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JTiarßurg, Mittwoch, 27. September 1882.

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Erhält der ländliche Wähler auf diese Fragen befrie-

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t Die ländlichen Interessen und die liberale Partei.

Ist auf Selbsttäuschung oder auf absichtliche Täu­schung anderer zurückzuführen, wenn die Fortschrittspartei sich neuerdings als die spezielle Freundin und Beförderin der deutschen Landwirtschaft und insbesondere des Standes der kleineren ländlichen Grundbesitzer aufzuspielen beginnt? Bisher galt bei Freund und Feind für ausgemacht, daß die Partei, welche der Bekämpfung der Hauptfeinde des Bauern und kleinen Landwirts namens desfreiheitlichen Gedankens" hartnäckigen Widerstand leistete und die von einer Beseitigung der durch die unbeschränkte Gewerbe- und Wucherfreiheit herbeigeführten Schäden, von einer Ein­schränkung der Zersplitterung des Grundbesitzes durch unzweckmäßige Erbteilungen u. f. w. grundsätzlich nichts wissen wollte, daß diese Partei sich an ihrem Einfluß in den Städten genügen lasse und auf besondere Sympathieen der Landbewohner oerzichte.

Neuerdings sind wir darüber belehrt worden, daß das Gegenteil der Fall ist und daß Richter und Genossen den Ehrgeiz haben, für eifrige und umsichtige Bauernfreunde zu gelten. Fertig gebracht kann dasselbe nur dadurch werden, daß die Herren auf diejenigen Dinge, welche ihnen haupt­sächlich am Herzen liegen, möglichst wenig zu reden kommen und denselben im übrigen mit Schilderungen der herein- brechenden Reaktion zu schrecken oder mit Bildern künftiger liberaler Herrlichkeit zu ködern versuchen.

Aber, wer weiß? Die Fortschrittspartei hat sich am Ende gewandelt und wirklich die Absicht gefaßt, auch dem flachen Lande zu seinem Rechte und dem Landmanne zu denjenigen Dingen zu verhelfen, an denen demselben wirklich gelegen ist?

wissenschaftlicher Kollegien der Nachweis geführt wor­den ist, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß bezüglich einzelner der in § 2 Nr. 4 des Ausführungsregulativs vom 29. Mai 1879 bezeichneten Disziplinen auch noch nachträglich das Studium derselben durch sonstige Zeugnisse nachgewiesen wird. Bei der Prüfung dieser Zeugnisse wird jedoch stets mit besonderer Sorgfalt zu verfahren und die Annahme des Betreffenden als RegicrungsreferendariuS abzulchnen sein, sofern nicht in völlig glaubhafter und zu­verlässiger Weise die Führung des bezüglichen Nachweises erfolgt ist. DieKrenzzeitung" begrüßt die Ernennung des Professors und Seminar-DirektorS Dr. Ernst zum General-Superintendenten des Konsistorialbizirks Wiesbaden. Die Kirchenordnung des Konsistorialbezirtt vom 1877 kennt nur einen General-Superintendenten. Die vollzogene Ernennung des Dr. Ernst wird die gläubigen positiven Glieder unserer evangelischen Kirche deS Bezirks erfreuen. Man muß für diese Ernennung herzlich dankbar fein."

ren-GtsAgcndc Antwort und Sicherheit für Erfüllung der idcheu geWünsche, dann hat er keinen Liberalen vor sich. Geben ,er Expe^ -------- ' .....

feit einer künftigen liberalen Mehrheits- regierung abspeisen, so wird der Wähler wissen, was er zu thun hat er hat einen liberalen Widersacher vor sich.

Herren ihm die gewohnten verklausulierten Antworten wollen sie ihm mit Anweisungen auf die Herrlich-

1. Stil l.u. 5. IMk., Mk.7!

e'.e-Con rlin.

I Deutscher Reich.

Berlin, 25. Sept. Die Kaiserin ist um lx/2 Uhr "^Baden-Baden abgereist. DerReichsanzeiger" veröffentlicht den von dem Reichseisenbahn-Kommissar Streckert über das Eisenbahnunglück bei Hugstetten er­statteten Bericht, welcher sagt: Der Unfall dürfte weder durch den Zustand des Bahnkörpers oder des Oberbaues, noch durch den Zustand der Betriebsmittel entstanven fein. Die Entstehung müsse, sofern sie nicht durch andere, schwer erklärbare Einwirkungen stattfand, in der Handhabung des Betriebes, respektive des Fahrdienstes, gesucht werden. Vor dem Schluffe der gerichtlichen Untersuchung könnten über die Ursache der Entgleisung auf gründ örtlicher Unter­suchungen nur Vermutungen ausgesprochen werden. Die Wahrnehmungen über den Zustand der Unglücksstätte ge­statten die Annahme, daß der Zug im Augenblicke der Entgleisung sich mit sehr großer Geschwindigkeit bewegte und daß entweder der Lokomotivführer denselben zu regeln oder zu vermindern unterließ, oder daß das Bremserpersonal seine Signale nickt rechtzeitig oder gar nicht befolgte. In betreff der Vollziehung der Entgleisung lasse sich annehmen, daß der der Maschine folgende Zugteil durch sein be­deutendes Gewicht (6500 Zentner) die Lokomotive aus I dem Geleise drückte, oder daß die Maschine in der geneigten

Strecke bei zu großer Geschwindigkeit eine verderbliche, schlingernde Bewegung annahm; auch konnten beide ange­nommene Ursachen zusammen die Entgleisung herbeigeführt haben. Ob die Annahme zutreffend sei, könne allein durch die eingeleitete gerichtliche Untersuchung festgestellt werden. Der deutsche Botschafter in London, Graf Münster, begab sich gestern zum Reichskanzler nach Varzin. Es wird bestätigt, daß die Vorlage eines Verwendungsgesetzes

1 deren beständige Wiederholung der Reichskanzler so ent­schieden in Aussicht gestellt hat für die neue Landtags- sesston aufgegeben ist und daß man die Regelung der Steuerfragen in Preußen stückweise vorzunehmen gedenkt;

I man erwartet zunächst die Inangriffnahme der Reform der Klassensteuer. Vonunterrichteter Sette" läßt man ver­lauten, daß der berüchtigte Steuerartikel derProvinzial- Korresp." Herrn Rößler (der anläßlich des Konflikt- Artikels in derWiener Polit. Korresp." viel genannt wurde) zum Verfasser hat und nicht auf Informationen seitens des in Heringsdorf weilenden Finanzministers Scholz beruht. Staatsminister v. Bötticher ist von seiner Reise nach den rheinisch-westfälischen Industrie- Bezirken wieder hierher zurückgekehrt. Wie wir hören, wird in den nächsten Tagen nun eine Sitzung des Staats­ministeriums stattfinden, in welcher alle die schwebenden Fragen, so auch namentlich die über die Einteilung der parlamentarischen Kampagne zur Erörterung gelangen werden. Es wird sich darum handeln, den Wahltag für die Abgeordnetenwahlen definitiv festzustellen und auch über die Frage zu entscheiden, ob im Interesse der Erledi­gung der sozial-politischen Vorlagen, nicht geboten erscheint, den Reichstag schon zu einem früheren Termin, als er bei der Vertagung dieser Körperschaft in Aussicht genommen war, wieder einzuberufen. Wie wir hören, ist aus Varzin hier eine derartige Andeutung angelangt, welche eine der­artige Erwägung für wünschenswert erachtet. Es dürfte also gar nicht zu den Unwahrscheinlichkeiten gehören, daß der Reichstag nicht, wie ursprünglich in Aussicht genommen, erst Ende November, sondern schon zu Anfang November zur Fortsetzung seiner Thätigkeit einberufen wird. Nach einem Zirkularerlaß des Ministers deS Innern und des Finanzministers vom 25. Mai d. I. ist nach der Vor­schrift in § 1 des Gesetzes vom 11. März 1879 das Universttätsstudium der Staatswissenschaften insoweit als unerläßliche Bedingung für die Erlangung der Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst anzusehen, daß ein Gerichtsreferendarius, welcher sich auf der Universität ledig­lich auf das Studium der Rechtswissenschaften unter gänzlichem Ausschluß der Staatswissenschaften be­schränkt Hai, als RegierungsreferendariuS nicht wird an­genommen werden dürfen, auch wenn er diesen Mangel durch nachträgliche Studien zu ersetzen bemüht gewesen ist. Andererseits ergiebt sich aus dem Worlaut und der Ent­stehungsgeschichte des 8 1 a. a. O., daß durch denselben keineswegs der Besuch bestimmter Kollegien hat obligatorisch vorgeschrieben werden sollen. Sofern daher nur im allge­meinen insbesondere durch den Besuch einzelner staats-

AuSlaud.

Paris, 24. Sept. Während die Radikalen in der Normandie ein Denkmal des Königs Louis XIV. nieder- gerissen haben, wie die Pariser zur Zeit der Commune die Vendomesäule, fährt man überall in Frankreich fort, allerlei bürgerlichen Leuten Statuen zu errichten. Die neueste ist in diesen Tagen zu Chatillon sur Loing enthüllt worden zu Ehren des Professors Becquerel. ES war bei dieser Feierlichkeit sogar ein Minister, Herr Cochery, zugegen. Verschiedene Redner sprachen zum Lobe deS bescheidenen Gelehrten, dessen Namen selbst die wenigsten Franzosen kennen. Emer der Redner mußte den Anwesenden erklären daß der Physiker Becquerel eine Silberverbindung mit photographischen Eigenschaften entdeckt habe und deshalb das Denkmal errichtet werde. Man wird nächstens ein biographisches Nachschlagebuch nötig haben, um die Leute kennen zu lernen, denen man in Frankreich Bronzestatuen setzt. Es ist eine wahre Manie geworden, die selbst dem Spotte der Witzblätter nicht weicht. Der Voltaire meint es müßte doch ein Franzose über einen öffentlichen Platz Schm und den Namen auf einer Bildsäule lesen können, ohne fragen zu müssen:Wer war denn dieser Herr da?"

Lvndvu, 25. Sept. Die Königin hat den General Wolseley und den Admiral Seymour wegen ihrer in Egypten geleisteten Dienste unter Verleihung beS Baronet- tltcls in den Painrstand erhoben. Das Reutersche Bureau meldet aus Konstantinopel, 24. Sept.: Der Sultan ordnete telegraphisch die unverzügliche Rückgabe der ganzen Grenze, 0 wie dieselbe durch die griechisch-türkische Grenzkommission festgestellt wurde, an Griechenland an. Die Türkei verzichtet auf ;ebe Reklamation. Nur Muktar Pascha soll erklärt haben, baß der Grenzpunkt Juritzo für Griechenland eine ebenso schlechte Grenzbcstimmung sei, wie für die Türkei; beide Regierungen müßten darüber später noch verhandeln, ohne daß indes Griechenland dazu verpflichtet sei. Die Botschafter werden infolge dieses freundschaftlichen Arrange­ments ihre resultallosen Beratungen aufgeben.

Haag, 25. Sept. In der zweiten Kammer brachte der Minister van Lynden da« Budget ein. Die Defizits im vorhergehenden Rechnungsjahre betragen 27V» Millionen Gulden, das Ausgabebudget für 1883 beträgt 137 Mill

Defizit pro 1883 26 Millionen Gulden, darunter 22 Millionen für öffenttiche Arbeiten. Zur Deckung des Defizits wurde bereits eine Anleihe vorgefchlagen, aber auch eine Vermehrung der ordentlichen Einnahmen für notwendig erachtet, die demnächst beantragt werden soll.

Petersburg, 24. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin mit den kaiserlichen Kindern sind heute mittag 1 Uhr wohl­behalten in Peterhof eingetroffen.

Belgrad, 24. Sept. Der vormalige Präsident der Skupschtina, Alexo Popovic, der wegen Fälschung von Requsitionsscheinen verhaftet worden war, ist vom KrciS- gericht wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Konstantinopel, 25. Sept. Die gestrige Besprechung der Botschafter wegen der türkisch-griechischen Grenzfrage wurde aufgehoben auf die Nachricht, daß Said Pascha und CouduriotiS ein Arrangement getroffen hätten, demzufolge die Türkei alle vier streitigen Punkte an Griechenland ab­tritt und die Grenzregulierung bei G.uitza einem spätem direkten Einvernehmen mit der griechischen Regierung vor- behält. ES wird versichert, der Sultan habe den Groß- scherif von Metta, Abdul Mutailib, abgesetzt, welcher der heimlichen Verbindung mit Arabi bezichtigt worden sei, und den Scheck Abdulla zum Großscherif ernannt.

Beirut, 25. Sept. Die Stimmung unter der Bevöl­kerung Syriens, die bei Beginn des Arabischen Aufstande-

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27. d. noch fsnet.

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Für das vierte Quartal werden Be­stellungen auf die

Oberhesfische Zeitung

und deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntagsblatt

von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen.

Anfang Oktober beginnt im Feuilleton unseres Blattes

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowi» d.Annoncen-Bureaux 0. Th. Dietrich u. Co. in Gaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haosenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- furt a. M. rc.

Ländliche Wähler, die in dieser Rücksicht zur Klarheit kommen und sich Sicherheit darüber verschaffen wollen, was sie von den fortschrittlichen Kandidaten erwarten dürfen, haben dazu ein außerordentlich einfaches Mittel in Händen: sie brauchen diese Herren nur um Auskunft über die Stellung zu ersuchen, die ihre Partei zu den Lebensfragen und Hauptinteressen des kleinen ländlichen Grundbesitzes einnimmt. Diese Fragen sind die einfachsten von der Welt:

Wollt Ihr uns dazu behilflich sein, daß die erdrückende Last unserer Kommunal-und Schulsteuern erleichtert wird?

Werdet Ihr dafür sorgen, daß da« für uns so außer­ordentlich wichtige Wuchergesetz aufrecht erhalten und soweit als möglich verschärft wird?

s. SS ftbon Zu erwarten, daß Ihr unserem Kreditbedurfnis durch die Begründung von ländlichen Banken, tote mir sie brauchen, zu Hilfe kommt? Eure Schulze - Dclitzschen Vorschnßkassen mögen für den kleinen Mann m der Stadt vortrefflich sein, für nnS passen sie mcht, denn wir bebutfen vor allem langer Krcbite unb ber Sicherheit gegen plötzliche Kündigungen.

, Ist Euch klar geworden, daß Bauernhöfe und Güter nicht wie alte Kleidungsstücke behandelt d. h. ins Endlose zerschnitten werden dürfen, sondern daß sie groß genug bleiben müssen, um den auf ihnen lebenden Familien die Möglichkeit einer vernünftigen Wirtschaft zu erhalten?

Werdet Ihr der Regierung Eure Unterstützung leihen, wenn dieselbe die wohlthätige Einrichtung der Höferolle (wie sie in Hannover und Westfalen besteht) auf andere Provinzen ausdehnen oder wenn dieselbe dem Landmanne t' Mbfil r F fca$u behilflich sein will, bett künftigen Erben seines

1 Hofes gegen Ueberlastungen zu gunften ber Miterben zu schützen?

Für tn der Expedition zu erthetlendc Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet. u F *enc öeue lv

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Herr unter ier der eiwilltz ber an.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M; JSgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche,Buchhandlung daselbst; Jnvalidendankin Berlin; W. Thiene- in Elberfeld; E. Schlotte in Bremen.

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