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JRatfiurg, Sonnabend, 2. September 1882
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Deutsches Reich.
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Feinden gehöhnt sein.
Groß ist die Stellung, die durch Sedans Sieg das deutsche Reich im Rate der Völker errungen hat, doch aber leider auch noch zu groß die Zahl der Betörten, die da meinen, daß des Kaisers und seines Kanzlers Wille weniger geschickt im inneren als im äußeren des Volkes Wohlfahrt zu lenken wüßten. - Möge die Erinnerung an den 2. Sept. 1870, ein Tag, der, wie kein anderer, zu ernster Prüfung und Versöhnung geeignet, allezeit m der That gipfeln. Friede dem Bürger, Friede der Arbeit, und Frieden dem Einzelnen wie der Gesamtheit!
ia Wobl°h'atte der Mann vom 2. Dezember den Degen
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3n diesem Moment kam ein allerliebstes kleines Sion« dinchen, ein etwa achtjähriges Mädchen,^ ins Zimmer gestürzt. Die Aeuglcin hatte es voll Thränen.
„Mama, süße Mama," rief es, „komm doch und sieh wie Mademoiselle Burkhart weint — Evcline ist bei ihr geblieben, um sie zu trösten -, Mademoiselle will nicht sagen, warum sie traurig ist. Sie erhielt einen Brief, und seither weint sie. Es muß wohl etwa« recht garstiges darinnen gestanden haben I" „Ersuche das Fräulein her- überzukommen," befahl Herr Bornadelle dem Kinde; „Ihr aber bleibt indes in eurer Stube." Jeanettchen lief, eiligst den Befehl auszusühren. Gleich darauf erschien die schlanke elegante Gestalt eines in Wirklicheit sehr schönen, etwa 23jährigen Mädchen. In ihren tiefblauen, sympathischen Augen spiegelte sich momentan große Trauer wieder. „Madame und Monsieur wünschen?" fragte sie mit melodiereicher Stimme im reinsten, accentlosesten Französisch.
„Setzen Sie sich, Mademoiselle," sagte der Bürgermeister. „Soeben hat uns Jeanette verraten, daß Sie tief betrübt wurden durch einen Brief. Glauben Sie uns in die Ursache Ihres Kummers einweihen zu dürfen? Vielleicht können wir der guten Freundin unserer Kinder mit Rat und That zur Seite stehen I"
„Sie sind so sehr gütig! Monsieur Bornadelle, hätten sie mich nicht rufen lassen — ich wäre von selbst gekommen, um Sie zu bitten, mich meines Kontraktes zu entbinden — ich kann nicht länger in Ihrem Hause, in dieser Stadt, ja in diesem Lande bleiben! Es ist ein großer, größerer Schmerz für mich, mich von den beiden Kindern, von Jeanette und Eveline, trennen zu müssen, als Sie denken können; ich habe sie ja so innig in mein Herz geschlossen — indes ich muß fort!"
sich noch, mochte er damals fldj Mals gerben — ä I es*.
Gott hatte aber das entscheidende Wort zu Sedan gesprochen, und keines Menschen Widerstand vermag den Spruch zu wenden. Deutschland ist aus seinem Schlafe erwacht, es will nicht mehr von äußeren oder inneren
Zum 2. September 1882.
Feierliches helles Glockenläuten Mnat von allen Thürmen mahnend nieder; Frei und hoch sich stolz di- Fahnen breiten, Freudendonner hallen ringsum wieder; Von den dunkeln Bergen, von den Weiten, Dringt der Jubel, tönen heil'ge Lieder: Jenem Rubm. den Sedan uns gegeben. Ihm gilt deut' das froh bewegte Leben!
Doch nicht nur die lauten Festesklänge Machen heute froh die Herzen schlagen; Fahnen, Glockenläuten, Festgesänge Sind's allein nicht, die die Freude tragen! Froh erschließt des Alltagslebens Enge Heute sich zu Sedans Ehrentagen: Die Erinnerung, die Jubel kündet, Widerhall im tiefsten Herzen findet!
Denn die Herzen sind's, die ihr gehören, Deren PulS d?m „Volk in Waffen' schlägt; Ja die Herzen sind's, die Sedan ehren. Die für'Deutschland schlagen unentwegt ; Einig an den heiligen Altären Sei das Volk! - und tief und ernst bewegt Betet es zu Gott um tnnern Stiebt«, Glück und Wohlstand sei dem Reich beschieden.
Doch der Liebe und deS Dankes Mahnen, Das aus jedem Auge heut' erglänzt, Und die Freude wallen ihre Bahnen, Weil ein Jubel Deutschland Mn umgrenzt, Wo bei Deutschen wehen deutsche Fahnen, Festlich man e i n hehres Bild umkränzt: - Kaiser Wilhelm, Dich! den Edlen, Wersen, Den verehrend Deutschlands Völker preisen.
So erklinge, hehrer Festesklang, So ertöne laut durch alle Lande ! Jied' den Rhein, die Ströme all entlang, Von den Alpen bis zum Meeresstrande.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d.Annoncen.Bureaux Den® L.Daube u.Co- M Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermans che ^Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte m Bremen.
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Der Tag von Sedan.
Glockengeläut- klingt von den Türmen, und deutsche -ahnen wehen schwarz, weiß und rot ; denn der Tag von Sedan ist wiedergekehrt — mit seinem innerem Jubel, toter wahren Freude! Welch deutsches Herz kann sich der Sigerndn«» 4 b-i toi d-n die Söhne Deutschlands kennen? Zwölf ^ahre sind verstrichen, seitdem ein Alp von der Brust Jedes genommen rombe. „Jetzt ist der Krieg entschieden, der Krieg ist aus ! tief es überall, und Jeder träumte, daß nun bald die »d rall si «reiche Armee lorbeerbekränzt zuruckkehren werde; denn der Urheber des Krieges, Napoleon Bonaparte, war
dieser Frage dem Landtage darzulegen. — Für den Fall der Notwendigkeit einer Beschränkung der Be- und Entladefristen auf 6 Stunden ist den königlichen Eisenbahn- Direktionen anheimgegeben worden, um dem Publikum diese Maßregel weniger fühlbar zu machen, die Be- und Ent- ladung bereits eine Stunde vor Beginn bezw. nach Schluß der ordentlichen Expeditionsstunden, wenn sie von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends dauern, vornehmen zu lassen ober die Mittagszeit für die Dauer der eintretenden Beschränkung auf die Zeit von 1 Uhr öiö 2 Uhr (statt von 12 bis 2 Uhr) zu vermindern. Doch soll diese im Interesse des Publikums in Aussicht genommene Maßregel, welche sich schon bei einigen Eisenbahnbirektionen bewährt hat, nur bann zur Anwendung kommen, wenn dies ohne Nachteil für die Verwaltung, insbesondere ohne übermäßige Inanspruchnahme der Beamten möglich ist. — Das Fest der silbernen Hochzeit des kroupriuzlicheu Paares, welche« im künftigen Januar stattfindet, hat bekanntlich schon mehrfach Pläne zu milden Stiftungen hervorgerufen. Jetzt erläßt auch die Korporation „Deutscher Kriegerbund durch seine Organe einen Aufruf, um auS Anlaß dieses Freudenfestes eine Stiftung ins Leben zu rufen, welche zur Errichtung eines Waisenhauses bezw. eines Waisenfonds für ! elternlose Kinder ehemaliger deutscher Soldaten bienen soll.
Für bie Witwen besteht bereits eine Stiftung, dagegen fehlt eine solche für bie Waisen, obschon bezügliche Wunsche oft « und in dringender Weise geäußert worden sind. Man hofft auf eine zahlreiche Beteiligung, um das angeregte patriotische Unternehmen ins Leben rufen zu können. — Mit der Verleihung von Ratstiteln für Richter wird bekanntlich seit dem 1. Okt. 1879 sehr sparsam verfahren, um die vorhandene Ueberzahl von Amts- und LandgenchtS- räten allmählich verschwinden zu lassen. Dagegen erfolgt
I die Ernennung von Rechtsanwälten zu Justizräten jährlich einmal in unbeschränkter Weise nach der Anziennität. Vor kurzem ist der Titel 63 Rechtsanwälten verliehen worden.
• — Die .Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wenn von radikaler
Seite auf die Verschärfung vorhandener politischer Gegensätze hingearbeitet wird, so hat niemand ein Recht, sich darüber zu verwundern; wenn zu diesem Behuf- Mittel in Bewegung gesetzt werden, die den Stempel innerer und äußerer Unwahrheit an der Stirn tragen, so versteht sich das gleichfalls von selbst; darf man doch niemand verübeln, „wenn er in seinem Berufe thatig ist . Anders Hegt die Sache, wenn Leute, die sich sonst gegen den Vorwurf des Radikalismus vornehm verwahren und
:i die Anwendung zweideutiger Agitationsmittel zu pn-
; horreSzieren behaupten, bei Gelegenheit auf das nämliche
' Ziel der Verschärfung vorhandener Gegensätze hin-
Berlin, 31. Aug. Aus einem Erlaß des Kultusministers, der Lehrern zur Kenntnisnahme zugegangen, geht hervor, daß, wie durch inzwischen stattgehabte Erörterungen, sowie durch.sachverständige Berechnungen der Leistungs-
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Sedan hatte dem Wunsche das Siegel aufgedruckt, und die zahlen, wenn em Lehr i Minimalgehalt
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Steig' zum Himmel, Wunsch und heißer Dank, Daß Gott gnädig schirme unsre Lande! Arbeit und Gebet fei unser Waffen — Mag's den Feinden stets ein Sedan schaffen.
fNachdruck verboten.!
Die preußische Spionin.
Eine Geschichte aus Sedan von Robert von Hagen.
Mein lieber Bornadelle," sagte die Frau Bürgermeister von'Sedan zu ihrem gedankenvoll im Zimmerauf - und abschreitenden Gemahl, „wir sind durch Mademoiselle Burkhart für alle Zeiten compromittiert! Pardon, aber cs ist int Grunde genommen auch ein wenig „ftart Du, der den Regierungsbefehl, nach welchem alle Unter thanen jener deutschen Staaten, welche mit grantrelt tm Kriege stehen, auszuweisen sind - zu effektuieren hattest-, bewilligst dem Fräulein Burkhart, einer Preußin vom reinsten Wasser — ferneren Aufenthalt in Sedan und giebft dadurch bösen Zungen die prächtigste Gelegenheit, über Deine Unparteilichkeit und strikte Diensteshandhabung alle erdenklichen Glossen zu machen."
„Es ist gut, es ist gut, Madalame," erwiderte Herr Bornadelle, „ereifere Dich nicht allzusehr; Mademoiselle Burkhart ist nun als Gouvernante bereits über zwei Jahre bei uns, wir haben bis jetzt allen Grund gehabt, mit ihr sehr zufrieden zu sein — die Kinder hängen mit großer Liebe an ihr — und endlich, die Verantwortung für ihr ferneres Hierverweilen habe ja ich zu tragen! Fraulein Burkhart ist Waise, sie hat drüben niemanden als einen Bruder — es wäre grausam gewesen, sie so ohne weiteres über bi: Grenze zu schicken. Mein Kind, laß bie Leute teben, wa« sie wollen!"