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Marburg, Sonnabend, 10. MLrz 1883.

XVffl. Jahrgang.

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Erschemt täglich außer an den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteS e»Mltaa«blatt" durch die Srvedition (R o ch'fche Auchdruckerer) bezogen 21/» «Hart, durch die Postämter de- Deutschen Reiche- 2 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile IO

Für tn der Expedition zu ertheilend« Auskunft und Annahme von Adressen »erden 26 Pfg. berechnet.

Au-Beowuls".

Sportroman von Earl Manno.

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Abgg. Reichensperger (Köln), Kieschke, Freiherr v. Minnigerode und Freiherr v. Schorlemer-Alst. Alle Redner äußerten ihren Unwillen über die Art, wie die bautechnischen Fachblätter und namentlich auch dieKöln. Z'g." sich über die wohlbegründete Kritik de« HauseS hin- wegzusitzen gesucht, und daß man solcher Anmaßung nach­drücklich entgegentreten müsse.

Für den Umbau eines Gefängnisse« in Kempen waren in zweiter Lesung 95945 Mk. abgesetzt. Abg. Mooren beantragt jetzt die Wiedereinstellung, welche auch vom Hause nach kurzer Debatte beschlossen wird.

Beim Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung spricht Abg. Kropp den Wunsch aus, daß die landwirtschaftlichen Vereine in der Veranstaltung der Lotterien nicht beschränkt »eiben möchten. Minister Lucius bemerkt, daß die Ge­nehmigung zur Veranstaltung dieser Lotterien vom Ober- präsidenten erteilt werde, und daß et keinen Grund habe, anzunehmen, daß der Oberprästbent von Hannover in diesen Dingen rigoros verfahre. Demnächst erklärt der Minister auf eine Anfrage desselben Abgeordneten, daß die Mängel des Fischereigesetzes von 1874 anerkannt seien, daß aber die Revision desselben nicht überstürzt werden könne, sondern die gründlichsten Vorarbeiten vorhergehen müßten. Abg. Frbr. v. Hammerstein wünscht staatliche Fürsorge für Nuß und Hafen von Leba. Minister Dr. LuciuS teilt mit, daß die erforderlichen Schritte bereits eingeleitet seien.

Abg. Seehusen wünscht, daß die in Ostpreußen vielfach vorhandenen Sandflächen aus dem Privatbesttz tn den de» Staates übergeleitet werden, um aufgeforstet zu werden.

Beim Etat des Kultusministerium» kommt Abg. Schmidt (Sagan) auf die Lehrer-Pensionsfrage zurück. Die Rege­lung der letzteren dürfe nicht von dem Zustandekommen des Schuldotationsgesetzes abhängig gemacht werden. Die Schluß­folgerung de» Herrn Finanzministers, daß, wenn man die Pensionen der Lehrer auf den Staat übernehme, man auch die Besoldungen übernehme, kann er als zutreffend nicht anerkennen. Ebenso erkennt er den Lehrerpenstonen im Gegensätze zum Herrn Minister, andern Ansprüchen gegen­über die Priorität zu. Die Deckung zu beschaffen, könne nicht schwer sein; die Kapitalrentensteuer würde allein mehr als das Doppelle bringen.

Auf Anregung des Abg. Borowski erklärt der Herr Kultusminister, daß der Bischof, von dem er neulich gesagt, er habe selbst die Errichtung einer Simultanschule befürwortet, nicht der Bischof von Kulm, sondern der von Ermland gewesen sei.

Abg. Steinbusch kommt auf seine Beschwerde zurück, daß im Regierungsbezirk Köln die Schulaufsicht dem größten Teile der katholischen Geistlichen entzogen bleibe.

Abg. Dr. Kolberg bringt Klagen betreffs der Schul- verhäliniffe des Ermlands vor. Abg. Dr. v. Stab­lews ki beschwert sich über die Höhe der Schullasten, und wenn der Staat einmal katholischen Schulen Zuschüsse be­willige, würden an diese Bewilligung unzulässige Bedingungen geknüpft. Abg. Kantak ging auf seine in voriger Ses­sion gestellte, aber nicht zur Verhandlung gekommene Inter­pellation, betreffend die Wirksamkeit des Kreisschulinspek­tors Lux, de» Näheren ein.

Bei der PositionHochschule für Musik" beantragt der Abg. Reichensperger Absetzung der Forderung bi» zum nächsten Jahre. Minister v. Goßler empfiehlt die Bewilligung derselben. Abg. Bachem spricht sich auf» neue gegen den überhandnehmenden BerlintSmuS au», der alle Kunst und Wissenschaft in Berlin zentralisieren wolle. Abg. Virchow bestreitet da» Vorhandensein eines Berli- niSmuS. Der Rest des Etats wird unverändert genehmigt; ebenso daS Etatsgesetz und da» Anleihegesetz. DaS Gesetz über den nassauischen ZentralkirchenfondS wird in dritter Lesung angenommen. Morgen stehen eie Vorlagen betreff» der Landräte, des Staat» - SchulvbucheS und de» Kölner Bahnhofes zur Beratung.

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vom Laadtos-

Berlin, den 8. März.

In der heutigen (44.) Plenarsitzung de« Abgeord­netenhauses machte der Präsident davon Mitteilung, daß bei Feststellung dcS Resultat« der gestrigen nament­lichen Abstimmung über die Position betreffend den VolkS- wirtschaflsrat insofern ein Irrtum untergelaufen ist, al« her Abg. Bestvater als mitNein' stimmend aufgeführt ift, während derselbe abwesend war, also überhaupt nicht niitgestimmt hat. Demnach ist die qu. Position mit 191 gegen 191, also lediglich mit Stimmengleichheit abgelehnt.

Die dritte Beratung des Etat« wurde beim Etat des Ministeriums de« Innern fortgesetzt. Eine längere Debatte

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welcher in Preußen vor dem Schulaufsichtsgesetz von 1872 bestanden hat, deS Weiteren aber nöligenfall« eine funda­mentale Trennung zwischen Kirche und Staat durch volle Gewährung der Unterrichtsfreiheit, welche der Kirche ge­statte, den Staatsschulen gegenüber ihrerseits vom Staate völlig unabhängige Konkurrenzschulen zu errichten.

Diesen von Seiten der Zentrumspartei im Abgeord- netenhause bei den vorwöchentlichen Verhandlungen über den Etat deS Kultusministeriums erfolgten Ankündigungen sind schon mancherlei andere Kundgebungen in demselben Sinne vorauSgegangen, so auf der vorjährigen General­versammlung deutscher Katholiken in Frankfurt a. M., auf mehreren katholischen Versammlungen in den westlichen Provinzen und namentlich in der Begründung eine« Verein«, des KanistuSvereins, welcher dieRückeroberung der Schule für die Kirche" als Losung auSaegeben hat.

Die Bedeutung dieser Bestrebungen wird nicht unter­schätzt werden dürfen, und hat eS sich der Kultusminister bei den vorwöchentlichen Verhandlungen angelegen sein lasten, die allgemeine Aufmerksamkeit auf diesen für die bi«herige Entwickelung der preußischen Volksschule gefährlichen Kampf hinzulenken und den gedachten Bestrebungen mit aller Ent­schiedenheit entgegenzutreten.

Der von dieser Seite in Aussicht genommene Kampf würde in der That ein sehr bedeutungsvoller sein: denn er würde sich nicht nur gegen da« SchulaufflchtSgesetz allein richten, sondern gegen eine der wesentlichsten Grund- lagen, auf denen sich der preußische Staat entwickelt hat und die ihn groß gemacht haben. E« ist ein Fundamental­satz deS preuß scheu Landrecht», daß Schulen und Universi­täten Veranstaltungen de» Staate- sind, und daß die Schulanstalten unter der Aufsicht des Staate- stehen. Dieser Grundsatz ist in die Verfaffung-urkunde überge­gangen und weiter au-geführt worden. Um ihn vor Ver­dunkelungen in der Theorie und Praxis zu schützen, ist im Jahre 1872 nach heftigen Kämpfen da« Schulaufsicht«, gesetz erlaflen worden, welches kein neues Recht schuf, son­dern da- alte nur sicher und llar stellte. EineRück- eroberung der Schule für die Kirche" würde die ganze bisherige Entwickelung de- Schulwesen- in Preußen auf den Kopf stellen.

Der Kampf um die Schule wird aber auch von ent­gegengesetzter Seite geiührt, wobei nicht minder die ge- schichtlichen und verfaffungsmäßigen Verbältniste außer Acht gelassen werden. E« sind die» die Bestrebungen, welche auf die Simultanisterung der Volksschule, v. h. auf die Ein­richtung von Volksschulen ohne bestimmten confesstonellev Charakter, sondern für Schüler verschiedener Konfessionen gerichtet sind. Bisher ist in Preußen die Konfessionalilät geschichtlich da» leitende Prinzip für die Gestaltung de- VolksschulwesenS gewesen und entsprechend dieser Ent- Wicklung schreibt die Veriasiung in em Artikel 24 vor, daß bei der Einrichtung öfi ntlicher Volk«schulen die kon- feisionellen Verhältniffe möglichst zu berücksichtigen sind.

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,H,,iaen nimmt entgegen: S/(irrpebition d.Blatte», k«s.t>.Ännoncen-dureaur 1 Dietrich u. C». in ».ff-, und Hannover; Th. Nri» m Frankfurt a.M.; sLfenttein u. Vogler in Lantfurt a- M-, Berlin,

Köln Rudolf Kssse in Berlin, Frank­furt a. iDt. tc.

Sie hatte Loki von seinem Warteposten erlist und Loki hatte nach Gewohnheit ihr im Maul hochspringend da­nach zurückgegeben, was seinen Kameraden Apfelblüte durchaus n'cht genierte. Sie waren jetzt aus dem Schloß» gartcn heraus und ritten im freien Feld. Zwanzig Schritte »an der Straße lag ein tiefer, schräg abfallender, schlucht- ihnlicher Graben, der sich vortrefflich für ihren Zweck geriete. Sie erinnerte sich an Hardenmut» Mahnung.

Ehe der Großonkel vermutete, was sie vorbabe, setzte fc über den schmalen Seitengraben an der Straße, trabte «i die Schlucht, ritt schräg in sie hinunter und kletterte mit Apfelblüte an der andern Seite wieder heraus.

Der Alte war sprachlos. Aber Jano« hob sich in den Steigbügeln und schrie wie beseffen:Elfen, Eljen 1 und schwenkte seinen Hut.

Und Schwanhilde sprang wieder über bett Straßen­hoben, parierte freut eglühend und lächend ihr Pferd und Ne:Gelt, Großonkel, Apfelblüte ist gut?"

Apfelblüte ist gut," sprach der Alte mechanisch nach. »Und ich wollte, Du wärst Reginald. Schade, daß Du 'kin Offizier bist."

O, li ber Großonkel," sagte Schwanhilde, den Kopf eygen lassend, verzeih' Reainald. Er macht da« alle» viel Miet als ich. Wo ich jetzt durchgeklettert bin, so weit, s» ich, setzte er mit seinem Pferd hinüber, als man ihn " 7411 "«für angriff, daß er Sprünge über zehn Fuß Breite für ^ähnliche Anforderungen getadelt hatte. Er zeigte, daß

Hnteigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoneen-Bureanr »en G. k Daube n. Co. in Frankfurt a. M-; JSaerfche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in

Berlin: ». Tbtene# in Elberfeld; <- Schlotte tn

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vom Abg. Reichensperger vorgeschlagenen Resolution geführt halle. Der Minister de« Innern konstatierte, daß ländlen vcn ihm in Gemeinschaft mit dem Minister der öffentlichen Arbeiten eine genaue Untersuchung des qu. Gebäude» an«

E» war komisch, dem Alten zuzusehen, wenn Schwan- Hilde ihm eine einfache Antwort gab, auf die er nicht- zu sagen wußte, wie dann Spleen und Vernunft in ihm stritten und das junge Mädchen, befdtimt, wenn heiter, sonst ernst gefaßt und ihn groß anblickend, seiner ungnä­digen Antwort harrte.

Diesmal gbg eS gut. Er sagte nur nach einer Pause: .Das mag richtig sein. Mer auch ich habe für ähnliche« Benehmen mein Strafe bekommen und einmal fünf Jahre lang meinem Vater nicht unter die Augen treten dürfen. Doch hier sind zwei Briefe; gib sie zur Besorgung an Franz. Sie kommen au» Deiner Hand und sollen noch heute abend zur Bahn. Und wenn Du an Deine Mutier schreibst, melve ihr, Du hättest etwas gut gemacht und Wenn Du pflichtgetreu und bescheiden bleibst, würdest Du wohl längere Zeit noch mich pflegm müffen. Und nun gute Nacht. Haft heut scharf geritten erst gewöhnen heute noch wieder mit der Musik aussetzen, daß nicht zu viel zusammen kommt."

Die Baronin erhielt ein paar Tage danach zwei Briefe: den einen von ihrem Advokaten: der Advokat de« Grafen zeige ihm an, daß der Graf Dietrich auf die Fortführung des Prozeffe« verzichte: der andere kam von dem Bankier de» Grafen, daß die bisher nicht ausbezahlten Geloer samt Zinsen zur Verfügung ständen und er um Benachrichtigung bitte, wohin dieselben und die folgendm Raten geschieh werden feilten.

DaS gab große Bewegung in Vevey und bei Reginald. Mutter und Kolibri meinten Thränen der Freude und Beruhigung und Bruder uud Onkel waren auch ergriffen,

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mg mi veranlaßte im Extraordinarium desselben die Position von isen n5{ 11500 Mk. zu Reparaturen an dem Mtnistertal - Dienst-

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Der Kampf nm die Schule.

Von Seiten der Zentrumspartei ist dem Staate ein neuer Kampf, der Kampf um die Schule, in Aussicht ge­stellt, der «st dann recht beginnen werde, wenn Staat und Kirche sich auf kirchlichem Gebiet geeinigt haben, und dann um jo heftiger entbrennen werde: als Ziel de« Kampfe« ist zunächst die Herstellung de« Zustandes ins Auge gefaßt, er ebenso viel und mehr könne als die meisten, die ihn an­griffen. Und er kletterte mit seinem Pferd ein viel höheres Ufer hinan."

Der Alte schwieg und ritt weiter.

Als er vom Pferd gehoben war, half er Schwanhilde, die glücklicherweise weniger seiner Stütze bedurfte, aus dem Sattel. Dann sagte er zu JanoS:WaS hast Du alter Esel im Dienst zu rufen, wenn Dir nicht befohlen? Sechs Stunden Stallwache. Aber melven vorher beim Kellermeister, ihm sagen, Dir zwei Flaschen Ofener zu geben, mit denen Du Dich unterhalten kannst."

Der Husar salutierte und sagte:Zu Befehll" Und dann küßte er Schwanhilde die Hand.

Gib mir Deinen Arm", sagte der Alte.Jetzt sollst Du mich noch führen. Nächsten« will ich es wieder thun." Er ging mit ihr die Treppe hinauf. Im Vestibül sagte er zu Hausmeister und Dienern:Da» gnädige Fräulein hier Eure Herrin. WaS anordnet, geschieht. Meine Privat­zimmer behalte ich mir vor. Schilfmann! Mich au-ziehen!"

Die frische Lust, der Rstt war ihm nicht schlecht be­kommen. Er war beim Esten nur etwa« ceremoniöser kein schlechte» Zeichen. Beim Dessert sagte er:Du hast haft nachmittag für Deinen Bruder gesprochen. Wo­mit kamst Du sein Benehmen gegen mich entschuldigen?"

Echvanhilde blickte erst befangen nieder, schaute dann ober holdselig lächelnd den sie finster betrachtenden Mann an und sagte:Nicht entschuldigen. Aber, lieber Groß­onkel, Du hättest e« ebenso gemacht. Er ist ein Ger- falkensteiu."

juiüdbleibe. Der Minister der öffentlichen Arbeiten habe dem betreffenden Baumeister auch bereit» da» Nötige zu und k nkennen gegeben, ob daneben eine Zivilklage gegen deu Be- ' treffenden zu erheben sei, stehe noch nicht fest. An der deiterpi Debatte beteiligten sich außer dem Herrn Minister die

xebäude, welche bekanntlich schon in der zweiten Lesung zu uiss längerer Erörterung und zur einstimmigen Annahme einer