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xvm. Jahrgang.

Marburg, Mittwoch, 14. Februar 1883.

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tionen unterstützt, dagegen von fortschrittlicher und sczessto- nistischer Seite bekämpft. Zunächst erfolgte inzwischen die auf Antrag de« Abg. Richter (Hagen) namentliche - Abstimmung über die Borfrage, ob die Abstimmung über jenen Antrag des Abg. Windthorst sofort oder erst nach be­endigter Beratung des zur Beratung stehenden § 9 erfolgen solle. Die Vorfrage wurde mit 141 gegen 109 Stimmen dahin entschieden, daß die Abstimmung über den Antrag des Abg. Windthorst sofort zu erfolgen habe und, demnächst der letztere per majora angenommen, also die Vorlage an die Kommission zurückveiwiesen.

Auf der Tagesordnung erfolgte die zweite Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen von Angehörigen des Reichsheeres und der kaiser­lichen Marine (Reliktengesetz). Auch diese Vorlage wurde ohne weitere Debatte, einem Anträge deS Abg. Windthorst entsprechend, in die Kommission zurückverwiesen und letztere zugleich beauftragt, schriftlichen Bericht zu erstatten.

Es folgt der Bericht der Kommission über die kaiser­liche Verordnung, betr. den Verkehr mit giftigen Farben. Abg. Günther plaidiert für unveränderte Annahme der Vorschläge. Die Kommission betont die Notwendigkeit einer baldigen Regelung der Frage auf dem Wege der inter­nationalen Vereinbarung. Bundeskommissar Abg. Köhler befürwortet ausführlich die unveränderte Annahme der Ver­ordnung.

Bundeskommiffar Eulenburg empfiehlt gleichfalls im Gegensätze zum KommisstonSantrage Beitritt zur unver­änderten Annahme der Verordnung, ebenso Bundeskom­miffar Fleck. Nachdem noch Abg. Böttcher seine sym­pathische Stellung zu der allerhöchsten Verordnung aus­gesprochen hat, wird die Debatte geschlossen und der KommisstonSantrag angenommen und die auf die inter­nationale Regelung des Verkehrs mit Gift bezügliche Reso­lution genehmigt. Nächste Sitzung Dienstag, 12 Uhr.

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Missionen, so kann er zwischen zwei Stühlen sitzen bleiben ; übernimmt er, im Glauben, den Zuschlag nicht zu erhalten, andere Arbeiten, so kann er plötzlich mehr Arbeit haben, als er leisten kann.

2. ES ist teilmeise noch Sitte, Nachgebote anzunehmen, ohne den billigsten Submittenten davon zu benachrichtigen. Derselbe glaubt, ihm sei der Zuschlag erteilt, weil er daS Submisstonsprotokoll unterschrieben hat, und erfährt oft erst nach Wochen auf seine Anfrage, daß ein billigere» Nachgebot eingelaufen und berücksichtigt worden ist.

3. Heute gilt teilweise noch die Praxis, daß eine höhere Instanz deS Bestellers in seiner eigenen Sache endgültig entscheidet an Stelle eine« von beiden Kontrahenten gebil­deten Schiedsgerichtes.

4. Von manchen Behörden werden die Abrechnungen außerordentlich lange verzögert, sogar für ganz fertige Arbeit oder wegen weniger, ohne Schuld de» Lieferanten noch nicht aufgestellter Teile, ohne daß auch nur eine Ab- schlagszahlung gegeben wird.

5. Die Abrechnungen haben zuweilen einen sehr weiten Weg zu durchlaufen, ehe sie zahlfähig werden. Der Direktor Euler gab folgendes Beispiel: a) Betriebsinspektion, b) Ex­pedition, c) Vorsitzender, d) technischer Dezernent, e) bau­technisches Bureau, fj wieder technischer Dezernent, 8) Kal­kulator, h) Kassenkurator, i) Hauplkasse, k) Uebersendung zur Anerkennung an den künftigen Empfänger, I) Rück­sendung, m) Uebersendung der Quittung, n) Rücksendung der unterschriebenen Quittung, o) Geldsendung.

Diese Klagen der Submittenten lasten sich noch weiter aurdehnen, besonders in bezug auf die technischen Be­dingungen.

Unter den verschiedenen Regierungen hat daS preußische Ministerium für öffentliche Arbeiten daS meiste Entgegen­kommen gezeigt, Intern es schon im Juni 1880 allgemeine Verfügungen erließ, welche die hauptlächlichsten Klagen der Industriellen beseitigten. Es wurde durch dieselben der Grundsatz, der Gleichberechtigung zwischen beiden Kontra­henten, Aufstellung eines wirklichen Schiedsgerichts, Weg­fall der Jnsertiv' «kosten für den Unternehmer, bestimmte Angaben der N bearbeiten, Frankatur der Korrespondenz, Vorschriften über volle und rasche Zahlungen u. s. w. festgesetzt.

Der Kardinalpunkt der bisher ausgesprochenen Klagen ist aber die Art und Weise des Zuschlags bei dem soge­nannten allgemeinen SubmtistonSverfahren. Zu demselben wird jeder Bewerber zugelaffen. Je nach den Bedingungen behält sich die Behörde freie Auswahl unter allen Bewer­bern vor oder erteilt unbedingt dem Billigsten den Zu­schlag. Die erwähnte preußische ministerielle Verfügung bestimmt, daß die Behörde die Auswahl unter den drei Niedrigstfordernden hat.

Wir haben die (Überzeugung, daß jede Form deS Zu-

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«uS,,vrowulf".*)

Sportroman von Carl Manno.

Wie rannen im saufenden Lustgezisch Vorüber die blauen Weiten!

Mir ward so froh, so srei und fnsch, Al» wollt' ich gen Himmel retten.

Strachwitz.

Rosenkönigin l Welche Opfer Deiner Lieblingeblumen bringt man Dir I Du selbst wirst Lust haben zu weinen, »tun Du im Garten die Stöcke siebst, welche die Gärtner »"barmherzig ihre« Schmucke« Deinetwegen beraubten. Auch h Hohenbüchen sinken viele Rosen für Dich in den Tod an) auch die Müllerin windet einen großen Rosenkranz und auch die alte Frau, welche Du unterstützest und oft besuchst, bindet einen Strauß, einen bäurischen Strauß, aber t8 sind viele Sprüche wahren DankeS und guter Wünsche b«zu gemurmelt vielleicht haben diese Zaubersprüche bvch noch Wirkung.

Du verursachst schwere Arbeit, aber sie wird gern ge- W Rieke voran ist unermüdlich. Kaum stnd die Gäste tot, so wird der Gartensalon gescheuert; bei dem ersten Tageslichte wird geschmückt. Aber vom Gärtner von Hohenbüchen geleitet, kommt ein mit Leinen verdeckter ^agen an, darin ist ein Rosenkranz, so groß, Schwan- Wt>e, daß Du mit Jsolide darin stehen könntest, wie Matta tod der Engel in Veit Stoß' Englischem Gruß. Durch tot mußt Du heute in das Wunschzimmer gehen.

Wegen des späten Festes ist heute statt um sieben, erst a® neun Uhr Kaffee.

, *) Mit Genehmigung d«S Herm Verleger« Otto Jank«

Weib sind Feinde. Nur als Siegerinnen können wir ge, ruhig Üben; sonst sind wir Sklavinnen. Schlage, besiege, wirf nieder die Frechen! Demütige die Stolzen 1 Stoß' bei Seile die Gemeinen! Aber schone die Schwachen, treib' kein Spiel mit den Tboren, welche thöricht gemacht hast, habe Mitleid mit den Besiegten, die Deiner Gnade würdig sind. Und nun gehe hin und sei siegreich, wie Deine Mutter war!"

O Himmel, Rieke! Schöneres hast Du nie gesehen. Du weinst und lachst in einem Athem. Dieser Ritter- Schuhanzug übertraf alles, was Du bisher erlebtest. Selbst die Hochzeitsrede für D ine Schwester erschien Dir nicht so feierlich und intereffant und lustig zugleich.

Und nun kommt die Post. Briefe, auch noch Packetchen, von der Prinzessin Gudula und ein Geschenk von deren bei­den Geschwistern, dem Fürsten FlumerShau« und der Fürstin Alembik ein Prachtgeschmeide, welches Schwanhild, wie das de«KalifornierS" Herrn Walther, bestürzte und auch sonst Bewegung hervorrief.

Aber kein Brief von dem geliebten, unaufmerksamen Bruder, deffen Geschenke ja reizend stnd darunter ein wunderschöner Damensattel mit Zaumzeug, aber kein Brief!

Schlag elf Uhr trat Hardenmut ein. Voran, unver- kmnbar von Heinrich auSstaffiiert, höchst vergnügt mit seinem krstoffilen Kopf auS einer ungeheuren Blumenkrause schauend, und ein Körbchen mit weißen Rosen im Maul, geht Loki. Dann gratulierte sein Herr und sagte: »Er­innern Sie sich meiner Bedingung beim Verkauf der Pferde. Mein Geschenk, daS heißt meine vorher verabredete Zugabe und mein Dank für meine Lebensrettung steht draußen, da ich ihn nicht in die Stube mitbringen kann."

(Aortfetzm», felgt)

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Burraux t>on®. L. Daube u So. in Frankfurt a. M.; Jäaersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvaliderdanlin Berlin; W. Tbienes in Elberfeld: 6- Schlotte in Bremen.

""" Das Submisfiouswefe«. - -

In einer Versammlung des Mittelrheinischen Fabrikanten- Vereins, 1882, wurde das SubmisstonSwesen von dem Direktor Euler-KaiserSlautern eingehend besprochen. Der­selbe verlangte in seinem Vortrage die Regelung deS Sub- misstonswesens seitens des Reiche«,damit", wir er sagte, endlich die engherzigen Kirchturmintereffen, wie sie in einigen deutschen Ländern noch herrschen, verschwinden und die Bewohner benachbarter Kreise nicht länger al« Aus­länder behandelt werden." Die von ihm angeführten Nebel- stände im Submisstonswesen stnd zuweilen allerdings dra­stischer Natur, wie folgens Beispiele erläutern:

1. Die längere Zeit hinausgeschobene Genehmigung deS Zuschlages (nach jetziger Praxis 4 bis 8 Wochen) hemmt den Submittenten in seinen weiteren Geschäftsoperationen. Rechnet er auf den Zuschlag und versäumt andere Sub-

Um zehn Uhr ist Beglückwünschung und Du wirst ins Geschenkzimmer genötigt. Mein Himmel! Du bist aber für Geschenke auS lieber Hand noch ein recht nettes Kind 1 Du freust Dich fo; Du weinst sogar beim Dank. Aber auch welche» Uebermaß von Liebe! Welche Jachen! ES ist zu viel! Die Kleider, die Spitzen, der Schmuck, die hun­dert hübschen Dingel Die Mutter hat sich beraubt; der Onkel muß seinen Geldschrank, Jsolide ihre Börse geleert habenl Und von Reginald stnd Geschenke dal Und auch unter anderen Packeten ein» für Dich und Jsolide von Herm Walther! Sein Inhalt bestürzt: er muß Summen l0^fn®a« stnd Deine neuen Ritterrüstungen, Schwan," faste" der Kolibri pathetisch,heute wirst Du mit dem acht- »ebntm Jahr für weiblich wehrhaft erklärt und vom Back­fisch zum Fräulein erhoben. Sieh hier diese Ballschuhe. Dieses Paar erhebe nach einander Deine Füße auf diesen Stuhl ziehe ich Dir an anstatt der rittkrlichen Sporen. Mögen sie Dich von Sieg zu Sieg tragen Sans peur et sans reproche 1 Diese Schleppe ist Dein Streit« roß. mit dem Du einher galopierst; ein richtiger Ruck mit bem Fuß und es ist dieselbe Wirkung, als ob Du mit Hand und Fuß Dein Roß tummelnd Deine Gegner durch­brichst Diese Spitzkragen sind Deine Schilde! Diese Kleider Dein Harnisch! Möge niemals ein nobleres Herz hinter einem Panzer geschlagm haben. Lanzen und Schwert erhälst Du nicht. Du hast sie schon. Jene« stnd Deine Augen: diese« ist Deine Zunge. Sei dieselbe diamanten In Wahrheit und Schneide wie RÄands Durindarte; auch Dir dürfen Kieselblöcke nicht wiederstehen. Und nun fei eine streitbare Heldin, Schwanhilde. Stehe ein für die Ehre unseres schwgchen Geschlechts. Vergiß nicht: Mann und

..nimmt entgegen:

IffÄition d. Blattes. - ÄnnonceN'Lureaux ^Dietrich u. So-in -Ü und Hannover; Th.

in Frankfurt a M ;

V rft,in u Vogler in auikliI°.Ät <-- '3t

JJ, Mn Rudolf «Ä- in Brrlm, Frank- M'furi a. M- ic- ________________________________________________________

Suchbruaerey vezogen */. btr Spedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werben 25 Pf«, berechnet- .

Berlin, den 12. Februar.

«n ter heutigen (51.) Plenarsitzung de« Reichstags der Gesetzentwurf, betreffend die Kontrolle des Reich«- Kw fl, 1882/83, ta Wit« --!»»- dchMv

, xr @<f(6äfl«orbnung«. Äommlfll« ftottete

y/1,1f her Abg. Schröder (Wittenberg) über den An- ,a W aUf Erteilung der Genehmigung zur Fortführung de« r In tern königlichen Amtsgericht VI zu Frankfurt a. M.

die Reichstagsabgeordneten Frohme und Geiser wegen UwiderhandelnS gegen § 263 deS ReichS-StrafgesetzbucheS ttühängigen Untersuchungsverfahrens Bericht. ES sei die« ßot ' etfte Fall, wo die beantragte Genehmigung zur straf- Pstll« Michen Verfolgung eines Mitgliedes dieses Hauses sich QUf keine Anschuldigung politischer Natur bezieht; umso- Sateli ';aer glaubte die Kommission von dem bisherigen Ver- ----Vn abgeben zu sollen. Der Abg. Geiser ging kurz f die bezüglichen tatsächlichen Vorgänge ein und bat, Anträge Folge zu geben; die Untersuchung werde den gründ der Beschuldigung ergeben. Der Antrag der .mmisston, die Genehmigung dazu zu geben, daß die ge« a'nnten Abgeordneten auf Grund deS S 263 deS ReichS- afaesetzbnchS zur Untersuchung gezogen werden, wurde nächst vom Hause erteilt.

Bei Fortsetzung der z,veiten Beratung der Novelle zum ilitärpenstonsgesetze nahm heute zuerst daS Wort

Lundesbevollmächtigter Kriegsminister von Kamele, cher, nachdem er sich in kurzen Worten gegen die neu­en Ausführungen der Abgg. Richter (Hagen) und Wtndt- rst gewandt hatte, die Gründe wiederholte, weshalb daS tut Gesetz keine rückwirkende Kraft haben könne. Wenn m andere positive Vorschläge in dieser Richtung mache, z bisher nicht geschehen, werde die Militärverwaltung ste mit aller Sympathie in Erwägung nehmen. Der antrag, die aktiven Militärs zur Klaffensteuer heranzu- jiehen, stehe mit der Vorlage in keinem Zusammenhänge; it Regierung halte den gegenwärtigen Augenblick auch für . , durchaus ungeeignet, in der Kommunalbesteuerung Aende- \. rangen eintreten zu lassen. Der Herr Kriegsminister be- tont schließlich unter Hervorhebung der ruhmvollen Sei« 1___s ßungcn unserer Armee, daß sie da« Palladium deS euro-

" j Aschen Friedens sei, und er hoffe, daß der Reichstag der Ärmee das nicht versagen werde, was er anderen StaatS- V>1H, di nein gewährt, und zwar nicht al« Almosen, sondern aus Exp-di «echt und Billigkeit! (Lebhafter Beifall rechts.)

[i An diese Rede knüpfte sich eine lange, teilweise erregte __- Geschäftsordnungs-Debatte, in welcher der Aba. Windthorst ttn Antrag stellte, den Entwurf mit den bezüglichen An­trägen in die um 7 Mitglieder zu verstärkende Kommisston iU ÄL zuruckzuverweisen. Der Antrag wurde von dem Abg. von r 168 Bennigsen, sowie von den Rednern der beiden rechten Frak-