Marburg, Freitag, 12. Januar 1883.
XVIII. Jahrgang
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Aus einer dann folgenden Debatte zur GeschäftSord-
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kam aus d m Dienste.
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wirst Du mich retten und an Deiner Seile mich ruhen lasten nach den Kämpfen, die unsere Liebe unS bringt;
daß ich Dich, geraoe Dich, liebe! Du lbbst mich, daher
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vom Landtag.
Berlin, den 10. Januar.
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werden kämplen, a er siegen, denn Du liebst mich!
„L>ß Dir aber sagen, waS uns droht.
„Mein V-t-r hat Dir, als er zu bemerken glaubte, ein heiliger Drang uns zu einander führte, gesagt, ein Ehrenwort mich, seine Tochter, bereit« dintet.
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Ium Schluß teilte er Erscheinen unmöglich
gefördert werden.
Schluß 2 Uhr. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr (Notstandsvorlage und erste Lesung der Verwaltungsgesetze).
Gesellen, zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer werde nicht beabsichtigt, sie bestehe aber gegenwärtig, z. B. beim Kontraktbruch, für welchen der Meister und Fabrikant regreßpflichtig gemacht werden könne, der Arbeiter aber nicht. Betreffs der Anträge des Abg. Ackermann bezüglich des LehrlingSwefenS verhielt der Referent sich ablehnend, weil er eine Umgehung des Gesetzes zum Nachteil des Handwerks befürchtete, wenn nur JnnungSmeister Lehrlinge auS- bilden dürften. Dieser Maßregel stehe auch der § 11 der Gewerbeordnung entgegen, dieser müsse eventuell beseitigt werden. Obermeister Meyer trat diesen letzten Ausführungen entgegen und versprach sich von der erwähnten Bestimmung eine Förderung des Handwerks. Referent antwortete mit der Behauptung, daß die neuen Projekte unklar und unausführbar seien. Stimme man ihnen zu, so würden noch weitgehende Anforderungen gestellt werden, denen man am Ende gar nicht genügen könne.— In den maßgebenden militärischen Kreisen beschäftigt man sich in der That, wie der „Voss. Ztg." von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, mit Aenderungrn in unserem Artilleriewesen, ist aber mit den bezüglichen Erwägungen noch nicht zum Abschluß gekommen. Angestrebt wird von der Militär-Verwaltung: Trennung der reitenden Batterieen von den Feld-Regimentern; Formierung mehrerer reitender Regimenter unter gleichzeitiger Reduzierung des vorhandenen Materials auf die für die Kavallerie-Divisionen nötige Zahl der Batterieen (2), Aufstellung zweier für die beiden Divisionen bestimmten Division« - Regimenter, wenn nicht anders mit geringerem Etat. Nach den bis jetzt giltigen Bestimmungen wird von den beiden Artillerie-Regimentern jedes Armeekorps bei der Mobilmachung das eine, das DivisionS-Regiment, halbiert und den beiden selbständigen Schlachtenkörpern, den D Visionen, zugeteilt, d. h. es wird der wichtigste Verband, den die Armee besitzt, das Regiment, zerristen. Bci eintretender Mobilmachung häufe» sich die Mißstände. Von den drei reitenden Batterieen gehen 1 bis 2 zu den Kavallerie-Divisionen, die zurückbleibende ist ein Appendix des Fcld-RegimentS, die ohne ein bedeutendes Gewicht in die Wagschale der Gefechts- Entscheidung werfen zu können, ihres von den fahrenden Geschützen verschiedenen Kaliber- wegen der Ergänzung der Munition rc. dem Regiment verhältnismäßig viel Schwierigkeiten verursacht. — Wie aus den finanziellen Berichten aus Paris ersichtlich, behauptet sich die Haussebewegung, welche mit dem Tode GambettaS an der dortigen Börse zuerst wieder eingetreten war. In der That ist diese Auf- faffung deS erwähnten Todesfalles f iten« der französischen Finanzwelt vielleicht die charakterlstischeste Erscheinung der gesamten Lage, und am schlagen'sten prägt sich darin ohne Zweifel der tiefe Unterschied auS, welcher die Beurteilung oeS Fürsten Bismarck und seiner Politik in Deutschland von der Ansicht der Franzosen über Herrn Gambetta scheidet. Wir zweifeln billtgerweise daran und glauben, daß dieser Zweifel in unseren Finanzkreisen im vollsten Umfange geteilt werde, daß in Deutschland daS Ausscheiden
„Wie glücklich bin ich, den starken, töpfern Mann
Ter treue Diener.
Humoristische Novelle von Hermann Langer.
des Fürsten BiSmarck aus seiner politischen Thätigkett von einer Hausse an unseren Börsen gefolgt sein würde.— Da» neueste „Millt.-Wochenblatt" bringt die Mitteilung, daß Oberstleutnant Bote vom großen Generalstabe als General- stabSofsizier zur Kommandantur von Königsberg i. Pr. und Major Keyler vom Generalstabe des 7. Armeekorps unter Versetzung zum großen Generalstabe, als Generalstabsoffizier zur Kommandantur von Thorn kommandiert worden seien. Bisher war nur den Gouverneuren von Metz und Straßburg ein Generalstabsoffizier beigegeben.
Wittenberg, 8. Jan. Nachdem unser Magistrat in Angelegenheit der Feier des 400jährigen Geburtstage» Dr. Martin Luthers zunächst wegen Abfassung von Festschriften mit dem hiesigen königlichen Predigerseminare, dem Präses der Geistlichkeit und dem Direktor unseres Gymnasiums in Verbindung getreten, hat er nunmehr auch die Initiative zur Bildung eines Komitees ergriffen, welche» ein spezielles Festprogramm entwerfen soll. Selbstverständlich wird sich die Geburtöfeier hier, als an dem Orte der segensreichen reformatorischen Thätigkeit deS großen Manne» innerhalb eines weiteren Rahmens bewegen. Bereit» ist ein Komiteemitglied, zunächst nur privatim, mit den Berliner und Dresdener Künstlern wegen Veranstaltung einegroßen historischen FestzugeS in Verbindung getreten. Die Ersteren wollen sich nach der Feier der silbernen Hochzeit deS kronprinzltchen Paares in der Sache schlüssig machen; von Dresden ist noch keine Antwort eingetroffen. Hier wird, darüber ist man bereits einig, Alles aufgeboten werden, um die dritte Säkularfeier des Geburtstages unseres größten Bürgers zu einer festlichen zu gestalten und sein Andenken in würdiger Weise zu erneuern.
Hildesheim, 7. Jan. Heute wurde hier unter Anwesenheit von reichlich 300 Personen der dritte hannoversche Bauerntag abgehalten. Nachdem Hofbesitzer Steinbor,i- Sehlem die Erschienenen begrüßt, sprach Hofbesitzer Laubinger-Blankenhagen über die Beceutung der Bauerntage und die Steuerfrage. In ersterer Beziehung.äußerte der Redner nach dem „H. C": Die Idee der Berufung von Bauerntagen sei ihm anläßlich des in GoSlar abgehaltenen Handwerkertages gekommen, indem er sich gesagt, daß auch die „dummen Bauern" Gelegenheit nehmen müßten, Zusammenkünfte zu veranstalten behufs Besprechung ihrer Lage und Befferung derselben. In Deutschland bestehen neun Bauernvereine, an deren Spitze sich Adlige und Priester befinden; aber solche Bauervcreine wollen wir nicht. Wir wollen keine feste Vereinigung und auch keine Beiträge erheben, sondern an den verschieoensten Orten der Provinz freie Bauerntage abhallen. Ist dann die Reihe durchgemacht, so soll eine Zentralisierung stattfinden und durch Delegierte daS Weitere festgrstellt werden. Vor A'Iem ist eS notwendig, daß der Bauer bet den Wahlen Einfluß gewinne und dieselben in seinem Jntereffe sich zunutze mache. Denn unS kann kein Kaiser und kein König helfen, wir müssen UNS selber helfen. Der größte Feind deS Bauern ist die Indolenz. Während der Städter
„Theuerster l
Nur die Liebe zu Dir, die mich so stolz macht, atebt" allein mir Kraft, den unglückschwcren Tagen, denen ich entgegengehe, mutig, nicht aber gedul-ig entgegen zu gehen. DaS Andenken an Dich erhebt mich und macht mich stark.
Verlobung auch dcS BaterS Ehrenwort zur Haltung des Verlöbnisses zu geben und viele Grüße an Fräulein Alma auSzurichten; nebenbei bemerkte er, daß Alma wahrscheinlich erst in ter Stadt diesen Namen angenommen habe, denn früher habe sie Amalie geh ißen. seine Krankheit mit, die ihm sein
Leutnant Arnold von Köpper
Sdon seit der Abreise seines Freund's, deS Grafen Kurt Lallen, wurde er von einer seltiamen Unruhe gepeinigt, brstän lg zeigte ihm sein Geist Gefahren, die seiner Liebe drohten, nirgend« und bei keiner Beschäftigung fand er die Ruhe der Geistes, welche sonst stets seinen Charakter aus- zeichnete; nicht einmal der Gedanke an die Geliebte vermochte ihn zu beruhigen, denn dieser drohten ja, wie sein Geist ihm immer zeigte, Gefahren.
Auf seinem Schreibtisch fand er zwei Briefe, der eine rosenfarbig, rosenduftend und von zarter Frauenhand war von der Geliebten, der andere mit flüchtiger, aber kräftiger Adresse von Gras Kurt Latten. Der erste lautete:
Gestern nun teilte mir mein Valer mit, daß ehe ich noch zu denken vermochte, ich mit Kurt, dem Sohne de« Graf n Sitten, verlobt wurde. Dieser Kurt soll nun näustrnS kommen und mich als Gattin heimführen.
„Daß ich Dir daS so ruhig schreibe, wird Dich nicht wundern, denn Du bist ja m ine Liebe und Du bist stark, Du wirst mich retten und mich glücklich machen. Mir ist es nicht klar, wie Du mich retten und den Sieg erringen wirst, aber Du wirst eS thun, denn Du liebst mich.
„Im Leben und im Tode die Deinige.
A."
„Herrliches Mädchen, treues Soldatenlieb, tapfer und mutig, wie ich mir mein Weib stets gedacht," murmelte Aronlv von Köpper, unter der Uniform zog er ein Medaillon hervor und küßte eS. „Und waS mir mein lustiger Kurt nur schreiben wird? Ha, ha, ha! sicherlich, daß seine Braut nicht mehr zu haben, er aber trotzdem darüber nicht trostlo» sei; prächtiger Kerl I Doch laß hören, waS Du in der Residenz für niedliche Streiche machst!" (Fortsetzung folgt.)
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58—63 Aus einer dann folgenden LXvaire zur Miryairsvro- 16—20 innig geht hervor, daß daS Abgeordnetenhaus von Mitte :n I» nächster Woche ab für diesen Monat au« Rücksicht für die 2 j Arbeiten des Reichstags keine Plenarsitzungen mehr inAuS- _ j ficht nimmt. Es werden dagegen die KommissionSarbeiten
Deutsches Reich.
- Berlin, 10 Jan. D s zeitgemäße Thema, die Legi- — timalionspflicht der Gestllen und die LehtlingSfrage, wurde 22 gestern avenv in der Bezirksversammlung de» Ortsvereins _ seldstä-dige> Handwerker Berlin«, die unter reger B-tei- — 1 ligung im El 'blissemrnt Sanssouci stattfand, erörtert. Der — Rcfirent, Obc> meister F. A. Brande«, legte dar, daß die 22 Schaltenseiten der Arbeitsbücher in tendenziösester Weise _ ‘ übertrieben würien, daß die neuangestrible Legitimation — 1 nichts sein solle, al« ein Nachweis darüber, wo und bei — i wem der Inhaber beschästigt gewesen sei. Weitere Angaben, — über Betragen oder gar politische Stellung de« Arbeiter«, “ 1 zumal solche, die ihn in seinem Fortkommen schädigen könnten, _ seien unstatthaft uno event. Der strafrechtlichen Verfolgung »usgesrtzt. Eine R chtoungleich^eit zwischen Meister und
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoneen-Burenux Don ®. L. Daube u. 6o. in Frankfurt a. M ; Jtiaersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin: W. Thiene« in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.
arscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da« Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllnstrirte« SarmtagSblatt" durch die Expedition (R o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*/t »tert, durch die Postämter deS Deutschen Reiche- 2 Merk 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 26 Pfg. berechnet.
„.„iaen nimmt entgegen: ^tipebition d.BlatleS. ''«edAnnEn.Bureaux Dietrich u. Co- m ’• ff*, „uv Hannover; Th. - in Frankfurt a M.;
- ^.fenltein u. Vogler m — r „Kurt a. M , Berlin, - Sg Mn rc.; Rudolf - in Berlin, Frank- — furt a. Ä- te-
- In der heutigen (20.) Plenarsitzung deS Abgeord- 22 .«tenhause« kam zunächst der Antrag des «bg. von - Vurmb auf Annahme eines Gesetzentwurf«, betreffend die — Ausdehnung der Wirksamkeit deS nassauischen evangelischen - omtralkirchenfonds und der nassauischen evangelischen Pfarr-, 22 Mtwen- und Waisenkasse auf die vormals hessischen Teile _ der KonsistorialbezirkS Wiesbaden, zur Verhandlung. Außer - Antragsteller wurde die sofortige Annahme des Antrages — dem Regierungskommissar Ministerialdirektor Bark- - hausen und dem Abg. Schreiber empfohlen, während c. , die Abgg. Wißmann und Thileniu» eine kommissa- Sörief.i rische Vorberatung für nötig halten. Abg. Windthorst —' erklärt sich ebenfalls für eine Vorberatung, und zwar durch — Budgetkommission, die jedenfalls die Sache so schnell 22 : erledigen werde, daß der Antrag noch zum 1. April Gesetz _ ^rden könne. Die Ueberweisung an die Budgetkommisston — rotrb demnächst beschlossen.
- ES folgen Wahlprüfungen. ES wurden ohne erhebliche - . Debatte für gültig erklärt: die Wahlen der Abgg. Wirth 4. Wiesbadener Wahlkreis), Dr. Häncl (15. schleswig- _ j jolstein. Wahlkreis), Dr. Stern und Flinsch (1. Wiesbad. - Wahlkreis), Edler und Hermierfch (3. Oppelner Wahlkreis) und Hastedt (29. Haunov. Wahlkreis).
22 Schließlich wurde eine Petition von Fischern in Branden- _ I bürg a. H. um Abänderung resp. Revision der Vorschriften - ( der Fischereigesetzes über Schonzeiten und den Schutz der jungen Fische der Staatsregierung als Material für die in Aussicht gestellte Revision der Fifchereigefetzgebunz über-
Rurt wollte nun der ganzen Welt sein Glück befanm machen, mit anderen Worten: er wollte sich öffentlich uns feierlich verlob n.
Hierzu wünschte er aber gern seinen Vater an seiner
— j Seile zu h ben, damit dieser sich über da« Glück seine«
— t Sohnes freue, das er diesem unbewußt bereitet, noch ehe
« « auf einen Erben s IneS N >menS und seines Geldes
mailen konnte; ferner aber sollten die alten Waff naefädrten *tl traulicher Zusammenkunft ihren alten Hader vollständig ^sprechen und ibn dann für ewige Zeilen rüden lassen.
In diesem Sinne schrieb Kurt an seinen Vater uni bat ibn zu dem fröhlichen Feste in die Residenz zu kommen.
Der alle Graf litt wieder an dem Podagra, feinem alten Uebel, al« die Epistel seine« Sohne« antam, uns stachle der Treffliche überhaupt au« Gewohnheit, so nahm ‘t an bl.sern Tage die Gelegenheit gründlich wahr; ersten« _E^nd er neue VerdammungSworle für daS verfl.... Po- 147 bagra, zweitens fluchte er auf sinnig zärtliche Weise auf -* '.einen Sohn, der ihm so furchtbar unsinnige« Zeug ge- Trieben, dritten« verwünschte er mit äußerst kräftigen Worten da« schwache Gedächtnis seine« Kriegskameraden, ”8 ihm Kurt sehr sorgfältiger Beachtung empfohlen, vier- lens und letzten« verwünschte er alle Welt, welche nicht Podagra verdammt ist.
Zuletzt aber diktierte er seinem Sekrelair doch noch « zärtlichen Brief an Kurt, dem er austrug, bei der
HI—WM.MU—MJ MM—B