Einzelbild herunterladen
 

r.

tiembet

üben ihlfs

18808 J Kaiser nach

«art, h > in Cj iblung

[32?

lern.

1 in *ten nth, rer- ind

eh« e. G. he Sich Kapital! Zinsen i and mit!

[15 Nr. 29

Herr Bi bewohn 1. As (33

e Zeit erricht ii ad E» die Exs [33

t mit gut as wasls iren tai

l zu Ka! t>. 1882 !t. — ! elier. Hinter.

Haupt.

cht

irburK 44.

101}

1C0I 101

101

661

741

94

102

99 271

100} ' 101 10019

"ii

76, 691

303 3 c 98 !

224, ■ 119*

101.3

l

70'

Nr 238.

Marburg, Freitag, 3. November 1882.

XVII llhlMt

Anzeigen nimmt entgegen: di: Expedition d. Blattes, so Di, d.Ännoncen-Bureaux v. Th- Dietrich u. Co. in Kaff.'l und Hannover; Tb. Di'Irich in Frankfurt a-M ; Haosenstein u. Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leipzig, Köln re.; Rudolf jlk'ffe in Berlin, Frank­furt a. UL ic.

Obchrßschk Jritiuiß.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoneen-Bureaux von G L. Daube u Co. in Frankfurt a. M.; Jäaersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Snöoliberbontin Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen-

Erscheint täglich außer an ben Werktagen nach Sonn- unb Feiertagen. Preis für baS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirtcS EonntagSblatt" durch die Expedition («och'fLe Buchdruckerei) bezogen 2'/. ^art, durch bie Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Beite 10 Vfa güt in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg- berechnet-

WB- Für die Monate November und Dezember werden Bestellungen auf die

Oberhesfische Zeitung

und deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntagsblatt von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen.

Deutsches Reich.

Berlin, 31. Oft. Der Kaiser konferierte heute mittags mit dem Minister v. Puttkamer. — Betreffs der Präsidenten­wahl im Abgeordnetenhause schreibt die „Kreuzzeitung": „Die konservative Fraktion, der ihrer numerischen lieber» legmheit nach auch diesmal die Initiative in dieser Frage zufallen wird, hat bisher immer daran festgehalten, daß die Wahl der drei Präsidenten sich lediglich nach der Stärke der Fraktionen zu richten habe. Er unterliegt keinem Zweifel, daß die Fraktion ihre Vorschläge auch diesmal auf keinen anderen Beweggrund stützen und daher für sich den ersten Präsidenten in Anspruch nehmen, dem Zentrum aber den ersten und den Nationalliberalen den zweiten Vizepräsidenten anbicten wird. Nur wenn die National- liberalen die Annahme des zweiten Vizepräsidenten ver­weigern sollten, wäre man also berechtigt, der Präsidentenwahl eine politische Bedeutung beizulegen." — Der BundeSrat trat heule nachmittag zu einer Plenarsitzung zusammen. Die Tagesordnung für diese Sitzung enthielt nur wenige Gegenstände, eine Vorlage, betreffend die Aufhebung des Hauptzollamtes Bremen, einen Antrag, betreffend die Be­setzung von Stellen bei den DiSziplinarkammern, und einen Ausschußbericht über bett Antrag Preußens, betreffend die Erhebung einer Anbaustatistik. — Der Etat der ReichS- druckerei für baS Jahr 1883/84 beziffert die Einnahme auf 3575 320 Mk. gegen 3255120 Mk. im Vorjahre. Die in Aussicht genommene Herstellung vonReichsbank- noten unb Schuldtiteln in größerem Umfange unb bie sonst zu erwartende Zunahme ber Leistungen rechtfertigen bie Erhöhungen ber Einnahme, bie fortbauernbe Ausgabe ist auf 2494280 Mk. gegen 2203880 Mk. im Vorjahre veranschlagt, so baß sich ein Ueberschuß aus ber Verwaltung von 1801040 Mk., 29800 Mk. mehr als im Vorjahre ergiebt. Eine erhöhte Ausgabe ist namentlich bet ben Löhnungen der vorübergehend Beschäftigten um 50000Mk. in Aussicht genommen zur Verstärkung der Hilfskräfte behufs der notwendigen Ergänzung Der Vorräte an Schrift­formen nach dem metrischen System. Da die Herstellung von Reichsbanknoten unb Schulbtiteln in größerem Um­fange mit Ablauf beö nächsten Etatsjahres »lebet auihiren

Der schwarze Robert ober

Meine Fran und ich.

Humoreske von S. C. (Fortsetzung.)

Da kam aber schon ber kleine, dicke Wirt mit erhitztem Gesicht zu mir hingekeucht. „Herr Süßmilch, Herr Süß­milch I" rief er mit schon von weitem zu, da sind Sie ja, ich dachte mir doch, baß Sie mit dem Zuge abreifen wollten 1"

„Lassen Sie mich zufrieden!" fuhr ich ihn heftig an, „ich bin nicht Ihr Süßmilch, Sie verkennen mich."

„Verkenne Sie? I, daß dich baS Mäuslein beißt," tief er entrüstet, „daS wäre ja noch schöner! Habe ich Sie nicht deutlich genug gesehen, als ich bei Ihnen im Zimmer saß? Wohl sind Sie'S!"

„Ich bin's nicht — lassen Sie mich ungeschoren, Sie sind verrückt!"

„Verrückt? I sehen Sie '«al? Also erst will man durchaus Herr Süßmilch au« Caleutta sein, wo so viele Umstände dafür sprechen, daß man's nicht ist unb nachher, wo's darauf ankommt, will man'S wieder nicht sein! DaS ist ja merkwürdig, recht merkwürdig!"

„Ich bin aber nicht Ihr Süßmilch und damit basta!" erklärte ich kategorisch. „Und nun lassen Sie mich unge­schoren oder ich meinerseits rufe die Hilfe der Polizei an."

„Nun meinetwegen, meinetwegen — mir kaun's egal fein, ob Sie das Papier kriegen ober nicht l"

„Welches Papier!" fragte ich stutzend.

„Den Schein — den Pfandschein über den Brillant- ring unb die Uhrkette," sagte er hämisch.

Pfandschein? Mich überlief's bei dem Wort siedend heiß! „Was ist damit?" fragte ich verlegen.

wirb, so ist bie Einnahme im Etat für 1884/85 wieder um 240000 Mk herabgesetzt, also auf 3335320 Mk. Die Gesamtausgabe für 1884/85 ist auf 2289780 Mk. gegen 2 494 280 Mk. im Vorjahre veranschlagt, der Ueber­schuß auf 1045 540 Mk. gegen 1081040 Mk. im Vorjahre.

Berti», 1. Nov. Die „Nationalzeituug" erfährt, das Staatsministerium habe sich über die Notwendigkeit einer Auflösung bet Berliner Stadtverordnetenversammlung schlüssig gemacht, sowie bie königliche Genehmigung dazu erbeten und erhalten. — Die Regierung hat bett wesentlichen Teil ber Hamiltonschen Handschriften - Sammlung für Preußen er­worben. — Die „Provinzial Korrespondenz" schreibt in bezug auf das Verhalten ber Nationalliberalen zu bett sozial- reformatorischen Aufgaben im Anschluß an Artikel ber „Köln. Zeitung" unb bes „Hann. Courier": Die Sach­lage ist einfach genug, um sich mit einiger Deutlichkeit übersehen zu lassen. Mit ber bloßen Abschaffung ber unteren Stufen bet Klaffensteuer ohne gleichzeitige Erleich­terung ber burch bie Kommunalzuschläge beblnglen Hebet» lastung bet ärmeren Volksklassen würde eine wirkliche Abhilfe nicht erreicht werben — die bloße Reform der Personalsteuern aber nicht ausreichend sein, um für bett Ausfall Ersatz zu schaffen, ben eine wirklich in betracht kommende Minderung der direkten Steuerlast erforderlich machte. Der in Sachen dieser Reformen gegen die Regie­rung erhobene Vorwurf „staats-sozialistischer Ueberschweng- lichkeiten" kann schlagender als durch den Hinweis auf die beiden dem Reichstage vorgelegten Gesetzentwürfe, betreffend die Unfall- und Krankenversicherung, nicht widerlegt werden: sagt bie „Kölnische Zeitung" boch ausdrücklich, baß es nur der Beseitigung einiger weniger Bedenken bedürfe, um die­selben für die Liberalen annehmbar zu machen. Die War­nung vor „Ueberschwenglichkeiten" scheint danach so übel, wie überhaupt möglich, angebracht und lediglich zur Ver­wirrung der eigentlich maßgebenden Gesichtspunkte bestimmt zu fein. Von dem „Hannoverschen Courier" ist eine solche übrigens auch nicht für notwendig gehalten worden. Sollte eS bei dem vorstehend erörterten Programm bet Freunde ber „Kölnischen Zeitung" sein Bewenden behalten und ist dasselbe mit den Wünschen des „Hannoverschen CourlerS" für eine umfassende Sozialreform in Uebereinftimmung zu bringen? Die Stellung ber gemäßigt liberalen Parteien zu ben von der Regierung in Angriff genommenen sozial­politischen Reformen unb zu ben in Der Kaiserlichen Bot­schaft vom 17. November v. I. bezeichneten Zielen wirb unzweifelhaft für ihre gesamte fernere Zukunft entscheiden!) sein. Damit ist zugleich gesagt, baß biejenigeu liberalen Elemente, welche sich von ber einmal unaufhaltsam gewor­benen Bewegung des öffentlichen Geistes in Deutschland» nicht ausschließen wollen, wohl daran thun werden, die auf bie Umgestaltung beS Steuetwesens bezüglichen und für eine eingreifende Sozialreform geradezu präjudiziellen Pläne

„Hier dieser Schein," sagte der Polizeibeamte und breitete ein Papier vor meinen Augen aus. „Der Wirt hatte eS mir vorhin übergeben, weil Sie es nicht mit­genommen hatten und er nicht wußte, wo sie geblieben seien. Spater sah er Sie von seinem Fenster aus hier auf dem Perron unb machte mich auf Sie aufmerksam."

Ich hätte mich selbst in Stücke reißen mögen wegen meiner Dummheit! War ich denn seit gestern abend ganz verhext, daß ich nur noch Unsinn begehen konnte? Wie kann man auch nur so schlecht mit Pfandscheinen Bescheid wissen! Man ist doch Student gewesen! Richtig, jetzt er­innerte Ich mich: ich mußte doch einen Schein über die Sachen bekommen, um sie demnächst wieder zurücknehmen zu können! Und ich halte das Papier ganz unbeachtet gelassen, das der Hausknecht diskret zusammengefaltet vor mich auf ben Tisch gelegt — ich hatte es bort liegen lassen! „Teufel!" sagte ich, „baS hatte ich vergessen, geben Sie her!"

„WaS?" fragte ber Polizeimann ruhig.

„DaS Papier, ben — ben Schein."

„Ihnen? Hm, ich denke, Sie sind nicht Herr Süß- milch."

„Gerade bin ich'-!" rief ich ärgerlich, ich habe nur so gesagt — bin ich's nicht, Herr Wirt?"

„Weiß ich nicht," zuckte dieser die Achseln, „Sie haben ja gesagt, ich verkennne Sie — ich glaube, ich habe mich doch wohl geirrt, ich bin meiner Sache nicht ganz sicher."

„Ein Esel sind Sie!" rief ich jetzt außer mir, „Sie wollen mich zum besten haben, Herr I Reden Sie jetzt ver­nünftig ober ich kenne mich nicht mehr!"

„Ein Esel? So!" schrie ber kleine Dicke erbost. „Also schimpfen will man, drohen, he? Ich werbe Sie ver-

ber Regierung nochmaliger ernster unb unbefangener Prü­fung zu unterziehen. Von allem übrigen abgesehen, bürste ber Gang ber bieSmaligen Wahlbewegung unb daS schließ­liche Ergebnis berselben zu solcher erneuten Prüfung Ver­anlassung bieten 1

Hamburg, 1. Nov. DaS Altonaer Lanbgerecht ver­handelte heute ben Prozeß Beunigsen-Hochberg-Schlicht- cisen. Nach ber Vernehmung von 33 Zeugen beantragte bie Staatsanwaltschaft bie kostenlose Freisprechung ber beiben Angeklagten von Bennigsen - Förder und Hochberg. Das Gericht erkannte demgemäß.

Dresden, 30. Okt. Auf der durch den Rabenauer Grund führenden Sekundärbahn Haimberg-DippoldiSwalde- Schmiedeberg fand heute unter Teilnahme hoher Beamten der Ministerien, der Finanzen unb bes Innern bie Er­öffnungsfahrt statt. Die Stabt Dippoldiswalde gab den Gästen ein Diner. Auch bie Sekundärbahnstrecke Kirch- berg-Saupersdorf Ist heute eröffnet worden.

Badeu-Vadev, 31. Okt. Das Allgemeinbefinden Ihrer Majestät der Kaiserin ist befriedigend. Der auf den Wunsch Sr. Majestät beö Kaisers zu einer Konsultation hierher berufene Wirkt. Geheimrat v. Laugenbeck hat sich dahin ausgesprochen, daß die Art der Verletzung zur Hei­lung überhaupt längere Zeit bedinge und daß irgend welche Gründe zu Besorgnissen durch die Langwierigkeit der Heilung ebensowenig, wie durch besondere Erscheinungen gerechtfertigt würden.

Ausland.

Pest, 31. Okt. In dem HeeresauSschuß ber ungarischen Delegation erklärte der Kriegsminister, der gegenwärtige Moment, wo Oesterreich-Ungarn mit allen Mächten in Frieden lebe, sei zur Durchführung der HeereSorganisation geeignet. Die rasche Durchführung ber Organisation er» heische bie Verlegung beseitigen Bataillone, welche in Un­garn nicht ergänzt werben können, nach Oesterreich. Der Ministerpräsibent Tisza teilte mit, bezüglich ber Dienst­leistung ber fraglichen Bataillone in Oesterreich werde dem ungarischen Reichstage ein Gesetzentwurf zugehen. Der Ausschuß billigte die Armeeorganisation im Allgemeinen, vorbehaltlich der Genehmigung des von TiSza in auSsicht gestellten Gesetzentwurfs durch den ungarischen Reichstag und trat sooann in die Spezialdebatte ein. In dem Aus­schüsse der ungarischen Delegation für das Auswärtige interpellierte Famk wegen der Erwiederung des Be­suches des italienischen KönigSpaareS. Der Minister des Auswärtigen erwiederte: Der Besuch erfolgte bekannt­lich, um den freundschaftlichen Gesinnungen Ausdruck zu geben, welche seitens des italienischen KönigSpaareS unserem Herrenhause gegenüber gehegt werden, unb um aller Welt kenntlich zu machen, baß Italien sich der konservativen, friedlichen Politik ber österreich-ungarischen Monarchie an, klagen, ber Polizeimann hat'S gehört — ich lasse Sie nicht weg, bis ich weiß, wer Sie eigentlich stnb! Kommt so ein wildfremder Mensch her, ohne Gepäck, betrinkt sich, hat nachher kein Geld zu bezahlen, will ein Handlung-reisender au« Caleutta fein und will'S bann, wenn er Polizei sieht, wieder nicht fein — will's bann aber, wenn sich'- um einen Schein über 70 Thaler handelt, mit einemmale wie­der ja fein! Verdächtig ist die Sache, Herr Polizeimann, faul ist das Pferd, auf dem er sitzt — kaffen Sie ihn sich legitimieren!"

Rothelm, fei es noch heut wenigstens dafür gelobt und gepriesen, scheint nicht viel Verkehr bei Bummelzügen zu haben, denn der Perron war fast leer, nur einige Be­amte hatten sich um uns gesammelt, sonst wäre bie schreck­liche Tragikomöbie vor einem noch zahlreicheren Autitorium in Szene gegangen. Aber sie war auch so schlimm genug! Ich raffte mich InbeS noch einmal zusammen unb sagte energisch zu beut Polizeimanne: „Geben Sie mir nun daS Papier ober behalten Sie es in Gotte-namen — aber ich muß fort."

„Können Sie sich legitimieren, wer Sie eigentlich sind?" fragte ber Beamte mißtrauisch?

„Legitimieren? Nein. Ich habe keine Papiere bei mir, ich befinbe mich nur auf einer kleinen Reise."

»Aus Caleutta her?" höhnte ber Beamte, ber mich immer mißtrauischer anblickte.

„Nein — ich habe meinen Wohnsitz zur Zeit hier in Deutschlanb und ich habe nur einen kleinen Ausflug ge­macht von da, wo ich wohne."

„Wo denn?" fragte der Beamte.

(Fortsetzung folgt.)