«r. so
Marburg, Dienstag, 6. Februar 1883.
xvm. Jahrgmg
Wcheßschc Ieitiliig
r-
m
bruar l dnicke gebracht seien. Damal» habe man mehr Stil, mehr
üesthetik bei den Postbauten verlangt und gegen den Kasernen«
Ubr an,
9
merwa^
-y*
zugleich auf die nicht unerhebliche Zahl von Bauten bin, welche in den folgenden Jahren notwendig werden. Die Verwaltung geht von der Auffassung au», daß e» im Interesse des Dienstes nölig sei in allen Städten mit 10 000 und «ehr Einwohnern eigene Postgebäude zu besitzen. Betreff» der Ausführung der Postbauten hob der Staatssekretär die Prinzipien hervor, welche für die Verwaltung maßgebend
bruar
3 Uhr, walde ft eben:
(nahe i
er
IQ
„Und dachten Sie, der ar. e Student, nicht auch an die Reichtümer Diana» von jpaumont ?" fragte Diana er ttgr und mit einer gewissen Trllnahme für die Schildemngm Carlos.
„Nein, Diana, ich wollte nur Deine Liebe und sonst nichts. Mein ganze» Verbrechen ist, thöricht gehofft zu dabm, daß meine Liebe Gnade vor Deinen Augen finden werde. Ich bin zwar ein in diesem Lande unbekannter junger Mann, aber nicht arm, wie man Dir gesagt. Dort
dem schönen Italien, finde ich die reiche Erbschaft meine» Pater». Ich armer Thor Halle gehofft, Dich dahin zu führen I 3$ hatte geträumt, daß «ein durch Deine Gegenwart verschönerte» Hau» fortan zwei Glückliche beherbergen würde! Oh, wenn Du die Tllel und Reichtümer so tief pachtetest wie ich, wenn Du, wir ich, diese falsche und trügerische Welt kenntest, wie gerne würdest Du an mein dvn wahrer Liebe und Freundschaft erfüllte» Herz flüchten, ^h, Diana, wenn Du wüßtest, wie ich Dich liebe, würdest Mi mich trotz alles Vorgefallenen nicht so grausam von Dir stoßen!"
Reichstag.
Berlin, den 3. Februar.
In der heutigen (45.) Plenarsitzung de» Reich »tag» machte der Präsident v. Levehow Mitteilung von dem gingange eines Schreiben» de» Herrn Reichskanzler», worin bit Genehmigung des Reichstag» zur strafrechtlichen Verfolgung der Abgg. Geiser und Froh me in der bekannten Eisenbahnfahrt-Angelegenheit erfordert wird. Da» Schreiben fflirb der Geschäftsordnungs-Kommission überwiesen. — Für die Ueberschwemmten sind weitere Beiträge eingegangen.
Bei Fortsetzung der Beratung de» Etat» der Post- und Telegraphenverwaltung führten auch heute die Anträge de« Abg. Baumbach rc. betreffend die größere Spezialisierung des Etats zu längerer Erörterung. Die Abstimmung bleibt der dritten Lesung Vorbehalten. Für Beförderung der Posten, sowie für Anlagen im Jntereffe de» Postbeförderung»- dimstes werden statt der beantragten 14000000 Mk. nur 13650 000 Mk bewilligt.
Bei dem Abschnitt „Baukosten" nimmt der Abg. Stoll (Greifswald) die Baubeamten gegen dir vom Abg. Reichen- sperger (Crefeld) namentlich im Abgeordnetenhause erhobenen üorwürfe, welche vollständig unberechtigt feien, in Schutz. Abg. Reichensperger erklärt, daß er seine Anschuldigung nicht ohne tatsächliche Begründung ausgesprochen habe. Nach weiterer unerheblicher Debatte werden dann die fortdauernd-n Ausgaben dieser Verwaltung erledigt.
Von den einmaligen Ausgaben werden die ersten 16 Titel, welche sämtlich weitere, beziehungsweise die letzten Bauraten enthalten, debattelo« genehmigt.
Im Titel 17 werden zur Herstellung eine» Dienst- gebäudeS in Köthen als erste Rate 80000 Mk. gefordert; die Kommission beantragt, nur 60000 Mk. zu bewilligen. An diese Position knüpft sich alsbald eine allgemeine Debatte über Angemessenheit und Zweckmäßigkeit der Postbauten. Abg. Dr. Möller kündigt eine bezügliche Resolution für die dritte Lesung an.
Abg. Reichensperger (Crefeld) führte au», daß die Postbauten zu luxuriös und kostspielig hergestellt werden.
Staatssekretär Dr. Stephan wie» darauf hin, daß vor 10—15 Jahren gerade in einer der heutigen entgegengesetzten Richtung die Wünsche dr» Reichstags zum AuS-
»0 s ! i U etzlar. l gesucht, ehen t>n d. Bl. I
Der falsche Prinz.
Erzählung von Th. von Aschenberg.
e
lar
„Meine Liebe war nur z« wahr, um Dich nicht zu rühren," fuhr Carlo fort, „und ich ließ mich fortreißen «it geschlossenen Augen, um dm Abgrund nicht zu sehen, der sich unter meinen Füßen aufthat. Und doch wollte ich Dir mehr als zwanzig« il das schändliche Spiel offenbaren, ju dem mich meine Liebe und der rachsüchtige Baron ver»
"gonert*
>ett.
„•eigen nimmt entgegen: (jypebition d. BlatteS, r'.ie s.Ännoncen-Bureank ° JS- Dietrich u. Co. in -„ff., und Hannover; Th. ^tr>4 'N Frankfurt a M; Lflfenftein u. Vogler in &rt a. M., Berlin, Uj'9-, Köln rc.; Rudolf «sffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
Jet Stritte, 6-1 cm start
Küpdi te, 2-5i cm start :t, 3,2 i irt : Hoff
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatt«», sowie d.Annoncen-Bureanx von El. L. Daube u. te in Frankfurt a. M-; Jäaersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidevdankin Berlin: W. Thienes in Elberfeld; ». Schlotte in Bremen-
ringerm weit landeinwärts belegenen landwirtschaftlichen Brennereien, deren Spiritus vorher im Jnlande durch SpirituSfabrikm rektifiziert wird, nicht hinter der that« sächlich entrichteten Steuer zurückbleibt, wenn die starken Verluste durch Schwindung und Leckage beim Exporte, die oft hervortretende Notwendigkeit der Verarbeitung kranker oder wenig stärkehaltiger Kartoffeln, Betriebsstörungen u. f. w. gebührend in Rücksicht gezogen werden; 2. ob und inwieweit die bislang erfolgten Beschwerden darüber, daß Spiritus auf deutschen Eisenbahnen zu einem höheren Tarifsätze verfrachtet wird al» Zucker, begründet erscheinen, und inwieweit diese höheren Frachtsätze den deutschen Spritexport zu schädigen geeignet sind; 3. ob ohne wesentliche Schädigung der fiskalischen Jntereffe» dm Brrnneretbrsitzern für die Förderung de» GährungSprozeffe» tm Maischraume größere Freiheiten gelaffen werden können, al» sie da« bestehende Gesetz zuläßt; 4. ob und inwieweit die bestehenden Zolltarife anderer Länder den Import deutschm Sprit« verhindern und ob etwa die Ermäßigung der spanischen, italienischen und französischen Zölle für Spiritus durch Ermäßigung der deutschen Weinzölle erzielt werden und im wirtschaftlichen Jntereffe Deutschland» liegen könnte. 2) Bel dieser Enquete nebm technischen Autoritäten in der Spiritus-Industrie und den Inhabern großer Spiritus- Ezportfirmen, namentlich auch die Besitzer von größere«, mittleren und kleineren landwirtschaftlichen Brennereien vernehmen zu wollen." — Zum Antrag Hatzfeld betreffend die Kontingentierung der Börsensteuer schreibt die „Germania": „Die Hauptschwierigkeiten liegen darin, daß 1) der Antrag eine vollständige Scheidung der Fond»- und Produktenbörse statuiert und die oft recht zweifelhaften und keineswegs schonungsbedürftigen Spekulationen an letztere ganz unbesteuert läßt, und daß 2) die Gefahr vorliegt, daß die wildeste Spekulation sich von dem teuren Boden der anerkannten Börse weg in unkontrolierbäre Winkelbörse« flüchtet und so nicht nur Steuerfreiheit, sondern auch die Gelegenheit zur ungehemmten Entartung erlangt. Wir fürchten, daß die an sich recht schöne Idee an letzterem Punkte zu Grunde geht." — Die „Kreuz-Ztg." schreibt: „Die Regierung hat sich bei der Beratung dr» Anträge» Ackermann, die Lehrt ngSfrage betreffend, vollständig passiv verhalten. Diese Thatsache könnte schon deshalb einigermaßen befremden, weil e» sich in diesem Anträge doch nur um die Wiederaufnahme einer Bestimmung au» dem 1881er Entwurf handelte, die bei der damlligen Abstimmung durch einen Zufall abgelehnt worden war." — DaS kaiserliche statistische Amt veröffentlicht in seinen Monatsheften regel« mäßig für eine Reihe von wichtigen Waren monatliche Durchschnittspreise im Großhandel, wozu da« Material von den Handelskorporationen (im Ganzen 29) der für die betreffenden Waren maßgebenden deutschen Plätze geliefert wird, und daS Reichsamt hat dadurch den Grund
eine« Klosters aufthun. Dort werde ich mein verlorene» Glück beweinen!"
„Diana! Du haftest mich also nicht? ... Du könntest mir verzeihen?" fragte Carlo in einer seltsamen Art innerer Erregung.
„Den Spott der Well ... ja, den verzeihe ich Ihne« gern," erwiderte Diana, „aber den Schmerz, den Sie meinem Herzen bereitet, kann ich Ihnen nie verzeihen."
«Ach, Diana, wenn Du nur glauben wolltest, daß die Liebe allein mich irre geführt, so würdest Du mir verzeihen. Du würdest dann nicht mehr in mir den Betrüger sehe«, der feig einen falschen Namen einsetzte, um Dich und Dein Vermögen zu bekommen, sondem einen Unglücklichen, der seine Freiheit und seine Ehre geopfert, um Deine Liebe in einem kurzen Traum zu gewinnen; dann würdest Du die Welt verlassen, nicht um in ein Kloster zu gehen, sondem um nur Deinem Gatten zu folgen. Du würdest ihm nicht Deine Reichtümer geben . . . sondern Du würdest nöttgen- falls seine Armut mit ihm teilen . . . Ach, wenn Du da« thust, Diana, so bist Du groß und edel unter allen Frauen. Mein Leben und meine ganze Seele würde nicht hinreiche«, so viel Edelmut Deine« Herzens zu belohnen!"
Diana zitterte. Schwere Thränen floften ihre Wange» herab; die schmerzliche Stimme Carlo« erweckte ihre ganze ehemalige Liebe zu ihm.
„Wa» würde die Welt dazu sagen," murmelte sie. „Oh, t« ist unmöglich l Ich kann Dir nicht folgen, Carlo! Aber Du kannst fliehen; ich will mich nicht rächen und mein Onkel soll e« auch nicht, denn durch Rache kann ich doch nicht wieder erlange», was ich verlorm. Lebe wohl, unglücklicher Carlo, lebe wohl auf ewig I"
(frttfe**M folgt-)
eresscnüH ftil gesprochen. Demnächst legte er eingehend die Not- Wendigkeit der bisher auSgeführten Bauten dar und wie«
6. Jan. i •flermeii tpp-
|OT
sind, und die zum Teil in einer Bauinstruktion niedergelegt sind, die von den ausführenden Baubeamten streng befolgt werden. Die Verantwortung für die Bauten übernehme er also vollständig selbst. Von Luxu» sei bei den Postbauten keine Rede; dieselben würden nur solide, nach ästhetischen Rücksichten und in einem dem betreffenden Orte angemessenen Stile autgeführt.
Abg. Stoll ist vollständig mit den Intentionen de« Herrn Staatssekretär» bezüglich der Bauausführungen einverstanden; zu große Sparsamkeit würde nur nachteilig wirken. Abg. Münch teilt dagegen diese Auffaftnng nicht; er will größere Sparsamkeit und jeden Luxu» vermieden wissen. (Die Abstimmung über die Resolution erfolgt bei der dritten Lesung.) Der Antrag der Kommission auf Streichung der 20000 Mk. bei dem Titel: „Neubau eine» Postgebäude« zu Köthen" wird angenommen.
Die Forderungen für die Postgebäude in Schlettstadt und Verden werden ohne erhebliche Debatte nach den Anträgen der Kommission erledigt. Bei dem Titel: „Postbau in Hamburg" erhebt sich eine längere Debatte, wobei Staatssekretär Stephan, Bundesbevollmächtigter Krüger und der Abg. von Kardorf den Abstrichen der Kommission gegenüber daS Bedürfnis, «amenttich die Dringlichkeit de» Baue», befürworten. DaS Hau» beschließt konform den Anträgen der Budgetkommisston, zur Bestreitung der Miete infolge de» zur beabsichtigten Herstellung eine» Dtenst- gebände» in Hamburg abgeschlossenen Tauschvertrags nur 64000 Mk. zu bewilligen. Auf den Antrag be» Abg. Löwe werden noch 30000 Mk. hinzugefügt. Die zu den Projektierung»- und Nivellierungsarbeiten für die Postgebäude in BreSlau, Bernburg, Kulm und Offenbach geforderten Baukosten werden «ach den Anträgen der Kommission genehmigt. Die Baurate für da» Postgebäude zu Leer wird gestrichen.
Die Bauraten für die Postgebäude zu Saalfeld, Wetzlar, Bromberg und Benthen werden nach den Kommission«- ««trägen genehmigt, dagegen werden die Bauraten für die Postgebäude zu Küstrin und Pösneck gestrichen. Fortsetzung am Montag.
Deutsche- Reich.
Berit«, 3. F-br. Die Nachricht, der hiesige französische Botschafter, Courcel, beabsichtige zu demissioniere«, ist völlig unbegründet. — Zu dem Etat der Zölle und Verbrauchssteuern auf da» EtatSjahr 1883/84 hat der Abg. v. Kardorff in der Budgetkommisston des Reichstag» folgende Resolution eingebracht: 1) Eine Enquete über die Lage der deutschen SptrituS-Jndustrie zu veranstalten, um durch dieselbe diejenigen Ursachen feststellen zu lasten, welche den Stillstand beziehungsweise den Rückgang be« deutschen Brennereigewerbes verschulden, insbesondere zu ermitteln: 1. ob die Steuerrückvergütung beim Exporte für die ge-
Die Stimme Carlo» war so sanft und einschmeichelnd geworden, er war in seiner knieenden Stellung so demütig und schön und schien so wenig al« ein wirklicher Betrüger, daß Diana ihren Kopf abwendete, um ihn nicht mehr zu sehen, und ihre ehemalige Liebe für ihn nicht wieder auflodern zu lasten, obwohl ste ihm aber ohne Widerstand die Hand überließ, die er ergriffen.
„Diana," flehte Carlo weiter, „gehen Dir denn meine Worte gar nicht zu Herzen? Wird Dein Stolz nicht vor so vieler Hingebung weichen? Willst Du wirklich der Welt und Deinem Stolze einen Mann opfern, der Dich mehr liebt al« alle andern? In einigen Monaten willst Du wieder in der Welt glänzen und bann einem vornehmen Manne au« Deiner Umgebung, bie Dir doch alle so sehr zuwider sind, Dein Herz zu Füßen legen, da» Du mir gegeben hattest, die Hand reichen, bie mir gehörte .... die ich aber gern frei gebe, weil ich bereit wäre, selbst mein Leben zu opfern, wenn ich Dich dadurch glücklich machen könnte."
„Nein, nein, Carlo, ich werde keinem andern die Hand reichen, die ich Ihnen zugeschworen l erwiderte Diana jetzt mit Thränen. „Ich habe Sie geliebt und Sie werben nie den Schmerz begreifen, den sie mir bereitet. Als mir heute im Salon der Baron Trevi« Ihren Betrug aufdeckte, da wurde nicht meine Eitelkeit, sondern mein Herz am tiefsten verwundet. Ich bin nicht über Ihre Armut errötet, sondern da« Bewußtsein, Sie meiner durch Ihren Betrug unwürdig zu finden, hat wich geschmerzt. Mein Onkel wirb Ihnen nie verzeihen. Er kann Sie Ihrer Frecheit berauben, er kann Sie bestrafen lasten, ja er wird e» thun, ich kann daran nicht» ändern. Ich bleibe allein mit meinem Schmerze, den« für mich werden sich morgen die Pforten
Erscheint täglich außer an den Werktaaen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllnstrirte« Somtlagtblatt" durch die Expedition (Ä o ch'fche Buchbruckerei) bezogen 81/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiche» 8 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile IE Pf».
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen «erden 86 Pfg. berechnet.
leitet; aber zwanztgmal hielt ich mich zurück, denn von •Inttfl Einern furchtbaren Geheimnis sprechen, war ja für mich .uilU» gleichbedeutend mit Deinem Unglück und Deinem Verluste!"
;o Eit —10 mi M.sser, au ftii ib 20-3 rkaufi w februar i lorftottl > Peil.
rmt hll in f elfen ausch, M 81 b Uebei igst. !