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Skr s«7 Marburg, Dienstag, 14. November 1882
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Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d Blatte», sowie d.Annoncen-Bureailx von G L. Daube u. de. in Frankfurt a. M.; Jtgersch« Buchhandlung daselbst; Hermansch« Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin; W. Thiene» in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.
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Für m der Expedttron zu erthe,lende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf«, berechnet. a 0 VTB*
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f Korsts und Waldwirtschaft spielen im deutschen Wirtschaftsleben eine so wichtige Rolle, daß die öffentliche Aufmerksamkeit sich ihnen immer wieder mwendet und daß die im Herbst diese» Jahre» zu Coburg gepflogenen Verhandlungen deutscher Forstwirte die Auf» vierksamkeit und den Anteil der weitesten Kreise auf sich gelenkt haben. Daß das Wohl und Wehe diese» Wirtschaftszweige» von eminenter Bedeutung ist, lehren die einfachsten und bekanntesten statistischen Daten. Mehr al» ein Vierteil aller Liegenschaften im deutschen Reiche (für Preußen beträgt der Anteil 23,33 Prozent) bestehen in Waldgrundstücken und ausgedehnte, in holzleeren Gegenden belegencn Flächen, die sich für andere Zwecke nicht eignen, könnten durch forstlichen Anbau nutzbar gemacht werden, — wenn die Forstwirtschaft diejenigen Erträge lieferte, welche sie liefern könnte und welche sie bi» zu der im Jahre 1865 erfolgten Aufhebung der Holzzölle geliefert hatte.
Mit besonderer Deutlichkeit läßt sich da« für die preußischen Staatsforsten nachweisen. Dreißig Jahre lang, von 1835 bis 1865, waren die Erträge der StaatSwald-
fläche in beständiger Zunahme begriffen gewesen, so daß sie sich schließlich verdreifacht hatten; seit Aufhebung der Holz- zölle ist es (von der sog. Gründerzeit abgesehen) mit diesen Erträgen dagegen beständig rückwärts gegangen und zwar ©CIO wegen des Sinkens der Preise, die sich in den Jahren 1835 ----- bis 1865 von durchschnittlich 3,64 Mark pro Fcstmeter ' J Holz auf durchschnittlich 6,31 Mark gehoben hatten und 1(1(1 im Jahre 1879/80 nur noch 5,79 Mark betrugen. Nach I einer von Fachmännern aufgeworfenen Berechnung sind der e dk Staatskasse durch diesen Rückgang IIV2 Millionen Mark
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entgangen und der Ausfall, den die gesamte preußische Forstwirtschaft erlitten hat, dürste da» Dreifache betragen.
Hand in Hand damit geht eine Zunahme der Holzeinfuhr aus dem Auslande auf Kosten de- Inlandes. An die Stelle de» Ucberschuffe der Ausfuhr über die Einfuhr, deren man sich in früheren Jährest zuweilen zu rühmen hatte, ist ras umgekehrte Verhältnis getreten, seit die Holzzölle im Jahre 1865 fast vollständig beseitigt wurden. In zunehmendem Maße verdrängten die Hölzer de» Auslandes
und insbesondere derjenigen Staaten, in denen ein gesetzlich unbeschränkter Raubbau getrieben wird, unsere einheimische rlmtld Produktion.
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von Holz, Holzkohlen und Rinde betrug im Jahre 1880 9403 505 Doppelzentner, im Jahre 1881 3 460 722 Doppelzentner, nur für diejenigen Artikel, von denen höhere Zölle erhoben wurden (gehobelte Ware, geschnittene Fourniere,
Die Staaten sind bekanntlich Rußland, Oesterreich- Ungarn und Schweden-Norwegen. Wie sich ziffermäßig Nachweisen läßt und wie von der diesjährigen Versammlung deutscher Forstwirte mit allem Nachdruck hervorgehoben wird, haben die Holzzölle vom Jahre 1878 ihrer Niedrigkeit b m wegen an diesem Verhältnis nichts geändert: die Einfuhr
1882
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Der schwarze Ratzert ober Meise Fra« «atz ich.
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„Ja doch, ja!" lachte ich jubelnd; natürlich war ein Gegenstand der Liebhaberei da — eine Apfelsine 1*
„Eine Apfelsine — ?"
„Oder vielmehr: Apfelsine efien beim Schachspiel, wa» «uras Liebhaberei ist und wa» un» beim Spiel störte 1"
„Unsinn!" sagte Tante Lina ärgerlich. Dann besann |*e, sich einen Augenblick, sah un» beide scharf an und sagte hoheitsvoller Kälte: „Ihr bemüht Euch vergeblich, mich et't solchen Dummheiten blind zu machen, um Erich heraus- zurcden und mir die Schuld zuschieben zu können I Ich M Euch zu klug dazu. Ich habe auch — gehört, daß 6°n einer bestimmten Person die Rede war.
„Von einer bestimmten Person?"
_ „Von dem Manne, dem Sie, Herr Reffe, zu viel oorer freien Zeil widmeten und über den Sie thöricht und "chisinnig Ihre arme Frau vernachlässigten. Von dem Sannf, den Laura in ihrer H rzcnSangst da» Unglück-ihrer nannte und ein Ungeheuer 1 Dem Manne, den sie, /V ich erriet, wenn ich mir dies mit dem Borgegangenen «usammenhielt, floh und au» Eurer Nähe zu verbannen
Humoreske von E. C. (Fortsetzung.)
„Nun, Liebeleien oder Liebhabereien, da» ist egal!" erklärte sie ganz unwirsch mit der ihr eigentümlichen Logik. -Ich bin nicht so ein Haarspalter, daß ich an den Worten herumdeutele, wie Ihr zu thun beliebt, um Euch auSzu- ttden! Wo Liebhab.rei ist, da ist dock auch, denke ich, und wo Liebe ist, da muß doch auch, denke ich, ein
Gegenstand derselben sein, seht Ihr wohl!"
Denn
kam, und hatte
auf einen Stuhl
Bi» dahin hatte
Ich hatte schon
dem „HandelSbl. f. Forsterzeugniffe" berichtete Thatsache, daß in den mit ausländischen Lieferanten geschloffenen Verträgen sehr häufig die Klausel vorkommt, „daß bei etwaiger Erhöhung der Holzzölle die Differenz am Preise gekürzt werden solle". Wie in vielen anderen Fällen wird eben auch in diesem Falle der Zoll vom AuSlande getragen.
Die sich au» diesen Thatsachen ergebenden Konsequenzen werden wir da» nächstemal erörtern.
„Thut nichts I" wiederholte ich noch einmal ärgerlich. Kommen Sie, Tante, oder ich bedaure, Sie hier lasse» zu muffen."
Ich gab meiner Frau den Arm und ging. TaMe Lina folgte un» beleidigt. (Fortsetzung folgt.)
wa» sie begangen, wer der vielumstrittene Robert sei und wa» sie aus ihm gemacht habe.
Tante Lina starrte mich eine Minute sprachlos an, sagte mir dann tief beleidigt: Wir hätten sie mystifiziert, setzte sich auf da» Sopha und hatte eisten Anfall. ' Ich weiß augenblicklich nicht mehr, wa« für einen. A'
Es kursierten zum Glück sehr viele Züge zwischen Rotheim und R., etwa alle zwei Stunden, und der nächste ging in Kürze ab. Ich klingelte und bestellte die Rechnnng. Nach einigen Minuten brachte sie der Kellner, ich bezahlte sie und warf da« Papier auf den Tisch. Dann versah ich Laura mit Hut und Mamille und war eben im Begriff, auch Tante Lina zum Aufbruch einzuladen, al« diese plötzlich, mitten au» chrem Anfall heran«, mit Emphase aufschrie: „Jesses! Nein so wa»! Sehen Sie doch!" -
„Was flieht’«?- fragte ich gleichmütig.
„Sie haben eine falsche Rechnung bezahlt, — Rechnung für Frau Süßmilch steht hier!" W 8
„$$ut nichts!" sagte ich unwirsch und wandte mich ab, um meine Verlegenheit nicht merken zu lassest. Denn die Süßmilch-Geschichte wollte ich doch lieber für mich behalten.
„Ich würde mir da« aber nicht gefallen laffm!" erklärte Tante Lina entrüstet. „Süßmilch! Wiffen Sie nicht, ^ß die« ein berüchttgter Verbrecher ist, den man hier in Rotheim gefangen hat? Ich had'S vorhin in der Zeitung gelesen!"
Laura sank in stummem Erstaunen und vermochte gar nichts'zu sagen.
Ich meinerseits erstickte vor Lachen, ich mich gehalten, nun aber brach'» lo«. seit einem Weilchm kommen sehen, wa« mir bi» dahin mit beiden Händen da« Schnupftuch vor den Mund gepreßt. Nun nahm ich daS Schnupstuch fort und nun brach'« loS! Laura lachte mit, fb daß sie sich schüttelte, aber sie that'S leise und wandte sich ab, um e« zu verbergen. Tante Lina that ihr zu leid.
Al« Tante Lina einige Augenblicke verwundert auf mich hingebiickt, richtete sie sich hoch auf und sagte würdevoll: „Herr Neffe, ich finde das etwas unpassend!"
Ich stöhnte noch einigemal tief auf von der Anstrengung deS Lachens, trocknete mir die Thränen au« den Augen, nchoste mich erst einen Moment und dann erklärte ich ihr,
Deutscher Reich»
Berlin, 11. Nov. Seine Majestät der Kaiser und König beabsichtigt am nächsten Dienstag, den 14. d. Mts., den Landtag der Monarchie im Weißen Saale de« König!. Schlöffe» persönlich zu eröffnen. Dem Eröffnungsakte wird in gewohnter Weise ein Gottesdienst vorangehen, welcher im Dom um 11 Uhr, in der St. Hedwigskirche um llVi Uhr beginnt. Dem Eröffnungsakte werden die König!. Prinzen, die Staatsminister, die Wirklichen Geh. Räte, die Räte erster Klaffe und die aktive Generalität beiwohnen. Gleich nach dem Eröffnungsakt versammeln sich die beiden Häuser des Landtag» in ihren Sitzungssälen. Da» Herrenhaus nimmt sofort die Wahl feine« Präsidiums und der übrigen Mitglieder des Gesamwor- standeS vor. Im Abgeordnetenhause wird das älteste Mitglied, der Abgeordnete v. Bockum-Dolff», als Alterspräsident die Sitzung eröffnen und die Verlosung der Mitglieder in die Abteilungen vollziehen laffen. DaS äußere Ansehen der Versammlung im Plenarsitzungsale de» Abgeordnetenhauses wird sich nur wenig von der vorjährigen Phystg- nornie unterscheiden. Die Hauptveränderung besteht darin, daß diejenigen National-Liberalen, welche im vergangenen Jahre auf der rechten Seite saßen, jetzt auf der linken ihren Platz haben, während die ganze Rechte von Deutschund Freikonservativen eingenommen wird. Die Polen sitzen wieder vor den Konservativen auf der Rechten. Die Plätze auf der linken werden von dem Fortschritt, der liberalen Vereinigung (Secessiontsten), den Nattonal-Liberalen und einem Teil des Zentrums eingenommen, welches auch btt Plätze zur Linken der Rednertribünen besetzt hält. Im ganzen sind nur 3 Mandate für die doppelt gewählten Abgeordneten Kropatschek, Minister Maybach und Engen Richter neu zu besetzen. — Von der „Neuen Stett. Ztg." wird neuerdings der frühere Finanzminister Bitter al» für da» Oberpräsi ium der Provinz Pommern in Aussicht genommen genannt, während andererseits der Regierungs- Präsident von Maffenbach in Marienwerder für diesen Posten bezeichnet wird. — Regierungspräsident Tiedemann in Bromberg hat sich heute früh nach Varzin begeben. — Wie jetzt definitiv bestimmt, wird die diesjährige Plenarsitzung de» Deutschen Handelstages am 15. und 16. Dez. im Bürgersale des Rathauses abgehalten werden. Die
nngebeizte Parkettböden) ist der Tarif von 1878 wirklich in betracht gekommen. Nach wie vor leidet die einheimische Forstwirtschaft unter der ausländischen Konkurrenz. Um überhaupt Absatz zu finden, rnüffen deutsche Hölzer, die ihrer Beschaffenheit nach als Nutzholz verwendet werden sollten, al« Brennholz verkauft werden, — ein Umstand, der u. a. die schädliche Wirkung hat, daß die TorsauS- beutnng mangelnden Absatzes wegen nicht gehörig betrieben wird und daß große Mafien von Welflg und Stockholz unbenutzt bleiben. DaS fällt um so erheblicher ins Gewicht, als nachweislich der größte Teil des Nutzholzbedarfs aus einheimischen Forsten beschafft werden könnte, wenn die Ab- satzverhältnifie nicht dazu nötigten, große Quantitäten sonst unverkäuflicher wertvoller Hölzer akö Brennmaterial zu verwerten, d. h. unter ihrem Wert zu verkaufen. Die Meinung, al» ob die starken ausländischen Nutzhölzer für un» unentbehrlich seien, beruht auf einem Irrtum. Nicht die starken, sondern die schwächeren Holzgattungen bilden die Masse deS fremden Materials, mit welchem Deutschland überschwemmt wird, obgleich die Vorzüge des Taberbrückcr, Landsberger u. s. w. Holzes vor dem polnischen von Forstkennern de» In- und Auslände» übereinstimmend anerkannt werden. Nicht die Qualität, sondern der niedrigere Preis giebt vorliegenden Fall« den Ausschlag und Preise, wie sie die HolzauSschlächter des Norden» und Nordosten» bewilligen können, kann der rationell wirtschaftende, an Forstordnungen gebundene deutsche Forstwirt begreiflicher Weise nicht machen.
E» kommt aber noch ein anderes Moment in betracht. Auch in ter Holzbranche beginnt der Eisenbahntransport deck' langsameren, int Winter vollständig stockenden Wassertransport zurückzudrängen. Die im Interesse des einheimischen Holzhandels wünschenswerte Herabsetzung der Holztarife unserer Eisenbahnen aber läßt sich nicht bewerkstelligen, so lange die ausländischen Hölzer auf unserem Markte eine dominierende Rolle spielen. In Gemäßheit der bestehenden Staatsverträge können die für daS einheimische Holz eingcführten niedrigen Tarifsätze dem aus dem AuSlande eingeführten Holze nicht versagt werden. Jede Tarifermäßigung aber würde eine weitere Zunahme der ausländischen Konkurrenz zur Folge haben. So lange tie einheimische Forstproduktion nicht stärker als bisher geschützt ist, kann im Jntcrefie derselben eine Herabsetzung der Tarife mithin nicht erfolgen. Tritt dieser Schutz dagegen ein, so würde e« möglich sein, der deutschen Forstwirtschaft zu einem vermehrten Absätze zu verhelfen und zwar ohne daß das Holz darum verteuert würde. Die Vermehrung der Quantität an den Markt kommender einheimischer Nutzhölzer (die, wie erwähnt, jetzt vielfach al« Feuerungsmaterial verwendet werden) und die Verminderung der Transportkosten würden einer Verteuerung vorbeugen. Einen ferneren Beleg dafür, daß solche Verteuerung nicht gefürchtet zu werden brauchte, liefert die neulich vvn wünschte, weil sie von seinem Einfluß auf ihr vernachlässigtes Gemüt Gefährdung ihrer ehelichen Ruhe fürchtete I Sie aber, Herr Neffe, Sie Leichtsinniger erklärten, Laura beleidigte in ihm Sie selbst — Sie verstanden nicht, was das geängstigte Herz leibete und sagten: Dieser Freund sei Ihr Genuß in freien Stunden, den sie nicht opfern wollten um)JhreS Weibes willen — Ihre ganze Seele sei von ihm erfüllt, sagten Sie!"
„Himmel!" tief Laura in höchstem Erstaunen, ihren Ohren nicht trauend, auS: „Viktor — sie meint Deinen Schwarzen Robert!"
„Ja wohl, ich meine ihn!" schloß Tante Lina triumphierend: „ihn, jenen Norden l*
„Robert wollen Sie sagen!"
„Nun ja, Robert Norden, meinetwegen!" ergänzte Tante Lina unwillig.