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Nr 278

Marburg, Dienstag, 21. November 1882

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erjeigcnb, aber auch Schaden zufügend, wenn sie gereizt wurden. Sie besaßen vielfach übermenschliche Kraft und hatten ihre Wohnungen in Bergen, worin sie sich viel mit Schmiedearbeit beschäftigten. Mit dem Auftreten deS Christen­tums wurden sie jedoch ihrer wohlwollenden und wohlthätigen Eigenschaften entkleidet nnd unter den entstandenen Teufels- begriff gebracht, indem sie jetzt nur als böse Wesen ange­sehen wurden, was noch dermalen mit unserer Bezeichnung: elender Wicht, Bösewicht, ausgedrückt wird. Ihren Nach­barinnen, den vorgedachten Nornen, war, wie wir bereits angegeb-n, ein beffereS LcS beschieden worden. Wir wollen hier noch darauf aufmerksam machen, daß die erwähnte Fclsenwand auf der Kurhesstschen Generalstabskarte unter dem Namen: Hohlstein, und eine nicht weit davon nach Norden hin liegende Stelle als .die Wichtelhäuser" auf­geführt ist, waö irrig erscheint, da allgemein von den in der dortigen Gegend wohnenden Leuten der oben gedachte Hohlstein als die Wohnstätte der Wichtelmännchen ange­sehen und deshalb auch die Wichtelhäuser genannt wird, )QS "uchLandau in seiner Beschreibung deS Kurfürsten­tums Hessen so angiebt. Dieser Irrtum ist auf andere, jener Generalstabskarte nachgezeichnete Karten übergegangen.

Am westlichen Ende deS Wellenberges, da, wo dieser °nK bcn Hohen Homberg und den s. g. Hauwald grenzt, befinden sich zwei an einander grenzende Bergkuppen, welche die Heimberge heißen. Wenn man berücksichtigt, daß das Wort Heim gleichbedeutend mit dem Worte Hain ist, da beide dieselbe Wurzel haben, so liegt die Annahme nahe, daß wir bei diesen Heimbergen eS lediglich mit Hainen zu thun haben, in welchen einer heiouischen Gottheit Ver­ehrung dargcbracht wurde, die hier ihr Heim, ihren Aufent­haltsort, hatte. Ob dies nur eine, oder nach der Zahl der

Ausgaben 30464500 M., einmalige Ausgaben 2050000 U-berschuß 19857000 M. Zentralverwaltung der Do- ^"EN und Forsten: Einnahmen 9440 M., Ausgaben M. Verwaltung der direktm Steuern: Einnahmen 145 618000 M., Ausgaben 10486 000 M., Ueberschuß 13a 132 000. Verwaltung der indirekten Steuern: Ein­nahme 95 756 000 M., dauerude Ausgaben 28 607 300 M einmalige Ausgaben 677200, Ueberschuß 66 471500 M.' Lotterieverwaltung: Einnahme 4043300 M., Ausgabe 89 700 M., Ueberschuß 3953600 M. Seehandlung- E-nnahm- 3004600 M., Ausgaben 268461 M., welche au« den Erträgnissen des Instituts bestritten werden. Münr- vcrwaltung: Einnahme 225640 M, Ausgabe 222730 M Ueberschuß 2910 M., Berg-, Hütten- und Salinenverwal­tung: Einnahme 96476 617 M., dauernde Ausgaben 81278625 M., einmalige Ausgaben 556000 M., Ueber- fdjujj 14641992 M. Eisenbahnverwaltung: Einnahme 514 721261 M., dauernde Ausgaben 384 586286 Mark, emmalige Ausgaben 9 603 000 M., Ueberschuß 120 542 975. Staatsschuldenverwaltung: eigene Einnahmen 120850 M., Summe der Ausgaben 129 903 500 M., davon für Ver­zinsung der Staatsschulden 108609513 M. 25 Pfg., zur Tilgung der Staatsschulden 19335978 M. Herrenhaus: Einnahme 2110 M., Ausgaben 171 910 M. Abgeordneten-

I haus: Einnahme 3720 M., Ausgaben 1201270 Mark. Allgemeine Finanzvcrwaltung: Einnahmen 130026789 M., Ausgaben 118641267 M , Staatsministerium: Einnahme 3400 M , Ausgaben 298830 M. Staatsarchive: Ein­nahme 9370 M., dauernde Ausgabe 316844 M., ein­malige Ausgabe 7200 M. General-OrdenSkommission: Einnahme 12950 M., Ausgaben 208120 M. Geheimes Zwilkabinett: Einnahme 8900 M., Ausgabe 122680 M Ober-Rechnungskammer: Einnahme 18300 M., Ausgabe 729 828 M., Prüfungskommission für höhere VerwaltuagS- beamte, DiSziplinarhof und Gerichtshof zur Entscheidung der KompctenzkonMe: Einnahme 5400 M., Ausgaben 25 470 M. GesctzsammlungS-Amt: Einnahme 172830 M., Ausgaben 172 600 M., Ueberschuß 230 M. Deutscher

Preußischer Staats - Anzeiger: Einnahme ^>22 350 M., Betriebskosten 402 350 M., Anteil der Deut­schen Reichskasse 40000 M., Ueberschuß für Preußen 80000 M. Ministcricn der auswärtigen Angelegenheiten- Ernnahme 8070 M., Ausgaben 502100 M. Finanz- ministerium: Einnahme 2107 801M., dauernde Ausgaben 40448 686 M., einmalige Ausgaben 157200 M. DaS Betriebskapital der Generalstaatskasse beträgt 30 330 000 M Bauverwaltung: Einnahmen 1064285 M. dauernde Au«, gaben 17452823 M., einmalige Ausgaben 14 048625 M. Ministerium für Handel und Gewerbe: Einnahme 321900 Mark, dauernde Ausgaben 1558172 M., einmalige AuS- oonn4^60 ^ark. Justiz-Verwaltung: Einnahme 7 319 800 M., dauernde Ausgaben 80159 800 M., ein-

Änzeigen nimmt entgegen: bi: Expedition d.Blattes, so vit d.Ännoncen-Bureaux 0. 15- Dietrich u. Co. in Kflji :l und Hannover; Th. xie'rich in Frankfurt a M.; Ha-.senstein u. Vogler in zcankfurt a. M., Berlin, Lcixzig, Köln rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank­furt a. -JJt. rc.

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Der Wollenberg bei Wetter in Oberhessen.

l Fortsetzung.)

Deutscher Reich.

Berlin, 18. Nov. Im Abgcordnctcnhause hielt gestern der neue Finanzministcr Scholz seine Finanzrede, mit welcher er das neue Budget einführte. Aus seiner Rede ergab sich, daß der preußische Etat infolge der großen Summen, welche die Ei'enbahn-Verwaltung repräsentiert, die Grenze der Milliarde überschütten hat. Die Erhöhung gegen das Vvijahr beträgt 134 Millionen. In Bezug auf die Steuer- Erlasse erklärte der Minister, die Staatsregierung sei keinen Augenblick zweifelhaft darüber gewesen, daß die gewährten Erlasse nicht mehr rückgängig gemacht werden könnten, deshalb seien wieder 20Vs Millionen Steuererlasse in den Etat eingestellt. Während Preußen 1872 etwa 55 Mill, an Matrikularbeiträgen für das Reich beizutragen hatte, hat es jetzt nicht allein gar nichts mehr beizutragcn, son­dern hat noch 3Vs Mill, vom Reiche aus den Zollüber­schüssen bekommen. Es ist damit das Ziel der finanziellen Selbständigkeit des Reiches mehr als erreicht. Und das ist geschehen durch die Zollreform, da« Werk der Konser- valiven gegen das liberale Manchestertum, nicht nur zur Hebung unserer RcichSfinanzen, sondern auch zum Schutze der nationalen Arbeit. Der Minister konstatierte den Rückgang der Einnahmen aus den Staatsforsten und be­tonte die Notwendigkeit, unsere deutsche Forstkultur gegen die Konkurrenz des Auslandes besser zu schützen. Bezüg­lich der in der Thronrede angekündigten Vorlage über Weg­fall der vier untersten Kiassenstenerstufen bemerkte der Minister, daß dieser Entwurf noch nicht alle nötigen Sta­dien durchlaufen habe. Der Minister kündigte an, daß der Ersatz für den neuen Ausfall für die aufgehobene Klassensteuer auf dem Wege der Besteuerung deS Ver­triebs geistiger Getränke und des Tabaks gesucht werden solle; dagegen der, welcher durch den bisherigen Erlaß von Klassensteuern entsteht, soll durch eine Anleihe gedeckt werden. Die neuen Steuern auf den Betrieb von Tabak und Branntwein sollen nur provisorisch bis zu anderweiter Regelung durch ReichSsteucrn erhoben werden. Es ist zu beklagen, daß die Regierung nicht mit einem ausführlichen, auch ihre indirekten Stcuervorschläge für das Reich umfassender Steuerreforwplan hervortritt. Es würde das jedenfalls die Sache sehr klären und dem Landtage die gewissenhafte Prü­fung so ernster das ganz-Staatsgefüge so tief berührenden Dinge, wie es die Slenerfragen sind, wesentlich erleichtern. Der dem Abgeordncienhause dann vorgelegte Etat schließt in seinen Einnahmen mit 1 089 583 200 M. ab, und be­darf bekanntlich zur Balanzierung der Ausgaben einer Anleihe von 31824000 M. Auf die Einzeletats verteilen sich die Summen folgendermaßen: Domaincnverwaltung: Einnahme 28982760, einmalige Ausgaben 1467991 M., dauernde Ausgaben 6 780060, Ueberschuß 20 734 700 M., Fvrstverwallung: Einnahmen 52371500 M. dauernde I

m<>li8e Ausgaben 3 242 800 M. Ministerium de« Innern: Einnahme 4320841M., dauernde Ausgaben 41236021M einmalige Ausgaben 818870 M. Landwirtschaftliche Verl waltung: Einnahmen 2154 000 M., dauernde Ausgaben 7597253 M., einmalige Ausgaben 2047597 M Ge- stutSverwaltung: Einnahmen 1841520 M., dauernde Ausgaben 3849060 M , einmalige Ausgaben 771590 M. Kultusministerium: Einnahmen 2850 042 M., dauernde Ausgaben 52099039 M., einmalige Ausgaben 8 487436 Mark. Kttegsministerium: Einnahmen 1755 M., dauernde Ausgaben 107572 M.

Berlin, 18. Nov. Die konservative Fraktion wird in der Kommission zur Vorberatung der Novelle zur Gewerbe- ^n.trdS auf Einführung obligatorischer Arbeitsbücher einbrmgen lassen. Die Fraktionen de« Abgeordnetenhauses werden sich über ihre Stellung zum Etat IchlWg mach-». $.ft M, zm,°7n ftab U Vorschlag den Ausfall der durch Aufhebung der vier uu- tersten Klassensteuerstufen wegfallenden Einnahme durch Besteuerung des Vertriebs geistig r Getränke und de- ^a(ba,g, zu decken. Ein in Aussicht genommener Antrag, diesen Ausfall durch Fortfall des einmaligen resp. einmaligen und dauernden Steuererlasses zu decken, findet vielen An- kla,,g. DieKreuzzeitung« schreibt dazu:Man wird nicht leugnen können, daß die äußere Erscheinung, welche in Zukunft unsere Klassen- und Einkommensteuer darbicten wird, den Eindruck einer rationell konstruierten Steuer nicht machen kann. Ein Teil davon trifft diejenige Mehrheit des Abgeordnetenhauses, welche im vorigen Jahre unter Bennigsens Führung den namens der konservativen Fraktion vom Abg. Freiherrn v. Hammerstein zum Steuerlaß ge- stellten Antrag zu Fall brachte. Dieser Antrag bezwecke, daß schon im vorigen Jahre die disponiblen 6 Millionm nicht, wie geschehen, zu einem einmaligen bis in die fünfte Stufe der Einkommensteuer hineinreichenden, sondern ru einem dauernden Erlaß der beiden untersten Stufen der Klassensteuer verwendet werden sollten. ES liegt auf der Hand, wie viel günstiger di« Situation für den Erlaß der vier untersten Stufen sich jetzt gestalten würde, wenn da- mals der konservative Antrag angenommen wäre. Dieeinst- für den Gesamterlaß von 12 Millionen sucht der Minister in der Besteuerung deS Vertriebes geisti- ger Getränke und de« Tabaks. Wir enthalten uns zunächst einer Kritik diese- überraschenden finanzpolitischen Planes und werden die bezüglichen Vorlagen abwarten. Wir können aber schon heute nicht verhehlen, daß sich un- gegen diese DeckungSmltt.l n cht unerhebliche sozialpolitische Bedenken positiver Art auforängrn, welche durch da« Ausbleiben jedes Versuchs, das große Kgpital zur Deckung mit heran­zuziehen, noch negativ nicht unerheblich verstärkt werden - Auf Wunsch deS Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten soll aus den gerichtlichen Grundbüchern eine

Nicht weit von der Nornw.nd, von dieser in östlicher Richtung "twa 15 Minuten entfernt, befindet sich auf dem Wellenberge eine andere Waldabteilung, von ziemlich großer Ausdehnung, welch-die Nonne" heißt. Simrock giebt °n, daß die vorgedachtcn Schicksalsschwestern, die Nornen, häufig auch Nennen genannt worden seien, was aus Nornen entstellt sein könne. Jedenfalls ist der erwähnte Name: die Nonne, erst nach Einführung des Christentums ent­standen und scheint vielleicht mit einer Sage in Verbindung zu stehen, nach welcher eine Jungfrau in weißem Gewände von dem Waldorte: die Nonne, auf der Höhe des Berges "ach der Nornwand zu schreite. Vielleicht sind wir später »ttf itn stände, über diese Sage eine genauere Mitteilung zu machen; die bis jetzt deshalb von uns angestellten Nach­forschungen haben kein entsprechendes Ergebnis geliefert.

Am Abhange der Süd Westscite des Wollcnbcrges, in Nähe deS Dörfchens Brungershausen, befindet sich eine dr. 11 viele hundert Schritte lange, stellenweise gegen 30 bi« Fuß hohe, jähe, beinahe senkrechte, vielfach an ihrem Unteren Teile zerklüftete Felsenwand mit zackigen Firsten, aus quarzitischer Grauwacke bestehend, dermalen meist von Laubholz umgeben. Diese Felsenwand wird allgemein die -Wichtelhäuser" genannt, weil ihre unteren, etwas breiteren Felsspalten als die Wohnungen der kleinen, geisterhaften Wesen angesehen wurden, welche in Hessen unter dem Namen Wichtelmännchen vielfach bekannt sind. Man dachte sich vteselben als ganz kleine, alte Männchen mit langem Barte, m>e Bergleute aekleiret, mit einer weißen Hauptkappe, mit oen Menschen zuweilen verkehrend und ihnen Wohlthaten

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Kaf Nr. 2

Heimberge zwei Gottheiten, und welche es gewesen sind kann zwar, da wir eine hierauf hindeutende genauere Be« bd ber Nornwand, hier nicht haben, mit Sicherheit nicht angegeben werden; es läßt sich aber an- nehmen, daß diese Gottheit ebenwohl der Wodan gewesen ist, weil demselben der Wollenberg in seiner Gesamtheit geheiligt war und ihm hiernach alle auf demselben vor­handenen KultuSstätten, bei hierbei mangelnder Bezeichnung einer anderen besonderen Gottheit, anheim fallen. Wir haben sonach auf dem Wollenberge zwei KultuSstätten de« Wodan, die etwa eine und eine halbe Stunde von einander entfernt sind, wa« als etwa« außergewöhnliches nicht an­gesehen werden kann, da e« mehrfach vorkommt, daß Laine nämlich heidnische Kultusstellen,' sich, wie hin, bi« L. 1/2 Stunden von einander entfernt befinden.

Wen» auch den Wichtelmännchen übermenschliche Eigen­schaften beigelegt wurden, so standen sie doch auf einer zu nie- deren Stufe, als daß ihnen eine besondere Verehrung in der h-ldnischen Zett zu teil geworden wäre. Die Heimberge, welche Wicht-lhäuser liegen, können also mit den Wichtelmännchen in keine Verbindung gebracht werden Indem wir nunmehr alle die Stellen de« Wollenberge- tok<?embUt<b lb Namen, wie die« auch mit dem Namen deS Berges selbst der Fall ist, einem kundigen Alt-üum°^?^?"^^^n "Ut Anklänge an ein heidnisches k Erbieten, wollen wir nur noch erwähnen, daß toDrb^bfn^n ^L'inem Sagenkreise, wie angenommen r11; " Ht umgeben ist, mau müßte denn wirk«

lich allerlei Spinnstubrngeschichten hierher rechnen wollen, mit denen wir uns jedoch nicht befassen. Außer der von uns erwähnten Sage von einer weißgekleideten Jungfrau haben wir brs jetzt andere, auf den Wollenberg sich fc,

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube u Ge. in Frankfurt a. M; Jügersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin: W. Thiene? in Slberfeld^E. Schlotte in

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen Vr-i- wir h.« .... . 11 " -

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