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Marburg, Sonnabend, 24. Februar 1883.

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behalte. Darum könne die Fortschrittspartei der Resolution ihre Zustimmung nicht geben.

Abg. Dr. Wagner stimmt dem Gedanken der Reso- füllen vollständig zu; er hätte indes eine Präzisere und weniger vage Fafiung gewünscht. Die Resolution enthalt« nur da- Minimum des Erforderlichen. Die Ergänzung der Verbrauchssteuern durch die direkten Steuern sei aller­dings notwendig, da aber die reicheren Leute auch bei größerem Konsum durch die indirekten Steuern nicht ge- nügend zu den Staatslasten herangezogen werden, sei nicht bloß eine .Veränderung", sondern eineVerschärfung" der Veranlagungsformen geboten. Dazu aber auch eine höh re Besteuerung. Das leistungsfähige Kapital- und fundierte Einkommen müffe mit höheren Beträgen herangezogen werden. Der maßgebendste Gesichtspunkt für solche Reformen aber sei, daß die sozialen Schäden geheilt werden müßten. Den Vorwurf, den man ihm wegen seiner staatssozialistischen Tendenzen gemacht, weist er durch Hinweis auf die Motive zum UnfallverstcherungSgesetz und namentlich auf die kaiser­liche Botschaft vom 17. November 1881 al« unbegründet zurück. Die Aufgabe der Sozialpolitik sei, die schädlichen Konsequenzen der freien Konkurrenz zu bekämpfen; von Sozialdemokratie sei sein Sozialismus wett entfernt. Mit dem fortfchrittlichen Anträge, betreffend die Quotisterung, ist er mit der Modifikation einverstanden, daß demselben eine Fassung gegeben werde, welche die versaffungSmäßigen Bedenken beseitigt.

I Abg. Windthorst weist zunächst die Angriffe deS Vorredners gegen den Reichstag wegen der Milttärdebatte al« unbegründet zurück, an die Konservativen aber richtet er die bestimmte Frage, ob fie mit den staatserschütternden Tendenzen deS Herrn Wagner einverstanden seien. (Zuruf recht«: Kaiserliche Botschaft!) Die Kaiserliche Botschaft ent-

I halte nur allgemeine Sätze, die jeder unterschreiben könne, selbst ein Manchcstermann. Alle Profefforen der soziali­stischen Wiffenschaft würden übrigen« die soziale Frage nicht lösen, da« könne nur die Kirche, deren Bedeutung auch Fürst BiSmarck verkenne. Der Vorredner verstehe unter dem von ihm gepriesenenStaatsgedanken", mit dem die gegenwärtig studierende Jugend erfüllt werde, nichts anderes, als daß der Staat alle« au« sich reguliert und da« Einzelrecht verschwindet. Glücklicherweise wären inde« auch nicht alle Nationalökonomen mit Herrn Dr. Wagner einverstanden. WaS die Resolution betreffe, so halte er dafür, daß e« Sache der Regierung sei, mit ihren Reform­plänen hervorzutreten. Er würde e« daher am besten halten, wenn die Regierung einfach ersucht werde, in der | »Lehsten Session einen Reformplan der direkten Steuern I vorzulegen. Die Bedenken inde«, welche Abg. Dr. Hänc namentlich wegen der Deklarationspflicht gegen die Reso-

Wr. läßt, eine ordentliche Jacke voll Schläge bekommt, *itb c8 ihm nicht schaden. Der Mühlenkrug scheint für 8 Belohnung solcher frechen Gesellen von unserem Herr-

AuS der Umgegend hatten sich außer den Teilnehmern viele Zuschauer und Gartengäste eingefunden, diesen excep- ticnellen Dignitäten-Ball zu sehen und der in Aussicht stehenden Ereigniffe nicht verlustig zu gehen, denn auf dem Lande weiß man, innerhalb seiner Sphäre, alles, was ge­wesen ist, ist und werden wird. Und eine Stunde um Hohenbüchen, Tiefenlchm und Eprennfeld herum wußte mittags jeder Knecht und jede Magd, daß heute beim Tanz auf der Mühle Heinrich Scbenstiern eine Suppe auSeffen solle, die ihm der Spreenfelder Bulle au» Rache ein­gebrockt habe.

Der Ball begann. Fidel, Klarinette und Brummbaß spielten auf. Mantanzte auf einem Vulkan". Die Stimmung war deshalb auch eine gehobene.

Eine Zett lang schienen aber alle Wolken sich zu ver­ziehen. Gebrüder Ratzki, ein paar große, tüchtige Keile, steckten mit anderen die Köpfe zusammen und blickten bei ihrem Flüstern oft nach dem Podium. Dort saßen an einem Tisch sehr fetiert von Rieke Lachvich, Heinrichs Vater und Mutter und Bruo«r und Schwägerin und der Müller, der nur ausnahmsweise in der Bedienung mit aushalf

Die Müllerin hatte nicht verfehlt, ihre Mutter auf die erwartete Aktion vorzubereiten, aber die runde, gutmütige, immer noch hübschäugige Schmiedefrau hatte nur gesagt. Kind, der Vater ist do." Als sie ihrem Ehegemahl dann die Sache expliciertr, hatte dieser gebrummt:Ach waS? Da« ist ja Ktnderkram." Und die Familie war ruhig.

Vater Grot-Han« war näher an 7 al« an 6 Fuß und so breit und knochig, wie zu solcher Größe gehörte, mit einem ernsten, eisenfesten Gesicht, kurzem, grauem Haar, grauem Backenbart, buschigen Augenbrauen und einer groben, daS heißt tiefen, mächtigen Stimme, die aber, wenn er mit seinem Enkelchen sprach, da« er auf seinen Schoß ge­nommen hatte, ganz zärtlich klingen konnte. Sein Gesicht

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Und Rieke, immer propre und adrett, putzte sich wie

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wäre, wenn nicht so pockennarbig, nicht unschön gewesen. Hanne war von Figur und Wesen de« Vater« Ebenbild. Er hatte eine hübsche, gute Frau.

Der Tanz hatte die Familie Sebenstiem natürlich interessiert.

WaS die zwei nett tanzen. Nein, guck' die an! sagte Mutter.WaS dem Jungen die Beine fliegen! Ja, da« ist nun auch schon groß und denkt nächsten« art« heiraten."

Er ist ja man klein. Da kann er die Beine wohl schmeißen," sagte Vater Sebenstirrn und Hanne nickte Beifall.

WaS sagst Du denn zu dem Mädchen, Vater7 Fieken lobt sie ja sehr."

Ja, waS sag' ich? «ie ist eine Schmucke Dirne und wirft sich ja recht in die Brust. Wo ist sie her?"

Sie ist ja Schloff.r Lacheich« au« Kritzewttz Tochter."

Da« fft ein guter Schlöffe«,' sagte Hanne.

Und hat sein gute« Brod," sagte der Müll r."

Und da« Mädchen gefällt mir gut," sagte Hanne« Frau.Ihre Mutter ist ja dem alten Jhsr seine Tochter qu« Bannekow."

So so," sagte Vater Eebsnstiern.

Ja, e« ist ein sehr hübsche« Paar," sagte Mutter Sebenstirrn.

Sie bekommt auch etwas Nettes mit," nickkopfte der Müller,und versteht zu arbeiten u^d zu reden und so kurze Zeit sie auch erst im Herrenhause ist, so viel halten alle auf sie. Sie tbun mit ihr, wie der Hobenbuchner Herr mit unserem Heinrich, und da« will viel sagen."

Da« ist wahr," sagte Hanne.Aber wa« schnacken wir darüber? DaS ist ja doch nur Alberei zwffchen den beiden. Erst ein Hau« und dann eine Frau. Hab' ich

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J" , 'toent. der Resolution folgenden Zusatz zu geben:Der St tarierten Steuer ist, unter Anpassung de« Gesetze« vom in Stahl l 1880 an die bewirkten Aenderungen, die Beweg- chnittZß te zu sichern, welche die Erhebung bestimmter Quoten , - ks-lbrn nach Maßgabe der StaalSbcdürfniffe durch da«

flrÖU Rflrt bewerkstelligen läßt". Im übrigen hält er dafür, n 4 die konstitutionellen Voraussetzungen sür die Resolution t und feil Men, da eie Regierung ihre Stellung zu derselben im «injduen nickt präzisiert und daß eS deshalb der VolkS- utretung nickt angemessen sei, sie zu beschließen und so h zu binden, während die Regierung völlig freie Hand

lution ausgesprochen, teile er nicht. Nach Lage der Sach« und mit Rücksicht auf die zufriedenstellende Erklärung bei Herrn Finanzminister» werde sich die Annahme derselben mit möglichst großer Majorität empfehlen.

Abg. Dr. Wagner konstatiert dem gegenüber zunächst, daß die jüngeren Nationalökonomen in den Grundprinzipien thatsichlich übereinstimmen. An derInstitution" de« Reichs­tags habe er keine Kritik geübt; aber die Verhandlungen desselben zu kritisieren, habe er wohl ein Recht; Übe diese Kritik doch jede« ZeitungSblttt. Mit gutem Grunde habe er sich auf die Kaiserliche Botschaft bezogen, ste bedeute eben die Phase einer neuen Entwicklung. Die Bedeutung der Kirche anerkenne er vollständig, aber die Regelung der Stencrfrage sei Sache de« Staat«. Indem er aus dem Boden der Kaiserlichen Botschaft stehe, wiffe er sich einig mit der konservativen Partei.

Abg. Büchtemann bezeichnet die Kritik, die sich der Abg. Wagner über den Reichstag erlaubt, für eineAn­maßung". Der Reichstag habe nur Sparsamkeit «altett lasten, ohne die Erhaltung unstrer Armee irgendwie zu ge­fährden, und damit mehr genützt, al« Herr Wagner mit seinen unklaren Ideen. DerStaatsgedanke" sei in Preußen zu allen Zeiten lebendig gewesen und brauche nicht erst der jetzigen Universttätrjugend eingeprägt zu werden. Zwischen der Kaiserlichen Botschaft und dem Gedanken de« Herrn Wagner liege eine große Kluft.

Abg. H o b r e ch t empfiehlt die Resolution zur Annahme, jedoch ohne den Antrag Büchtemann-Hänel, betreffend dir Quvtiflerung. Abg. Rickert erklärt sich gegen die Resolution, die er für zwecklos hält. Die Ausführungen des Herrn Wagner unterzieht er einer eingehenden Krittk.

Abg. v. Rauchhaupt betont al» dir Grundzüge der konservativen Partei, daß sie an dem Glauben festhalte, daß nur da« preußische Königtum die Macht habe, die sozialen Aufgaben der Zeit zu erfüllen, und daß da« nicht durch die Kirche allein, sondern durch den Staat mit Hilfe der Kirche geschehen müffe. Herr Büchtemann sage, dir preußische Krone habe einst die feudale Macht gebrochen; da« sei allerdings geschehen und man müffe da« heute dankend anerkennen. Aber ebenso wie dereinst die feudale Macht von der preußischen Krone gebrochen sei, so werde dieselbe auch diejenigen Mächte zu brechen wiffen, welche heute auf den unteren VolkSklasten lasten. Die Linke werfe den Reden de« Herrn Wagner Unklarheit vor; daran litten dieselben wahrlich nicht; e« sei vielmehr deren Schärfe, welche die Herren so schwer treffe. In der Kritik der V-rhandlungen de« Reichstag« werde er sich nicht be­schränken lasten.

Abg. Dr. Hänel erkennt in den Ausführungen de« Vorredners lediglich eine formelle Antwort, die über di,

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Rieke, plagen Sie mir auch den Heinrich nicht zu arg. ist so ein gar netter und geschickter Mensch."

t Dann ging Rieke erhobenen Haupte» neben Heinrich ! M die Mühle, gefolgt von Josef, Barbara und sonstigen ! ^fctatioTcn, welche im Voraus schauderten, aber sehen ; Mten, was tarne, und als Hauptpersonen nicht fehlen I Men. Wenn eS loSgeht, werden ste sich anständigerweise f< Woieren.

\ Der Tanzsaal und die zwei daran stoßenden Zimmer 1 Nett für die TanzaeseUsch-st reserviert. Der Ballsaal hatte j J seinem Ende ein erhöhtes Podium. Dori standen Husche und Stühle und nahmen die zuschauenden Herr- | Mten Platz

Ansveownlf".

Sportroman von Carl Manno.

.Herr Gott, Rieke, fürchten Sie sich nicht?" riefen i ZU ie Wirtschafterin und der Baronin witgebrachte« ältere« »ar 1881 iommermädchen Barbara.

Was soll ich mich furchten?" sagte Rieke.Bei un» ij dem Shlvesterball und auf dem Schützenfest prügelt h ganz Kritzewitz auch 'jedes Jahr, und mein Bruder öilhelm ist regelmäßig voran und mein Vater, der immer sieden stiften will, kommt darüber auch jedesmal hinein.

ist bei Mannsleuten nicht» andere» und kostet nicht

Rn»ei-n» ninmu entge-«*: die 6r|ebition d Hielte«, sowie d Annoncen-Bnreemr BMi® « Daube u To in Frankfurt a. M; Jtaersche Buchhandlung oaselbb; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; D. Tdieve in «berfeld; «. Schlotte t*

Bremen.

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6 und 2,nimmt entgegen: ihma^V-L d.Blatte».

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Born Landtag.

Berlin, den 22. Februar.

der heutigen (32) Plenarsitzung de« Abgeord- Ahauses kam zunächst die von der Kommission für Steuervorlage vorgeschlagene Resolution, in welcher tii für die Reform der Klaffen- und Einkommensteuer bisolgeuden Hauptgrundsätze niedergelegt sind, und II. die itzzcilige höhere Besteuerung des Einkommens au« Kapital- «Sae» gewünscht wird. _ .

gta. Dr. Hänel ist mit dem ersten Teile der Reso- bis auf die Lit. c. einverstanden, in welcher er den ,o------ »meinen Grundsatz derDcklarationSpfiicht" deshalb

hon d-N (acceptieren kann, weil nicht feststehe, wa« darunter zu hhen fei, und man dieselbe nur da aussprechen solle, ft praktisch zur Anwendung kommen solle. Aehnliche ..kcn hat er gegen den zweiten Teil der Resolution, iii die Regierung aufgefordert wirk,auf die gleichzeitige ,e Besteuerung deS Einkommens auf Kapitalvermögen, "eher im Rahmen der Einkommensteuer oder auf andere ch, Bedacht zu nehmen". Auch diesen Worten könnte : : jchr verschiedener Sinn untergelegt werden; auch sie Htn daher so lange keinen Wert, als sie keine bestimmte Me Gestaltung annehmen. Indes könne eS ja fein, juian über diese Punkte ander» denke, als feine polt- h-n Freunde. Dagegen müsse es befremden, daß der rate der Quotisterung, welche letztere zum Teil bereit» Misch bestehe, nicht als eine allgemeine Forderung für i künftige Reform ausgestellt sei. Demgemäß beantragt

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