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Markurg, Donnerstag, 25. Januar 1883.

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innigem Gebete eint sich der Lob­gesang.

unserm Fritz, dem Treuen, der in des Land's Gefahr,

Söhne haben die Eltern schon im zarten Jünglingsalter dem unerbittlichen Tod hingeben müssen. Die Frevelthaten, welche gegen des Kaisers Haupt verübt wurden, haben in dem Leben des Kronprinzen trübe Zeiten hervorgerufen, welche ihm die ganze Schwere des Regentenberufs vor die Seele führten.

Aber überwiegend hat doch ein glücklicher Stern über dem Leben des hohen Paares gewaltet, derselbe glückliche Stern, der Preußens und Deutschlands Aufschwung be­leuchtete. Gerade die fünfundzwanzig Jahre, welche das kronprinzliche Paar auf dem Wege des Lebeus jetzt ut gemeinschaftlicher Ehe zurückgelegt hat, führen uns so recht zum Bewußtsein, wie innig der Zusammenhang zwischen unserem Fürstenhause und dem Volke ist. Blicken wir auf die Feit zurück, wo Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen die Prinzessin Viktoria von England unter dem Donner der Kanonen und dem Geläute der Glocken der Hauptstadt in das Schloß seiner Väter heimführte, und erinnern wir uns der Stellung, die damals unser Land in Deutschland und in Europa einnahm: nicht von dem Gefühl unserer Macht und Größe, sondern nur von dem Gefühl inneren Unbefricdigtseins und von nationalen Hoffnungen wurden wir getragen. Es kam die Zeit der Vorbereitung, des Aufschwungs, der Erfüllung: von dem stillen häuslichen Herd, aus dem Genuß des Familien­lebens heraus wurde der Kronprinz auf die blutigen Schlachtfelder in Böhmen und Frankreich gerufen und führte als Feldherr preußische und die vereinigten deutschen Truppen von Sieg zu Sieg. Wie er sich die Herzen aller Deutschen durch die Kriegskunst im Fluge erobert, so pflegte er mit seiner Gemahlin nach gewonnener Einheit die Künste des Friedens, überall im Volke das Gute, Edle unterstützend und sich immer neue Herzen gewinnend.

Wie in eines jeden Menschen Dasein, so wechselten auch Freud' und Leid in dem Leben des Kronpriirzenpaares ab frohen und bitteren Erfahrungen ist es schoii vielfach begegnet: aber Religion und Pflichtgefühl hat sie die schönen Seiten des Lebens nicht überschätzen, die trüben überwinden, beides als Gottes Willen erkennen zu lassen.

So wird das hohe Paar, und gewiß mit ihm das Volk, auch iil der Weuduiig, die das bevorstehende Freu­denfest genommen, eine höhere Fügung erblicken, sicherlich aber auch in dem Abschluß der fünfundzwanzig Jahre nicht den Segen verkennen, welcher dem hohen Paare hiermit zuteil geworden.

Und dieses Segens werden gewiß alle heute in Dankbarkeit gedenken. Nicht rauschender Festlichkeiten be­darf es, um diese Dankbarkeit zu empfinden. Wo patrio­tische Herzen schlagen, werden an diesem Tage Gebete zum Himmel cmporsteigeu um das fernere Wohl des Fürsten­paares, innige Wünsche für die Erhaltung ihres Familien­glücks und das feierliche Gelübde, daß das Volk auch in Zukunft mit gleicher Liebe und Treue an den Geschicken des hohen Paares teilnehmen wird, welches dereinst die Krone Deutschlands und Preußens zu tragen berufen ist.

Gott schirme Eure Eltern, der teuren Kinder Kreis!

Vier Kaiser feiert Deutschland, Kind, Jüngling, Mann und Greis.

Hell klingt des Volkes Stimme, ihr Klang ist gut und wahr:

All Deutschlands treue Liebe, sie bleibt Euch immerdar.

lgebni Nr.S.

Victoria trägt heute, der Myrthe Silber- kron',

Das Glück in der Familie gab Ihr ein Gott als Lohn,

Des deutschen Volkes Herzen, gewann Sie, weil Sie liebt,

Weil Sie durch Herzensgüte, ein edles Bei­spiel giebt!

So tönet laut, ihr Glocken, wie echter Silberklang!

Mit innigem Gebete ein' sich der Lob- Gesang :

Es lebe Fritz - Victoria, das Silberjubel- Paar,

Im goldnen Schmuck erglänze es nach 25 Jahr'!

Die Trauung i« England.

Ein Gedenkblatt.

Im Juni 1856 machte Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen seine Brautfahrt über. das nordische Meer und besuchte den englischen Königshof zn Balmoral in den schottischen Hochlanden. Wenige Wochen vorher hatte er bereits dort verweilt, und seine rasche Rückkehr der Prinz war soeben zum Kommaudeur des 1. Garderegiments ernannt verriet, daß er nur nach Berlin geeilt war, um den Eltern ein Geständnis zu machen. Er hatte in der ältesten Tochter der Königin von England, Prinzeß- Royale Viktoria Adelheid Marie Luise, denselben Ernst und die gleiche harmlose Fröhlichkeit kennen lernen, welche deren Vater, den Prinz-Gemahl der Königin Viktoria von England, heute auch Kaiserin von Indien, auszeichneten. Auf einem Ausfluge in die schottischen Berge pflückte Unser Fritz" die heitere Blume, welche der Kronprinzessin uoch heute die liebste und teuerste ist: das Edelweiß; dabei gestaud er dem Prinzen Albert die Liebe zu seiner Tochter, reichte der Prinzessin das Sträußchen und legte ihr alle großen und heiligen Gefühle seiner Brust zu Füßen.

Dm deutschen Volk in Waffen, siegreich ein Führer war!

Heil Ihm, dem wackern Streiter, dem kühnen Feldmarschall,

Der jenseits unsrer Grenzen, den Erb­feind bracht zu Fall!

ftctoria! so scholl es, wo Er den Kampf entschied,

Den Helden und den Sieger pries manches hohe Lied!

Victoria! erklang es, so herzlich viele Mal,

Als Er die Braut erkoren, im fernen ... Balmoral. ofci

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Weil Dir im Silberkranze, Du hohes

Sjj Jubel-Paar!

yeil Dir, des Volkes Vorbild und Glück auf immerdar!

Zum Himmel tönen Glocken, wie echter Silberklang,

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Der 25. Januar ist der Tag, au welchem vor fünf- Mbzwauzig Jahren Priuz Friedrich Wilhelm, unser jetziger Kronprinz^ der Prinzessin. Victoria von Großbritannien die Hand zum Ehebunde reichte

Das Fest der silbernen Hochzeit ist sonst ein Freuden- sest, in der Hütte wie im Palast, auch hatte sich die ganze Kaiserliche Familie zu einer feierlichen Begehung dieses lages vorbereitet, von fern her waren bereits Verwandte vtIlllH_ ce« Kronprinzlichen Hauses herbeigeeilt, um Zeuge des . ttfOri Festes zu sein, die dem Herrscherhause näher stehenden 3 llnterthanen hatten Kunst und Gewerbe herbeigerufen, um mit ihnen vereint dem Jubelpaare zu seinem Ehrentage würdige Huldigungen darzubringen. Das ganze Land war in freudiger Aufregung, um auch seinerseits das Fest in »Öen Kreisen mitfeiern zu helfen und von neuem zu be­kunden, daß das Glück im Kaiserhause all überall mit-

»nzeigen nimmt entgelte: die Expedition b. Blattes, sowie d.Aimoncen-Bureaux Don ® L. Daube u. St. m Frankfurt a. M.; Jügersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin

Berlin: W. Thiene» in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.

.inttnt entgegen: d. Blattes, k ^zinnoncen-Bureaux ^//'Dietrich u. Es. M i. Md Hannover; Th.

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Statt dessen muß der laute jubelnde Ausdruck der Freude und Teilnahme vor der so beredten Sprache des Wdes verstummen, welcher in die Kaiserliche Familie ein- gezogen ist und den Oheim des Brautpaares von dieser Zeitlichkeit abberufen hat. Der Herr über Leben und Tod bat dem Tode den Vortritt gegeben, und seinem Gebote klgend werden Trauerweisen erklingen müssen, wo Jubel- ir IS Nmnen erschallen sollten.

Wenn aber auch der rauhe Tod seine Rechte geltend oiadrt, wird doch ein stilles Gedenken des Tages, der für Preußen und Deutschland so hohe Bedeutung hat, jenes Pages, wo der Kronprinz sich ein Haus gründete, gestattet unb am Plaüe sein. Auch das Leben hat sein Recht, wenn auch dem lauten Ausdruck der Freude entsagen und ^n Schmerz und die Trauer achten muß

Das traurige Ereignis erinnert uns zunächst daran, auch dem Kronprinzlichen Paare auf dem glänzenden ^beilspfade, welcher ihm durch die Vorsehung beschceden, Nicht Schmerz und Thränen erspart geblieben sind: zwei