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ZNarburg, Freitag, 8. September 1882
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Vom kleinen ländlichen Grundbesitz
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4680000 Fl., d.h.
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Davon
für die Jahre 1877—1879 folgende
entsprechen
Dem
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ff
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1858
1859
1860
1861
1862
1863
34
40
38
43
52
337
299
290
285
301
29!
verkauft: Wirtschaften 1864: 4413 1875: 4585 1876: 5575 1877: 6948 1878: 9090
2 392 302 2720589 1833405 2 309619 2783871
1858
1859
1860
1861
1862
1863
15794000
20250000
27386000
38997000
eindringlichere
3136 2
3444,7
3632,2
3941,6
4290,0 reden die
Hypothekenforderungen", samten Lastenstande von 1874: 13840000 Fl. 1875: 15794000 „ 1876 : 20250000 „
Der Name der Stadt Cassel.
(Schluß statt Fortsetzung.)
Nun ist aber Druscl in ganz Hessen der Name für eine Gassenrinne und deshalb 1) eine allgemeine Bezeichnung, die schwerlich früher zu einem speziellen Namen getaugt hat, 2) wahrscheinlich von der Stadt Cassel bezw. deren Gassen erst in Uebung gebracht und daher schwerlich für den Fluß überhaupt in Gebrauch gewesen; 3) kann deshalb eine Namensänderung und somit ein früher anderer Name hier statuiert werden, während es bei der Ahna unerlaubt ist. Auch dürfte wohl an der fehlenden dokumentarischen Beglaubigung wenig Anstoß zu nehmen sein, weil an so kleinen Gewässern weder die geschichtlichen Verhältnisse der ältcrn Zeit, noch auch die Urkunden großes Interesse haben konnten.
Und kurz, wir glauben, die Druse! ist daS alte Chassal- wasser, die Chassalaha, nach und von welchem die Stadt Cassel genannt ist. Nun fragt sich nur noch: weshalb heißt die Druse! Chassa! und was bedeutet daS Wort? Unseres Bedünkens ist der „Kessel" gänzlich ausgeschlossen, denn die Druse! fließt durch keinen Kessel, auch lag an der Westseite der Stadt (denn die Druse! kouimt westlich vom Habichtswalde) kein Kesselturm, nach dem sich daS Wasser hätte nennen können, zur Zeit, wo Cassel gegründet wurde und den Namen empfing, kann nämlich weder von Stadt noch anderen stadtartigen Dingen die Rede sein.
Zu unserer Ansicht über das Wort Chassal müsien wir viererlei vorausschicken: 1) die Urkunde, in welcher daS Wort Chassalaha vorkommt, ist vom deutschen König Konrad I ausgestellt, dem Sohne der GliSmuth, welcher 911—918 regierte. Die Familie dieses Königs, mit der sich WenckS Hess. Landesgesch. B. II, Abschn. V, Kap. I unter der Uebcrschrist „Konradinische Grafen" ausführlich beschäftigt, stammte aus Frankreich und hatte da namentlich unter Karl dem Kahlen eine bedeutende Rolle gespielt, sein
Auf den Höhen von Andermal.
Der Wirklichkeit nach erzählt von A- Gnekow.
(Fortsetzung)
Bewunderung für den menschlichen Geist, für Fleiß und Intelligenz der Arbeiter erfüllte uns in reichem Maße, als wir die Axenstraße betrachteten, einen Weg, der dem Felsen gleichsam abgestohlen ist, der hart am Rande deS Sees entlang führt, dessen Wasser sich In uner.wündlicher Tiefe am Felsenufer brechen und der oftmals durch Tunnels geleitet wurde, die man durch Felsen hindurch arbeitete, weil cS an ebenem Terrain fehlte, das für die Straße gewonnen werden konnte. Seit 1864 dem Verkehr erst geöffnet, soll der Bau deö Weges unendlich viele Menschenleben gekostet haben, denn Unvorsichtige sind in den See hinabgerollt, Steine, die von der Höhe kamen, haben andere getötet und doch durfte der Einzelne einem Werke gegenüber nichts zahlen, das Millionen zu gute kommen sollte.
Nicht weit von Brunnen sahen wir am Felsenrande ein einfaches, steinernes Monument, das seinen Schatten in den blaugrünen Sccspiegel warf, einen traurigen Schatten, denn hier verunglückte, wie uns unser Kutscher erzählte, vor längeren Jahren ein junger englischer Maler, ein „blitzsauberes Mannsbild", wie der Rosselenker mit leichtem Seufzer hinzufügte, und ob auch die Angehörigen Summen über Summen boten, die Leiche zurückzuerhalten, der See, achthundert Fuß an jener Stelle tief, die eben noch zu er- mesfe», gab sein Opfer nimmer und nimmer wieder.
Es lag etwas Eigenes in dem wcttergebräunten, noch jungen Gesichte des Mannes, der uns die Worte in knapper Kürze bot und eigen war auch die Art gewesen, auf die wir dazu gelangten, daß uns der Joseph, so war er uns genannt worden, nach Flülen und von dort noch weiter nach Andermal fahren wollte. Wir hatten uns in Brunnen, wo wir mit dem Dampfbot gelandet, vergebens nach einem geeigneten Fuhrwerk umgesehen, Zweispänner und Ein
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spänner, alle waren vor uns bestellt und besetzt worden und wohin wir uns mit unserer Anfrage wandten, erhielten wir ein bedauerndes Achselzucken zur Antwort, oder man sagte auch wohl: Schade, daß der Joseph nicht hier ist, der hätt' den Verdienst gerad' mitnehmen können, aber eS ist heut wohl der Tag im Jahre, wo er nicht anspannen wird.
Der Joseph, der Joseph! — hier und dort summte uns der Name entgegen und schließlich ergriff ich den Arm Tonis, bat die andern, am Landungsplätze zu bleiben und beschloß den Kutscher in seinem Daheim, das ich mir genau bezeichnen ließ, aufzusuchcn, um aus seinem eigenen Munde zu hören, daß er uns hartnäckig die Fahrt verweigere.
Einen ziemlich steilen Weg, der über kiesiges Geröll führte, mußten wir bergan klimmen, dann links eine kleine grüne Matte, ein steinerner Trog, in den ein Strahl silberhellen Wassers aus eiserner Röhre floß, rechts ein Himmel- hoher Berg mit zackigen Felsvorsprüngen, rauschenden, nickenden grünen Bäumen und unter einem Vorsprung, dicht an die Steinwand geklebt, ein niederes Holzhäuschen, das war die Wohnung des Sepp und in der einzigen kleinen Stube, die über dem Pferdestalle lag, der sich zu ebener Erde befand, sollten wir den Herrn des Hauses treffen.
Noch heute wäre ich im Stande, das einzige Gemach mit den rohen, schlecht zusammengefügten Holzwänden, den Balken, die an der Decke entlangliefen, den blcieingefaßten Scheiben des einzigen Fensterchcns aus der Erinnerung niederzuzeichnen, noch heute sehe ich den ärmlichen Hausrat, Bett, Stuhl und Tisch, Stück für Stück vor mir, was ich aber nicht wicderzugcben vermöchte, war die fast zornige Wildheit, mit der uns der gebräunte, dunkelhaarige Mann in seiner Behausung entgegentrat, ein silbernes Kettengehänge, wie es die Mädchen des Kanton Bern auf schwarzen Sammetmiedern zu tragen pflegen, auf dem Tische zur Seite schob und geeignet schien, uns unser Gesuch von vornherein rundweg abzuschlagen.
(Fortsetzung folgtO
Die Rot des Grundbesitzes.
Nur die Unwissenheit kann heute noch leugnen, daß unser Bauernstand soeben eine Krisis durchmacht, so furchtbar wie sie ihn in unserem Jahrhundert noch nicht betroffen hat. Ueber die Ursachen mag man streiten, man mag sie in der überseeischen Konkurrenz oder nur in einer unglücklichen, den landwirtschaftlichen Verhältnissen widerstreitenden Kreditgesetzgebung suchen: die Thatsache bleibt zweffUloS, daß die ländlichen Subhastationen in beängstigender Weise 'Ugenommen haben und bei ihrem weiteren Fortschreiten allmählich eine Enteignung unsres ganzen Bauernstandes herbeiführcn werden. Zugleich aber wird hier eine der empfindlichsten Lücken in unserer Statistik fühlbar, welche für die meisten Länder eine genauere Feststellung der hierher gehörigen Zahlen gar nicht ermöglicht. Die reichen statistischen Publikationen Englands liefern für eine eingehendere Erforschung der landwirtschaftlichen Frage, an welcher Irlands Wohlstand zu gründe gegangen und der Großbritanniens zu gründe zu gehen droht, gar nichts. Einiges Licht gewähren höchstens die Angaben des Bankrupty Court. Nach diesem machten bankerott:
1877 etwa 470 Pächter,
Gerade in den vorzugsweise Korn produzierenden Ländern geht die Vernichtung des Bauernstandes am schnellsten vor sich. In Galizien wurden angeordnet:
wegen Unzulänglichkeit des Diese betrugen
M. M. M 2R. M.
Man hat nicht unrecht, wenn man behauptet, die Pfandbrief-Inhaber, die Sparkaffen, die Stiftungen, die Hypothekenbanken und anderweitige Gläubiger seien, wenn auch nicht die juristischen, so doch die faktischen Herren des Grund und Bodens. Die Vertreter des Manchestertums finden es auch gleichgiltig, ob der Bauer als Herr oder nur als Pächter auf dem Stücke^Erde sitzt, das er im Schweiße seines Angesichts bebaut. Wer aber in einem selbstbewußten konsumtionsfähigen Bauernstand eine der tragkräftigsten Säulen unseres politischen und wirtschaftlichen Gedeihens sicht, der wird mit Bangen die Frage aufwerfen, wie unser Grundbesitz zu retten ist und ob er überhaupt zu retten ist.
Diese Zahlen zeigen, daß der Notstand des Grundbesitzes überall der gleiche ist — auch in England, wo doch nur der befestigte Grundbesitz herrscht, ein Beweis, daß die Einführung bcz. Wiedereinführung desselben in Deutschland den Notstand nicht beseitigen würde. Der Hauptgrund des Notstandes liegt jedenfalls in der Verschiedenheit der Rentabilität deö im Grundbesitz und des in Handel und Industrie angelegten Kapitals. Das letztere rentiert ungleich besser als daS erstere. Die Handels- und Jndustriekrcise aber bestimmen nach dem bei ihr geltenden Geldwerte die Preise, so kommt eS, daß diese nach einem Maßstab bemessen werden, der für den Bauer zu groß ist. Die Preise für Judustriewaren und Arbeitslöhne sind in den letzten 30 Jahren um's doppelte oder dreifache gestiegen, während die Preise für Korn und Weizen heute nicht wesentlich verschieden sind von den damaligen. Dadurch ist der Bauer genötigt, vom Kapital zu zehren. Er muß mehr von seinen Produkten verkaufen, als zur Erhaltung seiner Wirtschaft gut ist. So sinkt deren Ertrags- fähigkeit und dann muß er zum Schuldenmachen greifen. Dazu kommt dann die Aufdringlichkeit der Hausierer, welche ihn zum Schuldenmachen und zum Luxus verleiten. Das sind die Hauptwurzeln des Notstandes, da muß auch die Hülfe cinsltzen. Wie heben wir die Rentabilität des Grundbesitzes? Das ist die Grundfrage, nach welcher alle Hülfsmittel bemessen werden müssen. (R.-B.)
Deutsche» Reich.
Berlin, 6. Sept. Die neueste „Prov.-Corresp." schreibt: „Dem 2. September ist auch in diesem Jahre der Charakter eines großen nationalen Festtages erhalten geblieben. Aus den verschiedensten Teilen des Vaterlandes, aus Breslau, Bremen, Braunschweig, Posen, München, Hamburg, Leipzig, Nürnberg u. s. w. liegen Berichte darüber vor, daß
Feld .(Garten-)Grundstücke
88 Fälle
50 „
45 „
73 ,
52 „
55 „
für die „
6343000 „
7779000 „
11700000 „
20366000 „
Mit einem Schuldenstande 13840000 Fl.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. Co- in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche ^Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.
1877: 27386000 „
1878 : 38997000 „
«n,eigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Ännoncen-Bureaux ' jl). Dietrich u. Co. in isafiel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M>; ^aasenstein u. Vogler in Frankfurt a- M-, Berlin, Leipzig- Köln rc.; Rudolf Moste in Berlin, Frankfurt a. M. rc-
„ II
auf Haus- und
Von diesen Zwangsversteigerungen entfallen:
1877 55 auf Bauerngüter, 267 auf kleinen ländlichen Besitz.
1878 38 „ „ 337 „
1879 58 „ „ 371 „ „
Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist also bei ländlichen Grundstücken durchschnittlich um 222 Prozent gewachsen. Die Bauerngüter sind noch verhältnismäßig günstig gestellt, obwohl auch bei ihnen die Zwangsversteigerungen 54 Prozent mehr betragen. Dagegen sind von den kleineren ländlichen Grundstücken 437 Prozent mehr unter den Hammer gekommen!
Ein einziges größeres Reich bietet unseres Wissens durch seine Statistik ein scharfes Bild der jüngsten landwirtschaftlichen Entwickelung, freilich ein Bild der düstersten Art — Oesterreich.
In Cisleithanien beträgt der Reinertrag des Grund und Bodens nach der neuen Grundsteuer - Regulierung 165 Mill. Gulden und nicht weniger als 154 Mill, davon werden von den Zinsen der Grundschuld nebst einer ein- prozentigen Amortisation beansprucht. Beide Berechnungen sind ziemlich zweifelhafter Natur, dagegen dürfen folgende Zahlen auf volle Glaubwürdigkeit Anspruch erheben.
Also per Wirtschaft - —~ Fl.
1878 mehr als 800 „ 1879 „ „ 1400 „
Zn Deutschland und Frankreich ist ebenfalls keine Statistik der bäuerlichen Verschuldung vorhanden. Wo zufällig genauere Zahlen vorliegen, lassen sie den Optimismus der liberalen Wirtschaftspolitik wahrlich nicht berechtigt erscheinen. Man vergleiche nur für das Königreich Sachsen die Zahl der Zwangsversteigerungen in den Jahren 1858—1863 einerseits, und 1877—1879 andererseits! Es gelangten nämlich in Sachsen zur Zwangsversteigerung:
*.... Grundstücke mit 1884912 M. Taxwert.
Jahkcn:
1877 790 ländl. Grundstücke mit 16020 264 M. Taxwert.
1878 1052 „ „ , 18696 533 M. „
1879 1069 „ , „ 15863331 M. „
m x ... c k Sonn. und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnstrirteS SouutagSblatt" durch die Exp-dttwn(« o ch fche
Erscheint täglichaußer an den Weckta^nnach^ Sonn » ° A w t g Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pf«, (excl. Bestellgebühr., - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zerle 10 Pfg.
Buchdrucker-.) bezogen 8/. Mark, durch du ertheilbnde Auskunft und Annahme von Adresten werden 85 Pfg. berechnet.
auf Bauerngüter "" Fälle
1867 in
130 Ortschaften
164
Lizitationen.
1868
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271
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1873
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1874
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