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xvin. Jü-rgm».

Marburg, Sonntag, 25. Februar 1883.

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101V” ®"(n, und so kommt immer alles wieder in sein Geleise. 1°*’ L E'lbst die Tanzgäste, die kompetenten Kenner sagen von „Nein, die Müllerin! Ist daS eine fixe Frau. Der 8cht es aber von Hand und Mund'*

66, , j. Man war im flottesten Tanze, etwa um 1I*7 Uhr. 74« ’ Mnj und Getränke fingen an zu wirken.

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*) Niederdeutsch: der Staat.

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Vom Landtag.

Berlin, den 23. Februar.

An- „veowulf".

Sporttoman von Earl Manno.

fie der vom Reichstage beschloflenen Aufhebung des Ex- jickiierungSgtsetzeS im Bundesräte nicht zugestimmt. E« jti ein großer Irrtum, wenn man glaube, daß durch die

Schern gesagt habe, daß die Verhandlungen mit Rom nicht abgebrochen seien; aber wenn er da- gesagt habe, freue tr (Redner) sich darüber; e« wäre jedoch auch da- einzig Erfreuliche in der ganzen Rede de- Minister- gewesen. Wrs der Minister von der Ausführung de« Ultimogesetze« gesagt, will der Redner nicht gelten lassen. Se. Majestät habe auch von dem BegnavigungSrecht deS BifchofSpara»

Die Fiedel schrillt, der Baß brummt, die Klarinette fiörrt. Die Paare tanzen und tanzen und die Damen Netzen sich mit den Schnupftüchern Kühlung zu, obgleich Ek Fenster offen stehen. ES wird Bier, Limonade, Kaffee °nd Rotwein getrunken, ausnahmsweise ein kalter (Brog. Dian tanzt, schwitzt, lacht, raucht; im Nebenzimmer spielt auch Karten und alle- ist sehr fidel.

Wie drinnen, gehts draußen im Garten so lebendig zu änb wird so viel zu effen und zu trinken verlangt, daß dienenden Geister manchmal den Kopf verlieren, aber t!t Müllerin bebält ihren Kopf, wenn auch in Feuerfarbe, ^en, und so kommt immer alle- wieder in sein Geleise.

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graphen Gebrauch machen wollen; anvere hätten e8 nur «iLt gewollt. Die Staatsregierung trete durch ihr Vcr- hrlten mit ihren eigenen früheren Erklärungen in Wider­spruch.

Abg. Stöcker will sich in dir schwebenden Verhand­lungen nicht einlaffen, da ihm die Erklärungen be« Herrn

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man, wenn der gegenseitige gute Wille vorhanden sei, leicht Hinwegkommen. Die Gründe für die Nichtanwendung de» UltimogesetzeS feien auch für ihn nicht ausreichend, aber so harmlos, wie es dargestellt werde, sei die Agitation doch nicht gewesen. Daß das Zentrum erkläre, den Herrn Abg. Windthorst nicht verlaffen zu wollen, finde er sehr begreiflich, denn sonst würden die Herren selbst am meisten verlaffen sein 1 DaS Zentrum stehe eben vollständig unter der Regierung diese- Herrn. Um zum Frieden zu gelangen, müfft man sich auf den praktischen Standpunkt stellen und mit patriotischer Hingebung an die Lösung dieser Frage gehen. Bei aller Hochachtung vor dem Abg. WindthoH müffe er doch bezweifeln, ob derselbe im Stande sei, eine wirklich preußische Politik zu treiben.

Abg. Windthorst spricht zunächst sein persönliches Bedauern aus über die Abwege, auf welche der Abtz. Cremer, ein so langjähriges Mitglied de- Zentrums, geraten. Die Mäßigung, mit welcher der Abg. Stöcker sich über den Kulturkampf ausgesprochen, anerkennend, gtebt er zu, daß die Mischehen das empfindlichste Gebiet für Differenzen zwischen den Konfessionen seien. Beide Konfessionen hätte« aber die Pflicht, die Mischehen möglichst zu verhüten. Der Streit de- vorigen Sommers habe übrigens gezeigt, welche Unkenntnis über da« kanonische Eherecht herrsche, und sei in keiner Weise geeignet gewesen, die Haltung der Regierung zu rechtfertigen. Dem Urteil deS Abg. Stöcker über dir öffentlichen Reden des Rektors der hiesigen Universität stimmt er zu. Mau könne verlangen, daß auf den Uni« versitätcn daS Christentum gewahrt bleibe. Sein Bündnis mit dem Zentrum könne seinerseits nur der Tod lösen.

Abg. Dr. Hänel bemerkt, daß die Mischehenfrage nicht bloS die evangelischen Kreise, welchen der Abg. Stöcker nahestehe, schmerzlich berührt habe. Bet der Dunkelheit der Situation müffe die Fortschrittspartei gegenwärtig dem Zentrum überlaffm, seinen Kampf mit der Regierung an»« zukämpfen. Hauptzweck seiner Rede ist indes, dir Angriffe des Abg. Stöcker auf den Professor DuboiS-Rehmond zu« rückzuweisen, denen leider auch der Abg. Windthorst sich angeschloffen habe. Wenn der Darwinismus wirklich wahr wäre — er habe darüber kein Urteil —, so würde er doch nicht im stände sein, die sittlich-religiösen Anschauungen de» Volkes zu erschüttern. Ganz besonder« aber scheine Herrn Stöcker daran gelegen zu sein, den Kultusminister dahin zu bestimmen, daß er nur theologische Professoren einer Richtung berufe.

Abg. Cremer betont, daß ihm die Zentrumsfraktion die im Hause jetzt von ihm eingenommene Stellung auf­gedrungen habe. Mit gutem Grunde verlange man, ge­fährliche, noch nicht erwiesene Theorteen nicht in öffentttchen Reden vorzutragen.

Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst erklärt, er besitze zu viel Takt, um auf die vorhin begangenen Taktlofig- ketten deS Abg. Cremer zu antworten.

iburfl, 44.

Spree*) pfeifen lehren, diS wirb bewundert! „WaS willst Du Hohenbuchner Schrägelbein?

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sonst —•

„Was sonst, Du ramSnäsiger Negretti-Wollkopf?"

„Was sagen Sie verdammte« Maquignon? Sacr6.. ."

„Ach waS Mach-thn-schon. Ich will Dich schön machen und Dir mit der Schürze meiner Mutter die Pomade au« Deinem Ziegenbart wischen."

„Sie cochon Sie! Du Bang-Büx, Du hast Dir Deinen Vater und Bruder herbestellt l Du willst ein Kerl sein? Du Klappersporn! Wenn Du allein wärst?" tobten die anderen durcheinander.

„Ihr rückt wohl wie die sieben Schwaben tnS Feld?" ruft Heinrich. Komm an, Hans Matz ober Han« Ratz! Ich will jeden pfeifen lehren und singen dazu. Drei Schritt vom Leib, ober —"

„O'er?" schreit ber auftückenbe Franzose. „Sacr6 nom de Dieu!“

„Ober ich schmeiße Dich auS dem offenen Fenster da, Du Poggenfreffer!"

„Herr Gott, Vater," sagte mittlerweile Mutter Seben- stiem, „sie fangen richtig an. ©teure doch!"

„O laß sie man. Er sind ja junge Leute," sagte Vater Sebenstiern. „Er ist ja auch kein Kind mehr."

„Ne, Mutter," sagte Hanne. „Eher können wir ihnen auf keinen Fall sagen, sie sollen 'rau-gehen, al» bi« Heinrich sich wegen ber Schimpfwörter verbeffendiert hat. Sieh! Da geht ba« nun lo»."

Ja. Es ging los. Jacque« nahm feinen Abstand und that, während er Heinrich fixierte und mit den Händm gestikulierte, einen plötzlichen gewaltigen Fußstoß nach bet» Unterleib de« Reitknecht«; doch Heinrich war ein Genie im Raufen. Er war vorbereitet und schlug mit der Faust gegen ba« Bein des Savatte Kämpfer», daß dieser taumelte, stürzte sich auf ihn, packte ihn, ehe er noch zu Boden fiel, hob ihn in die Luft und Klirr! flog Jacque« eurch da» Fenster aus dem Saal in den Hof, zum Glück für feine Knochen in das Stroh und den Mist einer Saubucht zwischen eine Sau und ihre Ferkel, welche grunzend und quiekend in ihren Koben stoben.

„Haba! Die verstehen Französisch! rief ber Reitknecht. Ein brousenbeS Getöse erhob sich in und außer dem Saal von Bewunderung, Jubel, Mut, Angstgeschrei de» zarteren Geschlechts unb Gelächter.

Selbst Vater Sebenstiern nahm die Pfeife au« bat Munde und sagte: „Donnerwetter."

Auch Hanne ließ sich auf Erstaunen ertappen; seine wasferblauen Augen bekamen Glanz; er nahm auch die Pfeife au« dem Mund, legte seine große Faust geballt vor sich auf den Tisch und sagte: „Guck' den Jungm an." (Fortsetzun, svlgt-l

unb i btetett j, erW hau, l- ty »k m

ber Erboste.

Aber Jacque« drängt sich vor ihn und ruft: amis, lasten Sie Herrn Reitknecht gehen. Herr Reitknecht sitzen heut hinter die Schürze von seine tute Frau Mutter,

Da« ist glorreich rigoftiert. Rieke glüht vor Zufrieden­heit. Ratzki ist neulich, horrible dictu für einen Kutscher, gegen einen Schlagbaum gefahren. Sein Herr hat ihn aus Angst vor Heinrich wegen feiner Stärke, nicht wegen feiner Geschicklichkeit zu seinem Kutscher gemacht. T'-

zu ihr achtrW i! daß!

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Hat»1 ttbeJL

»N,eigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatt«», sowie b.8nnoncen-8un«q Mn® L.Daube u L» ti Frankfurt e. M; Jtgersch« Buchhandlung beide*; Hermans che Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Xbienec in Elberfeld: 6. Schlotte in Sternen.

t Statt ttn großer Irrtum, wenn man giauoe, oap ourui cit n Beseitigung bet kirchlichen Freiheit die Omnipotenz de« - . ri Staate« gewinne. Er wisse nicht sicher, ob der Minister o ' *■ hi» mit nitfit

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tereffent «"geborene« Recht, da« nicht mit der Beseitigung ber be- Sorkli» landen VerfastungSartikel vernichtet sei. Die Regierung ades mi I“ auch dem Landtage darüber Rechenschaft schuldig, warum

Minister« nicht durchsichtig genug seien und er nicht die Absicht haben könne, in die Verhandlungen störend einzu­greifen. Er geht nun in die Mischehen-Frage ein, um den Setten vom Zentrum, wie bei früheren Gelegenheiten, zu emfite zu führen, daß in dieser Frage ein Funken liege, der, nicht vorsichtig gehütet, alle beiderseitigen Bemühungen, zum Frieden zu gelangen, fruchtlos machen werde. — Auf dem Gebiete unseres Volksschulwesens sei viel geschehen, nur hätte er gewünscht, daß die Simultanisierung von dem kon­servativen Ministerium prinzipiell beseitigt wäre, und daß die Fortbildungsschulen nicht Sonntag« vormittag« ab­gehalten würden. Der neuen Lehrpläne auf den Gym­nasien könne man sich im allgemeinen nur freuen; doch hätte er gewünscht, daß die Realien nicht so weiten Raum gefunden hätten. WaS die theologischen Fakultäten der Universitäten betreffe, so bittet er den Minister, daß auch die Kirche ihre volle Vertretung finde. Demnächst beklagt et sich darüber, daß der gegenwärtige Rektor ber Berliner Universität jede Gelegenheit benutzt, bei öffentlichen Reden einen krassen Materialismus unb Darwinismus zu bet« künben. Er würde sich freuen, wenn der Herr Minister diefethalb die nötige Bemerkung an die betreffende Adresse hätte ergehen lasten. — An! kirchlichem Gebiet beklagt er die Verwahrlosung Berlins, für welche er durch staatliche Mittel Abhilfe nötig hält, ba bei dem immensen Wachstum Berlin« die Kirche allein dem Notstände nicht abhelfen könne. Al« feiner Zeit London sich in einem ähnlichen Notstände befunden habe, fei auch daS Parlament helfend eingetreten. Preußen habe zudem der evangelifchen Kirche gegenüber, die so sehr mit dem Staate verwachsen sei, be­sondere Verpflichtungen.

Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst geht noch einmal auf die Gründe ein, welche bet Kultusminister gestern als bestimmend für die NichtauSführung des Ultimogefetze« an­geführt hatte, die er natürlich nicht gelten lasten will. DaS vom Abg. Windthorst dargelegte Programm fei von ihm (Redner) ausgestellt und von der ZentrumSfraktion gebilligt; überhaupt fei er selbst jederzeit schärfer ausgetreten, al« der Abg. Windthorst. E« fei nur die alte Forderung, man sollte sich von Herrn Windthorst trennen, bann werde man Frieden machen. Er erkläre deshalb heute zum brüten« male, baß da« Zentrum dieser Forderung nie entsprechen werde. Seine Freunde hätten die „schwatze Perle von Meppen" seit 10 Jahren getragen, und diese hätte seitdem immer mehr an Glanz gewonnen.

Abg. Cremer fürchtet, daß keine Aussicht zum Frieden vorhanden fei. Da» Zentrum behaupte, den Frieden nicht zu stören, aber e« thue auch nichts zur Herbeiführung des­selben. DaS Zentrum stütze sich auf fein Recht, die Re­gierung auf die Gesetze. Wer sich nicht auf den Stand­punkt deö Gegners stelle, der werde nicht zum Frieden ge­langen. Die Anzeigepflicht müste geregelt werden durch gegenseitiges Entgegenkommen; über die Formalitäten werde

isrfAemt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllnftrirte» SomrtagSblatt" durch die Sxpedition (K o ch'fche ^ Buchdruckerei) bezogen »V. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pf«, (excl. Bestellgebühr.) - JnsertronSgebühr für die gespaltene Zecke 10 Pf,.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen «erden 85 Pfg. berechnet-

, '■'»'t und (getraute singen an zu »irren.

tii . Ein Schottisch ist beendet. Da stellt sich Ade Ratzki, ß Pseudo-Bediente, neben Heinrich unb ruft seinem Stuber { »Nimm Dich in Acht, Gust; stoß' nicht an ben Hohen« « 6u*her Reitknecht. Er sagt e« sonst seinem Vater und Avtzen Bruder!" DaS ist beißenb. Alle« lacht, selbst

fi1 ^llrjchz Freunde.

| »Tu gikbst ihm einen guten Rat," sagte Heinrich. « 'st'S noch, er fährt Schlagbäume um, bie stoßen e pü wieder. Aber Ihr Spreenfelder könntet boch wiffen, U ich« ohne Vater unb Bruder fertig bring’, eine Spree Pstifen zu lehren."

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nimmt entgegen: '"WsUMpedition d. Blatte«. ’ ’W- ^ Annoncen-Bureaux Dietrich u. Eo- in und Hannover; Th. Äri» in Frankfurt -M.; ® .Wein u- Vogler in Ärt a- M-. Berlin, 8' Köln ic.; Rudolf Äe in Berlin, Frank- furt a. M- :c-

In der heutigen (33.) Plenarsitzung be« Abgeord­netenhauses erhielt bei Fortsetzung ber ersten Beratung «en nfikil W Kultusetats zuerst daS Wort beließ i!dz. Reichensperger (Olpe). Er beklagt den felnb« -cn J Mm Ton in der gestrigen Rede deS Minister»; namentlich ie mch stien die unbegründetsten Angriffe gegen den Abg. •- j ”Windthorst gerichtet gewesen. Dieser habe sich schon selbst gerechtfertigt; er macht e« sich deshalb besonder« zur Aus- »abe, den Fürstbischof von BreSlau zu verteidigen, dem der iOh» Minister statt der Anschuldigung vielmehr ben größten schuldig gewesen. Der Redner geht dann auf eie grage der Anzeigepflicht ein unb betont, daß die Maigesetz- gtbung auch im AuSlande scharf verurteilt werde. Den Widerstand gegen die Maigesetzgebung habe man einen .revolutionären" genannt, damit aber nur da« Wort „revo- )em tationäc" geehrt. Daß auch die neuernannten Bischöfe, die ,t 4 zj« personae regi gratae wären, der Maigesetzgebung sich v»« «cht unterwerfen konnten, sollte der Regierung doch zur Mahnung dienen. Die Katholiken verlangten ihr gute»,

gflT Für den Monat Mürz werden noch

Wellungen auf die

Oberhesfische Zeitung

mid deren Gratisbeilage

Illustrierte» SomttagSblatt

ion allen Post - Anstalten, auf dem Lande auch

ij<it _jon den Landpostboten,' entgegengenommen.

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