XVffl. Jahrgang
Marburg, Sonntag, 18. Februar 1883.
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zierunzSkommiffar Direktor im Reichs-Postamt Mteßner, daß die Einrichtung bei den Telegrammen, die Wortzahl nicht anzugeben, wesentlich im Interesse der schnellen Be- ßlderung getroffen sei, daß im übrigen eine definitive An- Mnung noch nicht getroffen worden. Abg Dr. Lingen» kvmmt auf seine Forderung regelmäßig wtedrrkehrendrr Sonntagsruhe für die Postbeamten zurück. Dieselbe sei
'ich!
Narbltt 8r. 44 83.
Berlin, den 16. Februar.
<?n der heutigen (55.)Plenarsitzung des Reichstags albte der Präsisent v. Levetzow zunächst Mitteilung von k« nach Schluß der gestrigen Sitzung eingegangenen Ber- ^mngSantrage, den er geglaubt habe, noch auf die heutige ‘38ul‘O . ° mAn,„ _ Ti.mnAAR er eine
auf d, 3. und Mittags ag anbei rministr.
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L .inert nimmt entgegen: KW ».Blatter. 12 ^Annonc-n-Bureank 'Ä Dietri» u. St. in • «j und Hannover; Th. LchinIrantfuttaR.;
l nftein u. Bögler m “-tot a. 'N., Berlin, Köln ic.; Rudolf fX in Berlin, Frank- ® furt a. M- ic.
Der Baronin und der Gräfin Jcksen Wagen — auch die JckscnS bis auf Leo für Hardenmut — halten zu« iammcn. Da ist Freude, Stolz, Triumph — auch eine schöne Badereise hat Frau Gräfin Adelheid in aller Sülle hewonnen, ganz privatim. — Und nun kommen die Helden der Tages und ihre Freuude und alle«, was zu den Aus. erwählten gehört, dahin. Und alle» stärkt sich und stillt dm Durst mit Joseph« und RieckeS und der gräflichen Bedienten Hülle. —
Das ist ein Durcheinander von Heiterkeit und unterdrücktem Mißmut, von Bewundern und Bedauern, Loben tob Verdammen, Fragen und Antworten. Mitten im Ge- Wrt springen Lucinde und Schwanhllre vom Wagen und H»ee?mut muß mit ihnen gehen und sie besehen Sunde- 8>lt, der schnaubend und schäumend, von Krumman gehalten otib von Heinrich und einem Knecht abgerieben wird, um. fern en von bewundernden Zuschauern. Da« ist ein Stolz
H irdenmutschen Stall! Da leuchten Blicke! Und nun D ck n über Sundewit. Uno nun noch Hause unter Grumman« Führung. Heinrich bleibt zur Schleppjagd.
Unter den schwer V rüerenden war Bogu-law. Er deioii rte nicht schlecht, Wut im Herzen, Anerkennung auf dm Lippen. Und sein Rennen? E« war ein schwere« und scharfem Rennen und in Pappelthal waren die Hinderniffe nicht größer und Sundewit hatte noch Athem, aber für 3agdwrga war voch da« eben Geleistete auch noch keine H prei. Aber woran lag e«, daß Sundewit nicht refüsierte? Sian war ihm nicht an den Kopf gekommen und hatte chn in seiner Kopfscheue beim «ufzäumen nicht vorher
nkrnmmg.
Abg. vr. Barth bestreitet, daß die wirtschaftlichenVer- Wniffe Bremen« sich infolge de« Zolltarif« gebeffert hätten. Seine frühere Behauptung, daß von einer Vermehrung de« „ direkten Imports australischer Wollm seit dem Zolltarif und» Mn 1879 nicht die Rede sein könne, hält er aufrecht. Wnm der Zolltarif von 1879 auf die Halbseiden-Jndustrie ltlick veii überhaupt einen Einfluß gehabt habt, so könnte derselbe ' nur störend gewesen sein. Der Redner suchte schließlich die milchen Ausführungen de« Regierung«kommiffariu« in ein« jtlnen Punkten zu widerlegen.
RegierungSkommiffar Geh. Rat Sch raut wie« jedoch dem Vorredner zahlenmäßig nach, daß die direkte Einfuhr wstralischer Wolle — wenn auch nicht über Hamburg und örruren — sich in den letzten Jahren thatsächlich sehr ge- heben habe, und daß der Export halbseidener Waren, wie anbetc Jndustrieartikcl sich gehoben habe und um so mehr I« betonen sei, al« man bei Beratung de« Zolltarif« gegen denselben hauptsächlich da« Bedenken geltend gemacht habe, daß er den Export schädigen müffe.
Bei den Einnahmen der Post- und Telegraphen-Ver-
Snzeigen nimmt entgegen: die Expedition b Blatte«, sowie d Nnnoncen-Bureaux »on® L.Daube u Se in Frankfurt a. Bl ; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalibendank in
Berlin; SB. T iere in Elberfeld; E Schlotte in
Bremen.
n-bersicbt von den bisher für die Ueberschwemmten dem «nckstage zugegangenen reichlichen Spenden. Auf Äusserung des Abg. v. Lernuth schloß sich der Reichstag £ seiner Gesamtheit dem von dem Präsidenten den Gebern -Meprochenen Danke an. W
Bei Fortsetzung der dritten Beratung de« Etat« nahm 86ii. Lohren da« Wort. Derselbe widerlegt in längerer »ebe die Behauptungen de« Abg. Schmidt (Elberfeld) über st-Tarifierung der Wollzille, sowie die de» Abg. Dr. Barth .•♦wh aber die Wirkung der Schutzzollpolitik in der Textilindustrie. !. Fein Mmentlich seine Darstellung über die wachsende Unobhängig- Ühr ” feit Deutschlands von England im direkten Bezüge von r Untere« Belle uns Baumwolle vom Ursprungsland- bi« in die 11 Spinnereien, sowie sein ganze« energisches Eintreten für die von 8- Nematisch durch die Zollgesetzgebung niedergesetzte FlachS- t iß-' Ginnerei und für da« große Seilergewerbe erregten An«
ZfAeint tSalich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Quattal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirte« «ometagSblatt- durch die Expedition ch'fche erfd,el5uÄb.uder7i) beSen 2Vt Vr«,. durch bi. Postämter be« Deutschen Reiches 2 Mark SO Pfg. (excl Bestellgebithr,^-Jnsertwnögebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf«.
Für in bet Expedition zu ertheilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.
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33 I L-ordnung setzen zu müffen. - Demnächst gab er eine ; ,_a*t nnn hnt Mit fier für die Ueberschwemmten dem
möglich, auch ohne daß eine wesentliche Beeinträchtigung d-S PostverkehrS eintrete, wenn die in der von ihm beantragten Resolution gemachten Vorschläge befolgt würden. DaS praktische England könnte uns in dieser Beziehung als Muster dienen. Nach dem zweiten Teile der Resolution sollen an Sonn- und Festtagen Telegramme mit einem Aufschläge von 20 Pf. belegt werden.
Staatssekretär d-S ReichS-PostamtS Dr. Stephan entgegnet, daß der Vorredner seinem Anträge heute eine ganz andere Bedeutung gegeben, als er dem Wortlaute nach habe. Die von der Zentralstelle gegebene Verfügung, betreffend die thunlichste Beschränkung des Sonntagsdienste«, werde streng befolgt; aber eine puritanische Sonntagsruhe entspreche den deutschen Sitten nicht.
Abg. Stöcker betont, daß, wie es politische, so auch religiöse und humane Grundrechte gebe. Er sei zufrieden, wenn den Postbeamten nur jeder dritte Sonntag völlig dienstfrei gelassen werfe. Thatsächlich werden aber die Direktiven de« Staatssekretärs nicht pünktlich befolgt. Die Sonntagsruhe fei auch in sozialer Beziehung von um so größerer Wichtigkeit, al« der Staat der größte Arbeitgeber sei.
Staatssekretär Dr. Stephan weist den Vorwurf de« Vorredners, daß die Postverwaltung nicht recht von der religiösen Wichtigkeit der Sonntagsruhe durchdrungen sei, mit Bestimmtheit als unbegründet zurück. ES sei nicht richtig, daß, wa« in England bestehe, auch in Deutschland möglich sei; die englischen Einrichtungen beständen seit 3 Jahrhunderten, heute würden sie auch dort sich nicht einführen lasten. Die Klagen, wie sie hier vorgebracht, wären übrigens nur geeignet, die Disziplin der Beamten zu erschüttern.
Abg. Hinel fragt, aus welchem Grunde ein Telegramm deS holländischen HandelSblatleS über die Erschütterung der Stellung des Generalpostmeisters Stephan von der Beförderung auSgefchlosten worden fei. Generalpost- meister Stephan entgegnet, daß man eS dem betreffenden Postbeamten wohl nicht verdenken dürfe, wenn er ein Telegramm abweise, welches die unverschämte Lüge enthalte, daß sein Chef «egen entdeckter Unregelmäßigkeiten zurücktreten müffe. Abg. Löwe bringt wettere Fälle zur Sprache, in welchen Telegramme ohne Grund beanstandet worden seien. Nach einer Replik de« GeneralpostmeisterS bringen auch die Abgg. Hänrl und Richter weitere Klagen über Beanstandungen von Telegrammen vor; letzterer beklagt sich über die verlogenen Telegramme, deS Wolfschen Bureau», welche unbeanstandet befördert würden.
Abg. v. Kardorff hält die Poftverwaltung in dem von dem Abg. Hänel angeführten Falle für gerechtfertigt. Abg. Majunke meint, die Freiheit auf dem Gebiete deS Post- und Telegraphenwesens gehe sehr weit, wie er eS aus langer journalistischer Erfahrung bezeugen könne. Zu dem Kapitel über die allgemeinen Ausgaben, welches anläßlich d-S Glatzer Falle« an die Budget-Kommission ver- spleenig gemacht. Hardenmut ritt ihn auf einer dicken Trense, statt auf scharfem Gebiß, bei seiner ungeheuren Kraft konnte er es wagen. Und dann: er führte stets. Da lag daS Geheimnis! Sundewit kann kein Pferd vor sich leiden, ohne sich zu irritieren und läßt sich dann nicht mehr regieren. Also dafür war zu sorgen! Darauf hin hatte also BoguSlaw seine Maßregeln zu nehmen.
Der ganz exaltierte Kolibri schalt den Grafen Jcksen, daß er so schreckliche Hinderniffe ausgesucht halte und erklärte, ihn nun nicht mehr, wie sie bisher gethan, lieben zu können. Jcksen remonstrierte. Reginald hatte sich dabei da« Wort entreißen lassen: Isolde, im Grunde gebe ich Dir Recht — BoguSlaw hatte das gehört. Nun hatte BoguSlaw eine eigeniümliche K inst, einen unerquicklichen Disput zu schaffen. Er konnte daS geringste an di- große Glock- hängen, eine Antwort mißverileden, ste ein bischen drehen, ein bischen wenden, eigentümlich beleuchten, andere heranziehen, auchetzen, vorschieben. Es war ihm diese seine Fädigkeit, deretwegen er sich für einen der klügsten Menschen und für einen geborenen Diplomaten hielt, zur Gewohnheit geworden und er begann daS Spiel auch jetzt: Nicht möglich! Man höre! Reginald von Gerfalkenstein, Kavallerie-Olfizier, mißbilligt kühne Reiterthat! Herr von Tezin, Herr von Sattelbaum, wa» sagen Die dazu! Die Freue e, den Triumph, den Göttergenuß des SportmanmS nicht anerkennen? Gras Jcksen! Muster aller Terrain-Aussucher und Sporteprästventm I Ueber solchen Graben setzen, welche höchste Seligkeit! Man schwebt, man fliegt! Wer kann so etwa« mißbilligen? Eine zarte, ängstliche Dame, ja! Aber General! Was sagt ein österreichischer Kavallerie- General zu der Behauptung de« preußischen Kürassiers? Wa» sagt Herr von Hardenmut dazu?"
wiesen wcüden war, beantragt die Kommission Genehmigung mit dem Anträge, künftig die einzelnen Verwendungsarten der Gesamtsumme im Etat getrennt aufzusühren. obg. Rickert befürwortet diesen Antrag. BundeSkommiffar Fischer bittet, der Verwaltung durch allzugroße Spezialisierung des Etats nicht die Hände zu binden.
Abg. v. Bennigsen erklärt, er zweifle keinen Auaen- blick daran, daß bei der ReichSpostvetwaltung bona fides vorhanden sei und ihr die Absicht fern liege, daS EtatS- rccht deS Reichstages zu verkümmern; gleichwohl trete er dem Anträge der Kommission bei. Generalpostmeistrr Stephan spricht sich gegen die Resolution auS. DaS HauS erledigt den Postetat nach den Beschlüffen der zweiten Lesung und nimmt eine Resolution an, nach welcher die Gewährung von Darlehen an Erbauer von Dienstgebäuden für die Post- und Telegraphenverwaltung von der vorherigen Zustimmung des Reichstages abhängig sein soll. Fortsetzung der Etatsberatung in der auf heute abend an« beraumten Sitzung.
DaS HauS erledigte ohne Debatte den Rest deS ReichS- hauShaltSetatS in dritter Lesung nach den Beschlüffen der zweiten Lesung, ebenso das Etatsgesetz. In der Gesamtabstimmung werden Etat und Etatsgesetz einstimmig angenommen.
ES folgen die Abstimmungen über die zum Etat beantragten und bereits diskutierten Resolutionen. Die Resolution Richter (Hagen) betr. die Kaserne in Sagan wird abgelehnt, die Resolution Sander Buhl betr. die Ausfuhrprämien für Tabak und die Resolution der Budgetkommission, worin für das nächste Jahr eine genaue Nachweisung über die Zahl der Beamten der verschiedenen Oberpost- direktionSbezirke verlangt wird, werden angenommen. Die Resolution des Abg. Singens betr. die Sonntagsruhe der Poft- und Telegraphenbeamten wird mit Stimmengleichheit, nämlich mit 103 gegen 103 abgelehnt; den Antrag Baumbach und Genoffen betr. Spezialisierung des Postetats lehnt das Haus gleichfalls ab. Damit ist die Etatsberatung beendigt.
Es folgt die Beratung des Antrages der Regierung, wonach das HauS vom 17. Februar bis zum 3. April d. I. vertagt werden soll. In Uebereinstimmung des HauseS mit dem Vertreter des BundeSratS wird dieser Gegenstand nach dem geschäftSordnungSmäßigen zulässtgen Verfahren in ein« maliger Beratung erledigt.
Nachdem das Haus sodann dem Anträge der Regierung zugestimmt, verliest Minister Scholz die allerhöchste Verordnung, worin die Vertagung vom 17. Febr. bis 3. April bestimmt wird.
Präsident v. Levetzow beraumt die nächste Sitzung auf Dienstag den 3. April 1 Nhr, setzt auf die Tagesordnung verschiedene kleinere Vorlagen und den Entwurf betr. die Holzzölle, und schließt die Sitzung um 9*/* Uhr.
Dieser sagte gar nichts, sondern war sehr verdrießlich, wie der Schwan bemerkte. Mitten in der Debatte ritt Reginald plötzlich aus dem Knäuel, trabte eine Strecke weit über» Feld, machte Kehrt, galoppierte auf einen zwanzig Schritt von den Wagen befindlichen, dem Weilsprung ähnlichen breiten Graben zu und setzte tadellos auf seinem großen Hunter hinüber.
Alle« schrie auf, rief bravo, klatschte, fragte, schaute, erkundigte sich, waS eS gebe. Reginald ritt wieder zurück; seine Mutter und Isolde empfingen ihn, vor Schreck und Stolz außer sich mit Vorwürfen, aber seine Schwester sagte mit leuchtenden Augen: „DaS war wie ein Mann geantwortet, Bruder."
„Recht hat Isolde doch," sagte Reginald. „Mit solch-m frischen Springer hinübersetzen, ist keine Kunst, aber für ein halb erschöpfte« Pferd werden Hinderniffe, wie diese, schon Quälerei. Ueber zehn Fuß Weitsprung halte ich nicht für nötig."
Jetzt durfte er daS sagen. Er sprang so prächtig, daß man sab, er liebe nur da« Paradoxe oder — seine Cousine und rerete ihr zu Munde. BoguSlaw aber «ar geschlagen und wurde nur liebenswürdiger, wenn auch im Innern unwirfcher als zuvor.
Doch oer zweite Akt begann. Schleppjagd! Und Schwan- bilde saß mit Freuden zu Pferd. Guckt! Muttert! Redet! Wundert euch! Staunt! Reiterin und Pferd sind tadellos.
Eine Art Fieber hatte sich durch da« Anschauen de« Rennens und ter Reiter bemächtigt.
Da war Peter Klump. Er galoppierte fortwährend um Isolden» Wagen herum und hielt Johann und den Spitzreittr in steter Unruhe und Besorgnis wegen schlimmer
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