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xvm. Jahrgang

Marburg, Donnerstag, 22. Februar 1883.

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täglich außer an den Werktagen na» Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrtrt^ EomtUtgSblatt- durch die Expedition l«o ch'sche ^*eMb,ud« ”i) kiSen «V. durch die Postämter d-S Dlutschen Reiches 2 Mark LO Pfg. l-k-l- Besteägebichr.i^-^"s-rtu>n-g°bahr für die gespaltene Ze,le 10 Vf*.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet __

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mft Die Pferde polterten über die Brücke. Wagm und äufchauer blieben diesseits auf der Höhe. Die Jagd machte

l Wen Bogen, ging in einer Furt durch den Bach zurück,

«Ns „veowulf". Sportroman von Carl Manno.

Hardenmut hatte alle seine Pferde auf ruhige« Durch» Wettern großer Gräben eingeübt; fie nutzen das und schneiden den Weg ab, wo andere große Umwege machen muffen und galoppieren plötzlich dicht hinter den Spitzen, oöen anderen vorauf. Seltsame Männerherzen I In diesem Augenblick werden selbst die alten Familienväter Jcksen und frj'n wie närrisch für den Schwan exaltiert; die Damen °t>tt und die Herren, welche folgen, setzen sich der ernstlichen Gefahr aus, den Hal- zu brechen, um nachzukommen.

insbesondere sieht und hört nichts mehr, bi« er »eben ibr galoppiert. Aber da kommt ein steiler Haide- Hügelrand; hin uf klettern der Regent, Apfelblüte, der Tchweißfuch« b. schließt — und BoguSlawS Brauner refüsiert und Rcß und Reiter schweben b'i dem Streit, der sich zwischen ihnen entspinnt, In ernstlicher Gefahr, den Hals in brechen.

Am Hügelweg zur Lützer Brücke hinab sah Beowulf ‘inen Hundewagen in einer Mergelgrube und lockerte seine Hkhpcitsche. Die Hunde bellten; »er Fahrer lag daneben Wd schlief tief trotz dem Lärmen der wilden Jagd, die neben ihm hinging. Auf dem Rande der Grube aber ftattb ein großer, ältlicher Schäfer auf seinen Dornen- stock gestützt und zog vor Hardenmut schlau blickend bett Hut. Also doch!

Holz hinein, fuhr ein paar hundert Schritt von der Straße das Wägelchen in die Lücke eines dichten, jungen Riefern* schlage«, spannte die Hunde au« und ging vergnügt davon. In allen Falten und Runzeln seines Gesichts lachte und zwinkerte es.

.Nun will ich nicht Christopher heißen," sagte er, .wenn Du Halluuke nicht heut nacht im Dunkeln auf« wachst und vor Aengsten pfeifst! Wart', Dich wollen wir kriegen. So geht'«," philosophierte er weiter. .Mich sollte ein Fremder anfassen, wenn ich einen Rausch hätt' und mein Strom dabei wäre. Aber das hat alle Tag ander Köterzeug und ein Zieh-Hund bleibt kein richtiger Hund u ehr, wenn man sich auch sonst nicht darauf verstünde, so ein Beest zahm zu machen. Sohoho —* schuckekte er — .hat der Lump gar nicht bemerkt, daß ich ihm den Wagen voll Steine gepackt hatte und meinte wirklich, der Teufel hätte seinen Wagen gebannt. Na, Hundekaspar, Dein spionieren soll Dich begriesmalen —*

Die Sterne standen am Himmel, als man von Kiesel« acker aufbrach. Kollbrichen, warum bist Du so still, redest nichts, drückst Dich in Deinem Shawl, in den der Vetter so sorgsam Dich gehüllt, dicht an die Tante und schaust nur mit den nllermuntersten Augen in die Welt und auf die Reiter, die bald neben, bald hinter dem Wagen reiten?

Der Schwan kann müde sein und schweigt auch sonst viel. Woran denkt er? Er will morgen den Bruder etwas fragen, weil Lucinde gefragt hat.

Sattelbaum beschloß den denkwürdigen Tag mit ben berühmten Worten: ,£>, Königin, das Leben ist doch schön." (gortfetUM W-)

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k u. Th Anlagen sei vcn der Regierung sorgfältig geprüft, dieselbe ifttrbori sei aber zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Sache bet alli i ...... .. . . .......

lösung nicht besonder« ausgesprochen; trotzdem seien auf Grund dieser Verordnung mehrfache Auflösungen erfolgt. Das Gesetz von 1870 habe auch den hauptsächlichen Zweck gehabt, die Verordnung von 1848 auf das ganze Gebiet des erweiterten Staats auszudehnen. Jene Auflösungen aber wären in der Gesetzsammlung publiziert und deren Rechtsgültigkeit auch von dem Landtage niemals ange­fochten. Auch nach dem Gesetze von 1870 sei eine Auf­lösung (1875 Gleiwitz) vorgekommen und in der Gesetz­sammlung publiziert. Das Abgeordnetenhaus selbst habe auch das Recht der Auflösung gelegentlich der Beratung einer Petition im Januar 1872 anerkannt. Die Gründe zum Vorgehen gegen die Görlitzer und Hildesheimer Han­delskammer seien aber viel schwerwiegender Art, als die, welche zur Auflösung vor 1870 und im Jahre 1875 ge­führt hätten. Im übrigen wäre der Handelsminister nicht weiter gegangen, als das öffentliche Jntereffe unbedingt erfordere. Der Herr Handelsminister stehe auch heute voll­ständig auf dem Boden, den er km vorigen Jahre einge­nommen, und habe keine Veranlassung, von seinen An­ordnungen etwas zurückzunehmen.

Abg. Dr. MartiniuS führt aus, daß die Handels­kammern weder durch Gesetz, noch durch einen Akt der Re­gierung Korporationsrechte haben, daß auch bei ihnen von Selbstverwaltung nicht die Rede sein könne, daß sie viel­mehr Behörden seien, wenn auch die Mitglieder derselbm keine Beamten. — Die rechtliche Befugnis des HandelS- mlnisterS, die Handelskammern aufzuheben, sei durch kein Gesetz beschränkt. Bester, als den Handelskammern zu Gör­litz und Hildesheim die staatlichen Befugnisse zu entziehen und ihnen so eine Art Scheinexistenz zu belasten, wäre wohl eine Auflösung gewesen. Auch nach Seite der Zweck­mäßigkeit billigt er die Maßregeln des Handelsministers, glebt indes zu, daß man in dieser Beziehung auch anderer Meinung sein könne. •

Abg. Götting suchte die Argumente des Herrn Re- glerungskommistarS und des Vorredner- zu widerlegen. Der wichtigste Punkt sei, daß den qu. Handelskammern daS Recht entzogen fei, die Beiträge für ihre Alimentation zu erheben; deshalb habe die Hildesheimer Handelskammer sich mit einer Petition an da« HauS gewendet, deren bal­dige Erledigung wünschenswert sei. Die Auflösung der Handelskammer wäre rechtlich nur zulässig, wenn sie ge­setzlich ausgesprochen würde.

RegierungSkommistar UnterstaatSsekretär v. Möller weist den vom Vorredner ausgesprochenen Vorwurf, daß er sich höhnisch ober scherzhaft über die Hildesheimer Handels­kammer geäußert habe, al« eine irrtümliche Au fastung zurück.

Abg. Reichensperger (Köln) betont, daß das ,Jn« ftitut" der Handelskammern allerdings nur durch Gesetz aufgehoben werden könne; anders läge die Sache mit der einzelnen Handelskammer. Sehr richtig fei, daß vor dem Gesetz von 1870 die Auflösung durch die Staatsregierung

Berlin, den 20. Februar.

. > der heutigen (30) Plenarsitzung des Abgeord-

chanollli „lcnhauses wurde die Beratung deS Etats der Elfen- ^„Verwaltung, speziell des Kapitels Zentralverwaltung Md Eisenbahn-Kommissariate, fortgesetzt.

sofort in Bet den Eisenbahn - Kommissariaten regt Abg. Dr. in der - Lammachcr die Aufhebung deS Eisenbahn-KommlstarlateS in Breslau an; außerdem bittet er um Auskunft darüber, --ob die Regierung in Ausführung des vom Hause im vorigen iet Hoss -fahre gefaßten Beschlusses, betreffend die Verpflichtung der ■"‘""„ t Privalbahnen zur Herstellung von Anlagen im Interesse afen. Z, Landesverteidigung, bereits vorbereitende gesetzgeberische Schritte gethan habe. Der Beschluß geht bekanntlich dahin, Ich die Eisenbahngesellschaften zu verpflichten seien, auf Iiilan.zen der Staatsregierung die von derselben im Jnter- effe der Landesverteidigung für notwendig erachteten Acnde- mgen und Erweiterungen ihrer Anlagen vorzunehmen, . . n ixnn der Staat die Kosten trägt und für die Schädigung traße 91 Interessen der Eisenbahngesellschaften Ersatz leistet.

Minister der öffentlichen Arbei en Maybach erklärt, Laster die event. Aufhebung des Eisenbahn-KommlstariatS zu Breslau weiterer Erwägung werde unterzogen werden. Die Frage wegen der von den Privatbahnen seitens der Staat«« «gierung im Interesse der Landesverteidigung zu fordernden

geführt.

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>. Bl.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Ännoncen-Bureaux een @ L. Daube u Eo in Frankfurt a. M; Jägers»« Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thiene- in

Svderfeld: 6. Schlotte in

mlttelung über die von dem Abg. Hüffer angeführten thal- sächlichen Verhältnlste anstellen. — Auf Anregung de« Abg. Berger erklärt Minister Maybach, daß der Neubau eine« Bahnhofsgebäudes in Kreiensen ein anerkanntes, dringende« Bedürfnis sei, daß aber die Ausführung dieses Baue« mit Rücksicht auf die Mitbeteiligung der braunschweigischen Re­gierung nicht ohne erhebliche geschäftliche Schwierigkeit sei.

Zur Anlage eines Zentralbahnhofes in Frankfurt a. M. (TU. 11) werden 3000000 Mk. als fernere Rate debattelos genehmigt; desgleichen 700000 Mk. als fernere Zusatzrate zum Neubau und zur Erweiterung des Bahnhofes Halle (TU. 13). — Die von der Staatsregierung geforderten 400000 Mk. als erste Rate zum Umbau de« Bahnhofes zu Magdeburg (TU. 14) werden in der Weife bewilligt, daß von der Gesamtsumme 60000Mk. der Regierung zur Anlage eine« Wasserwerks für dm Fall zur Verfügung ge­stellt werden, daß mit den städtischen Behörden ein annehm­bares Abkommen nicht zu stände kommen sollte. Im Übrigen werden die einmaligen und außerordentlichen Aus­gaben dieses Etats (9603000 Mk.) ohne weitere Debatte genehmigt. Eine Resolution, worin die Staatsregierung ersucht wird, für die nächsten Jahre auf einzelnen dazu be­sonders geeigneten Bahnstrecken zu ermitteln, wie sich die finanziellen Resultate deS Sekundärbahnbetriebes gegenüber den Kosten des Betriebes der Vollbahnen stellen, und das Ergebnis dem Landtage in der Denkschrift über den Betrieb der Staatsbahnen mltzutellen, wurde ohne Diskussion ge­nehmigt. Damit ist der Etat der Eisenbahnverwaltung erledigt.

ES folgte die Beratung deS Etats deS Ministeriums für Handel und Gewerbe. Die Einnahmen gaben zu keiner Debatte Anlaß.

Bei den Ausgaben ging Abg. Löwe (Berlin) auf die Maßnahmen ein, welche der Handelsminister einigen Handels­kammern gegenüber ergriffen. Hetzten feien gesetzlich keine Behörden, sondern nut die Vertreter der berechtigten Inter­essen ihrer BerufSgenvffen; sie seien SelbstverwaltungS- orgene, die nicht aufgelöst werden könnten, und welchen ihre Befugnisse nicht entzogen werben dürften.

RegierungSkommlffat Unterstaatssekretär v. Möller bestreitet dem Vorredner zunächst, daß in den Fällen von Meinungsverschiedenheit zwischen dem Handelsminister und den Handelskammern sich daS Recht als auf Seite der Letzteren herausgestellt habe. Daß die Handelskammern früher als Behörden angesehen seien, wäre zweifellos. Au« dem Handelskammer-Gesetz von 1870 könne auch nicht ge­folgert werden, daß sie keine Behörden mehr seien, wenn sie eS früher gewesen. JndeS lege er auf diesen Punkt kein besonderes Gewicht. Die Befugnis deS Ministers, eine Handelskammer aufzulösen, beruhe vor allem auf einer Bestimmung des Allg. Landrechts Th. II. Tit. 13 $ 13 (AufstchtSrecht deS LandcSherrn). Die Verfaffung habe alle früheren Exekutlvbefugnlffe aufrecht erhalten. Auch die Verordnung von 1848 habe die Befugnis zur Auf­erstieg wieder den Höhenrand, hatte bann Auslauf und danach daS Sure?.

Prachtvoll! Wundervoll! Entzückend l O über alles Lob erhabene Reiterinnen!

Der glatte, zugeknöpfte Jcksen schwärmt. Tezln borniert Lob unb Erstaunen. Dieser Schwan! Man findet keine Worte. Sie weist alle« Lob an Hardenmut« Adreffe. Lucinde schmollt mit ihrem Vater. Andere beneiden den Schwan.

Onkel, Mutter, Isolde sind eitel Wonne. Reginald weiß nicht, was sagen, Beton lobt enthusiastisch, Heinrich freut sich wie ein Schneekönig. Rieke und Josef im Bedientensttz strahlen, aber BoguSlaw leidet fast an stiller Tollheit.

Die eigmtliche Jagdgesellschaft fuhr nach dem Schloß Kieselacker und vereinte sich dort zu einem fröhlichen Mahl.

Die anderen zerstreuten sich und eilten heim, ein jeglicher an seinen Herd.

An der Lützer Brücke war e« längst wieder füll. Der Schäfer oben auf dem Hügel hatte sich hlngesetzt und rauchte. Endlich sagte er: .Nun ist es an der Zeit," stieg in die Grube hinab, gab den beiden Hunden Brot, hob mehrere schwere Steine au» dem mit einer Plane über­spannten und mit Lumpen gefüllten Wagen heraus, nahm mit großer Anstrengung den Trunkenen auf ben Arm unb schleppte ihn au« bet Grube, gefolgt von ben eifrigst ziehen­den Hunden. Auf der Sttaße angekommen, legte er den Schläfer in seinen Wagen und fuhr mit diesem fort, bi« er in einem Tannenwald anhielt.

Nachdem er sorgsam umhergespäht, bog er schnell in«

-fliche nimmt entgegen: n beU Siti°n b. Statte«, t (lelitft ;&noncen.®ttreaut

»rutbtq E Dietrich n. Eo. in '“ter«,^ . i- unh Hannover; Tb. chwagerz Äch in Frantfurta M.; nn Ko Lenstem ».Bögler 'N

6 'tfnrt a- M , Berlm, r(XJe,S ‘-5 Köln rc.; Rudolf 3ebaltette in Berlin, Frank- unsere^ ^"furt a. M. rc. ____

nur durch die Reichsgesetzgebung geregelt werden könne. Sctterfif Demgemäß seien auch bereits bei der Reichsregierung die " j nötigen Schritte gethan. Uebrigen« betont der Herr Minister, erden jii daß mit dieser Frage Gedanken an politische Verwickelungen nicht zu verknüpfen seien.

Ohne erhebliche weitere Debatte wurde darauf der Rest des Ordinariums der Eisenbahnverwaltung erledigt.

Referent für die einmaligen und außerordentlichen AuS- n em A- S°bm ist der Abg. Dr. Hammacher. Die ersten 9 Titel — j »erden ohne Debatte genehmigt. Tit. 10 enthält 110000 Mk. M Herstellung einer Wasserleitung nach dem Bahnhofe Pader­born. Die Abgg. Hüffer und Frhr. v. Schorlemer- llft bitten die Position abzulehnen, da die lokalen Ver­hältnisse eine andere Anlage zweckmäßiger erscheinen laffen. Die Position wird auch für jetzt abgelehnt; die Regierung wirb indes bis zur dritten Lesung de« Etat« nähere Er-

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iterbüJ Illustriertes SormtagSblatt

u |0It allen Post - Anstalten, auf dem Lande auch illklsk „on den Landpostboten, entgegengenommen.

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