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JKatDurg, Mittwoch, 29. November 1882

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XVII Jahrgang

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Die Waldungen, die hiermit geschützt werden sollten, seien gerade vielfach in den Händen kleiner Besitzer. Die ver­änderte Eisenbahntarifpolitik könnte allein den bestehenden Uebclständen nicht abhelfen. Seit 1865, wo die Holzzölle weggefallen und das Staatsgebiet erweitert sei, habe, abge­sehen von den Gründerjahren, die konstante Steigerung der Holzpreise aufgehört, bis zum Jahre 1879, wo der allge­meine wirtschaftliche Aufschwung auch die Holzpreise wieder gehoben habe; denn auf die Holzzölle sei dieselbe eben nicht zurückzuführen. Der Herr Minister führte dann aus, daß Ersparnisie an Gehältern in der Forstverwaltung kaum denkbar seien. Die Reinerträge würden durch vielfach nötige neue Etablissements, namentlich in den neuen Provinzen, verringert. Erhebliche Summen seien außerdem notwendig für Aufforstung, Wegebau und andere Kulturaufgaben, die alle produktiv würden, aber erst nach einer Reihe von Jahren. Dazu käme eine Menge anderer wissenschaftlicher rc. Aufgaben, denen die Staatsregierung gerecht werden müsse. Daß ein größerer Teil des Holzes, wie bisher, statt alö Brennholz als Nutzholz verwendet werde, sei das Bestreben der Regierung. Auch sei vielfach an Stelle des Lizitations­verfahrens der freihändige Berkaus getreten, da letzterer wohl dem Zwischenhandel Vorschub geleistet. Soweit also die Einnahmen der Forstverwaltung unter den bestehenden Verhältnissen sich erhöhen lasien, geschehe das Nötige. Eine wesenlliche Erhöhung der Einnahmen aus den Holzzöllen erachte er aber nur möglich durch Erhöhung der unteren Positionen des Holzzolltarifs.

Abg. Rickert bestreitet, daß der Finanzminister zu der Forderung eines steigenden Ertrages aus der Forstverwal­tung berechtigt sei. Ein hoher Holzpreis gerade verringere übrigens mitunter die Erträge des Forstetat». Daß der bisherige kleine Holzzoll keinen Einfluß gehabt, bestreitet er. Im allgemeinen habe auch die Holzzölle der Konsument getragen. Schließlich polemisiert er gegen den (abwesenden) Abg. v. Schorlemer.

Regterungskommtssar Ober-Forstmeister Donner ent­gegnet dem Vorredner, daß besten Verlangen, im Etat die Einnahme aus Nutz- und Brennholz zu trennen, sehr schwer zu erfüllen sein werde.

Abg. Dr. Wtndthorst weist die Angriffe gegen den Abg. Schorlemer zurück. Theoretisch sei gewiß der Frei­handel berechtigt, seine praktische Anwendung aber davon abhängig, daß alle Staaten demselben Prinzip« folgten. Daß das Ausland auf unsere Holzpreise von Einfluß, sei außer jedem Zweifel. Dem (von der Linken gestellten) An­träge auf Ueberweisung bezüglicher Teile des Forstetats an die Budgetkommisston widerspricht er bestimmt. Der Holz­zoll sei eine Frage, die vor den Reichstag gehöre und nicht hier zur Entscheidung siche. Er erkläre sich daher hier weder für noch gegen den Holzzoll.

vom Landtag.

Berlin, den 27. November.

Das Abgeordnetenhaus setzte in seiner (8.) Plenar-

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der Bedeutung für den wirtschaftlichen Wohlstand der Nation. Zur Sache selbst untersucht er die Frage, 1. ob in der Bewegung des Nutzholzpreises ein Grund liege, einen künstlichen Schutz für denselben zu schaffen, und 2., welche Wirkung ein solcher erhöhter Schutzzoll haben würde. In erster Beziehung sei das vorgelegte Ver­gleichsmaterial nicht ausreichend, um einen allgemeinen Schluß zu ziehen. Auch könnten die Verhältnisse einzelner Gegenden nicht die Grundlage für ein allgemeines Urteil bilden. Die Meinung des Herrn RegierungSkommstsarS, daß die Steigerung der Holzpreise nicht in gleicher Höhe erfolgt sei, wie die Preise anderer Waren, sei nicht richtig. Der Etat selbst rechtfertige die Erhöhung des HolzzolleS um so weniger, als der Schwerpunkt unserer Forstverwal­tung in dem Verkaufe des Brennholzes liege. Nach alle dem könnte die Fortschrittspartei die Erhöhung deS Holz- zollrS nicht für gerechtfertigt halten; die Wirkung würde nur wenigen großen Waldbesitzern zum Nachteil der Ge­samtheit zu gute kommen.

Minister Dr Lucius bezeichnet diejenigen beiden Posi­tionen des Zolltarifs, welche hier allein in Frage kommen können. Hier hätten aber die Zollsätze deshalb nicht ge­wirkt, weil sie zu niedrig seien. Da aber die Zollbelästigung doch einmal stalthaben müsse, sei es gerechtfertigt, die Zölle für diese Arten von Bau- und Nutzholz auch so zu er­höhen, daß dieselben auch wirklich einen Schutz bilden.

Rarbuk lr. 44- 882.

verschlungene Pfade.

Novelle von R. Hoffmann.

(Fortsetzung.)

In dem herrlichen Garten de» SchlosteS KönigShof dufteten die Rosen, Tulpen und Hyazinthen, die Obstbäume standen in ihrer Blütcnpracht, der Rasen prangte in seinem saftigen Grün, eine herrliche Landschaft biloetr die Um­gebung und darüber lachte der blaue Himmel. Auf einer kleinen Anhöhe des gräflichen Garten« befand sich «ine Bank und ein Tisch. Hier saß eine junge Dame von blendender Schönheit. ES war Gabriele, welche damit beschäftigt war, eine reizende Aussicht nach einer Waldschlucht, die 6dtti Glanze der Abendsonne eine wunderbare Färbung zeigte, in ihr Skizzenbuch zu zeichnen. Emsig und nur mit ihrer Skizze beschäftigt, saß Gabriele bei ihrer Arbeit. Man konnte sich ein wenig über die Situation wundern, in welcher sich Gabriele befand. Sie saß allein schon länger als eine halbe Stunde im Garten, sie, die doch sonst nur immer im Kreise der gräfliche« Familie zu erblicken war. Grollte man j-tzt der einst Allverehrten in diesen Kreisen, »der hatte man sie ^sichtlich ihren Studien überlasten? Gabriele legte jetzt den Griffel nied«, sie faltete ihre Hände und in ihren schwermütigen Augen erglänzten Tchränen. Ihr Herz schien von furchtbaren Gedanken gequält, die selbst nicht von ihrer Lieblingsbeschäftigung verscheucht wer- den konnten. Wie von einem plötzlichen Impulse ange- trieben, schnellte Gabriele empor, ihre rollenden Augen wurden größer, ihr Athem keuchte,

Ich muß fort von hier," hauchte sie sptfMd und stöhend hervor,fort von der Stätte, wo all' mein Glück Und Unglück seinen Ursprung hat! Mit mir treibt «iue teuflische Macht ihr Spiel. Menschen, die mir gleichgiltig sind oder die ich haste, erglühen in Leidenschaft für mich,

o.Bresi

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirte« LomttagSblatt" durch die Expedition (R o ch'sche Buchdrucker«») bezogen 21/* «Wart, butdj die Postämter des Deutschen Reiche- 2 Mark SO Pfg. (rx«l. Bestellgebühr.) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg.

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Verfolgen mich und wollen mir gewaltsam ein Glück auf­drängen, welches ich nicht mag und diejenigen Personen, welche ich acht«, liebe und verehr«, sind kalt gegen mich und hassen mich gar. Bleibe ich hier, so bin ich unglücklich unb mach« noch andere unglücklich und wend« ich diesem Hause den Rücken, so schwindet all mein Glück von mir. O Theobald, o Theobald! Wer hat Deinen Geist so verwirrt und Deinen Verstand gestört? Und wer hat Dich, Curt, so klug und herzlos gemacht? Entsetzlich, dort ist et schon wieder l" fuhr Gabriele mit angstvoller Stimme fort, doch ihre Blick« richteten sich hoch auf, ihre Augen flammten Blitze und st« ballt« ihr« Rechte wie zur Ver­teidigung.

Ein Mann von fast märchenhafter Schönheit näherte sich Gabrielen. Sein Wuchs war hoch und kräftg, elastisch sein Gang, wie Milch und Blut sein Antlitz, tiefblau seine Augen und eine Fülle golftet glänzender Locken deckte sein Haupt. Ohne daß e« Gabriele nur verhindern konnte, hatte bet seltsame Mann ihre Hand ergriffen, war auf die Äniee gefallen und Gabrielen« Hand mit leidenschaftlichen Küsten bedeckend, rief er mit bittender Gebetde:

Sie wüsten mich erhören Gabriele, ich will, ich kann Sie glücklich machen, aber ohne Sie kann ich und mag ich nicht leben 1*

Gabriele machte gegen diesen leidenschaftlichen Aus­spruch des zu ihren Füßen liegenden Manne« «in« ab­wehrende Bewegung und' erwiderte, bi« flammenben Augen nach bem Kopf« b«S Knieenden gerichtet mit entschlossener Stimme:

Sie verlangen unmögliches von mir, Graf! Ich kann Ihnen das nicht gewähren, um was Sie mich bitten, weil ich e» nicht besitze, nicht in meinem Herzen fühle. Oder glauben Sie, daß ich meinem Herzen gebieten kann, Sie

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Die Expedition der Oberhefs. Zig.

Der Antrag auf Ueberweisung an die Budgekkommisfion wird darauf abgelehnt. Sämtliche Titel der Einnahmen (52371500 Mk.) werden ohne weitere Debatte im ein­zelnen bewilligt. Bei den dauernden Ausgaben empfehlen die Abgg. Althaus und Bödicker eine Verbestemng auch der unteren Beamtengehälter.

Bei den Ausgaben für forstwistenschaftliche und Lehr­zwecke bemängelt Abg. Schmidt (Stettin) die Disparität der Gehälter der Direktoren der Forstakademieeu zu Ebers­walde und Münden. Minister Dr. Lucius entgegnet, daß diese Disparität sich nicht überall abstellen laste; die­selbe komme noch bei anderen Instituten vor und werde durch die Verhältniffe begründet. Vor einem Zudrange der Forstkarrisre welche Frage der Vorredner ebenfalls berührt hatte habe er bereits gewarnt. Der Abg. v. M e yer (ArnSwalde) spricht hei den Ausgaben zum Ankauf von Grundstücken für (die Domänen- und) Forst- Verwaltung seine volle Befriedigung darüber aus, wenn dieser Gegenstand jetzt zur Durchführung gelange. DaS Extraordinarium des Forstetats veranlaßt keine Debatte.

Die Etats der Rente des KronfideikommißfondS, de« Zufchuffes zu demselben, sowie des Erlöse« auS Ablösung von Domänen-Gefällen und aus dem Verkaufe von Do­mänen- und Forstgrundstücken passieren ohne Diskussion.

Zum Etat der Gestütsverwaltung sprechen die Abgg. Seer, Dirichlet und v. Rauchhaupt zunächst pro­vinzielle Wünsche ans. Im allgemeinen bemerkt letzterer, daß die Zahl der anSrangierten Pferde bei den Ankaufs- Hengsten viel größer fei, als bei den eigenen Zuchthengstm. Minister Dr. Lucius erwidert, daß bei dem Ankäufe mit der größten Vorsicht verfahren werde, daß indes Irr­tümer bei Ankaufshengsten leichter möglich seien, als bei den Zuchthengsten. UebrigenS würde eS verkehrt sein, Ankaufshengste, bei denen ein Fehler entdeckt sei, nicht so­fort auszurangieren. (Zustimmung.) Abg. Dirichlet hält die allgemeine Klag« des Abg. v. Rauchhaupt für unbegründet. Abg. v. Wedel!-Malchow konstatiert, daß in der Provinz Brandenburg der Wunsch allgemein sei, daß dieselbe wieder ein Hauptgestüt erhalte. Abg. v. Rauchhaupt konstatiert dem Abg. Dirichlet gegen­über, daß er die berechtigten Wünsche der Provinz Sachsen in der denkbar bescheidensten Weise dem Herrn Minister vorgetragen habe. Auf eine Anregung des Abg. v. Kalk­reuth sagt der Minister zu, daß die Konzentrierung der Auktionen auSrangierter Trakehner Pferde in Zukunft statt­finden werde, wenn eS die GesundheitSverhältniffe gestatten. DaS Extraorbiuarium dieses Etats veranlaßte eine längere technische Diskussion, an welcher sich die Abg. Dirichlet und v. Dassel heteiligten, wurde im übrigen unbean­standet bewilligt.

Anzeigen nimmt entgegen: u> Expedition d. Blattes. (ojh. d.Annoncen-Bureaux

LH. Dietrich u. Co. in ö'ass.-I und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; kiaafenstein u. Vogler in Laiilfurt a. M., Berlin, s-j.-iig, Köln re.; Rudolf We m Berlin,' Frank! furt a. M- ic.

zu lieben ? Schon zwei volle Wochen verfolgen Sie mich mit Jhrm Anträge», ich habe Sie bedauert, ja beklagt au« Achtung vor Ihnen und aus Liebe zu Ihren Eltern und Ihren Geschwistern, ich bitte Sie ober, mich nicht weiter mit diesen Anträgen zu verfolgen, ich käme sonst in die Lage Sie . . . verachten zu müssen."

Der Knieende war bei den letzten mit scharfer Betonung gesprochenen Worten Gabrielen« emporgeschnellt.

M'ch verachten!" stammelte er mit zitternder Stimme, ans welcher man gleichzeitig Zorn unb Schmerz zu ver­nehmen schien.Mich verachten, sagen Sie," fuhr er fort,bin ich Ihrer denn so ganz unwert? Kann ich nicht hoffen, Sie glücklich zu machen? Habe ich nicht Mittel dazu?"

Nein, Graf, unb abermals nein! Ich will unb kann durch Sie nicht glücklich »erben," entgegnete mit vollster Entschiebenheit Gabriele.

Nun bcnn haben Sie schon gewählt, Ihr Herz gehört einem anberen!" wehklagte bet leidenschaftliche Graf.

Ich kann Sie nicht In ble Geheimnisse meine« Herzen« einweihen," antwortete sarkastisch Gabriele,aber wenn ich verlobt wäre, Ernenn ich enen Bräutigam hätte, dann wür­den Sie e« jedenfalls wissen."

»Wenn also nun Ihr Herz noch frei ist, Gabriele," fuhr der Graf mit schmeichelnder Rede fort,darf ich da nicht wenigsten« die geringste Hoffnung aus Sie hegen, bars ich mich Ihrer Liebe nicht würdig machen? Verlangen Sie nach Orden unb Titeln, nach kühnen Manne-thaten auf ben Gebieten, wo bie Menschen berühmt werden, so geben Sie mir einige Jahre Zeit und bann erfüllen Sie meine Hoffnung."

(Fortsetzung folgt.)

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sthung zunächst die Beratung des ForstetatS fort.

Abg. Büchtemann suchte die vorgestrigen AuSfüh- Fr. rungen der Abgg. Fornet und Frhrn. von Schorlemer-Alst zu widerlegen. Die Fortschrittspartei habe durchaus kein größeres Jntereffe für den Handel als für die Landwirt­schaft; sie wolle nur nicht die Bevorzugung eines Teils der Produzenten, des großen Grundbesitzes, zum Nachteil deS kleinen. UebrigenS sei der Handel von fortdauernd steigen-

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Anzeigen nimmt entgegen: hje Expedition b. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux

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Frankfurt a. M; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin: w. Thiene« in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.