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xvm. Jahrgang

Marburg, Sonntag, 4. März 1883.

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Erscheint täglich auiet an ben SBeittagen ns* Sonn- unb Feiertagen. Preis für baS Quartal mit bet wöchentlichen BeilageIllnstrirte« Sowü,g«blatt" durch die Spedition (K och'fche Buchbruckerei) bezogen >'/» Mnrk, durch bie Postämter bes Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pfg. (excl- SBefteOgebübt.)e3nfeitton6gcbübt für bte gespaltene Zeile 10 Pf«. Für in bet Expedition zu ertheilenbe Auskunft unb Annahme von Adressen «erben 85 Vi«. berechnet.

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Eportroman von Earl Manno.

au« dem langwelligen Europa und etwa? anderes als Hühner, Hasen und Böcke schießen. Bringe mich doch mit Deinem Freund zusammen."

Gut, um neun Ubr im Adler; aber um elf Uhr in« Bett. ES gilt Piobe-Galopp«. A propos Wir müssen noch ein Rennen für Pferde, die hinter Hunden gegangen sind, arrangieren, Wittenhatz. Ich will hier nicht so thatenloS herumlungern und auch einmal in den Sattel steigen. Bringe das doch zusammen. Also auf heute abend, Adieu."

Natürlich gab eS zu Hause, nachdem die Gäste fort waren, feiten« deS Schwane« eine Untersuchung, betreffs der Worte deS Prinz n und sie bekam eine andere Auf­fassung, al« sie sich nach den Worten de« Onkel« von der Reise der Mirabianc gemacht hatte. Und jetzt war die Schwester so erschüttert und verwundet, beinahe wie die Cousine, war entrüstet über diese verheiratete o Gott, e« war ja schrecklich! Uns schämte sich ihre« Bruder«! Und wußte nicht, wa« vor dem Kolibri sagen! Und die« war ihr Ideal von Bruder! O der allerärmste Kolibri. (Denn e« stand für Schwanhilde fest, daß nur Isolde und Regi­nald einander würdig wären; von Kindesbeinen an galt ihr da« für au«gemacht.) O die arme Mutter. Warum hatten die beiden ihren Schmerz so lange allein getragen!

Ja, Schwanhilde sah so düster, da Isolde sich aus eine etwa« günstigere Ansicht der Sache besann .... aber Reginald war zu Hause in einer üblen Lage.

Er war eine Güte. Da er sich jedoch vor den strengen Richterinnm nicht auf Entschuldigungen einlasien konnte, folgte er HardenmutS Rat und ließ sich möglichst wenig sehen, blieb auf seinem Zimmer und arbeitete allein an seiner Broschüre.

Der Gutsherr auf Hodenbuchen hütete sich seinerseits, GusulaS Antipathie dadurch neue Nahrung zu geben, daß er sich öfter blicken ließ. Aber jedesmal, wenn er erschien, halte er einen Strauß mit ihr zu bestehen über Politik oder Religion, Atheismus, oder was eS war, und j deSmal war sie objektiv und subjekiiv gekränkt oder empört. Dieser Mensch gestand, mit dem alten Goethe, daß er nach ihren Begriffen sich auch einen dezidierten Nichtchristen nennen müsse, und bat ziemlich deutlich, ihn mit ihrer Art, Wisien, Glauben, Politik und Geschichte aufzufasien, zufrieden zu lassen e« war ein autorität-loser, re pektloser Mensch in jeder Beziehung und dabei so hart, daß sie, wo sie ihn auch in Angriff nahm, ihm nicht einm l K'itzer zufügen konnte. Ein solcher Mensch paßte nicht für Gudula und mußte für jeden, der mit ihm umging, verderblich sein. Und dabei ärgerte sie sich doch auch wieset, daß er nicht öfter kam un' sich um sie bemühte, sa er das Glück hatte, sie kennen zu lernen. Ihn zu bekehren, hätte sie sich für ehe Ehre gerechnet, weil leider auch sie ihn nicht für unbedeu­tend halten konnte.

So gab eS mancherlei Aufregung in der Villa. Und bet Onkel seufzte nach den ruhigen Tagen von Tiefenledm.

Die Rennen hatten ihren Anfang genommen. Wer beschreibt die Aufregung der Damen, al« an dem einen Tage bei einem eingelegten Jagdrennen für schwere« Ge­wicht auf Pferden, die im letzlen Jahr hinter Hunden gegangen waren, unter den vier Reitern Reginald auf dem großen hohenbuchner Tankred, den er auch bei der Schlepp­jagd geritten, ersten. Der Hunter sprang ruhig und ausgezeichnet. Reginald blieb lange im Hintertreffen, ging gegen Ende mit Furie vor und siegte in hart bestrittenem Kampfe um eine HalSlängr. (Fortsetzung folgt.)

völlig unzulänglich erweise. ES handele sich vor allen Dingen Darum, unseren Handwerkeistand der Entwickelung deS Maschinenwesens gegenüber wieder widerstandsfähig zu machen. Dazu seien die aus den Gewerbeschulen hervor­gehenden jungen Leute nicht geeignet. Eine durchgreifende Organisation im Interesse de» höheren Gewerbes sei un­umgänglich nötig. ES müffe da« Wiffen deS Handwerk« gehoben, der Formenstnn müsse neubelebt, daS Handwerk in eine Region gehoben werden, wo die Maschine dem Handwerk machtlos gegenübersteht. DaS Handwerk dürfe nicht zur Maschine herabsinken, sondern eS müffe zur Kunst geadelt werden.

RegierungSkommiffar Geh. Rat Lüd erS erwidert, daß die Regierung nicht die Absicht habe, Fachschulen in- Un- gemeffene zu schaffen; nur daS Nötige werde ins Auge gefaßt werden. Die Regierung habe auf diesem Unter­richtsgebiete gethan, was sie mit den ihr zu Gebote stehenden Mittel thun konnte. Daß unsere Industrie bereits recht Tüchtiges leiste, werde sogar von den Franzosen anerkannt. Hervorragende französische Industrielle hätten unumwunden zugestanden, daß die deutsche Industrie den Franzosen im Geschmack bereits gleich stehe. DaS HauS möge im übrigen der Regierung nur die nötigen Mitteln bewilligen, und sie in den Stand setzen, das technische Unterrichts- wesen weiter auSzubilden. WaS den Organifattonsplan anlange, so müffe man sich davor hüten, bei Aufstellung desselben Bestimmungen in denselben aufzunehmen, die später nicht festgehalten werden könnten.

Abg. Jansen ist ebenfalls der Meinung, daß der Re­gierung weit größere Mittel werden zur Verfügung gestellt werden müffen, wenn sie die an sie gestellten Forderungen erfüllen soll. Er seinerseits richte an die Regierung die Bitte, zu diesem Zwecke schon im nächsten Etat größere Mittel für daS technische Unterrichtswesen in den Gat einzustellen, denn jede Ausgabe auf diesem Gebiete diene der Wohlfahrt der Nation. Auch möchte eS sich empfehlen, die für Hebung deS Notstandes in Schlesien noch nicht verwendeten Gelder zum Zwecke der Förderung deS tech­nischen Unterrichts in Schlesien zu verwenden.

RegierungSkommiffar Geh. Rat LüderS stellt eine Prüfung dieses Vorschlages in den betreffenden Reffort» in Aussicht.

RegierungSkommiffar Geh. Rat vr. W e h r e n p f r n n i g verteidigt die mittleren Fachschulen, die sich durchaus be­währt haben. Von der Forderung einer praktischen Vor­bildung könne man absehen, denn einmal seien die Autori­täten auf diesem Gebiete über diese Frage noch nicht einig, andererseits halten Schüler, bei denen diese Vorbildung nicht stattgefunden, Vorzügliche« geleistet. Die Regierung werde nach wie vor den Fachschulen ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden; sie betrachte e« für ihre Aufgabe, daS Eine zu tbun und daS Andere nicht zu taffen.

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Berlin, den 1. März.

In der um 7% Uhr eröffneten Abendsitzung deS Ab­geordnetenhauses nahm bei Fortsetzung der Beratung des KuttuSetats zum Kap. 122 Tit. 4 (Zur Vermehrung und Unterhaltung der Sammlungen der Berliner Museen) daS Wort

Abg. vr. Reichensperger (Köln), um zunächst seine Bedenken gegen die elektrische Beleuchtung der Museen auS- zusprechen und sodann den Wunsch zu äußern, daß aus der Berliner Gemäldegalerie eine Anzahl von minder bedeu­tungsvollen Gemälden entfernt werden möge, damit für neue Akquisitionen Platz gewonnen werde. Redner wünscht, daß in Zukunft nur immer die besten Kunstwerke in jedem Genre erworben würden, und macht sodann eine Reihe von Vorschlägen, wie man am wirksamsten die Kunstbestrebungen fördern könne.

Abg. v. Uechtritz-Steinkirch wünscht Erwerbungen verschiedener Werke neuer Meister für da« Kupferstichkabinett.

Auf bezügliche Anfragen der «bgg. Kaufmann und Reichensperger (Köln) erwidert RegierungSkommiffar Geheimrat Jordan, die Regierung suche mit allen Kräften die Monumental- und Architekturmalerei zu fördern und verwende die hierfür zur Verfügung stehenden Fonds im weitesten Umfange.

Abg. Spahn wünscht Beschleunigung der Vorarbeiten für die Renovierung de» Schlöffe« zu Marienburg. ES handle sich hier um ein wahrhaft nationale« Werk.

Abg. Frhr. v. Minnigerode betont die Notwendigkeit, daß auch eine lebhafte Privatthätigkeit geweckt werde. Die Marienburg sei de« allgemeinen Interesse« ebenso würdig, wie der Kölner und Ulmer Dom.

Minister v. Goßler erklärt, daß er seinerseits den Bfftrebungen der Vorredner hinsichtlich der Marienburg seine wärmste Sympathie entgegenbringe, indeffen seien die dikponibeln Mitteln nicht eben allzu reichlich. Er erkenne an, daß die Marienburg da« großartigste Profanbauwerk d-S Nordens unsere« Valerlande« und daß die Renovierung diese» SckloffcS eine nationale Pflicht sei. (Beifall.)

Abg. Reichensperger (Köln) dankt dem Minister für seine Worte und bemerkt dabei, daß die modernen

Architekten sehr viel von dem Baumeister der Marienburg lernen könnten und er ihnen dieses Bauwerk daher zum recht eingehenden Studium empfehle.

Zu Kap. 123 (Technische« UnterricktSwesen) bemängelt Abg. v. Minnigerode die bisherigen Bestimmungen über die Zulaffung zum Besuche der technischen Hochschulen. ES müffe namentlich die Ueberschwemmung dieser Anstalten mit Ober - Rcalschul - Abiturienten entgegengewirkt werden; der Zudrang zu technischen Fächern sei an sich schon erheblich.

Geh. Rat Wehrenpsennig erwidert, der Minister gehe nicht von der Ansicht au«, daß die Ober-Realschulen, im Vergleich zu anderen Schulen mit neunjährigem Kursus, Anstalten niedrigerer Ordnung seien. Auch sei daS Kon­tingent der Ober-Realschul-Abiturienten auf den technischen Hochschulen nur sehr gering.

Im Laufe der weiteren Erörterungen bemerkt

Abg. Meyer (BreSlau), er könne nur eine Erwei­terung der Berechtigungen für die Ober-Realschulen wünschen. Letztere müssen überhaupt im wesentlichen mit den Gym­nasien gleichgestellt werden.

Abg. Windthorst tritt dem Vorredner entgegen und ist für Abschaffung der Realgymnasien. Diese Schulen ziehen viele junge Leute an und bringen sie alle in daS Baufach. Daher der übermäßige Zudrang zu diesem Berufe. Diese Art Schüler seien überhaupt der sogenannten Halb­bildung sehr ausgesetzt. Wer das Baufach studieren wolle, müffe mindestens an einer alten Sprache feine Verstandes­schärfe geübt haben. Durch die jetzige zu große Mannig- faliigkeit der Schulen würde Flachheit und Oberflächlichkeit nur zu sehr befördert.

Nach weiteren Erörterungen wird daS Kapitel bis Titel 19 inkl. bewilligt und die weitere Beratung um lOVi Uhr bi« Freitag 11 Uhr vertagt.

Berlin, den 2. März.

Da« Abgeordnetenhaus fetzte in der heutigen (39.) Plenarsitzung die Beratung des KultuSetatS fort.

Zum Kapitel 123 (Technisches Unterrichtswesen) liegt folgende vom Abg. Dr. Schultz (Bochum) beantragte Resolution vor:Die StaatSregierung aufzufordern, einen OrganisationS- und Finanzplan bezüglich des dem KultuS- Ministerium unterstellten niederen technischen Schulwesens baldmöglichst vorzulegen.'

Abg. Dr. Schultz verbreitet sich bei Befürwortung seine« Anträge« über die Leistungen der Gewerbeschulen und führt an«, daß dieselben die Halbbildung förderten. In der Menge der zu erlernenden Formalien liegt der TodeSkcim der Gewerbeschulen. Die Vorbildung zu einem tüchtigen Techniker, der eigentliche Zweck dieser Schüler, werde nicht erreicht, eS würden in demselben nur Ingenieure zweiter Klaffe ausgebildet, deren Wissen sich später als

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Hrllo, Gerfalkenstetu! Du da? Beim linlen Auge von KaSparS Luchs! DaS ist ein schönes Kompliment. Wie? Auch Sie hier Durchlaucht? Orpheu« unter den Lcyfaen? Also wa« soll ich bestaunen?"

Glcich, gleich. Du Rehbockschütz," sagte Reginald leise,schau' Dir den an, da« ist ein Grizzly Bear Jäger, schoß auch einen Jaguar unb mehrere Puma«; Bison« in Meuge. Ohne Scherz."

Wildenhatz war Fenn: unb Flamme.

Har enmut ließ ein A« anheften und schoß.

Nicht« berauS," sagte Wittenhotz.Oben link« in der Ecke. Wenn« nicht bester kommt, Reginalb'

Warte e« ab. Wir sparen ba« Anhesten. Da! Oben rechts. Aufg'prßt. Unten link«, unten rechts. Oben Mitte, unten Milte. Und ba ba« As! Unb nun geh' unb steh, wie die Schüste sitzen."

Darauf kann er reifen. Meine Großmutter batte recht, wenn sie mir sagte, ich bliebe zeitleben« ein Esel."

Nun kommt erst ba« Schwere."

Heinrich war ba, warf Kartoffeln auf unb Hardenmut ittschoß sie.

Nun, Wilbenhatz? Unb nun warne um gotteSwillen, daß keiner in der Eleeple Chase gegen ba« Pferd meine« FrkundcS anrempelt. Er kann solche Rempeleien absolut nicht vertragen und dann gibt e« ein Unglück."

Bei den Seelen meiner rauhgräflichen Vorfahren, deren unwürdiger WaivmannSsproß weiblicher DeScendenz ich bin unb die ich bei meinem nicht-nutzen Leben wohl in ber Hölle wieder antreffen werde, ich muß auch einmal heran-

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blatte«, sowie b.Annoncen-Bureaux o»n S 8. Daube n 6e in Frankfurt a. M;Jügersche Buchhandlung bafeür'; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin; SB. Xbiene- tn Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.

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