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Jfiarfiurg, Donnerstag, 1. März 1883.
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durchlaufen. Sie war sich klar. Da- gab ihrem Wesen einen ungewohnten, harmonischen Ausdruck.
WaS sie vorausgesehen, traf sogleich ein. Pappelthals Gesellschaft war bewegt durch die neu n Ankömmlinge.
Scylla und CharyboiS hießen nach zwei Tagen Isolde. und Schwanhilre. Westen.Herz der kleineren jungen Dame Stans hielt, fiel der großen zum Opfer und umgekehri. E« war eine Lust für die Prinzessin und andere, den Wirbeln zuzuschauen, die sich fortwährend um ihre beidm Patenkinder bildeten und drehten, wie eS für andere eine Lust ist, auf einem Molo zu sitzen und den Meereswogen zuzuschaucn. Schwavhilde ging durch die Menge, wie der Mond durch die Wolken; Isolde funkelte wie der Abendstern.
Isolde siegte durch Reden, Schwanhilve durch Schwelgen. Wölbt setzte Fähnrich Schlauch in Entzücken, und eine Minute nachher machte sie einen alten, verkniffenen Diplomaten närrisch und entlockte ihm, was sie wissen wollte; sie war die Fröhlichkeit selbst in einer Lämmersprung-Ge- sellschaft und die Unbefangenheit in Person in einem Krei« von älteren Harpyeu, welch, gerade Menschen zerrissen, fürchtete diefelben nicht, sondern zeigte ihnen wohl zum Spaß, welche lange scharfe Krallen sie selbst hervorstrecken könnte aus ihren sammetweichrn Pfötchen.
.Die geborene Frau eine« Diplomaten I* sagte jeder Uttb@ani ^andn^r mit Schwanhilve. Sie war wundervoll in ihrem Ernst, sowohl, wenn sie befangen Blick und Haupt senkte und bis über den Nacken errötet-, al» wenn fie stolz das Haupt erhob und mit strenge« oder unwilligem, zornig auffiammenden Blick gegen Benehmen und Reden sich setzte, welche ihr nicht gefielen und mit kurzer Antwort allem Gefiirr und Geflatter oder einer zu großen Freiheit eines
Illustriertes SonutagSblatt allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch
sich für privilegiert Erachtenden ein Enke machte. Wie e« zu gehen pflegt; sie zog da- an sich, waS sie adstieß. Die Frechen ruhten nicht eher, als bil sie ins Licht gepflogen waren und Schoden genommen hatten. Wenn eine wegen ihrer cyntfchen dummen Dickielligkett bekannte Ältere hohe Persönlichkeit erschien oder wenn rer junge Prinz Schnobbrich zugegen war, dann drängten sich manche sogleich hinzu, sobald eS demselben gelang, mit den beiden jungen Damen anzubinden. Die Abfertigungen waren so originell ver« schieden und für die nicht getroffenen Zuhörer so belustigend.
Ein« war etwa« störend; der .große Bruder" verstand keinen Spaß hinsichtlich der Cousine und Schwester. Er war schon ungemütlich, wenn er Onkel, respektive Papa noch herzlich lachte und selbst die Mutter begütigend sagte: .Reinen Seelen schadet daS nicht gleich."
Schwandilde war drei Tage in Pappelthal, so war Gudula« Wunsch und Werk erfüllt: ihr Liebling Prinz Edmund Blitz-Hohenbitz war sterblich in den Schwan verliebt. Edmund war Sohn zweiter Ehe mit mehrerm Bmvern vor sich, dafür aber mit reichem mütterlichen Vermögen. Er war etwa« kümmerlich von Figur, etwa« fahrig, übrrenchustastisch, aber ein liebenswerter Charakter, ein Geiste«-, kein bloßes FleifchrSkind, mannigfach begabt und auf Kunst und Wiffen in feiner schwärmerisch-enthustasti- schen Weise gerichtet. Kennte eS für ihn eine bessere Ergänzung al« Schwanhilve geben? War die Prinzefsin nicht ein Genie im Suchen der Komplementärfarbe? Der Schwan hatte gerade alles da«, wa« E-mund fehlte, Figur, Größe, Würde, sicheren Charakter und wie man fast zur Verwunderung Plötzlich bemerkte, dn sehr feste« Urteil bet vielem Geist und Wiffen. Dazu ihr Ordnungssinn. Str paßten entzückend zu einander.
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Sn,dien nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoneen-Bmennr »en ®. k. Daube n t» in
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Berlin, den 27. Februar.
% der heutigen (36) Plenarsitzung de« Abgeord- lttenhauseS wurde die Beratung über den Etat de« kltusministeriums bei Kap. 119 (Universitäten) Tit. 10 Zuschuß für die theologische und philosophische Akademie m Münster" fortgesetzt. Abg. Frhr. v-Heeremann be- ___raß seine wiederholt ausgesprochenen Wünsche be- )en atltfl Mich der Akademie Münster noch immer keine Berück- iblandi litigung gefunden haben. Abgesehen davon, daß der Mische Charakter der Akademie nicht streng genug ge- Privalm wahrt werde, harren auch noch andere Uebelstände, nament- " ", m in der philosophischen Fakultät, der Abhilfe, Redner Manzt Erhaltung der milden Stiftungen im Geiste der !, CM forderen und Aufbefferung de« Studienfond«, zumal die en an j« »rovinz Westfalen in wiffenschaftlicher Beziehung bisher E nnlich stiefmütterlich behandelt wurde, und bringt dann "T~~7 inr Sprache, daß der Privatdozent Dr. Hagemann bereits nrif -n 39 Semester hindurch an der dortigen philosophischen ” r Fakultät mit großem Erfolge und Beifall gelehrt hat, ohne ito jetzt in eine etatsmäßige Stelle gerückt zu sein.
______ Kultusminister v. Goßler erwidert, daß keine etat«- lm 1. SS wößige Vakanz in Münster vorhanden sei, die Herrn Hage- mann übertragen werden könnte. Eine Berufung nach Vreslau habe derselbe abgelehnt. Ihm tvürden jedoch nach , ' Möglichkeit Remunerationen zugewendet.
m “ Ministerialdirektor Greiff bemerkt auf die Anregung u verm 6^en btt Vermehrung der Studienfonds, der Fonds sei _______? sicht verringert, sondern um bedeutende Beträge entlastet 2ulllt worben. Die Verwaltung habe die Akademie mit derselben y'tern gü Fürsorge bedacht, wie die anderen Universitäten, und werde [ das auch ferner thun.
ondtttn Bei Tit. 11: .Zuschuß für da« Lyzeum Hosianum in ------ Lraunsberg", beklagt Abg. vr.Kolberg, daß die ordent- vird gi! licht Professur schon seit sechs Jahren in ungenügender Weise besetzt sei, nämlich mit einem Altkatholiken. Die Regierung möge eine sogenannte Aussterbeprosrffur ein- richten und die Stelle deS Dr. Micheli« neu besetzen. Firner bittet Redner um Verstärkung deü Bibliothek-onds imb wünscht Auskunft darüber, welche vorbereitenden Schritte
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Buchhandlung daselbst; Herrnansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendant tü Berlin: ®. Xfeiene« in Elberfeld: < Schlotte in Bremen.
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eifl W OberyeMM Ljelrung Aussicht Im übrigen bemerkt der Minister, daß in Braun«.
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So durchzuckte es den Kopf Gudula«; in drei Sekun- ben hatten ihre Gedanken unendliche Reihen von Menschen " Standes-Menschrn natürlich — Titeln, Gütern, Schulden, Tugenden, Lastern, Aussichten, Protektionen u. f.«.
e Sieutfl Sie brannte vor Neugierde, zu erfahren, wa« ihre Freunde bewogen hatte, so lange in dem 6 en, langweiligen N°rdande in bäuerischer Abgeschiedenheit zu verweilen. Denn was man ihr geschrieben, war alle« kein Grund, um über drei Monate auf einem Landgute zu hocken: gute 2ujt, gutes Wasser, gute Lebensmittel, Pferde, Wagen — nun bä« hatten sie überall. Und anderSwo ohne Krautjunker und Pächter, Feldkümmels und Landrüpel.
Wenn nur die beiden jungen Mädchen, gerade in Men wichtigsten Entwickelungsjahren, nicht etwas verbauert waren l Die Jugend ist so empfänglich für-da« verkehrte.
Gudula hatte dreiviertel Jahr die Freunde nicht ge- S-sehcn. Sie schrie auf, al» sie Isolde und Schwanhilve 'rblickle. Sie hielt Isolde auf Armeslänge von sich, ehe fie sie wütend umarmte und küßte und ihr verging fast der Stern, als sie zu Schwanhildc emporschaute.
Dis waren die Kinder? So wunderschön, so berückend Wat Isolde? Und die» war der Schwan? Ah--
Mein Gott! Sie würde Pappelthal närrisch machen mit ihren Lieblingen. Und dann im Winter — Wien oder Paris — Paris noch bester — wer war da? — An wen? — Dummes Zeug — Reginald war ausgemacht — Reginald und Edmund — Gewiß — alles in Ordnung l
“ »• deutung, welche diese Frage habe, sei e« inde« noch nicht möglich gewesen, dieselbe zum Abschluß zu bringen. Er ?.->» »"«Än | »ä’ä’ä's ä.*“
ttt Wosfc, 4 der Philosophie und ^Privatdo^enl gegen- bm didaktischen Momenten se?eine Erhöhung notwendig,
überstehen. E« kommen sonach f j z damit den Privatbeschäftigungrn der Gymnasiallehrer Ein-
tin Pr°s°A>r- (Heiterkeit.) » „ auf halt gethan werde. Zur Zeit sei inde« die AScenstonSsrage
Abg. Dr. Kolberg fuhrt die ge ing F q j die wichtigste. Dieselbe müste nach derAnciennetätgeregelt
den Kulturkampf zuruck. k.r werden ^efet seien die Lehrer ganz von dem Wohlwollen
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WtÄn Kerfeuta brinat die BerrcktigungSfrage der Gebrauch zu machen. Abg. Dr. Huyffen (freckons.) legt rnr Svracbe Bezüglich der Berech- dem Minister den Wunsch an« Herz, daß den Gymnasial-
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-Schrei! M den Landpostboten, entgegengenommen, äs. ' —.........——-—■