XVin. Jahrgang
Marburg, Donnerstag, 15. Februar 1883.
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Nein, nein, nein! Da« konnte die Tochter, die Nichte nicht annehmen. Doch Hardenmut erklärte: Das ist «Pieiblüte, hoffentlich bald ein Liebling seiner guten Rei- Itiin unv Herrin. Das weitere habe ich mit Reginald ab- »emacht.
Da hielt Heinrich einen Pfirsichblüt-Schimmel, weiß, rötlich angehaucht, schön wie der Morgen — eines Araber« Dichtersprache würde hier paffen, den, SchwanhildenS Größe angkmeffenen, edlen, starken, tadellos gebauten Trakehner M schildern. „ , . .
Heil anderthalb Jahren hat Hardenmut ihn als sein schönstes Pferd geritten, in den letzten Monaten noch besonders als Damenpferd.
Euler Purzel. Gegen «pfelblüthe kommst Du m keiner Weise an. Schwanhilde, Deinen Ehrgeiz doch etwas überschätzend, ist tchon ganz gerührt darüber, daß Du Dich über Undank beklagen wirst. Die alte Exzellenz, die Dich kaufen wnd und im Schritt und manchmal im Galöppchen im Berliner Tiergarten reitet, wird Dir doch nicht unwillkommen sein. Du wirst dann aber groß thun mit Deiner sogenannten Hochschule-Zeit. — Nachmittag« soll Schwan- Hilde Apfel"lülc mit Reginald« Geschenk- probieren. Der böse Bruder! Und auch er hat niemandem einen Wink ge- geben, daß der Gut-nachbar kein anderer war, al« sein Beowulf. Und er ließ sie ganz ruhig Über seinen Freund berichten. Wie hinterlistig! Aber er wird doch nicht krank geworden sein, weil er nicht geschrieben hat? Er ist sonst solchen Dingen so aufmerksam.
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von Geschlecht zu Geschlecht im Kriegsdienste bewährt hat. Innerhalb der Armeen, — deren Verwaltung ja noch heute in denselben ruhmreichen Händen liegt, denen wir die großen Erfolge von 1864, 1866 und 1870 verdanken, ist von Siandesunterschieden so wenig die Rede, daß auch das schärfste Auge eine Verschiedenheit zwischen adlichen und bürgerlichen Offizieren nicht ausfindig zu machen im Stande ist und daß der Eine wie der Andere mit gleichem Eifer und gleicher Strenge über die Aufrechterhaltung einer Tradition wachen, welche von jedem Offizier da« gleiche strenge Ehrgefühl und Standesbewußtsein verlangt. — Gerade dieser Zug in dem Verhalten und der Führung des deutschen Offizierstandes ist es, der den Unmut der radikalen Opposition besonders erregt. Statt, daß man die Formen militärischen Benehmens und militärischen Am standeS andern zum Muster empfiehlt, beneidet man dem Offizierstande die gesellschaftliche Stellung, welche derselbe errungen hat und sieht eS für einen mit der „Gleichheit" unverträglichen Uebelstand an, daß ein Stand an all' seine Mitglieder die Forderung stellt, stet« und Unter allen Verhältnissen der Zugehörigkeit zu der Gesamtheit eingedenk zu sein, welche in sich abgeschlossen ist und für welche gewisse Regeln der Ehre und des Anstandes unverbrüchlich Geltung haben. Um dieses Verhältnis, durch welches allerdings der Offizierstand sich von anderen Brufsklaffen unterscheidet, au« der Welt zu schaffen, sucht man in kleinlichster Weise die äußeren Formen der HeereSetnrichtung zu bemängeln, herab zu setzen und als unberechtigte oder kostspielige Einrichtungen anzugreifen.
Zweck dieser Angriffe ist eS, den von fortschrittlicher Seite sogenannten „Kastengeist" zu zerstören. Mag dieser Kastengeist dem Demckratentum ein Dorn im Auge sein, für unS ist es — wie Feldmarschall Graf v. Mollke im Reichstage betonte — der Geist der Kameradschaft, den zu pflegen wir um so mehr alle Veranlaffung haben, als wir vornehmlich diesem Geist die großen Erfolge in unseren letzten Kriegen mit verdanken. ES ist ein gefährliches Spiel, welches die Fortschritts- und Volkspartei mit ihren welcheglückenden nivellierenden Ideen, die sie auf die HeereSeinrichtungen übertragen wollen, treiben: mögen sie nie vergeffen, daß das Heer in seiner jetzigen bewährten Gestalt das Palladium des europäischen Friedens ist.
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u Ost« Monen bedenklich sei, weil dieselben in Prtnzipienfragen Reichende Beschlüsse fassen könnten. Abg. La «k er unterer B»! Mfate bett Wunsch de« Abg. Hasenclever; er meint, daß eS hme. , ' " ’ r ' ----'-I- A-txx»**—w—»a-
^ Bezüglich der Wahl de» Abg. v. Benda (6. Mägde- .^„ Wahlkreis) wurden ältere Beschlüffe für erledigt, Wahl des Abg. Landmeffer (2. Danziger Wahlkreis) Mr aültig erklärt. Bezüglich der Wahl des Abg. Hempel J3, Bromberger Wahlkreis) wurde ein älterer Beschluß für ttle Wahl de« Abg. Ruppert (1. Oberbäyerischer Wahl- wurde dem Anträge der Wahlprüfungtkommisston ge- «zb beanstandet. E« knüpfte sich an diese Wahl jedoch kinc prinzipielle Erörterung über die Tragweite solcher Beanstandungen, und wurde die allseitige Ueberetnstimmung darüber konstatiert, daß die Beanstandung der Wahl an sich .och kein Präjudiz für die Gültigkeit»- oder UngülligkeitS- Mrung bilden dürfe. Abg. Hasenclever sprach den Wunsch auS, daß, um den bisherigen Uebelständen in der Erledigung von Wahlangelegenheiten abzuhelfen und eine ädch» beschleunigte Förderung derselben herbeizuführen, am Beginn kiner Legislaturperiode zwei WahlprüsungSkommifsionen eingesetzt werten möchten. Abg. Frhr. v. Unruh-Bomst «achte dagegen geltend, daß die Einsetzung zweier Kom-
-am zweckmäßig sein würde, wenn die GeschäftSordnungS- errichtl Kommission sich mit Prüfung der Sache befasse. Abg. -eiltm Windthorst findet die Schaffung zweier Abteilungen bedenklich. Abg. Frhr. v. Heeremann (Vorsitzender der Wahlprüfungskommission) hebt die sachlichen Schwierigkeiten hervor, welche der schleunigen Erledigung der Wahlangelegen- heiteu, die allerdings wünschenswert sei, entgegmstehen. Die Einsetzung zweier Abteilungen empfehle sich de«halb nicht, weil die Erörterung der Prinzipienfrage sich stet« an einen konkreten Fall knüpften. Uebrigen« hofft er, daß in der Folge die Umstände die schnellere Erledigung der Wahlen ermöglichen werden. Auch Abg. Frhr. v. Minnigerode , erklärte sich gegen den Vorschlag de« Abg. Hasenclever, und % Demnächst wurce diese Frage verlaffen.
A Die Wahl de« Abg. v. EhlapowSki (6. Posenscher Wahl- >ener 8 kreis) wurde beanstandet. Aeltere Beschlüsse de« Reichstags, *-1 bezüglich der Wahl de« Abg. v. vernuth (8. Magdeburger Wahlkreis), wurden für erledigt erklärt. Die Wahlen de« Abg. Prinzen Hermann zu Solm»-BraunfelS (1. Koblenzer Wahlkreis) unv v. Colmar (1. Bromberger Wahlkreis) wurden beanstandet, und sind, wie in anderen ähnlichen Fällen, gewisse Erhebungen beim Reichskanzler beantragt.
Zu langer Debatte führte die Wahl des Abg. Leuschner (17. Wahlkreis deS Königreich« Sachsen). E« handelt sich
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b Blatte«, sowie dÄnnoncen-Bureaux von @ g. Daube u 6e in Frankfurt a. M.; JSgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalibendankin
Berlin; W. Tdiere« in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.
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Berlin, den 13. Februar.
«n der heutigen (52.) Plenarsitzung de« Reichstags m eine große Reihe von Wahlangelegenheiten zur Er-
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.«glich ander an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Ouattal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirte« SouutagSblatt" durch die Expedition « o chffche grf ch-wt»gttch ^dnan°enWema^n -o Postämter d-S Deutschen Reiches 8 Mark 60 Pfg. (excl. Besteag-bühr.- - JnserttonSgebühr für bu gespaltene Zelle 10 Pf«.
Guchdruaerey »ezogen ? der Expedition zu -rthellende Auskunft und Annahme von Adressen «erden 25 Pf«, berechnet.
dabet um angebliche irrige Anwendung des Sozialistengesetzes und namentlich um Beeinträchtigung der Wahlfreiheit durch Polizeiorgane, resp. die Gemeindevorstände, worüber besondere Beweiserhebung und dem entsprechend die Beanstandung der Wahl von der Kommission beantragt wird. Die Debatte ging ziemlich weit über den konkreten Fall hinaus und verbreitete sich über die Frage amtlicher Wahlbeeinfluffungen überhaupt. Der Antrag der Kommission wird angenommen.
Bet einigen anderen Wahlen werden die früheren Vor- behatte für erledigt erklärt. Nächste Sitzung morgen um 11 Uhr; Tagesordnung: Etatsberatung.________
Die Angriffe gegen Me dentfche« Heeres- Liurichtuugev,
welche die Fortschrittspartei bei Gelegenheit der Reichstagsverhandlung über den Militär-Etat eröffnet hatte, werden mit unvermindertem Eifer fortgeführt. Ohne Rücksicht darauf, daß die große Mehrheit des Reichstages die gegen unsere Heeresverwaltung erhobenen Anklagen abgewiesen hat, und daß weder die Nationalltberalen, noch die sogenannten Sezesfionisten Neigung zeigten, auf die Seite der fortschrittlichen Krittler zu treten, fahren die Führer der grundsätzlichen Opposttton fort, in den von ihnen abhängigen Organen über die angebliche Bevorzugung de« Adels in der Armee, über den Aufwand, der mit Uniformen und Mtlitär- bauten getrieben werde, über die große Zahl der Oekonomie- handwerker u. s. w. zu klagen und so zu thun,. al« hätte man nur nötig, i h n e n die Heeresverwaltung zu übertragen, damit alles bester, wohlfeiler und zweckmäßiger eingerichtet werde, als unter der Leitung der gegenwärtigen Regierung geschehen sei. Eine besondere Rolle spielt bei diesem im Tone äußerster Feindseligkeit gehaltenen Auseinandersetzungen, die Herabwürdigung des deutschen und namentlich deS preußischen Adels, den man wie eine feindliche in die Armee eingedrungene Kaste behandelt, bereit Einfluß dem Staate gefährlich zu werden drohe, W ob die Geschichte der letzten zwei Drittteile deS Jahrhunderts an Preußen und der preußischen Armee spurlos vorübergegangen wäre, werden Schilderungen auS den Zeiten des Verfalls der Einrichtungen Friedrich« deS Großen auSgegraben und Uebelstände, die vor den Freiheitskriegen ihr Wesen getrieben hatten, wie Vorkommnisse der jüngsten Vergangenheit behandelt und dem Volke warnend vorgehalten.
DaS deutsche Volk weiß, waS eS von diesen Kundgebungen einer politischen Richtung zu halten hat, die eS nicht vergessen kann, daß ihre vor 20 Jahren angestellten Versuche, die Militärreform unsere« Kaisers zu vereiteln, zu Schanden geworden find. Ganz Europa hat bezeugt, daß die deutsche Armee in bezug auf soldatische Tüchtigkeit, wissenschaftliche Ausbildung und ritterlichen Sinn unübertroffen dasttht und daß ihre Leistungsfähigkeit mit der Hingebung in engem Zusammenhänge steht, welche der Adel
Man hatte natürlich mit de« endlich erkannten Freunde Reginalds über ihr Zusammenleben in Kalifornien unendlich viel zu reden, vermied jedoch am heutigen Tage alle Auseinandersetzungen über die früheren Mißstände. Hardeu- mut war entschieden unruhig. „WaS hat er nur?" sagte sich der Kolibri. „Er schaut schon wieder nach der Uhr. Und warum hat er meine Mette so kritisch geprüft und mich wie ein Pferd gemustert, ob e« auch richtig gesattelt und gezäumt sei? Ich werde mich doch ohne Glossen zu SchwanhildenS Geburtstag putzen dürfen?"
Da, wie man zum Frühstück gchm sollte, hob sich Hardenmut, der die Pappelallee zum Herrenhause von seinem Sitze überschauen konnte und blickte aufmerksam in die Ferne: im schärfsten Trabe kam ein Wagen angerollt.
„Wer in aller Welt kommt denn daher wie mit brennenden Rädern? Da« sind ja wohl Ihre Pferde. Doch kein Unglück?" sagte erstaunt der General.
Jetzt fuhr der Wagen auf den Gutshof. Eine Gestalt erhob fich darin und grüßte mit dem Hut.
„Er ist da!" sagte Hardenmut.
„Wer ist da?"
Doch der s ltsame Gast eilte auS der Thür. Der Wagen hielt vor tem Hause und heran« sprang —
„Reginald I" rief die Mutter am Fenster. „Reginald!" tiefen die anderen und eilten dem Hineinstürmenden ent« gegen.
O Ueberraschung! O Wonne! O Anschaum, Umarmen, Fragen, Staunen, Jubeln! Sie halten sich in Armen, sie küssen sich und rufen doch immer: „Nicht möglich."
Nein, Hardenmut durfte jetzt nicht fortgehm. Er mußte bleiben und zum Nachmittage brachte Heinrich gleich für Reginald noch dft Pferd mit und Schwanhilde ritt auf
Deutsches Reich.
Berlin, 13. Febr. Dem Bundesrate ist der Konsularvertrag mit Serbien zugegangen. Der Vertrag ist nahezu identisch mit dem mit Griechenland bestehenden, zunächst auf 10 Jahre abgeschlossen unv dann von Jahr zu Jahr kündbar. — Die „Kreuz-Ztg." spricht die Ansicht auS, daß der Rücktritt des Kriegsmtnisters v. K a m e k e jetzt, nachdem daS MilitärpenstonSgesetz mit dem Anträge der Fortschrittspartei, betreffend die Kommunalbesteuerung der
Apfelblüte. Keine Frage: Der Schwan wird morgen die Schleppjagd mhreiten dürfen. Sie reitet herrlich ihr herrliches Roß. Schwester und Cousine erschienen Reginald wie Wundergebilde. Er staunte sie an. Welche Blume, sich frisch entfaltend war Jsolive, welche leise sich öffnende Knospe Schwanhilde! Und der Geistevhauch, der um beide wehte! Nur das Reine und Edle durfte hier athmen .. . Aber nur wenn Hardenmut, der ja Apfelblüte genau kannte, ihr Begleiter sein könne, würde Schwanhilde mitreiten.
Nach dem Spazierritt empfahl sich der Hohenbuchmer und die Familie gehörte sich allein an ... Es wurde späte, späte Nacht, ehe sie sich trennte.
Der wichtige Morgen tagte, wo der Pradower Jagdjunker Baron Fuchsow auf Bärenfuß gegen den Hohen- buchener Bären oder Master Bevwulf, wie ihn Reginald noch immer zu nennen pflegte, den Strauß auSfechten sollte. Hernach Schleppjagd. Dann für den engeren, geladenen KreiS Diner bei Graf Jcksen. Die großen Evenement« drängten ja einander. Diese Ueberroschungen l Der Seeräuber ein Oberst, Waffengenosse eines LordS, Besitz e von Sundkwit, wird den Hengst reiten! Ernte hin, Ernte bet! Dies sind AuSnahmctage. Inspektoren unv Knechte sollen desto fleißiger sein.
BoguSlaw führ von Schönstrand gleich nach Schloß Kieselacker, wo er mit Jcksens zu Pferde stieg.
Apfelblüte wurde voraufgeschickt. Unsere drei Damm fuhren im Vierzug der Füchse k la Daumont zum Rende- vouS, wo Schwanhilde nach Umständen ihr Pferd besteigen würde. Natürlich waren ihre Mutter und der Kolibri in außerordentlicher Aufregu g über den kübnen Schwan, wenngleich sie sich auf die Mitreiter verließen und der