xvm. Jahrgang
Marburg, Mittwoch, 7. März 1883.
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-»n der heutigen (41.) Plenarsitzung de« Abgeord» .etenhauseS kam bei Fortsetzung der zweiten Beratung ”, SiaatShauShallSetat« zunächst der Nachtragsetat zur Erledigung. Die vudgetkommisfion beantragt durch ihren Oermten Abg. Graf zu Limburg-Stirum die Ge-
Nne Debatte knüpfte sich an die mrhrerwähnte Position «u 660000 Mk. (bezw. 560000 Mk ), welche unter den einmaligen Ausgaben zum Bau einer Eisenbahn untergeordneter Beveutung von Fischhausen nach Palmnicken et* ^Abg. Büchtemann bezweifelt, daß der zu erwartende Nutzen der Höhe des Aufwande« entsprechen werde. Ab. -eschen von den materiellen Bedenken aber hält er, wie am Sonnabend, an der Ansicht fest, daß event. diese Position In die Sekundärbahnvorlage zu übernehmen sei.
Minister Luciu« weist nach, daß der Staat bet dieser Vorlage im Grunde gar kein Opfer bringe, vielmehr mit dun von ihm gewährten Vorschüsse ein gute« Geschäft mache. Die Frage, ob die Genehmigung der Position im Etat oder in der Sekunbärbahnvorlage erfolge, sei vollständig neben-
wünschen, daß da« Gesetz, welche« eigentlich nicht provinzieller Natur, der Beschleunigung der Sache halber dem Provinziallandtage gar nicht erst vorgelegt werde. Dem letzteren Wunsche widersprechen die Abgg. Biesenbach, Jansen, Retchensperger (Köln) und Mooren, zumal in den Rhetnlanden keineswegs der Wunsch nach solchem Konsolidationsgesetz allgemein sei.
Die weitere Debatte, welche sich an den Nachtragsetat geknüpft hatte, war unerheblich; derselbe wurde genehmigt.
Im Etat des Kultusministeriums sind zu widerruflichen Remunerationen für die Verwaltung von Schultnspcktionen 527500 Mk. auSgrworfen (100030 Mk. mehr als im Vorjahre). Bei der zweiten Losung deS KultuSetatS hatte der Abg. Knörcke beantragt, die Mehrforderung bet diesem Titel nicht zu bewilligen, dagegen dieselbe Summe von 100030 Mk. dem Fonds zu Ruhegehalts - Zuschüssen (700000 Mk.) für emeritierte Lehrer zuzusetzen. ES war demnächst beschlosien, beide fragliche Titel an die Budgetkommisston zu verweisen. Letztere beantragt indes, die beiden Titel nach der Vorlage unverändert zu genehmigen.
Finanzminister Scholz konstatiert zunächst, daß kein materieller Zusammenhang zwischen den qu. Tit. 25 und 29 des Kapitel 121 des Etats bestehe; doch stehe im vorliegenden Falle nichts entgegen, daß beide Titel jetzt mit einander diskutiert werden. Die Erhöhung des ersteren Titels (25.) sei von der UnterrichtSverwattung hinreichend begründet und habe die Finanzverwaltung deshalb ihre Zustimmung dazu gegeben. Für die Erhöhung des anderen Titel« (29) sei kein Bedürfnis nachgewiesen; dem Zwecke desselben werde genügt, nachdem dieser Titel in den letzten Jahren von 30000 auf 700 000 Mk. erhöht sei. Deshalb bitte er, dem Anträge der Budgetkommisston zuzustimmen.
Abg. v. Bennigsen bringt inzwischen eine Resolution ein, worin beantragt wird, mit Rücksicht auf den bestimmten Widerspruch der Staatsregierung von einer Erhöhung deS Titels 129 abzustehen, dagegen die Erwartung auSzu- sprechen, daß, wenn nicht noch in dieser Session, doch jedenfalls in der nächsten Session der Entwurf eine- Pensions- Gesetze- für Elementar-Schullchrer vorgelegt werde. Abg. Kn örcke hält e« für unwürdig, daß alte emeritierte Lehrer auf widerrufliche Zuschüflc angewiesen seien. Wenn man nur ernstlich ein PcnsionSgesetz wolle, werde eS sich auch erreichen lasten. Jetzt hätten noch 60 pCt. der emeritierten Lehrer nicht ein Ruhegehalt von 600 M., waS seiner Zeit Herr v. Putikamer al» Kultusminister selbst als da« Minimum bezeichnet hätte.
Finanzmintster Scholz betont, daß er nur das priori- titische Bedürfnis der Vermehrung des qu. UnterstützungS- Fond» für jetzt bestritten habe. ES gebe übrigen« eine
Fr ist sehr sicher," sagte der Kolibri, den Operngucker senkend, „immer Don Juan!"
„Wie ein Pikador in die Arena reitet, denk ich mir, sagte der Schwan.
„Aber diese Feindseligkeit von Dir, Kind," sagte die Mutter und Gudula ereifert sich gleichfalls, daß der Schwan
große Anzahl anderer Beamten, die eine Pension von 600 Mark nicht hätten, welche Pension zu erhöhen leier bisher noch nicht gelungen wäre. Der Herr Minister weist Übri gen« de« Näheren nach, wie die Angelegenheiten de» Lehrer- standeS der Regierung, speziell auch ihm selbst seit Jahren sehr am Herzen gelegen habe, und daß eS keineSwea« bei bloßen Zusagen, wie der Vorredner gemeint — geblieben sei. Die Schwiei igkciten deS Elementarlehrer - Pension«- Gesetzes seien sehr groß; auf der bestehenden Gesetzgebung über die Schulunterhaltungspflicht ein Pensionsgesetz zu schaffen, sei nicht thunlich. Daß aber der Staat allein die Pensionspflicht übernehme, wäre, abgesehen noch von den weiteren Konsequenzen für die Unterhaltung der Schule selbst, schon auS finanziellen Gründen nicht möglich. Zu einem erheblichen Beitrag (etwa der Hälfte) werde der Staat allerdings wohl sich entschließen können, da» setze indes voraus, daß die bedeutenden Mittel dazu au» dem weiteren Fortgänge der Steuerreform im Reiche gewonnen werden.
Abg. v. Bennigsen erklärt sich für die Erhöhung de« Titel 25, da dieselbe zur Durchführung de« Schul- aufstchtsgesetze« notwendig sei. Auch ist ihm da« Bedürfnis einer Erhöhung des T'tel 29 nicht zweifellos, er steht indes davon ab mit Rücksicht auf die zu erwartende gesetzliche Regelung im nächsten I >hre. Das Recht deS HauseS, ausnahmsweise eine Erhöhung der Position vorzunehmen, hält übrigens auch er für zweifellos. Seine R-folutton habe den Sinn, daß, wenn nicht auch das DotattonSgefetz, doch wenigstens das Pensionsgesetz im nächsten Jahre vorgelegt werde.
Abg. Rickert bestreitet, daß dem Hause nicht daS volle Recht zustehe, von einer Position eine Summe abzusetzen und bei einer anderen dieselbe zuzusetzen. Aber von diesem konstitutionellen Rechte würde allerdings nur in anormalen Verhältniffen Gebrauch zu machen sein. Die Resolution deS Abg. v. Bennigsen genüge ihm eigentlich wenig; er werde schließlich nicht dafür stimmen. Auf den Vorspanndienst des Reiches, aiv den der Herr Finanzminister wieder hingewiesen, dürfe man nicht rechnen. Der preußische Staat könne auS sich selbst daS für die hier in Rede stehenden Aufgaben notwendige leisten; daß letztere« aber endlich geschehe, erfordere die Würde deS HauseS.
Finanzminister Scholz wiederholt, daß dem Hause da« Recht der Transferierung einer Etatsposition nicht zustehe, auch die Regierung selbst habe eS nicht. Betreffs der Lage der Erhöhung einer Position durch daS Abgeordnetenhaus sei zu erwägen, daß doch von diesem der Etat nicht einseitig festgestellt werde. Der Abg. Rickert habe davon gesprochen, daß wir in „anormalen" Verhältniffen leben.
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Strecke dahinter. Jedesmal, wenn ein Hindernis kommt geht Sundewit vor und nimmt es in der Karriere, dann wird er wieder etwa« verhalten, und Troubadour, der nicht aus solcher Gangart zu springen wagt und im letzten Augenblick verhalten werden muß, geht in rasendem Tempo wieder an ihn heran. Auch die Nachfolger fangen unwillkürlich an, mehr gehen zu laffen. Jetzt sind sie über die Hürde, jetzt kommen sie um die Ecke gegen den großen Tribünensprung daher. Sundewit und Troubadour vorauf, danach der Franzose, Einnehmer und Jadwiga verhalten zuletzt. Und nun geht Troubadour im rasenden Lauf vor. Er kann nicht springen aus dem Tempo. Er wird stoppen und umdrehen vor dem Hindernis, da — Sundewit ist ihm zur Seite und fliegt in ungeheurem Satz über Hecke und Wassergraben hinüber, ein Hurra braust empor, Troubadour schnappt ab in demselben Moment, sein Reiter geht kopfüber, der Franzose kommt im vollen Lauf an, Troubadour stört ihn, er muß zur Seite weichen, sein Pferd springt schief und drüben liegt auch er mit samt dem Roß. Die beiden Pferoe der Gefallenen entlaufen. „Da» traf den Unrechten," ruft der General, zitteind vor Aufregung. „Der hat e» nicht sein sollen." Jadwiga und Einnehmer nehmen beide daS große Hindernis brillant. Beowulf schaut, so gut e» geht, hinter sich: er kann sehr zufrieoen sein. Nun sind die Karten gleich. Boguslaw ist auf sich allein angewiesen. Will er mit seiner fixeren Stute Ränke gegen Sundewit versuchen unv sie refüsieren laffen, so ist Einnehmer daS Pferd, sich nicht daran zu kehren und keinenfalls ein Pferd, dem man viel Z it vor« auSgeben darf. Und was bann? Dann glückt Boguslaw sein Plan gegen Hardenmut, aber er verliert gegen von K übrow und verlieren darf er nicht; et hat hoch sehr hoch auf sich gewettet. So heißt e» nun einfach, nach besten
„Ne, daS können wir nicht."
Und üder den Gedanken, daß Zägelow auch so In den Sattel springen solle, lachend, folgt die Schar au« dem Sattelplatz Hatdenmut und schaut ihm nach und kehrt dann auf ihren Stand zurück.
Der Hengst strotzte von Muskeln. Nun läßt Heinrich ihn lo« und er kantert dahin. „Was er für Raum bedeckt! Eine mächtige Bestie I" schreit selbst Tezin bewun* bernb. „Krumman? Was sagen Sie? Ich lege noch 500 Thaler darauf an, trotz dem Oesterretchischen und dem Franzosen."
Krumman ist klug, aber auch nicht klüger als alle andern. Et seufzt erleichtert auf und sagt: „Nun hab ich da« meinige gethan. Nun muß e« kommen, wie e« kommt. Weit haben wir ihn gebracht, Herr von Tezin, aber ein Satan ist er."
„Da« ist et, Krumman, da« weiß ich!"
„Ja, Ihre Schuld war'« nicht, Herr von Tezin. Der ist al» Dreijähriger verdorben uns den Kerl, der da» gethan hat, sollt' man noch mit der Hundspeitsche jeden Tag 'rumhauen. Aber die andern Pferde sind auch gut. Alle Achtung."
„Na, dafür wettet man!"
Schwanhilde schaut ängstlich nach ihren Rosen, welche Rieke — Ricke und Josef sind wieder mit — in einer Vase mit Wasser hegt.
Der General mit Lucinde am Arm und Prinz Edmund kommen jetzt bei ihnen an und besteigen gleichfalls ben Wage«. E« ist höchste Zett. Ein unaeheureS Summen erhebt sich unter den Taufenden und Taufenden von Zuschauern. — Sie find ab! Da hinten in der Ferne gehen sie hin. Ohne Feldscher scheu sie au« wie Punkte.
Eie kommen, sie kommen!
Ja, Sundewit führt 1 Aber Troubadour macht furieuseS Rennen neben ihm. Die drei andern gehen eine weite
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d.Annoncen-vureaux »en S t .Toube u 6e ix Frankfurt a. AI;J«aersche Buchhandlung Weib*; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin: ®. Itiene in Elberfeld; 6- Schlotte in
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.inen nimmt entgegen! -«Kition d. Blattes, *’• ,djlnn°ncen-Bure.Xk s'Ä Dietrick u. «». ix
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Abg. Dr. Hawmacher hält die Forderung für wohl begründet und die Genehmigung durchau« im Jntereffe des __Staates liegend; auch fei, da die Bahn jedexfall» zunächst 2 Zimn nut für die Zwecke deS Bernstein-Lergbaue» bestimmt wäre, die Einstellung im Domänenetat vollständig begründet.
»t bei4 Nachdem Abg. Büchtemann seine Zweifel an der Nütz- it. Ei Weit des Unternehmen« wiederholt, betont Abg. Stengel, erwüm daß die qu. Bahn notwendig sei, um den dauernden Betrieb leniteii des BergwerkSbetriebe» im staatlichen Jntereffe zu fichern, । dnß aber der Staat gerade jetzt Gelegenheit habe, dieselbe unter äußerst günstigen Gelegenheiten zu bauen, da nament- lich die Firma Slantien und Becker nicht bloß ihrerseits 100 000 Mk. A fonds perdu beitrage, sondern auch während der ganzen Dauer ihres in Kraft befindlichen Vertrage« (18 Jahre) da« ganze vaukapital mit A Prozent verzinse. Da der Nachtragsetat sich auch auf da« neue hannoversche VerkoppelnngSgesetz bezieht, so richtet der Abg. Knebel an den Herrn Ressortminister die Anfrage, ob ein Verkoppe- lungsgefetz nicht auch für da« linke Rheinufer demnächst zu tmattrn stehe. Minister Dr. Luciu« erwidert, daß der Entwurf eine« solchen Konsolidation«gesetze», dem allerding« bei den rheinischen Hypothekenverhältntffen große Schwierig- täten im Wege stehen, bereits in seinem Ministerium ausgearbeitet sei, un» daß derselbe demnächst dem Provinziallandtage werde vorgelegt werden. Abq. Knebel würde
dem Grafen Tezetti zu feindselig sei.
stuletzt abgewogen ist Hardenmut. Er hat voll Gewicht und noch ein paar Kilo darüber. So viel leichter wird ihn der Ritt nicht machen. Er kommt heran« und Sunde- toit w'iß, waS nun losgeht. Er röchelt, schnaubt, wiehert, zerhaut den Boden, daß der naffe Rasen in Stücken umher- flegt. Heinrich sagte ihm fortwährend: „Sei man still, sä man gut. Du kommst ja mit. Und ste gucken ja alle zx. Ja wohl, ja wohl. Sie sind alle da. Du kommst ja mit."
„Und nun reiten Sie un« man tüchtig Geld in den 6ad Herr von Hardenmut l" rufen mehrere seiner Nachbarn. „Potz Kukuk und Siebenstern! Wir haben verteufelt auf Sie gewettet, xnb würden zu Hause eine schöne Nase bekommen, wenn Sie un« nicht hcrau«teißen und ben Kerl« hier zeigen, daß man bei au« einen Gaul über einen Graben iu bringen versteht." .....
und Siebenstern? Das bringt Glück," er» »bette bet Reiter lächelnd, „unb nun, mein Beste« will ich tbun."
U b bamit saß er auf bem Hengst.
.Ist doch eigentlich ein verteufelter Kerl. Und wie et t Immer in ben Sattel kommt, so etwa« lebt nicht. Hnppl
1004’f Un6 drin fitzt er." ;h , , m _
.Ja, Zägelow, ba« können wir bei unserem Bauch