommt b i einer Untersuchung über die jjatur dieser Steuer zu dem Resultate, daß die Vorlage tafjaJ §rhr als ein Polizei-, denn als ein Steuergesetz anzusehen u Abg. v. B e n d a giebt das zu, empfiehlt aber die Kom- Wonsbeschlüsie dringend zur Annahme, da da« Gesetz nur heilsam wirken könne. Abg. Zelle erklärt, daß die Fortschrittspartei aus prinzipiellen Gründen nach tote vor jqjen die Vorlage sei. Dieselbe verletze namentlich da« Prinzip, wonach die Gemeinde ihren Einnahme-Etat selbst Mtelle. Abg. v. Rissel mann tritt den Ausführungen bti Vorredners entgegen und bittet den 8 1, das Prinzip der Vorlage, anzunehmen. Der 8 1 wird denn auch in her von der Kommission vorgeschlagenen Fasiung, welcher

Auf Annamarie ruhte der Verdacht, da» Hau» ihre» ehemaligen Bräutigams, der ihr wegen ihrer üblen Charaktereigenschaften untren geworden war, in Brand ge­heckt und diesen dadurch zum Bettler gemacht zu haben: Und hatte sie auch ihr Alibi nachweisen können, so ruhte dessenungeachtet, durch triftige Gründe unterstützt, der Ver­dacht jedes rechtlich Denkenden auf ihr. Und diesem Weibe sollte Ernst seine Hand und mit dieser seinen Namen, seine üh», sein Alles reichen? Nimmermehr, dazu war er fest mischiosien. Wohl bangte ihm vor dem drohenden Un« imitier, aber lieber wollte er alle» über sich ergehen lasten, »l« der gerechten Verachtung seiner Mitbürger anheimfallen. i.Da sind wir, Schulze," begann Gebhart und trocknete sich mit einem groben Tuche den Schweiß vom Gesichte. M i »Ihr werdet von der Annamarie schon vernommm haben, 10111 unser Begehr ist."

Der Schulze räusperte sich und bejahte die Frage. Ihr kennt mich," fuhr der Müller fort,und wißt,

Z _Meine Vermögensumstände kennt Ihr auch," begann ! Nienschke.Mein Schäfchen ist gleichfalls im Trockenen, U ''M wenn Euer Musjeh Sohn nicht« dawider hat." -4Gemach, gemach," unterbrach ihn der Miller.Ich

Ein schuldenfreie« Hau«," malte Gebhart aus, »prich- %n Mühl.ngang, eine Menge fruchttragender Felder, und

da Regierungs - Kommissar Geheimer Regierung» - Rat 6. b. Brincken Widerspruch nicht entgegenstellt, mit erheb­licher Mehrheit angenommen. (Vom 1. April 1884 wird auf das Halten von Hunden eine Steuer eingeführt, welche m jedem Besitzer eines über drei Monate alten Hunde» jii entrichten ist.)

Nach 8 2 beträgt der Steuersatz &) für Hunde, welche jnt Bewachung, zum Gewerbebetriebe, al» Hirtenhunde oder frei ton den im Staats-, Kommunal- ober Privatdienst an» n gestellten Forstbeamten und Jägern zur Ausübung ihreS Be- rufe« notwendig gebraucht werden, 0,50 bi» 1 Mk. jährlich; werW b) für alle anderen Hunde 3 bis 15 Mk. jährlich. In md Hi den Stadtkreisen ober aus einzelnen Gemeinden zusammen- Zu 8 gesetzten Stadtkreisen kann der Höchstbetrag bi« auf 20 Mk. 0 jährlich erhöht werden. Der 8 2 wird ohne Debatte

Scfcbeint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen BeilageJllu strikte» 6emttag«6lattN durch die Expedition (R o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2A Mark, durch die Postämter de« Deutschen Reiches 8 Mark 60 Pfg. (exel. Bestellgebühr.) - JnsertwnSgebühr für die gespaltene Zeile 1» Pf«.

Für in der Expedition zu erlheUende Auskunft und Annahme von Adreffen »erden 85 Pfg« berechnet-_______________________