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xvm. Jahrgang.

Alarkurg, Freitag, 26. Januar 1883.

W MechesMe ZeitiiW

f re Nr. 20 vom 25. Januar d. I. mit ben Bildnissen ®t‘tH 6-rmititinAen und der Kronprinzessin, sowie einen Wand­

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’rtM|llL truppen bestanden auS einer Eskadron des Garde-Küraister- reaiments mit der Standarte und dem TrompeterkorpS,

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s Nachdruck verboten ) Der falsche Prinz.

Erzählung von Th. von Aschenberg.

Bor mehr als einem Jahrhundert, im September 17.., nlinle das Jagdhorn in einem der schönen Wälder des Gljafe. Der Herr eines dort gelegenen Schlosses hielt große 3ozd, man hörte von der Ferne das Rufen der Treiber, das Bellen der stunde, das Wiehern der Pferde und man bl) zuweilen das Laub der Hecke« heftig in Bewegung Atzt durch das schnelle Fliehen ihrer schüchternen Be­wohner vor den unerbittlichen Jägern. Der Tag neigte sich indessen schon seinem Ende und die Jagd mußte ab- zebrochen werden. Die ermüdeten Waiimänner vereinigten »ch alle an einem gewissen Punkte, um sich von dort nach

Herrn Haumont von BerrS gastfreundlichem Schlosse beheben, dcsien stolze Türme man in nicht allzu großer Ferne blinken sah. , r.

Ein junger Mann schritt um diese Zeit auf der stau- Uen Landstaße zwischen Straßburg und Colmar daher. Er schien ermüdet, setzte stch erschöpft auf eine mächtige Ett-e am Rande de- Wege» und lächelte, wie wenn er be- k»nnie Töne hörte, als er von weitem das immer näher kommende Getriebe der Jagd vernahm.

Dieser junge Mann war ungefähr fünfundzwanzig 'sohre olt und trug die einfache, ja fast ärmliche Kleidung italienischen Studenten der damaligen Zeit. Em Zinner und schon ziemlich abgetragener Sammet-Mantel Müllte ihn, ohne jedoch die edle Form seiner kräftigen Ml-ker zu verbergen. Seine dunklen Haare fielen in u°qen Locken auf seine Schultern und beschatteten ein ^ssses, aber ein vornehmes und edleS Geücht, welches eine p°d- Stirn, braune, träumerische Augen und ein gutmütiges ^eln z.igie, das jedoch bisweilen hart und spöttisch ^urde, wie vaS der Denker, der Philosophen oder auch der ^glücklichen.

“ s Kronprinzen und der Kronprinzessin, sowie-------

Henbct für 1883 gratis bei.

'» Art! Die Expedition der Oberhess. Ztg.

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Für die Monate Februar und März nehmen Pcstanstalten, auf dem Lande auch die Landpostbotrn, zrstkllungen auf ble

Slirrhclsische Zeitung

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Deutsches Reich.

«erlitt, 24. Jan. Die feierliche Einsegnung ber sterb- . lirfien Hülle Sr. königl. Hoheit des hochseligen Prinzen Mvv, von Preußen hat heute nachmittag in der Hof» und Domkirche Hierselbst programmmäßig ihren Verlauf ge- VT oommen. Das Gotteshaus, desien Innere« schwarz drapiert »aalt war fügte sich schon frühzeitig m t einer vornehmen Trauer- Ja«, Versammlung, für welche der ganze untere Raum des Kirchen- B schffeS durch Entfernung der Sitzreihen reserviert war.

1 Draußen war inzwischen der Lustgarten, soweit er zur Auf- stellung der Leichenparade in Anspruch genommen wurde, abgesperrt worden. Die zur Beisetzung kommandierten

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattet, sowie d.Annonren-Bureaux Bon ® L. Daube u 6e. in Frankfurt a. M; Iägersch« Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlunt daselbst; Jnvalidendankvi Berlin; W. LdieneS in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.

Lebenslaufes des Verstorbenen verknüpfte. ES folgte Ge­bet und Einsegnung der Leiche, worauf der Chor: „Sri getreu bis in den Tod, fo will ich Dir die Krone bet Lebens geben" anstimmte. DaS Gebet beS Herrn unb ber Segen schloß bie erhebende und ergreifende Feier, sowie ber Gemeindegesang: „JesuS, er mein Heiland lebt." In dem Moment, als ber Geistliche b:c Hand erhob, um brr Hülle des Verewigten ben Segen zu erteilen, bonnetten, nachdem bie Mannschaften vorher auf einen stummen Wink gelaben hatten, breimal zwölf Kanonenschüfle unb brel Gewehr­salven über den Lustgarten hin. Mit bem Feuern ber Geschütze begannen auch ble Glocken wiederum zu läuten. Noch einmal betete der Kaiser und bie anderen hohen Leidtragenben an bem Sarge, um bann In aller Stille bat Gotteshaus zu verlasien.

6erlitt, 24. Jan. Der .Reichsanzeiger" publiziert das Notstandsgesetz für die Ueberschwemmten. — Großfürst Nikolaus hat gestern auch dem Fürsten Bismarck und dem Generalfeldmarschall Grafen Moltke Besuche abgestattet. Fürst Bismarck hat dem russischen Großfürsten für heute nachmittag um 4 Uhr seinen Besuch anmelden lasten. — Die „Nat.-Ztg." meldet: Mit der Aufstellung der Ge­schenke, welche dem kronprinzlichen Paare überreicht werden sollen, ist man in voller Thätigkelt begriffen. Eine An­zahl preußischer Städte, Berlin, Breslau, Coblenz, Chat- lottenburg, Danzig, Kassel, Kiel, Magdeburg, Posen, Stettin und Wiesbaden haben sich bekanntlich zur Einrichtung und Ausstattung eines Speisezimmers vereinigt, da» im Prinzessinnenpalais probeweise zur Ausstellung gelangt. Im kronprinzlichen Palais werden die von den verschieben«! Setten einlaufenden Geschenke aufgestellt. Unter anderem hat Se. Majestät der Kaiser ein schweres Silberservice ge­widmet, die Hofstaaten einen Flügel, von ben Hofham« wird eine kostbare Stickerei dargebracht, ebenso von Damen aus Brandenburg. ES wäre schwer unb indiskret, alles aufzuzählen, wir erwähnen hier nur das bereits in größere Kreise Gedrungene. Eine sehr große Anzahl von Stts« tungen wird den Festtag bezeichnen, teils solche, welchen schon bestimmte Zwecke gegeben sind und andere, ble bet Bestimmung durch daS kronprinzliche Paar harren. Die große Sammlung hat einen Ertrag von über 700000 WM. ergeben. Sie wird bekanntlich mit dem Berzeichniß bet Stifter übergeben, bie nach vielen Tausenden zählen. — Gegenüber der Bemerkung der „Kölnischen Zeitung", daß das Zentrum bei der Interpellation des Abg. Schalscha über die Seel­sorge für bie katholischen Soldaten zu Kosel schwerlich ab­sichtslos die feierliche Form einer Anfrage an den Reichs­kanzler gewählt habe uns daß die verschiedenen Vorstöße des Zentrum- in den letzten Tagen nicht darauf hin-

Der reisende Student war aufgestanden und lehnte verstohlen am Stamme einer mächtigen Eiche, während die ganze Jagdgesellschaft vorüberzog.

Zuerst hatte der Jüngling die schöne junge Dame wohl gar nicht gleich bemerkt, denn er überblickte gleichgültig den Jagdzug. Dann aber trafen seine Augen die stolze, auf edl:m Jagdrenner sitzende Frauengestalt und wie ein Blitz durchzuckie es den Jüngling. Mehrere Sekunden heftete et ganz statt seine Augen auf die schöne Dame und die Bläste seines Gestchte» verwandelte sich in Puputrot. Als­bald schien indes sein Geist einen anderen Gedanken zu fassen, denn der Jüngling griff unter seinen Mantel, zog eine bisher dort verborgene Mandoline hervor und wie ein Minnesänger au» alten Zeilcu schlug er kräftig in die wohltönenden Saiten de» Instrument» und ließ mit pracht­voller Tenorstlmme ein so herrliche» Lied von leidenschaft­licher Empfindung und zartem Schmelz über Lieberglück unb Liebe»weh weithin durch Thal und Wald erschallen, daß der Jagdzug freudig überrascht anhielt und dem herr­lichen Sange und Spiel lauschte.

Fast ganz nahe an den Sänger ritten auch Graf Hau­mont, seine Nichte und die au-erwähltm Jagdgiste Hera« und bewunderten den seltsamen Jüngling, ber hier im Walde sang, und riefen Beifall, als er geendet. Ganz besonder» ergriffen schien auch Diana von Haumont von dem Gesänge zu sein, denn die vorige Kälte wat von ihrem Antlitz ver­schwunden und mit frobbelebtem, teilnemendem Ausdrucke ruhten ihre Augen wohlgefällig auf dem Sänger. Aber niemand von der ganzen Jagdgesellschaft bekam den Sänger richtig zu sehen, denn beim Nahen de« Grafen Haumont uns dessen Nichte schien et von einer sonderbaren innertn Erregung so mächtig ergriffen, daß er schnellen Fuße» waldeinwärts die Flucht ergiiff, unb keine Zurufe bet Jäger vecmochten ihn zum Bleiben zu bewegen.

(3ortfett**e folgt )

sowie einem Stabsoffizier, einet Eskadron des 1. Garde- Dragvnerregiments und einer Eskadron des 2. Garde» Ulanenregimcnt6, diese brel Schwadronen unter bem Befehl bei Obersten von Ostau, KommanbemS de» Gatde- Kmassierreglment«; von ber Garde»Infanterie, unter bem Kommando des Obersten v. Wißrnann, Kommandeurs des n .2. Gatde-RegimentS z. F, waren 1 Bataillon vom 2. Garde- kakei Regiment z. F. mit der florumhüllten Fahne, den Spiel-

liuten und der RegirnentSmustk, 1 Bataillon vom Kaiser Wander Garde-Grenadierregiment Nr. 1 unb 1 Bataillon vom 3. Garderegiment z. F. zugegen; ble Artillerie, be» schligt von einem Stabsoffizier, hatte 12 Geschütze mit bem TrompeterkorpS von den Garde - Feldregimentern gestellt. Die ganze Trauerparade wurde von dem General a la «uite, Generalmajor v. Alten, Kommandeur der 1 Garde- Kavalleriebrigade, befehligt. Die Ausstellung hatte _ wie folgt ftattgifunbm: Die Kavallerie stand mit dem Rücken gegen die Schioßrampe, die Schloßbrücke und da« Zeug­haus, gegen das Museum herumgreifend bis zum Dom gegen die Schloßkapelle, den linken Flügel nahe Portal 4;

ble Artillerie in ber Cantianstraße. Sämtliche Truppen waren im Parabeanzug erschienen, mit den Zeichen der Armeetrauer. Eine dichtgedrängte, unabsehbare Volksmenge umgab in ehrfurchtsvollem Schweigen den Dom und da« Schloß auf jedem freien Raum. Herzliche Aeußerungen der Teilnahme unb ber Trauer um den verewigten Prinzen gaben sich unter den versammelten Masten kund. Bald nach 1 Uhr begannen in dumpfen Tönen die Glocken de» Domes zu läuten, denen bald auch diejenigen ber anderen Kirchen folgten. Nunmehr übernahm der Hofstaat des verstorbenen Prinzen feine Funktion am Sarge. Der Sarg, der außer ber Fürstenkrone unb ben Abzeichen des Johan- niterordenS mit dem kostbarsten weißen unb grünen Blüten­schmuck geziert wat, stand unmittelbar vor dem Altar aus­gebahrt; zwischen diesem und dem Katafalk befand sich der Platz für die evangelische Geistlichkeit der Haupt- und Residenzstadt Berlin. Sechs Kandelaber, zu beiden Seiten de» Altars aufgestellt, erleuchteten außer den Flammen art den Seitenwänden das Innere der Kirche. Vor den Kande­labern standen zehn TabouretS, auf welchen die Insignien lagen. Außerhalb des Gitters hatten zur Rechten desselben die Kammerherren, zur Linken die Deputationen der Regi­menter, deren Chef Prinz Karl wat, ihre Plätze. Hinter letzteren standen die Krongardisten mit Gewehr bei Fuß neben der Hostienerschaft. An der linken Gitterccke hatten ber Magistrat, Mitglieder der Akademie und Vertreter der Universität Aufstellung genommen; an der entsprechenden Stelle zur Rechten befand sich der Platz für die Hcfchargen und das prinzliche Gefolge, der kronprinzlichen Loge Visa­vis das diplomatische Korps in großer Gala. Nach und nach erschienen die Prinzen, Prinzessinnen unb auswärtigen fürstlichen Herrschaften, sowie Ihre kaiserl. und kgl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin; zuletzt Se. Maj. ber Kaiser mit ber Großherzogin - Mutter von Mecklenburg- Schwerin. Für Ihre Maj. die Kaiserin war unterhalb der kgl. Loge eine besondere Loze hergerichtet. Se. Maj. und die Höchsten Herrschaften nahmen vor der Altatstufe die Plätze ein, unmittelbar dahinter bie Kondolenz-Gesandten, die Fürstlichkeiten, die Generalität, die Staatsminister und Wirkt. Geh. Räte, dahinter die Obersten und Räte erster Klasse und zuletzt die Offiziere. Nachdem der Domchor: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt" (Hiob 19, 25—27) gelungen hatte, wobei die oberste Stimme: „Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn" begleitete, hielt Hofprediger Dr. Bauer daS Eingangsgebet und die Liturgie. Die Gemeinde sang alSdann: „Jesus, meine Zuversicht", worauf Ober - Hofprediger Dr. Kögel die Gedächtnisrede hielt über Hebr. 4 (Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk- GotteS), mit welcher derselbe eine Schilderung des

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DaS Jag^gefolge schlug jetzt die Heerstraße ein und zog rasch an dem fremden Jüngling vorbei, noch ganz begeistert von ben Freuden bes Tage«. Zul tzt kam ein Trupp edler Herren, an deren Spitze der alte Graf Haumont ritt, ber Eigentümer des Schlosses, dessen Türme man von weitem sah und ihm zur Seite ritt eine schöne junge Dame, Diana von Haumont, deren Onkel und Vormund zugleich der alte Graf war.

Der Greis und das Edelfräulein wurden von fünf ober sechs Herren begleitet, denen man ihre Bemühungen ansah, den beiden gefallen zu wollen. Der Graf Haumont hatte in seinem ganzen Wesen etwas Würdevolles una Ehrfurcht­gebietende»; sein wohlwollende« Lächeln uns sein heiterer Blick wecklen die Hochachtung aller, die ihm nahten. Als Jüngling hatte er in den blutigen Kämpfen einen Rahm gesucht der ihm nie ausgeblichen war und nun als Grei« suchte er die süßen Freuden der Familie; e» mangelte ihm daher nie an Gönnern unb Freunden.

Graf Haumont« Nichte Diana war neunzehn Jahre alt und von bewundernswerter Schönheit. Es schien, al» habe die Natur all' ihre Schätze an sie verschwendet. Ihre schwarzen glänzenden Augen, ihre rosenfarbenen Lippen, ihre weiße Stirn waren die lieblichsten Zeichen der strotzenden Jugendschönheit und ihr fein geschnittener, von goloblonden Haaren umfloffener Kopf ruhte auf einem wunderbar schön geformten Körper und krönte so da« herrlichste Bild, da» je ein Maler oder ein Dichter hätte träumen können. Nur hätte man etwas mehr Sanftheit in ihrem Blick, etwa» weniger Kälte in ihrem Lächeln gewünscht.

War e« Eitelkeit, Stolz ober nur der Schlummer ihre« Herzen« ?

Immer geschah e«, daß sie stets inmitten ihrer eifrigsten Verehrer, die alles aufboten, ihr zu gefallen, von eisiger Kälte blieb unb daß öfters sogar ein Schatten von tiefer Traurigkeit über ihr schöne» Gesicht flog.

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