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««.eigen nimmt entgegen: di- Expedition d. BlatteS, fp.'viv d.Annoncen-Bureauk , rh. Dietrich u. Co. in M-l und Hannover; LH. Dietrich tn Frankfurt a.M.; fiaafenftein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin Lj>.,ia, Köln re-; Rudolf Moffe in Berlin, Frank­furt a. töt. ic.

Nr 238

Marburg, Dienstag, 10. Oktober 1882

MchkM Jfitiing.

XVII Jahrgang

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube u. C». in Frankfurt a. M.; JSgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche «Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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Befriedigung, welche es Mir gewährt, sein wachsames Auge auf die Vorbereitung der den deutschen Vereinen vom Roten Kreuz in ernster Zeit erwachsenden Thätigkeit gerichtet zu sehen. So hoffe Ich auch von der erfolgreichen Lösung der an Meinem Geburtsfest zur Entscheidung gelangten Preisaufgabe neuen Gewinn und wünsche denjenigen, welche sich an der Bearbeitung derselben beteiligt, sowie den Mit­gliedern des Preisgerichts Meine besondere Erkenntlichkeit kund zu geben." Der von Ihrer Majestät Kaiserin-Königin gelegentlich des im Jahre 1880 in Frankfurt a. M. stattgehabten zweiten Vereinstages der deutschen Vereine vom Roten Kreuz ausgesetzte Preis von

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Der schwarze Robert ober

Meine Frau und ich.

Humoreske von E. C. (Fortsetzung)

Deutsche» Reich.

Berlin, 7. Okt. Dem Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz Hierselbst ist anläßlich der von demselben Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Augusta zu Allerhöchstderen Geburtsfeste dargebrachten Glückwünsche nachstehendes Allerhöchste Handschreiben aus Baden-Baden zugegangcn:Für die Mir zum Beginn des neuen Lebens­jahres gewidmeten Wünsche sage Ich dem Zentralkomitee Meinen besten Dank. Sie entsprechen dem aufrichtigen Anteil, welchen Ich an seiner Wirksamkeit nehme, und der

3000 Mark für die beste Lösung der Aufgabe:Aus­arbeitung eines Handbuches zur Anleitung für die vor­bereitende Thätigkeit der deutschen Vereine vom Roten Kreuz im Frieden und im Kriege" ist am 30. September zur Entscheidung gelangt und der Arbeit des kgl. sächsischen Geheimen Regierungsrates v. Criegern zugefallen. Preis­richter waren der Geheime Archivrat v. Weech in Karls­ruhe, Negierungsrat v. Müller in München und Sanitätörat Dr. Brinkmann in Berlin. Der Kaiser hat infolge des ihm von dem Generalintendanten v. Hülsen erstatteten Berichts die Wiederaufnahme der Vorstellungen im Opern- hause auch ohne den eisernen Vorhang am Mittwoch den 11. Oktober gestattet. Mit bezug auf die heutigen An­griffe der liberalen Presie gegen den Minister Puttkamer, weil derselbe der Stöckerschen Rede in einer Loge beigewohnt, schreibt dieKreuzzeitung":Man vergißt in liberalen und fortschrittlichen Kreisen, wo man die Anwesenheit eines Ministers in einer Urwählerversammlung wie etwas Unge­höriges hinstellt, daß Herr v. Puttkamer außer seiner Qualifikation als Urwähler auch noch die Eigenschaft des obersten Beamten der Polizei in Preußen besitzt und wenn man ihm das Recht des ersteren nicht gestatten will, so wird man ihm doch nicht etwa nach letzterer Richtung hin Schranken setzen wollen. UebrigenS haben die preu­ßischen Minister nun einmal die Eigentümlichkeit auch Urwähler selbst hören und sehen zu wollen." Von den Mitgliedern des Staatsministeriums hat sich der

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war allein gekommen, mit der einzigen alten Dienerin, weder von Eltern noch von Angehörigen ihrer Familie oder auch nur einer Dame ihres Standes begleitet. en* Geheimnisvoll war sie gekommen, abends in einem dicht- verschloffenen, schwerfälligen, alten Reisewagen, der sofort ohne sie wieder von dannen fuhr, niemand wußte wohin. Sie war bleich und schwermütig mit ihrer alten Dienerin ausgesti gen und hatte sich auf ihr Zimmer führen lassen, ohne weder den jungen noch den alten Grafen, die Wirte des Hauses, zu begrüßen, und drei Tage lang hatte sie niemand von der Dienerschaft mit Augen gesehen. Als sie aber dann, am vierten Tage, sich außerhalb ihrer Gemächer f blicken ließ, da sah man freilich ganz anderes, als man erwartet hatte. Die bildschöne, junge Dame erschien nicht sssihr schwermütig und bleich, sondern rosig in frischester Zugendlichkeit, von lebhaftem, heiterem Temperament und --- üch fröhlich ergehend in den Festen, welche die Grafen Markheim ihr zu Ehren veranstalteten.

,, Seitdem waren Wochen vergangen und eS war längst 1881 Geheimnis mehr, waS die junge Dame hergeführt;

m Orl< tr £q8 ihrer Vermählung mit Otto von Markheim war ^gesetzt, war bekannt geworden, daß die jungen Ver- lobten einander schon seit Jahren kannten und liebten, eitel ^ust und Freude herrschte auf dem Schlosse und nur Margarethens Dienerin, ihre alte Amme, wie man gehört ."9 schien nicht von der allgemeinen Fröhlichkeit mit er- P .ffen. Schwermütig und still schlich sie unter all den steueren Gesichtern einher und schüttelte nur stumm daö Wohlwollende, greise Haupt, wenn man sie hie und da

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iCabi 6. beides

Minister für die öffentlichen Arbeiten, Herr Maybach, in drei Wahlkreisen, Salzwedel, Magdeburg und Gummers­bach, zum Kandidaten für das Abgeordnetenhaus aufstellen lassen; während alle anderen Staatsminister sich um ein Mandat bewerben, hat der Finanzminister Scholz alle An­träge, ein solches zu übernehmen, abgelehnt. Dagegen hat der frühere Finanzminister Bitter vielfachen Anträgen aus seinem bisherigen Wahlkreise Kreuznach-Simmern entsprochen und wird wiederum für diesen Wahlkreis kandidieren. Die Angabe, daß er selber Schritte zu seiner Aufstellung gethan hätte, ist ungenau.

Die seitens des Zentralverbandes deutscher Indu­strieller eingesetzte Kommission zur Detailberatung und Abfaffung einer Denkschrift über die Gesetzentwürfe, betr. die Kranken- und Unfallversicherung der Arbeiter, ist zum 12. Oktober nach Berlin zusammenberufen worden. Von einem hervorragenden Mitgliede unserer parlamen­tarischen Körperschaften sind derNordd. Allg. Ztg." nach­stehende Bemerkungen übermittelt: Der Widerstand gegen die Steuer- und Wirtschaftsreformpläne der Regierung ist bisher um deshalb ein erfolgreicher gewesen, weil er einen Rückhalt findet in der Schwierigkeit, die aus der Not­wendigkeit, diese Frage vor zwei verschiedenen parlamen­tarischen Körperschaften zum Austrage zu bringen, entsteht. Nichts hat diesem Widerstand so sehr Vorschub geleistet, als das Hin- und Herschieben zwischen dem Reichstag und der preußischen Landesvertretung, da das Reich die Ein­nahmen und Preußen die Ausgaben oder den Verzicht auf Einnahmen zu beschließen hat. Die Regierung ist den korrekten Weg gegangen, nach Art eines guten Hausvaters sich zunächst neuer Einnahmen zu versichern, bevor sie vor­handene Einnahmen aufgeben wollte. Dieses Verfahren, das für eine Privatwirtschaft notwendig ist, ist für ein auf gesunden Grundlagen ruhendes großes Staatswesen nicht immer erforderlich, und es ist in diesem Falle der Erreichung deö Zieles hinderlich gewesen. Die indirekten Steuern, die vom Reichstage verlangt wurden, sprangen in Jedermanns Augen, und war der Oppositionspresse leicht, die sich daraus ergebenden Belästigungen und Be­lastungen dem Volke ad oculos zu demonstrieren. Die in eine hypothetische Form gekleideten Verwendungsgesetze waren zu unbestimmt und, sagen wir es offen, im Detail zu wenig auSgearbeitet, um die sich auf der anderen Seite ergebenden Entlastungen ebenso klar hervortreten zu lassen. Die Belastungen waren bestimmt formuliert die Entlastungen nicht. ES scheint daher der Erwägung wert zu sein, ob zur Erreichung des Zieles nicht ein anderer Weg einge­schlagen werden muß, d. h. ob eS sich nicht empfiehlt, zu­erst durch die preußische Landesvertretung feststellen zu lassen, wo und in wie weit Entlastungen erforderlich sind, gutmütig fragte, weshalb denn gerade sie die frohe Stim­mung aller nicht teile.

So hatten die Sachen gestanden, als plötzlich der heu­tige Morgen, der Morgen des Hochzeitstages, einen grausi­gen, schrecklichen, unerklärbaren Riß in das schöne Gemälde gebracht hatte. Jammergeschrei und Entsetzensrufe waren aus dem Zimmer des jungen Grafen Otto von Markheim erschallt, als morgens der Diener eS betreten, um der Glocke zu folgen, die ihn hineingerufcn hatte.

Lutte Ausbrüche der Verwunderung und des Schreckens waren gleichzeitig aus den Zimmern der schönen Mar­garethe erschallt, als eine der Mägde daS Schlafgemach betreten hatte, um der Dame zu melden, daß es Zeit sei, sich zu erheben, um an die Toilette für den festlichen Tag zu gehen. Alles stürzte herbei und sah das Wunderliche und das Entse^liche, das geschehen. Margarethe von Sorbenna war verschwunden, fort samt ihrer greisen Dienerin, ohne daß man begriff, wo und wohin sie ge­flohen. Ihre Gemächer waren geschloffen, wie stets zur Nachtzeit, noch angefüllt mit den umherliegenden Pracht­gewändern, welche am heutigen Tage die Braut schmücken sollten, aber ohne jede Spur von ihr selbst oder ihrer Dienerin. In seinem fernen Zimmer aber lag Otto von Markheim, der stattliche, männlich schöne, junge Bräutigam tot auf seinem Bett, ermordet von fremder Hand schon angethan mit allem Festschmuck der heutigen Feier, aber tot; der starke, jugendkräftige Mann, nicht etwa getötet durch eine heimtücfische, hinterrücks angewendete Waffe, sondern überwältigt im Kampfe mit einer stärker n Hand, die Arme gebunden mit der herabgerissenen seivenen Schärpe deS Ermordeten, die Halskrause zerzaust wie im wilden Ringen, sein eigenes Schwert in der blutigen Brust, vom Todesstoß getroffen, nachdem man ihn zur Wehrlosigkeit geknebelt.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SormtagSblatt" durch die Expedition (K o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*A SWi»rl, burdj bte Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl- Bestellgebühr.; Jnsertionsgebühr für die gespaltene Beile 10 Bfa Für m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

um dann den Reichstag der Einwirkung des horror vacui auszusetzen. ES würde sich dabei handeln: um eine Re- form des Klassen- und Einkommensteuergesetzes mit Be­seitigung der untersten und entsprechender Ermäßigung der folgenden Stufen; um die Uebernahme eines Teiles der Schullasten auf den Staat mit Beseitigung des Schulgeldes für die Elementarschulen; um die Ueberlassung eines Teiles der Grund- und Gebäudesteuer an kommunale Verbände. Diese Vorlagen müßten aber nicht nur auf einer richtigen Grundlage beruhen, sondern sie müßten auch bis ins Detail durchdacht und sorgfältig auSgearbeitet sein. Daß dies eine außergewöhnlich hohe Arbeitsleistung involvieren würde, ist selbstverständlich, aber es würde sich voraus­sichtlich für solche Entlastungsgesetze im Abgeordnetenhause von rechts und links eine Majorität finden. Bei einem solchen Vorgehen würde allerdings daS Gleichgewicht von Einnahmen und Ausgaben zunächst als ein gestörtes er­scheinen, aber der oben erwähnte horror vacui würde den Reichstag bald bewegen, das vacuum auszufüllen.

Wie es heißt, wird fortan auf die Einrichtung, daß die deutschen Eisenbahnen periodisch von besonders dazu er­nannten Kommiffarien revidiert werden, ein erhöhtes Ge­wicht gelegt werden. Die Untersuchungen der preußischen Bahnen erstrecken sich auf den Zustand des PlanumS, den Oberbau, das Schienengestränge, die Lage der Kurven, die einzelnen Bauobjekte und die Signaleinrichtungen, kurz alle Teile der Bahn, welche für die Sicherheit des Be­triebes in betracht kommen. Die über den Revistons- befund aufgenommenen Protokolle gelangen auch zur Kenntnis der Reichsaufsichtsbehörde. Durch Kommissare der letzteren finden außerdem außerordentliche Revisionen einzelner Bau­linien statt.

Magdeburg, 3. Okt. Vor der Strafkammer des hie­sigen Landgerichts fand heute die Verhandlung gegen den Rechtsanwalt Dr. Hans Blum aus Leipzig wegen Belei­digung der Polizeibehörden von Berlin und Frankfurt a. M. statt. Herr Dr. Blum hatte sich in zwei am 23. und 26. Oktober in derMagdeburger Zeitung" unter der Ueberschrift:Rückblicke auf den Leipziger Hochverrats­prozeß" erschienenen Artikeln mißliebig darüber ausgesprochen, daß die betreffenden Polizeibehörden den des Hochverrats Angeklagten im Gefängnis Personen beigesellt hatten, die als geheime Agenten zur Ausforschung der Vorgänge ge- dient haben. Der Gerichtshof nahm in seinem Erkenntnis an, daß die Berliner Polizeibehörde von jedem Vorwurf freizusprechen sei, daß hingegen Polizeirat Dr. Rumpf aus Frankfurt a. M., wenn auch nicht, wie in dem inkrimi- nierten Artikel behauptet worden ist, doloser, so doch kul­poser Weise gehandelt habe. Der Angeklagte wurde der Beleidigung der politischen Polizei zu Berlin und Frank-

So nahe es gelegen hätte, das Verschwinden Mar­garethens und ihrer Dienerin dahin mit der schrecklichen That in dem Zimmer Otto von Markheims in Verbindung zu bringen, daß man in den beiden Entflohenen oder viel­leicht in der einen von ihnen die Mörderin sah, welche, wenn auch aus vollkommen unerklärlichem Motive, dem jungen Grafen das Leben geraubt, so sprach doch ein Um­stand dagegen, der selbst dem beschränkten Verstände einer Dienerschaft und Bevölkerung der damaligen Zeit sofort einleuchten mußte. War es denkbar, daß ein heiteres, lebensfrohes, junges Mädchen, eine zarte, zierlich-schöne Gestalt wie die Margarethens, auch nur physisch im stände hatte sein sollen, den kräftigen jungen Ritter im Ringen zu überwältigen, zu fesseln?

Das war unmöglich, der alten, schwachen Greisin, welche die Kräfte hierzu noch weniger besaß, gar nicht zu gedenken l

Es mußte also eine andere, wohl gar mehrere Per­sonen den Mord verübt haben, wie das Verschwinden der beiden Frauen hierzu in Beziehung stand, war zunächst in keiner Weise ersichtlich. Der einzige, der in dieser Hin­sicht vielleicht eine Vermutung hätte hegen können, Ottos Vater, der alte Graf Markheim, bewahrte darüber ein tiefes, geheimnisvolles Stillschweigen. Er erschien düster aber gefaßt, beinahe zu gefaßt für einen Vater bei so schrecklichem Tode des hoffnungsvollen, einzigen Sohnes er benahm sich indes so ernst würdevoll, so ersichtlich in tiefgefühltem, aber festverhaltenem Schmerz, daß ein Ver- badjt, der vielleicht hätte aufkommen können: er selbst sei schuldig oder mitschuldig an dem, was geschehen, auch in dem Kopfe keines, wenn auch noch so bösgeschwätzigen Zu­trägers der Frau Fama sein Entstehen fand.

(Fortsetzung folgt.)