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XVIII. JahtMg.

Markurg, Mittwoch, 28. Februar 1883.

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'?* auf die langen Ferien, welche er als kein berechtigtes Privi-

M taium der Professoren und Studierenden anzuerkennen ver-

mg und demnächst auf die Unsttte des Mensurwesens, daszus welches der Herr Minister in der vorige» Session doch zu

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prinzeßchen genannt, weil sie etwas verwachsen war, Schwester der Marianne Alembik, hatte sie schon sehr un­geduldig Mwartet. Nur die erfreuliche Trauer um ihren Schwager hatte ihr die Zeit kürzen helfen. Doch war t< damit jetzt genug.

Gudula war unverheiratet. Bei der Kränklichkeit (und Dummheit) ihrer Schwägerin hatte sie vielfach die Hon> neuerS bet ihrem Bruder, dem Fürsten, sowohl daheim, wie im AuSlande während seiner Gesandtenjahre, gemacht: sie war mit Gott und der Welt bekannt und in ewiger Thätig- leit. Sie war vom kleinsten bis zum größten, von der Liebschaft ihrer Kammerjungfer bi« zu den höchsten StaatS- affairen, unermüdlich bereit und bemüht, Schicksal zu spielen; sie mußte planen, rinfädeln, zusammennesteln, auslröseln, neu schneiden, neu zusammenstoppeln, locken, lenken, ab­wehren, mit Reden, Bitten, Thränen und Szenen für ihre Pläne und Idem eintreten, mußte alle ihre Bekannten durch mündliche oder schrifiliche Einwirkungen in Atem halten oder sie hielt ihr Leben für verfehlt. Wenn sie erwachte, hatte sie so viel zu lhun, daß sie nicht wußte, wo anfangen, und wenn sie spät in der Nacht sich niederlegte, batte sie nur die Hälfte ihrer Aufgaben aufarbeiten können. Es gab nicht viel Leute nach ihrer eigenen Aussage, die fleißiger als sie waren.

Die Flummerhausenschm und Baltschen Kinder waren nebeneinander ausgewachsen und Jugendgespielen. Gudula und Marianne hatten keine liebere Freundin ihre wirk­liche Freundin als ihre Clothilde von Gerfalkenstein, mit der keine von ihnen stritt, während Gudula und die energische, männlichere Marianne Alembik keine halbe Stunde zusammen sein konnten, ohne sich ernsthaft zu rr- zümrn.

Der Fürst und Marianne hätten für ihr Leben gern Clothilde und Alfred von valt geheiratet. Sie mußten Standes-Partieen machen, dir übel genug ausgefallen waren.

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gflg- Für den Monat März werden noch Gestellungen auf die

Daß Marianne jetzt, wo sie frei war, den General nahm, verstand sich nach ihrem Charakter und manchem Sonstigen von selbst. ES war dies insoweit schade, al» Gudula nichts dabei zu thun hatte, also höchstens die Heirat auseinander halten konnte, was sie jedoch aus Furcht vor Marianne nicht wagte, trotzdem sie mit Schrecken daran dachte, daß ihr durch ihre Schwester vielleicht der Freund mehr als bisher genommen werde. Aber sie hoffte auch wieder, daß Marianne durch die Vereinigung mit dem Freiherrn sanfter und nachgiebiger werde.

Ferner war schade, daß Reginald und Isolde längst als für einander bestimmt galten. Gudula hatte für Isolde und für Reginald nicht mehr zu sorgen. Um so freu­diger überrascht war sie deshalb, al« beide bei ihrer Ankunft ihr ein ergiebige» Feld für ihre Tbitigkeit dadurch boten, baß sie mileinander zürnten. Gudula hatte ste also zu versöhnen. Dabei war viel zu thun. Wa» Gurula an­faßte, war stet» eine Penelope-Arbeit, wie ste klagte. Daß ste bei Schwanhiloe eine res integra hatte, war entzückend. Sie hatte auch schon einen Bewerber für sich bereit, einen Liebling für den Liebling. Denn Schwanhilbe «ar ihr artiger, Isolde ein unartiger Liebling. Jene schien wie ihre Mutter zu werden, immer gut, folgsam, wenigsten« nicht in Worten widersetzlich. Isolde war sckon seit Jahren da« reine Gegenteil, eine Wildkatze, die nur hörte, wa» Pathe- Prinzeß sagte, behauptete, wollte, um da» Gegenteil zu sagen, zu behaupten uns zu wollen, und da» mit derselbe» Lebhaftigkeit und größerer Energie al» Gudula. ReginaU», der .Preuße", halte sich seit seinen Flegeljahren, sit venia verbo, in sehr unpass-nder Weise dem Einfluß der Prin­zessin entzogen, doch ste war ein echte» Frauenherz: schwach gegen den schönen, ungestümen Knaben uns Jüngling, und um so gefügiger, je schlechter er sie behandelte.

(Fortsetzuui feilt.)

,ld deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntag-blutt

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maßen offiziell gehalten sei, denselben beizuwohnen; dem Fortbestände des Christentums würde allerdings der Dar­winismus nicht» schaden. Aber wie ihn Herr DuboiS- Reymond lehre, sei er doch eine Leugnung de» persönlichen Gotte«, und Pflicht der Theologen sei e», dem Darwinismus entgegenzutreten.

Abg. vr. Virchow erinnert daran, daß er, als Darwin noch lebte, dessen Lehre entgegengetreten sei. Aber hier sei nicht der Ort, über die höchsten Probleme der Wisienschaft zu entscheiden. Herr Dubois »Reymond habe nichts aus­gesprochen, waS mit der Lehre vom persönlichen Gotte an sich unvereinbar sei. Nach Der Bibel sei die Schöpfung doch auch in rein mechanischer Weise gedacht. Die Natur­forscher gelangen zur Feststellung bestimmter Naturgesetze, das sei doch nicht Materialismus, welche eben darin be­stehe, daß au» der Materie allein alleS^ hergeleitet werde. Die Lehre von den Schöpfungstagen habe auch mit dem Christentum Int engeren Sinne gar nicht» zu thun; ste sei au» einer fremden heidnischen Welt herübergekommen und lediglich Menschenwerk. Wenn der Theologe glaube, jeden einzelnen Teil der Bibel aufrecht erhalten ziz sollen, dann komme er nicht bloß mit den Naturwissenschaften, sondern auch mit den philosophischen in Konflikt. Die Universität sei dazu da, die Probleme der Wissenschaft zu entwickeln, die Lehrfreiheit aber kein Privilegium der einzelnen Pro- fesioren; der subjektiven Auffasiung des einen trete die eines anderen entgegen. WaS der Herr Kultusminister gesagt, sollte Herrn Stöcker schon überzeugt haben, daß er bei seinen Angriffen über daS Ziel hinausgegangen sei. Der Darwinismus werde fortgesetzt Gegenstand wiffenschaftlicher Forschung bleiben, und eS fei nicht unwahrscheinlich, daß nach Darwins Tode die Gegner sich vermehren werden. DaS praktische Problem de»Urmenschen" sei allerdings noch nicht gefunden, und er seinerseits beschäftigte sich des­halb mit demselben überhaupt nicht. Ueberhaupt gebe e» ein große» Gebiet, auf dem die Wisienschaft nicht^zu sagen habe; aber die Frage, wie der Mensch entstandet sei keine theologische, sondern eine naturwissenschaftliche.

Abg. vr. Windthorst: Er sei kein Darwinianer, aber er habe die Entwickelung dieser Lehre mit großem Jnteresie verfolgt. Für ihn habe sie nur dazu gedient, seinen alten Glauben zu stärken. ES sei doch äußerst be­denklich, eine solche unfertige Theorie vor daS Volk oder vor die Studierenden zu bringen. ES sti bedenklich,, eine derartige, daS Christentum leugnende Lehre an öffentlicher Stelle vorzutragen. Er halte daS sogar für verfasiungS- widrig, denn in unserer Verfasiung stehe zur Zeit noch, daß die christliche Lehre die wesentliche Grundlage unserer Staatseinrichtungen sein soll. Alle Zeugnisie der Wissen«

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schäft bestätigen lediglich, daß die Bibel die Wahrheit ent­hält. Zu der gebildeten Welt gehörten auch noch andere Leute als die Herren Profesioren in Berlin. Diese Ge­bildeten seien der Ansicht, daß die Offenbarung in der Kirche noch immer fortbesteht. Der Staat habe sich auf die Seite der anderen Wisienschaft gestellt, der bekämpfe die Kirche; eS sei daS der Kampf, den wir augenblickllch durlbkämpfen. Ohne die mosaische Schöpfungsgeschichte sei das Christentum nicht haltbar, da» Erscheinen de» Heilande», die That von Golgatha fei dann nicht wahr. Die Wisien­schaft ist tret, aber sie sei dann nicht ein Monopol de» Staat s; man räume dann auch un» einen Platz in den Universitäten ein, oder man gebe un» da» Recht der Grün­dung neuer Universitäten.

Kultusminister v. G oßler: Auch er halte die Rege­lung der Doktorprüfungen für dringend notwendig, abtt er glaube, eS gebe heute in Preußen keine Universität, welche die Promotionen in abaentia vornimmt. Ein UniversttätSring bestehe nicht. Die Besetzung der Lehrstühle sei eine Aufgabe, die mit der größten Sorgfalt behandelt werde. Niemals sei bei Besetzung eine» Lehrstuhl» auch nur im Entferntesten der Verdacht einer schädlichen Kamera­derie ober Landsmannschaft in ihm aufgestiegen. WaS die Mensuren anlange, so sei gerade von solchen Leuten, die auf dem Standpunkt de» Abg. Reichensperger stehen, an ihn daS Ersuchen gerichtet worden, solche Verbindungen wieder herzustellen, die wegen der Mensuren aufgelöst wären. WaS seine Stellung zu der Rede de» Rektor» der Berliner Universität anlange, so könne er nur subjektiv sprechen. Er halte da» Bemühen, durch die Religion die Grundsätze der Wisienschaft zu durchbrechen, für ein ver­gebliches. (Sehr richtig 1 link» ) Er persönlich könne ver­sichern, daß er sich mit der Naturwisienschaft sehr eingehend beschäftigt habe, daß, je tiefer et aber in die Sache ge­drungen sei, um so mehr sei sein GotteSglaube gewachsen. Er halte es geradezu für unmöglich, daß beispielsweise ein Astronom bei seinen Studien nicht schließlich zu Gott ge­führt wird. ES gebe keine Wisienschaft, welche die Religion auS der Welt schafft, und eS gebe umgekehrt keine Religion, welche sich vor der Wisienschaft zu fürchten braucht.

Zum Schluß bemerkt der Minister, daß der Ge­danke der freien Universitäten, die der Abg. Windthorst an die Spitze gestellt, seinerseits keine Förderung erfahren werde.

Bei dem Posten für die Universität Halle bringt der Abg. Majunke die Schrift des ProfesiorS Beyschlag zur Sprache und klagt über die Ausführungen desselben gegen den Katholizismus. Der Kultusminister entgegnet, er habe die Schrift gelesen, könne dem Verfaffer aber nicht zürnen, wenn er in der Meinung, daß die UnterrtchtS-

Berlin, den 26. Februar.

I ->n der heutigen (35.) Plenarsitzung deS Abgeord­netenhauses wurde die Beratung deS KultuSetatS bet M Kapitel Universitäten fortgesetzt. , , ,

' Abg. Rcichensperger (Köln) bedauert, wie bei trüberen Gelegenheiten, daß auf den Universitäten zu wenig »lernt werde, was zum guten Teil eine Folge der Ueber- bürdung auf den Gymnasien sei. WaS die Lehrfreiheit ! betreffe, so sei er nicht gewillt, mit derselben aufzuräumm, April j .$i( es mit der kirchlichen Freiheit geschehen, aber man müsie gestatten, daß auch die gegenteiligen Anschammgen zur Gel- -kommen. Der Redner kommt dann auch wieder

Hnieigex nimmt entgegw: die Expedition d Blatte», sowie d.Annoncen» Bnreaux een 9 k. Daube u Co. t» Frankfurt a. R; Jäaeffche Buchhandlung oaselb«; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendanti« Berlin: W. Tdienes in Elberfeld: «. Schlotte tu

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Zu hch $otl allen Post - Anstalten, auf dem Lande auch »cke. [3 den Landpostboten, entgegengenommen.

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Buchdruaeret) */♦er Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Pfg. berechnet.

I .Hen nimmt entgegen: Kation d.Blatte«. V- ,^innoncen»Bureaux ^'Dietrich u. So. in und Hannover; Th.

& in Srankfurt a M ; tinftein Rogier tn _ Köln rc.; Rudolf

®atifu.k')J 3 in Berlin, Frank» ..W'ft'rt g. M. k.

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iiiloc beurteilt habe. DaS Turnerwesen auf den Universt- täten werde vielleicht dem Durllunwesen etwa» abhelfen. , Auf den Gymnasien aber habe da» Turnen, wenn eS obli- rot'b S1 Misch, doch etwa» Bedenkliche». Für die Studierenden auf den Universitäten, namentlich aber für die jungen , Zuristen, verlangt er ein Zwischenexamen. Der Frühschoppen, rzr im ter bereits auf offiziellen Programmen erscheine, sei gefähr- - lich für da» ganze Leben der Studierenden. In bezug

auf die Doktorprüfungen und Dissertationen hält er eine nnheitliche Regelung für geboten und bet den letzteren len Gebrauch der lateinischen Sprache für wünschenswert.

Abg. Stöcker kam auf die neulich bereits zur Debatte zchellte Rede des Rektors der Berliner Universität DubviS- . R-ymond zurück. Auch nach der Anschauung der Anhänger rk zu b« DuwinS selbst sei dessen DeSzendenzlehre noch keineSweg« . wissenschaftlich erwiesen, sie dürfte deshalb nicht bei öffent- dwirtst [tuen Festlichkeiten vorgetragen werden. Die Freiheit der "* * Mssenscha t wolle er nicht beschränken, aber derartige wisien- staftliche Vorträge gehörten in da« Auditorium, wo den- Selben nur diejenigen Studierenden beiwohnen, welche dazu Neigung haben, und nicht vor ein Publikum, da» gewisier-

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,Tn sollst Dich nicht für Geld geschlagen haben," batte Hardenmut Heinrich beruhigt.Niemand soll Dir etwas nachsagen. Aber Herr Schlagdrauf muß seine Strafe haben. Eure zerrissenen Kleider mögt Ihr, wenn Ihr wollt, ins Vergnügen rechnen. Doch Dein Schwager und Deine Schwester dürfen keinen Schaden erleiden. Die Schlechten muß man nicht locker lasten, wenn man sie ge­faßt hat. Güte verlachen sie, Großmut kennen sie nicht; nut vor Festigkeit haben sie Respekt. Für daS überbleibende Geld werden zwei Sparkassenbücher für Dummerow und Inne Tochter gekauft. Der Schulze ist Dein Zeuge. Heute nachmittag um 2 Uhr muß: Du mit dem General nad) Hiischenmoor. Er wird jagen. Weiter ist nicht» zu ^sorgen."

Und somit mußte Schlagdrauf zahlen. Und doch blieb Heinrichs Ebre als Schläger blank. Ja selbst die von ihm ^fügten mußten ihn im Geheimen bewundern. Dummerow bekam für seine Verhältnisse viel Geld. Er war so klug, dadurch nicht unvernünftig zu werken und zog mit seiner Dvchter aus der Gegend fort in da» Dorf, au» dem sein« Blau gebürtig war.

VII.

Gib den Männern Mut!

In Götterhänden liegt der Sie» am Snd!

Archilocho».

Das war ein Leben und Treiben in Pappelthal von Mzer und halber und nichts in der Welt, welche sich ver­gnügte Wochen oder Tage machen wollte.

Der Freiherr uns seine Schwester zogen in eine Villa, welche der Geschwister Jugendsreundln, Prinzessin Gudula FlummerShauS dort für Herbst und Winter gemietet hatte. Gudula, die Pathe der beiden jungen Damen, auch vuckel-

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A; Oberhessische Zeitung