XVIII. Jahrgang
Marburg, Dienstag, 6. März 1883.
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verkennen, daß diese Reform sich nicht
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nnen, verabfolgt werden sollen.
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Kapitel 14, Titel 1 te8 Extraordinartum« „zum An«
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Abg. DouglaS wünscht Erlaß einer Ministerial- rrfügung dahingehend, daß alle Medikamente, welche äußer» t) zur Verwendung kommen, nur in Flaschen, die nach
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Berlin, den 2. März.
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Sportroman een Earl Manno.
„leer zu esien". Die Lücken, die sie im Weinkeller
Wunder, daß Krumman nicht selbst jeden beißt, der sich Sundewit auf drei Schritt nähert. Lust es zu thun hätte er trotz Krup-in und Schlup-in. Sundewit schnaubt wie ein Löwe uno taktirt abwechselnd mit den Vorderfüßen in der Luft, hält sich aber sonst auf Heinrichs Zureden hübsch ruhig.
Abgewogen! Aufsitzen I Da wird Troubadour bestiegen und hinausgeführt. Und jetzt streckt er sich im Galopp. Gutes Pferd I Jetzt der Franzose. Mann und Roß erster Klaffe, Sport Größen. Jetzt kommt Einnehmer. Der kleine unschöne Reiter macht auf dem großen, mageren, hinten übermäßig langbeinigen und darum wackelbeinigen Gaul, der sich ruhig wie ein Droschkengaul hinausführen läßt, eine schlechte Figur, drch man lächelt nicht mehr, al« der Wallach sich im Gallopp streckt.
Nun kommt BoguSlaw. Niemand kann leugnen, daß der schlanke junge Mann mit den dunklen feurigen Augen und dem van Dyk-mäßig aufgestrichenen schwarzen Schnurr« bärtchen eine fesielndritterliche Erscheinung ist. Wie er auf seiner herrlichen schwarzbraunen Stute hinauSreitet, ist er das Ziel vieler bewundernder Blicke; sein Herz ist wild und wund, aber er weiß leider doch noch, ein wie schöner Mann er ist. Er grüßt auch hinüber nach dem Wagen am Wassersprung, von dem man mit Opernguckern schaut. Wer Klübrow« abrupte, rollet Geste ist dort an der Haupt« stelle noch besser goutiert worden, al« all die Grandezza BoguSlawS.
(Fortsetzung folgt.)
Zn der heutigen Abendsitzung de« Abgeordnete n- ,nseS wurde die Beratung de« Etats de« KultuSmlnl- 1 ; beim Titel 2 de« Kapitel« Medizinalwesen (Stadt-,
LezirkSphysiker) fortgesetzt.
IAbg. Dr. Thtlentu« bemerkt, daß eine Gehalt«- Höhung für die Physiker in Anbetracht ihre« schwierigen iteS dringend wünschenswert sei. Der Minister habe zwar privatim mitgeteilt, daß die Arbeiten für eine ^idilinalorganisation in vollem Fluß begriffen seien. Aber
dischen Palai« zu Bibliothek« - Zwecken 2600000 Mark entfallen.
Abg. Dr. Virchow empfiehlt al« Referent der Bud- grtkommtssto« namen« derselben die Bewilligung der Summen zur „provisorischen* Erweiterung der Königlichen Bibliothek. E« sei dringend an der Zeit, daß den unglücklichen räumlichen Verhältnissen in der Königlichen Bibliothek ein Ende gemacht werde. Die teilweise Verlegung der Bibliothek in daS Gebäude der alten Bergakademie habe wenig Nutzen gebracht, der Verwaltung aber große Schwierigkeiten bereitet. Eine Fortdauer der gegenwärtigen Zustände sei kaum denkbar, ein anderer Ausweg, al« der hier vorgeschlagene, auch nicht ersichtlich. Erst in frühestens zehn Jahren werde man daran denken können, ein neues Bibliothekgebäude zu errichten.
Minister v. Goßler: Die schwierige Frage der zweckmäßigen und würdigen Unterbringung der Gelehrten- und Kunstanstalten in Berlin sei Gegenstand bleibender Sorge der Verwaltung. Alle Projekte für einen definitiven Neubau der Bibliothek seien bisher gescheitert. E« biete sich keine andere Möglichkeit, al« zunächst die Kunstakademie zu verlegen und an Stelle deS jetzigen Akademie- GebäudeS den Neubau für die Bibliothek zu errichten. Diesen Bestrebungen sei auch der Finanzminister dankenswert entgegengekommen, doch würden bi« zu ihrer Realisierung wenigsten« 10 Jahre vergehen, so daß man den hier im Etat gebotenen Notbehelf nur freudig begrüßen könne. Er bittet daher, den Titel zu bewilligen.
Abg. Löwe (Berlin) bittet, den etwaigen Neubau der Kunstakademie möglichst im Zentrum der Stadt zu errichten und ihn nicht etwa gar wie die technische Hochschule noch Charlottenburg zu verlegen.
Abg. Reichensperger (Köln) wird für den Titel stimmen, wünscht aber, daß die Kunstakademie nicht ein neue« Gebäude erhalte, sondern möglichst schonend ihrer Auflösung entgegengeführt werde. Er sehe den Nutzen der Kunstakademie nicht ein; Kunst und Kunstgewerbe würde man vielmehr durch gute Fach- und Meisterschulen fördern können. Er bitte auch um Ablehnung de« Titel« 46, in welchem für die Hochschule für Musik in Berlin 779100 M. gefordert werden. Wolle die Stadt Berlin einen Neubau für da« Institut, so möge ste ihn sich selbst errichten. Für Berlin geschehe schon zu viel au« Staatsmitteln.
Abg. v. Benda beantragt die Ueberwetsung an die Budgetkommission, beklagte sich aber über da« späte Einbringen der Vorlage, deren Notwendigkeit er zum Teil bestreitet, und wünschte die Position für die Eisenbahn von Fischhausen nach Palmincken eventuell hier auSzuscheiden und in die Eisenbahnvorlage zu übernehmen. Die Vorlage sei übrigen« ein schlagender Beweis für die Unmöglichkett zweijähriger Etatsperioden.
Finanzminister Scholz hält den Vorwurf de« Herrn Vorredners über das späte Einbrin gen der Vorlage für vollständig unbegründet; daß ein Nachtrag wegen de- hannoverschen Vcrkoppelungsge^etzeS nötig sei, habe der Vorredner selbst anerkannt. Die im Nachtragsetat befind« liche Eisenbahnforderung habe einen ganz anderen Charakter, als die in der Sekundärbahn-Vorlage enthaltenen Positionen und fei deshalb mit gutem Bedacht hier ausgenommen.
Abg. Rickert hat durchaus nichts gegen die Einbrin» gung deS Nachtragsetats; vielmehr ist er erfreut über dieselbe, da sie unwiderleglich darthue, daß die zweijährigen Etats nicht durchführbar.
Finanzminster Scholz betont, durch die Ausführungen deS Vorredners provoziert, daß die Regierung von ihrer Ansicht, daß die Einführung zweijähriger Etatsperioden in Preußen und im Reiche zu erstreben sei, nicht zurückgekommen sei. Der vorliegende Nachtragsetat könne unmöglich ein Beweismittel gegen eine derartige prinzipielle Einrichtung abgeben. Die Regierung habe niemals in Aussicht gestellt, daß Nachtragsetats nicht mehr vorgelegt werden sollten; dieselben könnten vielmehr oft eine wünschenswerte Erleichterung gewähren, und zwar das bet einjährigen sowohl wie bei zweijährigen Etats.
Abg. Graf zu Limburg-Stirum, Mitglied der Budgetkommission, kann das Mißvergnügen über da« Einbringen de« Nachtragsetats nicht teilen. Die dadurch verursachte Arbeit sei sehr gering; zudem sei die Orientierung in unseren Etats überhaupt, Dank den sorgfältigen Zusammenstellungen deS Büreaudirektors, eine überaus leichte.
Abg. Büchtemonn führt Argumente gegen zweijährige Etat« vor und bemängelt die Etatsaufstellung in einzelnen Punkten. Den vorliegenden Nachtragsetat hält er nur mit Rücksicht auf das neue hannoversche Ver- koppelungSgesetz gerechtfertigt. Schon aus praktischen Gründen sei die Ausscheidung der Position für die qu. Eisenbahn geboten, da man andernfalls die zweite Beratung deS Etat» nicht am Montag abschließen könne. Die Prüfung der Eisenbahnposilion erfordere längere Zeit.
Abg. Stengel teilt im wesentlichen die Aufoffung de« Abg. Limburg-Stirum. Die Notwendigkeit der Vorlage ergebe sich au« ihrem Inhalte selbst. — Schließlich legte dann noch ein Kommissar des Ministers der öffentlichen
Gudula hatte eine stage-coach von einem benachbarten Freunde geliehen. Der General kutschiert, und in größter Renngala, wie e« sich gehört, fahren sie hinaus.
Es hat die Nacht und noch den Morgen geregnet; der Boden ist naß, die Absprünge sind tief aufgeweicht und somit schlecht. Die kräftigeren Pferde haben damit beffere Chancen, obwohl ja alle Steher sein müffen.
Durch den General erfahren auch die Damen, daß BoguSlaw ungeheuer auf Jadwiga gewettet hat. Don Klübrow behaupten Jcksen und die c» wissen können, daß er ruiniert ist und seinen Abschied nehmen muß, wenn er nicht siegt. Alle warnen un» bitten ihn, daß er sich nicht au« seinem Regiment hinauSgaloppiere: Absinthe ist eine Größe, Jadwiga desgleichen, Sundewit ein mächtige« Pferd. So tüchtig Einnehmer ist, so darf Klübrow nicht alles und noch weit über seine wirklichen Mittel auf diese eine Karte setzen. Er ist wie toll und obstinat: er muß gewinnen.
Die Damen sahen Hardenmut wie BoguSlaw sehr wenig, aber hörten doch, wie e« stand. Der Troubadour sollte da« Rennen für Jadwiga machen. Alle» hing noch davon ab, daß Sundewitt glatt über die ersten Hinverniffe wegkam und ihn nicht ein andere« Pferd im ersten Drittel der Bahn durch Refüsieren störe. Einmal Im vollen Schuß, ist Hardenmut seiner ziemlich sicher und hofft von seiner Sprungkraft und Au«dauer günstige«.
Die Nord-Karavane wettete jetzt au«Patriotismus und well Hardenmut der Satans« sei, den Beelzebub In Sundewit auSzutreiben, auf Sundewit. Manche wetteten nur auf Sundewit, Jadwiga und Einnehmer, wer der Jen de rose-Sieger dabei werde.
Da die Edlen einen furchtbaren Speltabel machen, wo sie wandeln, so teilt sich ihre Aufregung mit. — Beiläufig gesagt, ste haben sich gestern einmal da« Vergnügen gemacht, da« Hotel, In dem sie Ihr Standquartier genommen haben,
Vierte Isolde.
„Dann wäre ich vielleicht wieder der Reginald von il)tr im Andenken meiner verdammenden Richterinnen vordem " Und damit ging er fort.
Die« war zu stark. Die treffliche Erztehungrschnle iderte für den Augenblick jeden Gefühlsauebruch. Aber Hause angekommen, ging ein große« Pleurer darüber *, und jetzt fiel den jungen Damen auch ein, daß Regi- k dafür, daß er wie Josef vor Potiphar geflohen sei, $ eigentlich nicht die schrecklichen Vorwürfe verdiene. vH nun war t« zu spät. Welche Schmerzen!
Der Steeple - Chase - Tag ist da. Auf da« Erscheinen 1 von Absinthe und Jadwiga haben vier Herren zurück- ivgen. Nur fünf Reiter erscheinen am Pfosten.
ir zum Schluß.
Das Ordlnarlum de« Kultusetat« ist damit erleblgt.
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richten, sind staunenswürdig; der Wirt behauptet, bu» wären einmal Gäste, wie man ste wünsche, 61« auf den Lärm, den ste beim Esten und Trinken machten.
_____; Die Titel 43 und 44 de« Extraordinarinm« verlangen c Flas» ir Erweiterung der königlichen Bibliothek zu Berlin zu- Ltpeitun immtn 3 010 000 M., wovon auf den Ankauf de« Niederlän-
,sch bewirken laste und daß sehr erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden seien. Daher bitte er den Minister, bei» i> Durchführung dieser Reform nicht erst abzuwarten, ~ ” intern jetzt schon an eine Gehaltserhöhung der Physiker i denken.
Abg. Dr. Reichensperger (Köln) erklärt, er stimme le,em Titel nur unter der Voraussetzung zu, daß darau« die Jmpfsätze zum letztenmal Remunerationen ent«
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£ Minister v. Goßler erwidert, er habe bereit« ein Jeunbi Machten der Kommission für pharmazeutische Angelegen« rikstkM “!en über jene Frage eingefordert und werde danach seine Weitungen treffen.
Der Titel wird darauf bewilligt, ebenso da« Kapitel
Erscheint täglich außer an b«x Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Prei« für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrlrtet Smmtagstzlatt" durch die Expedition (R o ch'sche Buchd,uckerei) belegen 2*/t Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche- 2 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 16 Pf».
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen «erden 26 Pfg. berechnet.
: Tr« Abg. Dr. Thtlenius: Die Jmpffrage gehöre vor en Reichstag, und dieser werde sich jedenfalls für Fort-
16Z. . ... ......
egen wer des Impfzwanges entscheiden. Von den vom Vor-
' mf und zur Errichtung eine« Dienstgebäudes für das 'eum [ouftffoiium in Münster 81000 M." wird auf Antrag ", ti Budgetkommission nach längeren Erörterungen ab« 'lb° khnt.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte«, sowie d.Annoncen-Dureaux »»n @ L. Daube u te. in Frankfurt a. M; Jügersche Buchhandlung daseldü; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvaliderdank in Berlin; SB. Thiene in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.
Berlin, den 3. März.
In der heutigen (40) Plenarsitzung de« Abgeordnetenhauses wurde zunächst der Entwurf eines Nachtrages zum Staatshaushalt für 1883/84 in erster Beratung erledigt.
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nimmt entgegen: 0^'dition d. Blatte«, »'■ ^Annoncen-Bureaux -^Dietrich u. in li und Hannover; Th.
in Frankfurt a.M.;
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Ue m Berlin, Frank- "" flirt a. M- rc.
Des Schwan« Hand war hernach ganz rot und ihr IlWfl verarm sogar voll blauer Fleckchen; so krampfhaft hatte Kolibri sich mit seinen starken Händchen festgeklammert. Alle waren voll fce« Triumphe«; Mama war freilich r her Ohnmacht nahe gewesen, und die jungen Damen iüdend vor Empörung und Kränkung, daß Reginald ihnen ML litte gesagt und ste nicht um ihre Erlaubnis gefragt hatte, iin L ben auf8 Spiel setzte und die Mutier und ste durch hnell Ä line Verschlossenheit und Rücksichtslosigkeit beleidigte u. s. w. , .. Poll entzückt war nur Gudula. Sie rief in einem
i « Regi, Regil Du tapferer Wagebal«! Ach, der ^licbc Junge Edmund, welch ein Vorbild! O, der Hine Regi! Das muß Onkel Dietrich hören."
r unb W Reginald kam an und holte sich seine Vorwürfe. „Ich MÄ l6t "ur einen solchen Ritt nach dem Streit auf der Kiesel- rt'gcnA 6tr Haide noch schuldig", sagte er.
"J ' »Um für eine Thorheit BoguSlaw« den Hal« zu brechen,"
-Hoinmen würden. (Hört! hört!) Ehe man übrigen« neue Haltserhöhungen bewillige, solle man bedenken, daß der MMiiltusetat in den letzten Jahren um 30 Mill. Mark ge- iichscn sei und daß doch daS ganze Geld au« den Taschen et Steuerzahler fließe. (Zustimmung.)
lerschlki erwähnten 30 Millionen Mark sei zu Medizinal- ihii'2»wfen nur wenig verwandt worden. __