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im. (iatn ilimmt entgegen: ^jÄbition d. Blattes, " r:k Ännoncen-Bureau; ' Diettich u. Se. in

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('ftein u. Bögler in - pXrt a. M-, Berlin, ' |'£, Köln rc.; Rudolf 7 Qe in Berlin, Frank- . furt a. 51- ic- ____

S" "vr. 3».

xvm. Jahrgang.

Marburg, Freitag, 16. Februar 1883.

MkchlWc AltilW.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u Co in Frankfurt a. M; Jägersche Buchhandlung dalelbü; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvaliderdank in Berlin; W. TriereS in Elberfeld; E- Schlotte in Bremen.

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grschnnt täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJUnstrirteS EormtagSblatt" durch die Expedition ' * o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 60 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu erlheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet-

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Reichstag.

Berlin, den 14. Februar.

iu vertreten.

Abg. Geiser bemerkt, daß von den 601 Millionen be« Etats in zweiter Lesung 12 Millionen abgesetzt seien, - wären 25 Pf. pro Kopf der Bevölkerung, also als ein bedeutendes Resultat nicht anzusehen. Dazu komme aber, daß die Abstriche vorzugsweise Bauten betreffen und damit teer versagt seien, die zum guten Teil in die Taschen der Scheiter gefloffen sein würden. Auch hätte man bester ge-

1hm, bei anderen Positionen als gerade beim Reichs-Ge­sundheitsamt und beim Statistischen Amte Abstriche vor- zunehmen. Ueberhaupt müßte nach vielen Richtungen nicht gespart, sondern namentlich auch für Kunst und Wtsten- chaft mehr Ausgaben gemacht werden. Die dazu nötigen Mehreinnahmen will er den Erträgen einer progressiven Einkommensteuer entnehmen, die nach seiner Berechnung in Preußen allein 120 Millionen betragen würde, ohne daß die Minderwohlhabenden allzustark belastet würden. Seine sozialdemokratischen Freunde würden im übrigen gegen den ganzen Etat stimmen, nicht, weil sie denselben an sich zu hoch hielten, sondern weil sie das Prinzip, auf dem die Annahmen beruhen, nicht billigen.

Abg. v. Kardorff erklärt, daß die Ausführungen des Borredners in mancher Beziehung recht sympathisch berührt hätten, namentlich darin, daß derselbe für Kunst und Wissen« chaft Mehrforderungen begehrt und dadurch zu der Fort« chriltspartci in einen Gegensatz trete, wie derselbe besonders dmch die Aeußerung des Abg. Lenzmann auf einer Wahl« t^e:Ich pfeife auf alle Vornehmen und Gebildeten", di« sie heute von derNordd. Allg. Ztg." mitgeteilt, kon­statiert werde. Der Vorredner weiche überhaupt darin von

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Brief

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- In der heutigen (53.) Plenarsitzung des ReichStagS - derselbe in die dritte Beratung dcS Etats ein.

Abg. Richter (Hagen) erklärte, daß er sich zur Auf- I .a6t machen wolle, bei dieser Gelegenheit allgemeine Be- X Xrkungen über die Methode zu machen, mit welcher in der - Eitm Beratung gewisse Forderungen deö Militär - Etats - gründet waren. Es sei nicht ersprießlich, daß die an- X erkannte Tüchtigkeit unserer Armee in Verbindung mit ver- X MniSmäßig kleinen und äußeren Dingen gebracht werde, tzz dürften auch nicht die 18000 Berufsoffizi re mit den Haien der ganzen Armee identifiziert werden. Der Deutsche Reichstag sei so wenig wie das Deutsche Kaisertum eine Schöpfung der Berufsoffiziere, sondern deS deutschen Volkes in Waffen, das jederzeit dem Rufe des Kaisers Folge leisten «erde. Sache deS Deutschen Reichstags sei eS, die gemein- nmen Interessen des ganzen Reichs und seiner Angehörigen

, ~ der Fortschrittspartei ab, daß er dieSparsamkeit" mit

X Der nicht als die alleinige richtige Politik betone. Der - Abg. Richter sei in die Verhältniste unserer Armee noch I. - nicht eingedrungen. Der Offizier habe di« Pension nicht - °ls ein Almosen, sondern als ein gutes Recht zu betrachten.

" Wenn die Intentionen dcS Abg. Richter durchgegangen, lrX - 866 1 111 ...... M rr

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AnsBeowulf".

Eportrornan von Carl Manno.

Das Stelldichein, eine von drei alten Eichen über« schat'eie Anhöhe mit weiter Aussicht, bot mit den von Nah und Fern herankommenden Reitern und Wagen einen Herr« iichen Anblick. Da kommen die rotröckigen JagdvercinS» Mosten heran, da hinauf fuhren über den Dreesch die Wagen mit den geschmückten Damen, dahin strömte alles, u>as mit Gt fährt oder zu Fuß umgeladen zum Schauen bnbei wallfahtte. Es war ein Kommen und Hin- und vergaloppieren ohne Ende. Gerade diejenigen, welche die nicht mitritten, mußten natürlich sich und ihre Pferde Ahen; oon den Uebrigen ließen sich nur Neulinge und verliebte verführen, ihre Roste schon vorher zu tummeln. Nur wenn Verwandte oder besondere Ankömmlinge, wie die ° eben erst wegen ihres Festes zu glorifizierenden Tiefen­ehmer o6er die JcksenS anlangten, oder sonst dieser oder ^et, ritten ihnen Kavalkaden entgegen. Und daS war uun ein Traben und Galoppieren in Jagd-Jockey-Attitü« . ein G üßeRufen, Fragen, Lächeln, Lachen, Cour- liieren, Prüfen, Stammdaum-nennen (6er Pferde natürlich), Jargon von Sport, Kafirne und Hofsprache (daS heißt Gutshöfe, kräftig und drastisch, auch hie und da mit ntm Fluch, der aus Gewohnheit keiner mehr war, gespickt.)

Da kam der massige von Tezin auf seinem berühmten - -X^ligen Schimmelwallach angesprengt. Da kam Fuchsow Jagdwagen mit Bekannten angefahren. Da Hardenrnut J feinem Geleit. Die Darsteller deS ersten Aktes waren ba. Ihre Pferde wurden abseits in Decken geführt.

würde eS der Armee bald an Offizieren fehlen. Die Art, wie der Abg. Richter die Militärverwaltung und das Offi-- zierkorpS angegriffen habe, verhindere eine sachliche Erörte­rung. Die Rechte habe der Militärverwaltung ein sehr großes Vertrauen entgegengebracht, unv dieselbe verdiene dieses Vertrauen. Die deutsche Armee habe daS Größte ge­leistet, was jemals von einer Armee geleistet worden sei. Vertrauend auf die Tüchtigkeit der Militärverwaltung über­nehmen seine Freunde die Mehrbelastung, wenngleich sie nicht minder, wie der Fortschritt, an der Erhöhung der Steuern beteiligt seien.

Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst: Der Abg: Richter habe einen Gegensatz zwischen Armee und Offizieren etablieren wollen, der nicht existiere. DaS Recht, die Armee zu ver­treten, habe nicht der Reichstag, sondern allein der oberste Kriegsherr. Sollte der Reichstag anfangen, die Rechte der Armee vertreten zu wollen, so bedeute das die Auflösung der Armee. Wenn es gelte, das Vaterland zu verteidigen, dann sei jeder Berufssoldat, ein Unterschied bestehe nicht. Hätte unsere Armee nicht ein so ausgezeichnetes Offizierkorps, bann würde sie nicht geleistet haben, was sie thatsächlich geleistet, Gott möge unser Vaterland vor einer Armee mit einem Offizierkorps im Sinne des Abg. Richter bewahren. (Lebhafte Zustimmung rechts; Oho! links.)

Abg. Richter (Hagen) erklärt, daß die Aeußerung deS Abg. Lenzmann, welche der Abg. v. Kardorff der verlogenen"Nordd- Allg. Ztg." entnommen, richtig also gelautet:Ich pfeife auf die Gebildeten, welche durch aller­lei Kniffe dem Arbeiter daS Wahlrecht entziehen." Millionen würden hingegeben, ohne daß darüber ein Wort verloren werde; aber sparen müsse man, wo es möglich. Die Mili- tärpenstonen betrügen mehr, als alle Einzelstaaten für das VolkSschulwesen zuzuschießen im stände seien. Es sei nicht zu billigen, daß Leute im Frieden pensioniert werden, die sich im Kriege als tüchtig bewähren. Seine Kritik richte sich nicht gegen Personen, sondern gegen die Verhältnisse. Nach einer Digresston gegen den Abg. Frhr. v. Schorlemer- Alst betont der Redner, daß man jetzt wieder bei der Theorie deS Junkertums angekvmmen fei, welche nach dem Ende Friedrichs des Großen in der Armee geherrscht. Alles, waS die Volkstümlichkeit des Heeres hebe, müffe er- strebt werden; aber gleichzeitig müßte auch die größte Spar- samk-it in militärischen Ausgaben obwalten.

Abg. Frhr. v. Minnigerode entgegnet dem Vor­redner und verweist auf die Anregung, welche die konser­vative Fraktion des Abgeordnetenhauses in betreff der BolkSschullehrerfrage gegeben. DeS Abgeordneten Richters Ausführungen Über die Erwerbsfähigkeit pensionierter Offi­ziere seien auch vom wirtschaftlichen Standpunkte aus un­richtig : da durch dieselbe die Konkurrenz der Arbeitskräfte Übermäßig vergrößert würde. Der Vorredner beklage sich über den Kastengeist des OsfizierkorpS; in Wirklichkeit habe das Volk vielmehr einen größeren Widerwillen gegen den parlamentarischen Kastengeist.

Nun kam Jcksen mit seinen beiden Töchtern, Leo, Adel­heids Bräutigam und BoguSlaw angaloppiert, hinterdrein der Wagen mit der Gräfin und Frau von Tezin und Tochter und unmittelbar darnach fuhren die Tiefenlehmer Damen auf.

Das Feld war versammelt. Es wurde stiller im Kreis. Man schaute flüsternd auf die Hauptpersonen. Fuchsow war nervös, aber Siegeszuversicht leuchtete auS seinen zwar etwas blassen, aber festen, manchmal zu -inem Lächeln ge­zwungenen Zügen. Hardenrnut that den Zuschauern nicht den Gefallen, ausger-gt zu erscheinen. Er besprach seine Chancen deS Rennens mit so groß« Selbstbeherrschung, daß er trotz deS wahrscheinlichen Mißlingen« vergnügter als gewöhnlich auSsah.

Die Fähnlein flatterten lustig im Wittte. Eine Schar Reiter, darunter auch der General, ritten die Hindernisse ab und erzählten zmückgekehrt von den grauenhaften Sprüngen.

ES kann loSgehen.

Der Herzklopfen erregende Moment war da, wo die Reiter die Ueberröcke abwerfen und in Dreß oder wie hier in ihren roten Röcken erscheinen Sie ritten ohne Gewichtsausgleich, Hardenrnut um zehn Pfund schwerer.

Fuchsow« Pferd, ein rehbrauner Wallach, hatte fett« famerroeife einen großen Fehler: es trat hinten stark durch und führte darnach seinen Namen Bärensuß. Sein 3t-her bestieg es undketscherte ihn etwas ab" in einer Strecke Galopp.

Heinrich hatte Sundcwit herumgeführt; auf der rechten Seite ging der alte Krumman und ließ keinen Menschen

Abg. v. Kardorff bemerkt dem Abg. Richter gegen­über, daß die Rechte in Militärsachen sich eine größere Reserve auferlege, sowohl in Rücksicht auf den obersten Kriegsherrn, als auch aus Dankbarkeit gegen die Armee. Seine Freunde feien auch überzeugt, daß sie damit den Wünschen des Volkes durchaus entsprechen.

Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst bemerkt dem Abg. Richter gegenüber, daß es zweierlei Kastengeist gebe: einen guten und einen schlechten; von dem guten habe et sich auch nach dem Austritt aus der Armee bemüht, möglichst viel zu behalten. Ein Gestnnungsgenoffe des Herrn Richter habe eS als Schergendienst bezeichnet, daß er (Redner) unter dem damaligen Prinzen von Preußen die Revolution bekämpft habe.

Abg. Richter (Hagen) begehrt vom Abg. v. Schor- lemer den Gegnern gegenüber etwas mehr Ritterlichkeit.

Darauf wird die Generaldebatte geschloffen.

In der Spezialdebatte wünscht bei dem Etat des Reichs­amts des Innern der Abg. Lingens, daß in den Berichten der Fabrikinspektoren ein Aufschluß über die SonnlagS- heiligung, über Wohlfahrtseinrichtungen, sowie über An­stalten zur Wahrung der sittlichen und religiösen Jntereffen der Arbeiter gegeben werde. Auch bezüglich deS Auswan- derungöwesens giebt er der Regierung einige Punkte zur Erwägung. Abg. Dr. Kapp kommt auf die Auswan­derung nach der Südsee zurück, die er in jeder Beziehung verderblich hält.

Regierungskommissar Geh. Legationsrat Reichardt erklärt, daß die Reichsregterung der Auswanderung nach Honolulu nicht mit verschränkten Armen gegenüberstehe, sondern die etwa nötigen Maßnahmen bereits in Erwägung gezogen habe.

Abg. Dr. Dohrn hält seine neulichen Ausführungen über die Auswanderung nach Paraguay den Angriffen der Preffe gegenüber aufrecht. Abg. Dr. R«e nimmt den Hamburger Senat und namentlich die Hamburger Rheder gegen Angriffe des Abg. Lingens in Schutz. Abg. Dr. Barth tritt für das Auswanderungshaus Hackfeld & Co. ein und will namentlich den Uebertreibungen entgegentreten, welche in der Frage der Auswanderung nach Honolulu hervorgetreten. Gelegentlich von persönlichen Bemer­kungen, die sich an diese Debatte knüpften, nannte der Abg. Dr. Dohrn den Herrn Andrüe Roman in Stettin einen bankerotten Gutsbesitzer". DerAbg. v. Kleist-Retzow erklärte, daß Herr Roman sein Freund sei, des Vorredners Aeußerung sei eine Verleumdung! Der Präsident Freiherr zu Franckenstein rief den Abg. v. Kleist-Retzow demnächst zur Ordnung.

Der Abg. Hasen clever knüpft an den Etat des Kriegsministeriums die Beschwerde, daß Sold ten zur Ver­folgung von friedlich spazicrengehenden Sozialdemokraten verwendet würden. KriegSminister von Kamele sagt eine Untersuchung zu, wenn ihm Einzelheiten mitgeteilt würden. Abg Richter kommt auf die Affaire Schleinitz an een Hengst heran. Hartensen war natürlich auch zu­gegen mit einem Viererzug von großen Einfahrwagen von Tiefenlehmer.

Daß alles, was irgend Zeit und Fuhrwerk hatte, auf ein paar Meilen weit herdeigeströmt war, verstand sich in dieser Pferdegegend von selbst. Nun kamen die Decken von Sundewit herunter. Erstaunen! In eine feine Stall- Halfter war das Gebiß, wie bei den Frachtsuhrgäulen, ein« gehängt! Die Schwerenöter waren dem kopfscheuen Gaul gar nicht an den Kopf gegangen. Wenn man ihm sonst mit dem Zaun in Augenhöhe kam, ward er ein Satan und blieb noch stundenlang aufgeregt, wenn man ihm den Zaum endlich über die Ohren ge rächt hatte.Schau eint an. Jetzt thut er ganz ruhig und reibt seine Nase an Heinrich« Aermel. Die Hohenbuchener sind Racker und können mehr als Brod essen." Die Wetten gegen Sundewit werden etwas knapper und manche Herren machen weniger spöttische Gesichter.

Und dal Dexel noch einmal 1* ruft Hans Klump. Da saß Hardenmut im Sattel-Ist er reinaeflogen? Ich sah e« nicht recht." Der Langenschnützer Gutsherr sah eS auch nicht. Sundewit schnaubt, bäumt eiwas, aber de« Reiters H md bleibt leicht, 6er Zügel locker. Sundewit bockt nicht. Warum bocke der Satin nicht?" fragen seine Gegenwetter.

Wie schön der Tag! Wie lieblich Feld, Flur und Wald! Tie Sonne scheint, der Wind kühlt so angenehm. Herrlicher August-Nachmittag. Aber die zwei reiten dort zum Kampf auf Leben und Tod oder wenn nicht um« Genick, so doch um ihre gesunden Glierm aßen.

(Fortsetzung folgt)