Einzelbild herunterladen
 

Marburg, Sonntag, 5. November 1882

xvn Mrgaig

Nr 260

n

GcrMlhe jfitimij

r,

iaupt. -

N

kommen!"

(Fortsetzung folgt.)

B 101 10! 10! 10i

Oi H 9

1Ü 9i Ä

1882 mitte, eforbert tSonn- [3365

h Uhr reit Lei­ter und [ter

dt

was [betrübt

mn, \x w

n Markt

1014 loot 1014 100', 100!

101 1011

66 74 94

1021 991 27 i 75

691

304

971 223,1 1204 100,

991 711

:d nach ' Sohn,

wird. Der für die bezüglichen einmaligen Ausgaben für 1884 85 im Wege des Kredits zu beschaffende Betrag be­läuft sich auf 23 747 214 Mk. Diese Summe verteilt sich auf die nämlichen Positionen wie im Vorjahre, jedoch mit anderen Ansätzen, nämlich: Marineverwaltung 8197 900 M>, Garnisonen in Elsaß Lothringen 180 628 M, Umwallung von Köln 1200000 Mk., Artillerie-Schießplätze 3860326 Mk., Kasernenbauten 6058360 Mark, Eisenbahnverwaltung 250000 Mk., Zollanschluß Hamburgs 4000000 Mark.

— Die Auflösung der Stadtverordneten-Versammlung wird morgen ober spätestens Montag publiziert werden. Die bezügliche KabinetSordre ist vom Juli datiert. Der Neueinteilungsplan des Magistrats wurde vom Minister genehmigt.

— Auf ein dem Fürsten Bismarck zu seinem 20jährigen Mtnisterjubiläum von den Odessaer Deutschen übersandtes Ehrengeschenk nebst Adresse erhielt, wie wir der „Odeffaer Ztg." entnehmen, Herr Wilhelm Wagner in Odesia von dem Fürst folgendes Schreiben: „Sr. Wohlgeboren Herrn Wilhelm Wagner, Odessa. Euer Wohlgeboren und der Herren Mitunterzeichner freundliche Worte und das so eigenartig geschmackvolle Kunstwerk, welches sie begleiten, häbe ich erhalten. ES gereicht mir zur hohen Befriedigung, bei meinen Landsleuten im AuSlande eine so warme An­erkennung zu finden, und ich nehme den Ausdruck derselben gern entgegen als ein Zeichen dafür, daß daS Band der gemeinsamen Liebe zum Kaiser und zum Vaterlande die Deutschen in der Fremde mit der Heimat und unter ein­ander verbindet. Seien Sie gewiß, daß ich bei dem An­blick der reichen und kunstvollen Arbeit einer dem befreun­deten Nachbarlande eigentümlichen Industrie der freund­lichen Geber stets mit herzlichem Danke gedenken werde. Varzin, den 7. Oktober 1882. von Bismarck." — Nachdem das Reichspostamt früher schon über die Form der Adreßseiten von Postkarten Anordnungen erlafien hatte, sind letztere nunmehr in Kraft getreten, und es dürfen da­nach unter anderem sich keine Fabrik- und Handelsmarken der absendenden Firma auf der Adreßseite befinden, dieselbe auch unter keinen Umständen Fortsetzungen ober Anfänge des Inhalts der Rückseite enthalten, widrigenfalls die Kar­ten nicht abgesandt werden, also ihren Zweck vollständig verfehlen. Auch die Adressen der Briefe dürfen außer der eigentlichen Aufschrift nur sehr eng begrenzte Nebenbemer­kungen enthalten. — Das Verlangen, Briefe, namentlich aus Häfenstädten, mittels Privatschiffen zur Versendung bringen zu laffen, kann auch innerhalb deS ReichSpost- GebietS gestellt werden und wird erfüllt, sobald das Ver­langen auf der Adresse ausgesprochen ist. DaS Porto ist daS der Postdampfer. — Der Justizminister und der Kriegs- Minister haben gemeinschaftlich folgendes verfügt: „Militir-

en mit- [3364 1882 ibenen. Sonntag , wozu erfolgt.

die Einnahmen auf 153805020 Mk., mithin Ueberschuß 23517023 Mk., davon ab einmalige Ausgaben 3802710, bleibt Ueberschuß 19714313, hierzu Beiträge Bayerns und Württembergs zu den Kosten der Zentralverwaltung 29268 Mk. — Die Einnahmen des Deutschen Reichs an Stempelabgaben für daS Etatsjahr 1883/84 (der Anschlag für 1884/85 liegt dem BundeSrat noch nicht vor) sind auf 19850080 Mk., 273980 Mk. mehr als im Vorjahre veranschlagt. Davon entfallen auf den Spielkartenstempel 1026000 Mk., 10300 Mk. weniger, aus die Wechsel­stempelsteuer 6195200 Mk., 185400 Mk. mehr, auf die Stempelabgabe für Wertpapiere, Schlußnoten, Rechnungen und Lotterielose 12109 880 Mk., 43 880 Mk. mehr (wobei jedoch zu bemerken ist, daß die Einnahmen für Aktien, Renten- und Schuldverschreibungen 1295 560 Mk. höher, für Schlußnoten und Rechnungen 1093 680 Mk. niedriger und für Lotterielose 158 000 Mk. niedriger veranschlagt sind), endlich für die statistische Gebühr 500900 Mk, 54000 Mk. mehr als im Vorjahre. Die Brutto Einnahme an Spielkartenstempel betrug 1879/80 1079795 Mk., 1880 81 1103605 Mk., 1881/82 1058493 Mk., durch­schnittlich also 1080 631 Mk., was abzüglich der 5 Prozent ErhebungS- und Verwaltungskosten und der Kostm der Kontrolle den obigen Ansatz von 1026600 Mk. ergiebt.— Der Etat der RetchSschuld für 1883/84 beziffert die Aus­gaben auf 14702500 Mk., 100 000 Mk. mehr als im Vorjahre; dagegen kommt der vorjährige Ansatz von 227300 Mk. zu den Kosten für die Herstellung neuer, an Stelle der früheren Emissionen auszugebenden RcichS- kaffenscheine, in Wegfall. Nach der dem Etat beigegebenen Denkschrift wird daS voraussichtlich zu verzinsende Schuld­kapital am 1. April 1883 etwa 350000000 Mk, am 1. Oktober 1883 etwa 370000000 Mk. betragen. Der für die bezüglichen einmaligen Ausgaben für 1883/84 im Wege des Kredits zu beschaffende Betrag beläuft sich auf 32 638 926 Mk. Dieselben verteilen sich folgendermaßen: zu einmaligen Ausgaben der Marineverwaltung 11693 825 Mk., zu einmaliger Ausgabe der Verwaltung des ReichsheereS, und zwar: 1. zu Garnison Einrichtungen in Elsaß-Lothringen 713000 Mk, 2. zur Erweiterung der Umwallung von Köln 300000 Mk., 3. zur Erweiterung der Artillerie- Schießplätze 5630679 Mark, 4. zu Kasernenbauten 8431422 Mk.; ferner zu einmaligen Ausgaben der Eisen­bahnverwaltung 1870000 Mk., zu den Ausgaben für den Zollanschluß Hamburgs 4000000 Mk. — Der Etat für 1884/85 schätzt die Ausgaben auf 16102500 Mark, 1400000 Mk. mehr als im Vorjahre—Die beigefügte Denkschrift legt dar, daß daS zu verzinsende Schulekapital voraussichtlich am 1. April 1884 etwa 385000000 Mk., und am 1. Oktober 1884 etwa 400000000 Mk. betragen

ich weiß alles!"

UÄ* Für die Monate November und Dezember werden Bestellungen auf die

Oberheffische Zeitung

und deren Gratisbeilage

Illustriertes SonntagsblaU von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen.

bürg, 14.

2S6 irl

1

11

„Ich Laura entführt? Mensch, plagt Dich der Satan- Bist Du dem Irrenhaus entsprungen?"

„Oder ich will so schlecht von ihr nicht denken, kann so schlecht von ihr nicht denken!" fuhr ich keuchend fort, „aber Du verbirgst Sie mir, Du wußtest um ihre Flucht,

Deutsches Reich.

Berlin, 3. Nov. Dem Bundesrat ist folgender Gesetz­entwurf betreffend die Abänderung des Militärpensionsgesetzes vom 27. Juni 1871 zugegangen: Art. 1. An Stelle des § 9 und des ersten Absatzes § 21 deS MilitärpensionS- gesttzeS vom 27. Juni 1871 treten folgende Vorschriften: § 9. Die Pension beträgt, wenn die Verabschiedung nach vollendetem zehnten, jedoch vor vollendetem elften Dienst- jahre eintritt, 18/eo und steigt von da ab mit jedem weiter zurückgelegten Dienstjahre um Veo deS pensionsfähigen Diensteinkommens. Ueber den Betrag von 45/6o dieses Diensteinkommens hinaus findet eine Steigerung der Pen­sion nicht statt. In dem int § 2 Absatz 2 erwähnten Falle beträgt die Pension 16/eo» in dem Falle des § 5 höchstens 15/6o des pension-fähigen Diensteinkommens. § 21. Die Zeit, während welcher ein mit Pensions­ansprüchen aus dem aktiven Dienst geschiedener Offizier oder im Offizierrange stehender Militärarzt zu demselben wieder herangezogen worden ist und in einer etatSmäßigen Stellung Verwendung findet, begründet bei einer Gesamt­dienstzeit von mindestens 10 Jahren mit jedem weiter er­füllten Dienstjahr den Anspruch aus Erhöhung der bisher bezogenen Pension, und zwar für die bis zum Januar 1883 erfüllten Dienstjahre um je Veo, für die nach diesem Tage erfüllten Dienstjahre um je Veo deS derselben zum Grunde liegenden pensionsfähigen Diensteinkommens bis zur Er­reichung des im § 9 Absatz 2 bestimmten Höchstbetrages. Art. 2. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkün­digung in kraft. In den Motiven wird die notwendige Gleichstellung bet Offiziere mit den Zivil - Reichsbeamten bezüglich ber Pensionierung betont und bie gebotene Rück­sichtnahme auf die aufreibende Dienstthätigkeit der Offiziere betont. Die Mehrausgabe durch daS Gesetz würde jährlich betragen 2305000 Mk. (wovon auf die unter preußischer Verwaltung stehenden Kontingente entfallen 1750000), für das erste Jahr würden erforderlich fein 131500 Mk. — Im Etat der Post- und Telegraphenverwaltung für 1883/84 sind veranschlagt die fortdauernden Ausgaben auf 130 287 997,

„Ihre Flucht? Ich verberge sie Dir? Viktor, bist Du denn wirklich wahnsinnig oder was ist vorgefallen?'

„Seit zwei Tagen verfolge ich Euch — Du hast sie begleitet, leugne nicht!" fuhr ich drohender fort, indem ich mich zu faffen begann.

Du verfolgst uns? Ich Laura begleitet? Wohin denn? Ist sie denn fort?"

„Mit Dir!" zischte ich und trat ingrimmig einen Schritt näher. „Schon vorgestern abend erforschte ich, daß Du mit zwei Damen abgereist, mit einer jungen und einer älteren, dicken! Sie waren eS, sie und ihre Tante Ulrike!"

„Mensch!" schrie Norden hier in Hellem Erstaunen auf, „soll ich denn lachen oder soll ich empört fein über Deinen Wahnsinn? Mit zwei Damen abgereist? Ja wohl! Mit meiner Braut und ihrer Mutter!"

„Wie?" prallte jetzt ich fast entsetzt zurück, „mit ihnen?"

„Ja doch, Unsinniger! Hier sind wir aus ihrer Villa!" „Ihrer Villa — ?"

„Villa dcS Geheimrats Brausig!"

„Und jenes Billetchen beim Billard . . . ."

„War von meiner Braut; die Erlaubnis, sie mit ihrer Mutter von einem Besuch bei Verwandten abholen zu dürfen und sie nach dem Bahnhof oder allenfalls bis Rotheim zu begleiten. Dort blieb ich zurück, weil eS nicht schicklich sein konnte, die weitere späte Fahrt mit ihnen zu machen oder nachts hier in Warnstadt mit ihnen zusammen anzu-

;u Kaff!

1883.

Der schwarze Ratzert oder

Meine Fran nutz ich.

Humoreske von ($. C. (Fortsetzung.)

„Nicht um die Welt!" rief ich ordentlich erschrocken, „ich muß fort, nach Warnstadt."

„Ah, richtig ja, ich vergaß daS — der Herr Süßmilch hatte ja so auffällige pressante Eile, nach Warnstadt zu kommen, hahaha! Nun da sputen Sie sich, um zehn Uhr geht noch ein Zug — glückliche Reise und laffen Sie sich bald wieder einmal sehen!"

Ich empfahl mich dem liebenswürdigen Manne, dem unvermuteten Retter aus der Not und eilte wieder nach dem Bahnhof. Himmel, wie hätte e« mit mir werden können, wenn Rotheim nicht Herrn Kunzemann zu meiner Rettung im Polizeidirektorio hatte! Ich glaube, ich wäre nie nach Warnstadt gekommen und ich mußte doch hin! Rach Warnstadt, nach Warnstadt, daS Feuer brannte mir unter den Sohlen I

Nachts 11 Uhr kam ich dort an. Ich ging nicht wieder in's Bahnhofhotel, sondern in bett „Goldenen Anker", trank nicht wieder zwei Flaschen „Und ober Ober," son­dern eine Tasse Thee unb schlief nicht toieber bis vormittags H Uhr, sondern stand um acht auf, schrieb nicht wieder einen fremden, sondern meinen richtigen Namen in das Fremdenbuch und sagte mir ratloS: „WaS denn nun aber thuu?"

Ob die Flüchtigen überhaupt noch hier wärm? Ich hatte ja so gräßlich viel Zeit abgeseffen, so viel Zeit ver- loten — mit Kopfschmerzen, Brillantabenteuer, BahnhofS- fzrne unb Gefängnis zusammengenommen einen Tag! Ich hörte, daß Warnstadt vier Gasthäuser besaß und machte wich auf, um in ihnen allen zu forschen. In den vier Gasthäusern waren sie nicht, warm überhaupt keine ähn-

Hngeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureanr von G 8. Daube u. 6e. in Frankfurt a. M ; JSaersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvaliderdankin Berlin; W. Thiene- in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.

licheu Personen abgestiegen, auf bie meine Beschreibung allenfalls gepaßt hätte. Wo waren sie geblieben? Weiter gefahren? WaS sollte ich thun, um ihre Spur aufzufinden, waS, um nur zu einer Klärung all' deS Geheimnisvollen, Unbegreiflichen zu kommen, das mich umgab ? Ich ver­mochte nichts zu thun, sagte ich mir — verloren geben mußte ich mich unb meine Sache, untergehen in Verzweif­lung, Wut und Ratlosigkeit! Es war 10 Uhr vormittags, meine Kräfte waren erschöpft, mutlos, planlos wandelte ich in Gedanken vertieft an den Vorgärten einer herrschaftlichen Villa in einer einsamen Promenadenstraße dahin — da schlug mit plötzlich eine derbe Hand auf die Schulter und eine lustige Stimme sagte: „Viktor, alter Junge — wie kommst Du denn hierher?"

Wie vom Blitz getroffen fuhr ich herum — Norden stand vor mir!

Einen Augenblick glaubte ich zu träumen. Im näch­sten Augenblick brauste mir ein wahrer Wirbelwind durch den Kopf. Im dritten Augenblick schäumte ich vor Wut über meine Erstarrtheit, daß ich mich nicht regen konnte, Um ihn zu packen. Et stand hinter dem niederen Gitter des Vorgartens und blickte mich so harmlos freundlich an, als fei gar nichts vorgefallen.

„Na?" macht er verwundert, „Du bist ja ganz ver­steinert — fehlt Dir etwas?"

„Schurke!" keuchte ich mühsam hervor.

Er prallte erstaunt zurück. „Was sagst Du?" fragte er verblüfft und starrte mit weit aufgerissenen Augen so verwundert auf mich hin, als glaube er, nicht recht gehört zu haben.

„Wo ist meine Frau?" keuchte ich krampfhaft.

„D-ine Frau —?!"

„Ich weiß alles, leugne nicht — Du hast Laura ent­führt!"

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, s,ä>i^d.Ännoncen-Bureaux ,. Th- Dietrich u. Co. in und Hannover; Th.

Dietrich in Frankfurt a.M ; fvüfenftein u- Vogler in Stcintfurt a. M-, Berlin, Sell-zig. Köln Rudolf Messe in Berlin, Fran», furt a. Äk- re-

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnstrlrteS BomrlagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 8'/» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 60 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltenSZeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 85 Pfg. berechnet-

ter neti AuSsich

504.

j>err Bw bewohnst 1. Slpri (333!

ä 40 Pf per Pst ekommr» lins.

:d)t s= :ns- t> an 8cld- tureit ver­istalt seine an.