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Marburg, Donnerstag, 31. August 1882.

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Anreizen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. de. in Frankfurt a. M.; JLgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Ä W. Thiene- in ; C- Schlotte in Bremen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux v. Th- Dietrich u. Co. in »affet und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a-M-; öaasenstein u- Vogler in Frankfurt a- M., Berlin, Leipzig, Köln Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- v furt Ul.it.

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Orignial-Erzählung von . . . (Schluß statt Fortsetzung.)

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Umstände zutage getreten, welche es unwiderleglich beweisen, daß in den Zentrumskreisen die Ueberzeugung von der Notwendigkeit eines Zusammengehens mit den Konservativen sich mehr und mehr befestigt. Schon die durch Akklamation erfolgende Wahl des Vorsitzenden, des LandrateS z. D.

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Sätze finden, die recht charakteristisch sind für das, was man in jenem Lager denkt. Diese Zuschrift sagt:

.Bei der am 15. in Köln stattgehabten VertrauenS-

Janssen, gab der Versammlung ein bestimmtes Gepräge; denn Herr Janssen ist im Zentrum einer der wärmsten Freunde der Konservativen. Nichts erinnerte im Verlauf der Verhandlungen an eine Hinneigung zum fortschrittlichen Liberalismus, die man den Rheinländern oft zum Vorwurf gemacht hat. Herr Janssen wies in seinem zusammen­fassenden Ueberblick der Verhandlungen darauf hin, daß zwischen dem Zentrum und den liberalen Parteien schon auS dem Grunde kein Bündnis möglich sei, weil der den modernen Liberalismus beherrschende Geist ein kirchen­feindlicher sei und bleibe, daß dagegen die Bundesgenossen­schaft des Zentrums und der Konservativen um so natur­gemäßer erscheine, als zwischen diesen beiden Parteien in bezug auf alle wichtigeren Fragen des Volkslebens eine erfreuliche Uebereinstimmung bestehe.

Eine solche Haltung dcS Zentrums haben wir stets erhofft und erwünscht; denn wir sahen darin von jeher die beste Bürgschaft für den Sieg christlicher Grundsätze in unserem Staatsleben. Sind erst die katholischen und die evangelischen Konservativen für die Wahlschlacht fest geeint, so bedarf es von seilen der Staatsregierung nur der Ent­schlossenheit und der offenen Anerkennung der gerechten Forderung der kirchlich gesinnten Volkskreise, und wir werden dem Liberalismus eine Niederlage bereiten, welche die Stärke des monarchischen Gedankens glänzend dokumentieren und das Schicksal Deutschlands auf lange Zeit entscheiden wird."

Diese Haltung der katholischen Bevölkerung gefällt den Liberalen nicht, sie ist sehr weit entfernt von dem, was diese wünschen — und darum muß einmal wieder etwas „Kultur gepaukt" werden I

„Das wäre

standen meiner Familie nahe, und ohne Rücksicht auf das Urteil der Leute, ohne Rücksicht auf meine Person verließen Sie ihre Heimat auf eine auffällige Weise. War das nicht Eigensinn, Herr Graf?"

„Nein, gnädigste Frau, es war Eingebung meines Ge­fühls, das ich Ihnen nicht erklären kann, und die Folge hat gezeigt, daß ich recht gethan. Ich hätte meine Abreise freilich verzögern können, aber Sie wissen es am besten, ich war zu schwach dazu, einen Entschluß festzuhalten. Ich habe Gott dafür gedankt, daß ich die Kraft besaß, als ich hörte, daß der Zweifel in meiner Brust, der gegen die Hoffnung ankämpfte, bestätigt war. Ihr Herz gehörte einem Anderen, Sie sind glücklich gewesen."

Er stockte, seine letzten Worte klangen zitternd, wie eine Frage, von der sein Schicksal abhing.

„Ja, ich war es," sagte sie, um zu antworten, ohne Ueberlegung, ohne daran zu denken, daß dieses Wort, ohne

Kulturkampf.

Wenn man eins der „liberalen" Blätter oder Blättchen zur Hand nimmt und den Inhalt überfliegt, so sollte man benten, wir lebten wieder in der Zeit deS fröhlichsten „Kulturkampfes". Die Berliner liberalen Waschzettel (daS „Marburger Tageblatt" Nr. 200 druckt einen solchen ab) zetern gegen die gemäßigten Organe, gegen die Regierung, gegen die Konservativen, und fordern einen neuen Feldzug gegen Nom, die Ultramontanen, die katholische Kirche. Herhalten muß als angeblicher Grund der alte Streit über die Mischehen zwischen Protestanten und Katholiken und Verfügungen von Kirchenbehörden müffen den Anhalt geben, die weder neu sind noch Neues enthalten, so wenig neu, baß schon eine Kabinettsordre von 1836 den Offizieren der Armee daS Versprechen katholischer Kindererziehung bei Ehen mit katholischen Frauen untersagt hat. Das sind Fragen verschiedener kirchlicher Auffassung, bei welchen die Evangelischen sicherlich ihre Position nicht preisgeben. Warum aber der Zeitungslärm? Nun einfach wegen der Wahlen, man muß doch etwas thun, die Menschheit etwas gruseln machen I Die Liberalen werden wohl einsehen, daß sie bloß mit ihrer sinnlosen Opposition gegen die Wirt­schaftspolitik, die Steuererleichterung und die Einschränkung der von ihnen herbeigeführten Zügellosigkeit sich nicht viel Freunde erwerben können. Die Liberalen fürchten nicht mit Unrecht, daß, wenn der Kulturkampf sein Ende er­reichte, ihnen die Nahrung ausginge, und daß die katho­lische Bevölkerung ihnen nicht holv ist und bei den Wahlen ihnen nicht beihält, dafür sind Zeichen genug vorhanden.

Verschiedene Blätter bringen eine Zuschrift auS Köln von dem Parteitage des Zentrums, in welchem sich folgende

Deutscher Reich.

Berlin, 29. Aug. Der General der Kavallerie und Kommandeur der Garde-Kavalleriediviston Graf Branden­burg II. ist heute vormittag auf dem Tempelhofer Felde, wo derselbe dem Exerzieren der beiden Garde Kavallerie- Brigaden beiwohnte, dadurch von einem Unfall betroffen worden, daß sich das Pferd desselben während eines kurzen Halles zur Erde warf. Um sich schnell von dem fallenden Tiere zu trennen, versuchte der Reiter, wie gemeldet wird, der. Sattel möglichst schnell zu verlassen, wurde aber hierbei durch die heftige Bewegung fortgeschleudert und erlitt eine schmerzhafte Sehnenzerreißung in dec linken Hüfte. Der Verletzte mußte infolge dessen zu Wagen in seine Behau­sung gefahren werden, wo s-itens Sr. Exzellenz des Generalarztes Dr. v. Langenbeck sogleich eine nähere Unter­suchung der Wunde resp. Verbandanlegung vorgenommen wurde. Eine innere Verletzung scheint glücklicherweise nicht stattgefunden zu haben. Der Unfall hat in allen Kreisen der Residenz die tiefste Teilnahme hervorgerufen. — Mit dem diesjährigen Herbst erstreckt sich die allgemeine

Flucht glich, und Sie waren so aufmerksam, eine Erklärung abzugeben, welche nichts anderes besagte."

„Ja, es war eine Flucht," seufzte er, den Blick for­schend in ihr Auge senkend, „und meine Freude, Sie wie­derzusehen, wird dadurch getrübt, daß sie noch heute über diese Flucht scherzen, die wahrlich mindestens ihre Teil­nahme erwecken konnte."

staunens machte, „ich gebe zu, daß ich Sie verletzt hatte, daß ich unzart war, aber Sie kannten mich von Jugend aus, meine Art und Weise war Ihnen nicht fremd, Sie

Blick zu Boden senkend, „wenn Ihre Gründe stichhaltig gewesen wären."

Bflh* Für den Monat September werden Bestellungen auf die

Oberhefsische Zeitung

und deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntagsblatt von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen.

Sie schaute bebend auf seine Hand, und ihr Herz 1/ wallte hoch auf als sie dort keinen Reif sah.

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' Er liebte sie also noch, er hatte vielleicht ebenso gelitten, tz | oie sie, er hatte es vielleicht bereut, damals den Brief ge-

1 chricben zu haben, der ihr so viele traurige Stunden be-

-burc e*tet und ihr Herz zerriffen hatte. Und wenn er sie liebte, 8 rüg er nicht allein die Schuld? Er hatte sie daran ge- vöhnt, ihren Launen freien Lauf zu lassen, und plötzlich 'rach er stolz ab; die ganze Bitterkeit ihres Herzens, die ie damals gefühlt, die Jahre unglücklicher Ehe, alles trat iot ihre Seele, alle diese Gefühle bestürmten ihr Herz in 'em Augenblick, al» sie in wieder sah; und — seltsame» Lpicl des Herzens — gerade die Stimmung, welche der 101! ^u<$ ihres Lebens geworden, bemächtigte sich in diesem " lugenblick wieder ihres Herzens; sie nahm sich vor, ihn licht merken zu lassen, daß sie gelitten, und unwillkürlich -erriet es ihr Ton, daß sie Vergeltung dafür forderte.

Er äußerte bet der Begrüßung seine Ueberraschung, sie i lnverhofft wiederzusehen.

„Es ist also ein Zufall," antwortete sie, ihre Worte honend, „und ich hätte vielleicht daS Vergnügen entbehrt, , men alten Bekannten zu sehen, wenn sie gewußt hätten, Sie mich hier treffen würden?"

„Gewiß nicht, da Sie es ein Vergnügen nennen. Hätte 4 ahnen können, daß ich willkommen wäre, ich hätte sie ^^[gesucht. Ihre Frage klingt wie ein Vorwurf. Frau *601 aton*n, womit habe ich den verdient?"

—„Ihre Abreise von O. war so plötzlich, daß sie einer

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS EonutaaSblatt" durch die Srvedition (St o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*A Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Heile 10 Vka Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

m La männer-Versammlung der rheinischen Zentrumspartei sind von - — -- ■ -----

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Dienstpflicht im deutschen Heere nicht mehr auf 14, son­dern auf 12 Jahre. Die Versetzung aus der Reserve in die Landwehr erfolgt bei den nächsten der Erfüllung der Dienstzeit im aktiven Heere folgenden FrühjahrS-Kontroll- Versammlungen. Nur solche Mannschaften, deren Dienst­zeit vom 1. April bis 30. September ihr Ende erreicht, treten bei den Herbstkontrollversammlungen des betreffenden Jahres zur Landwehr über. Während die Reservedienst­pflicht einschließlich des aktiven Dienstes nach wie vor 7 Jahre währt, ist dagegen die Landwehrpflicht von 7 auf 5 Jahre reduziert und die Entlassung aus der Landwehr geschieht bei den nächsten, der Dienstzeit folgenden Früh- jahrS-Kontrollversammlungen. Die vierjährig freiwillig dienenden Kavalleristen dienen in der Landwehr nur 3 Jahre. Bei der diesjährigen Herbst-Kontroll-Versammlung werden die Jahrgänge 1868 und 1869 und auS dem Jahrgange 1870 diejenigen Mannschaften, deren Dienstzeit vom 1. April bis 30. September ihr Ende erreicht, ferner diejenigen vierjährig Freiwilligen der Kavallerie aus den Jahrgängen 1870 bis 1872 zum Landsturm übergeführt werden. — Bezüglich des Fortfalls der Auszeichnung der Bestellungsgebühr auf Postanweisungen ist angeordnet wor­den, daß diese, welche vom Empfänger zu entrichten ist, auf der Rückseite der Postanweisungen nicht mehr statt­finden soll. Bei etwaigen Anfragen oder Zweifeln über die Höhe des zu entrichtenden Bestellgeldes sollen sich die Boten dem Publikum gegenüber durch ihre Dienstanweisung ausweisen. Im Falle einer unzureichenden Frankierung de« Bestellgeldes ist der vom Empfänger nachzuerhebende Betrag in bisheriger Weise mit dem Vermerk „Nachschuß- Bestellgelv" auf der Postanweisung auszuwerfen und dem bestellenden Boten zuzuschreiben. Nach Verlauf von sechs Monaten sollen die Kaiserlichen Ober-Postdirektionen auf gründ der bei den Postanstalten ihrer Bezirke gemachten Wahrnehmungen berichten, ob das versuchsweise eingeführte Verfahren sich bewährt bezw. welche Unzuträglichkeiten das­selbe zur Folge gehabt hat. — Ueber die Besetzung mehrerer amtlicher Stellungen, welche in der jüngsten Zeit Gegen­stand der Erörterung in der Prcffe waren, wird der „Nat.- Ztg" geschrieben: Geheimrat Dr. Schrader, jetzt Provinzial- Schulrat in Königsberg, kommt als Kurator der Universität nach Halle; der bisherige Kurator Geheimrat Rödenbeck geht, nachdem nunmehr die Dienstwohnungsfrage Erledigung gefunden, nach Magdeburg als Konststorialprästdent. Direktor der Frankeschen Stiftungen wird aber Herr Schrader nicht: die Stelle ist besetzt (Direktor Dr. Frick). Wohl aber wird ihm eine Honorarprofeffur übertragen werden und zwar, wozu er vorzüglich berufen, in der Pädagogik, und wird ihm außerdem der Vorsitz in der König!, wissen­schaftlichen Prüfungskommission für das höhere Lehramt übertragen werden. — Wie die „B. P. N." erfahren, besteht in maßgebenden Kreisen die Absicht, einen im daß er es gefordert, daS letzte Nein für feine Hoffnung sprach.

Aber kaum war das Wort über ihre Lippen, so fühlte sie, was sie gethan. Sie sah ihn erbleichen. „Dann hat ja der Himmel mein Gebet für sie erfüllt", sagte er mit tonloser Stimme, „und es bedarf keiner Worte, Ihnen meine Teilname darüber auszudrücken, daß Ihr Glück nur von kurzer Dauer war."

Damit verbeugte er sich tief, und indem er einige Worte murmelte, welche die Bitte ausdrückten, ihn ihrer Mutter zu empfehlen, wollte er sich entfernen.

Albertine fühlte, daß dieser Moment entscheidend sei. Sie trat einige Schritte vor. „Sie wollen gehen, ohne meine Mutter zu begrüßen?"

„Ich muß," antwortete er verwirrt, denn m fand nicht sogleich eine Entschuldigung, und es war ihm unmöglich, das Gespräch länger fortzusetzen, „daS Dampfschiff geht in einer Viertelstunde ab."

„Sie wollen schon abreisen?"

„Ja, dringende Geschäfte rufen mich nach London." Er verbeugte sich abermals.

Sie ließ das Haupt sinken, keines Wortes mächtig. Da hörte sie seine Schritte sich entfernen, er ging, zum zweiten- male hatte ihr Stolz dem Herzen das Glück zertreten. „Du darfst ihn nicht fortlassen!" rief es in ihr, das Herz wallte über, es empörte sich gegen den Stolz und rief in seiner Angst den Namen des Geliebten.

Lindcnau schaute sich um, das Ohr hörte den Ruf, und wunderbar schlug der Ton an sein Herz. Er kehtte um — flog auf sie zu und ehe er noch eine Frage ge­than, lag sie an seinem Herzen.