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Jliatßurg, Sonntag, 21. Januar 1883.

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XVm. Jahrgang.

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Reichstag.

Berlin, den 19. Januar.

den nur wenig ansteigenden Erlengrund bis an den Fuß des Berges ist zwar angenehmer, als der Weg von Kern­bach dahin, hat aber bei Sonnenschein das Unangenehme, daß man bis zum Beginn deS Berges beinahe ununter­brochen den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist, was sich hier bei der Besteigung des Berges wiederholen dürfte, während der Weg von Kernbach aus größtenteils Schatten gewährt. Die Höhe des RimbergeS beträgt 1574 Fuß über dem Meeres- spiegel der Nordsee und 874 Fuß über oem Lahnspiegel bet Kernbach; er ist der höchste Berg deS Kreises Marburg. Auf dem Gipfel des Berges steht ein sogenannte Bieleckstein, welcher bei der vor etwa 50 Jahren stattgehabtcn, nach ge- bildeten Dreiecken bewirkten Vermessung Klliheffen« gesetzt worden ist. DaS Ergebnis dieser Vermessung war, daß die Flächengröße des KurstaateS stch um beinahe 30 Ge­viertmeilen weniger herausstellte, als dieselbe früher mit 206 solcher Meilen angegeben wurde, waS zur Folge hatte, daß dies lange Zeit der Veröffentlichung entzogen blieb. ES fei hier erwähnt, daß die frühere LandeSgrenze zwischen Kurhessen uud dem Gioßherzogtum Heffen über den Gipfel deS RimbergeS gegangen ist, waS beinahe bei allen bett Sergen der Fall war, w-lche in der bezeichneten oberhessischen Grenzlinie lagen, wie z. B. bet dem „Roßberge", dem „Rück- spiegel , dem „Homberge" und anderen. Man konnte sich wahrscheinlich bezüglich dieser Berge bei Feststellung der Grenzlinie nicht einigen, weil jeder Teil den ganzen Berg beanspruchte, und hat deshalb die Grenzlinie über den Sckeitel der Berge gezogen, um jedem Teile thunlichst zu genügen. DaS Jahr 1866 hat bekanntlich dieser Landes- grenze rin Ende gemacht. -Schluß folgt.)

die Börse zu läutern. Ein legislatorischer Gedanke habe weder in dem Anträge selbst, noch in der Begründung deS- fclben durch Herrn v. Wedell seinen Ausdruck gefunden. Der schwerste Fehler deS Antrages für ihn selbst liege darin, daß er den Begriff des .Zeitgeschäftes" nicht gesetz­geberisch fixiere; dieser Begriff ließe sich durchaus nicht lediglich nach den börsenmäßigen Usancen feststellen. Ohne Feststellung dieses Begriffes wiederum könne der Antrag­steller seinen Zmck gar nicht erreichen. ES scheine übri-

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Rimberg heißt. Beide Benennungen sind wohl aus ein und - dieselbe Wurzel zurückzusübren. Vilmar hält daS Wort Rimberg wohl aus reginperc entstanden und bemerkt, es bedeute einen großen, einen Hauptberg, der stch jedes­mal vor seinen Umgebungen auszeichne. Bergl. Zeitschrift für hessische Geschichte rc. Band I, S. 251. Wenn nun auch in der Nähe deS RimbergeS noch weitere hohe Berge vorhanden sind, die sich als sehr ansehnliche Bergmaffen darstellen und an Ausdehnung vielleicht den Rimberg über­treffen, so ist dieser doch der höchste unter ihnen und ist so gewiffermassen der König aller in seiner näheren und entfernteren Umgebung vereint liegenden Berge. Auf diese« Königtum mag der Name dieses BergeS hindeuten; keinen» falls aber steht dieser Nachte in einer Beziehung zu dem altdeutschen Worte rim, welche« eine ganz andere, hier durch­aus unanwendbare Bedeutung hat.

Der Rimberg, unter welchem Namen übrigens auch ein hoher Berg bei dem Städtchen Schlitz im Grcßherzogtum Heffen vorkommt, wird durch den vor ihm liegenden Fcißel- berg von dem rechten Ufer der Lahn getrennt und bilcet mit den, ebenwohl in der Nähe de« rechten Lahnufer« liegen­den Dörfern Caldern uns Kernbach so ziemlich ein gleich {eilige« Dreieck. Er ist bi« zu seinem Gipfel größtenteils bewaldet und beinahe von allen Seiten mit Waldung um­geben. Mit seiner Westseite hängt er mit einem Gebirgs­zuge des vorerwähnten DchiefergebirgeS und mit seiner Ostseite durch eine tiefe Einsattelung mit dem oben gedachten Feißelderg zusammen. Die Nord-, Ost- und Südseiten deS Berges haben ziemlich steile Abhänge und erschweren deffen Besteigung, welche von Caldern oder Kernbach aus gewöhn­lich stattfindet. Der Weg von dem ersteren Orte durch

kehrs störend einzugreifen, und erklärten sich deshalb auch gegen eine kommissarische Beratung.

Abg. v. SkarczynSki spricht für den Antrag; der­selbe werde hoffentlich zu einer rationellen Besteuerung der Börse führen. Die technischen Schwierigkeiten verkennten seine Freunde allerdings nicht; trotzdem werde es dem redlichen Willen der Kommission gelingen, etwas Positives zu schaffen.

Abg. Sonnemann will stch dem Anträge auf Kom­missionsberatung keineswegs widersetzen; aber nur deshalb, damit in der Kommission die Auslegung des Gesetzes vom 1. Juli 1881 festgestellt werde, um der großen Beun­ruhigung, welche die verschiedenen Auslegungen desselben namentlich in Süddeutschland hervorgerufen, ein Ende zu machen. Gegen den Antrag selbst wiederholt et die Be­denken früherer Redner. Kassageschäfte lasten sich von Zeitgeschäften nicht trennen; für Beseitigung der unsoliden Geschäfte an der Börse werde man in keiner Steuer ein Mittel finden. Es fei ferner ein Irrtum, anzunehmen, das große Kapital werde von dem Anträge getroffen werden; dieses werde vielmehr dann gar keine Zeitgeschäfte mehr machen und infolge des erhöhten Zinsfußes bei seinen Kastageschäften nur desto größere Vorteile ziehen. Die Herabsetzung deS deutschen Handels im internationalen Verkehr sei die unausbleibliche und gefährliche Wirkung der vorgeschlagenen Besteuerung. Die Annahme deS An­trages würde finanzielle Krisen fördern und auch gelegent­lich politisch gefährlich wirken müsten. Dazu komme die Verringerung der Einnahmen aus den Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverwaltungen, wenn die Spekulation be- schränkt werde. Die Forderung der Anlegung des Registers aber bedeute die Stellung jedes Staatsbürgers unter Polizei- Aufsicht. Der Schwerpunkt der Steuerreform liege zur Zeit nicht im Reiche, sondern in Preußen; hier solle man sich endlich entschließen, nach dem Vorbilde anderer Staaten eine Kapitalrentensteucr einzuführen; außerdem möge man den Modus der Einschätzung ändern und an die Reform der Gewerbesteuer gehen.

Abg. Kaiser stellt den idealen Seiten der Börse, welche man in ter Debatte vielfach hervorgehoben habe, die Schattenseiten derselben gegenüber. Man solle sich doch hüten, dieselbe als ein wohllhätigeS oder gar patriotisches Institut darzustellen. Den Kredit, den der Staat brauche, müsse er durch Staatsbanken realisieren. Wenn gegen den Antrag namentlich die Anlegung des Registers geltend ge­macht werde, so sollte man doch die Gesetze nicht vergessen, die man gegen die Sozialdemokraten gegeben. Die Be­sorgnis, daß die Geschästsgebeimniffe durch solche Register verraten werden könnten, sei doch recht charakterisch für unser ganzes Wirtschaftsleben. Eine neue Steuer würden feine Freunde allerdings nur gegen einen gleichwertigen Steuererlaß, der den ärmeren Klaffen zugute komme, be­willigen. Der Tendenz, die Börse höher zu besteuern, seien

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fie an sich gewiß nicht abgeneigt, aber in Wirklichkeit werde da« große Kapital nur von einer Kapital-Renten­steuer und der richtigen Einschätzung deS Cinkommen« ge­troffen werden.

Abg. Frhr. v. Schorlemer-Alst konstatiert, daß die Zentrumsfraktion in ihrer überwiegenden Mehrheit eine höhere Besteuerung der Börse, insbesondere der Spiel- und Differenzgeschäfte nicht nur für wünschenswert, sondern für notwendig halte. (Beifall rechts und im Zentrum.) Meine Freunde erblicken daher in dem v. Wedellschen Anträge eine erwünschte Initiative und erwarten, daß die kom­miffarische Beratung des Antrages sowohl die beteiligten Bedenken, als auch die übertriebenen Befürchtungen beseiti­gen werde. Er beantragt schließlich die Einsetzung einer Kommission von 21 Mitgliedern.

Abg. Meyer (Halle) bemerkt, daß jeder prinzipielle Gegner deS Kapitals in fernerer Konsequenz allerdings zu den Anschauungen de« Abg. Kayser gelangen müsse, und giebt ein umfassendes Bild von dem Wesen und der Be­deutung der Börse, die man nicht nach dem Gebahren ein­zelner Schreier beurteilen dürfe. Die Börse sei lediglich ein Spiegelbild deS sonstigen Sehen« und ihre Aufgabe, den großen Anforderungen des Verkehrs schnell zu genügen. Ein Kriterium, die soliden von den unsoliden Börsen- geschäften zu trennen, gebe es nicht.

Abg. Perrot (kons.) tritt im Sinne bet gestrigen Wedellschen Ausführungen für den von ihm mitunter« zeichneten Antrag ein und begründet denselben unter An- führung umfassenden statistischen Materials.

Abg. Löwe (Berlin) tritt für die Integrität der Börse als öffentlicher Institution und gegen den Antrag al« agratisch-sozialistische Politik ein. Die Debatte wird sodann geschloffen und nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen das Schlußwort des Antragstellers auf morgen vertagt.

t Die Rede des Feldmarschalls von Manteuffel au die Mitglieder des elsafstsch-lothringischen LandeSauS- schuffe« hat allenthalben in Deutschland großen und gün­stigen Eindruck gemacht, weil sie den Standpunkt genau bezeichnet, welche die Mehrheit der Deutschen dm Reichs- langen gegenüber einnimmt.

lieber die geeignetste Methode, die zwischen Rhein und Vogesen lebenden ehemaligen Bürget Frankreich« zu dem Volkstum, welchem sie durch Abstammung und Geschichte angehören, vollständig zurückzuführen, gehen die Meinungen heute ebenso weit auseinander wie vor 12 Iahten. Dar­über aber besteht unter allen Patrioten vollständige lieber« einstimmung, daß die namens einer gebieterischen politischen Notwendigkeit vollzogene Thaisache von 1870/71 ihrem vollen Umfange nach aufrecht erhalten werden muß und daß den Elsaß-Lothringern das Recht zur Teilnahme an der Neudnrlchtung ihres Landes erst erteilt werden dürfe, wenn sie mit dem Gedanken an eine Rückkehr unter die

»nteiaennimmt entgegen: ^xvedition d. Blatte«.

SÄLNWtz r f tviein u. Vogler tn Kitt a- L! , Berlin, Köln k.; Rudat, a in Berlin, Frank. iWfurt a. Ä. -c.

In der heutigen (34.)Plenarsitzung des Reichstags, welche vom Präsidenten v. Levetzow gegen halb 12 Uhr eröffnet wurde, kam zunächst der Bericht der Wahlprüfungs- Kommission über die Wahl des Abg. v. Levetzow zur Erledigung; daS Präsidium hatte zuvor der erste Vize­präsident Freiherr zu Frankenstein übernommen. Der Gegenstand wurde indes ohne jede Diskussion durch ein­fache Annahme der Kommissionsanträge genehmigt.

3d Fortsetzung der ersten Beratung deS Antrages gute Qm y, Wedell-Malchow, bett, die prozentuale Börsensteuer, er- hielt heute zuerst der Abg. vr. Arnold, Mitantragsteller, das Wort. Derselbe betonte, daß der Antrag keineswegs einer Abneigung gegen die Börse entsprungen sei. Die Ueberzeu ung von der Notwendigkeit einer höheren Be­steuerung der Börse sei allgemein verbreitet. Wünschens­wert wäre es allerdings gewesen, daß der Antrag von allen Parteien mitunterzeichnet wäre, welche der Tendenz des­selben zustimmen, damit er die FraktionSfarbe verliere. Der Grundgedanke deS Antrages sei, daß daS große Urnfatz- geschäst zur Steuer herangezogen und daß namenttich da« Differenzgeschäft eine höhere Steuer ertragen könne.

Abg. Büchtemann kann keinen Grund erkennen, warum die konservative Partei es für ihre Aufgabe halte,

tat er.

alt. 3lJ rhält btl n 450 m 191 3att3 frrettbtij

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®- L. Daube u 6e. in Frankfurt a. M.; Jigersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendant in

Berlin: W. Xhtenef in

Elberfeld; 6- Schlotte in

Bremen.

Erscheint täglich außer an den Werttaam nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit der wöchentlichen Beilage »Jllnftrirte« LomltaaSblattt durck die CrethiHnn <s n du-bdruckere.) bezogen 8'/. Mark, durch d.e Postämter de« Deutschen Reiche» 8 Mark 60 Pfg. (exel. BesteSgebtihr^-^fertion^Msar die gesAt ne Zeile lS Pfa ^ Sür '» der Sxpedrtton zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen «erden 85 Pf«, berechnet. VTB'

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rchau« tt entließ eg n Einst- mar 188 Mlh. z gch sial- it. g hercs it

, Der Rimberg ««weit Marburg.

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»lenK «v ■9rcel oberhessische Berge, der Christenberg und der Gollenberg, haben im letztverfloffenen Jahr in diesem Blatte nne Mehr oder weniger eingehende Besprechung erhalten; — . denselben hier ein weiterer oberhesstscher Berg cm- ^rechi werden, nämlich der bei den Dörfern Caldern und snxirfo ?,t£nan daS Lahnthal grenzende Rimberg, welcher, 3,1 i b.-T ^rselbe auch nur in bescheidenerem Maße, al« jene —r‘ * ii k ®tr8e- aufzutrelen vermag, dennoch manches An« inende und Erwähnenswerte dardieten dürfte.

. e. -“enn man auf der Lahnbrücke bei dem, eine gute 1 von Marburg entfernt liegenden Dorfe Goßfetten ! C unb feinen Blick nach Westen richtet, bietet sich dem « ehif ”n si^"lß schönes Naturbild bar, da« wohl nicht ver- jj id? Quf den Schauenden einen freudigen Eindruck zu j ' Im Vordergründe zeigt sich in gerader Richtung 1 "lldusgi-dehnte, glänzende Wasserspiegel cer Lahn, an ! 6c‘c.tn Eltern stch je eine Reihe hoher Bäume befindet, । stleichsam wie Bühnenwände die nach der Brücke sich g inhAtn6cn kleinen silberhellen Wogen auf beiden Seiten ! äff.?* tn' während man Im Hintergrund, und zwar zu- \ tir ^was nach rechts hin, daS Dorf Sterzhaufen mit j ® tvelß-n Kirchturme, dann aber einen bläulichen Ge- * v am E"de de« Gesichtskreises gewahrt, der nach I tbirf-i vn t>urch einen hohen, kegelförmigen Berg feinen il titok $u ^oben scheint. Dieser hohe Berg ist der , e$ h,welcher einem nach Südosten hinlaufenden Aste I Rj^t'allichen Schiefergebirges angehört.

ten Narn-n diese« Berges anlangt, so nennt ihn -M v Grimm: Remberg, während er sonst allgemein

- geiis, daß der Antragsteller sich das Wesen der Zeitgeschäfte ßYl selbst nicht recht klar gemacht habe. Von größter Bedeu­tung sei ferner, wie schon mit Recht mehrfach hervorge- dobcn, daß auch der internationale Verkehr durch dieses Gesetz geschädigt würde. DaS allerschwerste Bedenken gegen den Entwurf jedoch liege in der vorgeschlagenen Kontrolle. — , Mit finanzpolitischen Gründen ließe sich wahrlich die Vor- i Jn ^gc nicht rechtfertigen; daS Jntereffe für den armen Mann

könn en die Herren am besten mit Aufhebung des Getreide- und des Schmalzzolles betätigen. Ein Gegensatz der Be« sttuerung der Waren mit der der Immobilien, wie er vom Anlnftsteller behauptet werde, bestehe gar nicht; es handle sich bei beiden um ganz verschiedene Dinge, die gar nicht _ —einander in Vergleich zu stellen seien. Die Fort-

Jamu> schritlsputel habe als solche am wenigsten Veranlassung, SM Ldie Börs einzutreten; stehe doch diese erfahrungsmäßig . F1'1’1 °uf Sellen der Regierung (Verstaatlichung der Eisen- en ; ^hnkn). Seine Freunde lehnten lediglich au« prinzipiellen beschloss ^runden den Versuch ab, in die Entwickelung deS Der»