Einzelbild herunterladen
 

Ports beginnt, sich auf eine großartige Erfassung neuer Absatzgebiete einzurichten. Sogar die Vertreter der Hanse- Städte haben eö ja anerkennen müssen, daß sie seither der deutschen Industrie nicht die nötige Aufmerksamkeit zuge­wendet hatten, und es wird demnach ohne Uebertreibung gesagt werden dürfen, daß erst von dem Zeitpunkte unserer neuen Wirtschaftspolitik an ein freudiges Zusammenwirken unseres Handels und unserer Industrie begonnen hat. Damit aber ist unsere Beteiligung am Weltverkehr erst in diejenige Phase getreten, von welcher ab ihre kräftige und doch an der nationalen Grundlage festhaltende Ent­wickelung möglich ist.

Aus dem Kauueubäckerlande, 26. Juni. Unter den Gewerben in hiesiger Gegend nimmt an Zahl die Fabrikation von Steinzeuggefäßen die erste Stelle ein. In den meisten werden die gewöhnlichen Gefäße gefertigt, in anderen Wasserleitungsrohre, Apothekerutensilien, Thon­pfeifen, Krüge rc. und in einer Fabrik Bauornamente. In früheren Jahren wurden in der Fabrik unter der Firma Mackenrod und Greven in Höhr feine Siederolith waren (alle denkbaren Ziergegenstände) fabriziert, aber seitdem dieselbe vor IV4 Jahren in den Besitz des Herrn Diestnger über­gegangen ist, wird diese Fabrikation mehr nebensächlich, das Fertigen von Bau- und Grabornamenten, Büsten, Basen und Gartenfiguren aber besonders betrieben. Außer diesem Industriezweige haben sich in den letzten Jahren zwei neue ausgebildet, nämlich die Fabrikation von alt­deutschen Steinzeuggefäßen und das Fertigen von Krügen mittelst Krugprefien. Den Anlaß zu ersterem gab der Graf Elz in Eltville. Derselbe beauftragte 1867 Herrn Reinhold Hanke in Höhr, zur Dekoration seines Schlosses altdeutsche Ziergegenstände nach der Zeichnung eines In­genieurs Schmidt anzufcrtigen. Alsdann fertigte Herr Hanke derartige Gegenstände zum Verkaufe. Als Modelle nahm er aufgefundene Scherben aus dem 16. Jahrhundert, in welchem diese Industrie in hoher Blüte stand, und GipS- abdrücke von solchen Gegenständen. Vom Glücke begünstigt, nahm das Geschäft einen Aufschwung, daß jetzt einige 80 Modelleure, Arbeiter rc. bei ihm beschäftigt sind, während er dasselbe mit 2 Lehrlingen begann Ihre Majestät die Kaiserin, auf diesen Industriezweig aufmerksam gemacht, besuchte das Geschäft öfters von Koblenz aus und ernannte ihn zu Höchstihrem Hoflieferant. Inzwischen errang er auf Ausstellungen verschiedene Preise (auf der Weltaus­stellung in Melbourne den 4. Preis) una infolge seiner diesjährigen Ausstellung in Lille wurde er zum Mitgliede der Akademie nationale für Kunst und Gewerbe in Paris ernannt. Seinem Beispiel folgten mehrere und heute be­schäftigen die Firmen: Merkelbach und Wick in Grenz­hausen, Marzi und Remy, sowie Simon Pcter Gerz lr in Höhr eine Anzahl Arbeiter in diesem Industriezweige. — Das Krugformen mittelst Pressen ist erst seit 3 Jahren in Schwung gekommen, vorher wurden die Krüge mit der Hand geformt. Der Erfinder dieser Krugprtssen war Herr Knödgen aus Baumbach, der schon längere Zeit mit derselben arbeitete, jedoch die Fabrikation als Geheimnis wahrte. Erst als ein Arbeiter der Fabrik, in welcher die Pressen angcfcrtigt wurden, selbstständig ein Geschäft be­trieb, gelangte die Konstruktion in die Oefientlichkeit. Seit­dem sind dieselben bedeutend verbessert worocn. Jetzt wird auch der Boden mitgepreßt, waö anfangs nicht der Fall war. Nur der Hals muß mit der Hand auf der Dreh- scheibe gebildet und der Henkel angesetzt werden. In den Orlen Baumbach, Ransbach, Grenzhausen, Moaendorf, Hillscheid (sogar 18) sinv deren viele in Thätigkeit. Die Pressen haben den Vorteil, daß man mit ihrer Hilfe in einem Tage 14—15000 Krüge fabrizieren kann und daß dieselben dadurch an Regelmäßigkeit, Gleichheit in der Giöße und Wandstärke aewonnen haben. Diese Krugprefien wer-

Schon in den Abschnitten über die klassifche und roman­tische Periode der Franzosen kennte man deutlich erkennen, welchen Standpunkt der Verfasser Otto von Leixner den glänzenden Vorzügen und tiefen Schattenseiten französischer Litteraturgrößen gegenüber einnimmt. Um so mehr durste man darauf gespannt sein, wie seine Beurteilung der neuesten Blüten des französischen Naturalismus, den in erster Linie Zola r»präsentiert, ausfallen würde. Nun denn, die subjektive Auffassung des Deutschen, das von Poesielosigkeit abgestoßene Pathos des deutschen Idealismus, regt sich kräftig im Verfafier und macht entschieden Front gegen die Verherrliche! solcher neufranzöstschen Errungen­schaften, die weit scklinrmeren Einfluß auf die deutsche Litteratur gewonnen, als eS jemals französische Frivolität vermochte. Wo das Gute und Edle der Menschennatur so geflifientlich ignoriert und nur das Gemeine zum Objekt der Dichtung erhoben wird, da würde Toleranz desKunst- richterS zur bedenklichen Schwäche werden — besser, man redet deutsch mit solchen Kommunisten des Schrifttums, die das Chaos zurückrufen und jeden Altar umstürzen. Wenn Zola die Tendenz, die Gesellschaft befiern zu wollen betont, io klingt das wie Hohn, denn wie soll man an die Wahrheit dieses Strebens glauben, wenn der Herr Refor­mator selbst nickt an die Besserungsfähigkeit glaubt und selbst in Unmass- an die niedrigsten Gelüste der Lesermenge Konzessionen macht — um glänzende Geschäfte zu machen.

Die Litteratur Italiens konnte in so engen Grenzen freilich nicht eingehend behandelt werden, deshalb beschränkte sich der Verfasser auf die hervorragenden Erscheinungen der Vergangenheit und Gegenwart: z. B. Dante, Petrarca, Ariosi, Tafio, Goldoni, FoScolo, Pellico, Lcopardi u. A., ließ aber auch einigen Talenten, die nur zeitweilige Be­

den meistens mit der Hand oder durch Pferde in Thätig­keit gesetzt, in letzter Zeit beginnt man damit, dieselben und die Knetmaschinen durch Motoren mit erwärmter Luft treiben zu lasten. In Hillscheid stehen schon 3 solcher Motoren, die sich sehr gut bewähren. Ein solcher Motor arbeitet in 10 Stunden so viel als ein Pferd in 4 Tagen und der Verbrauch der dazu verwendeten Coaks beziffert sich auf 1 M. Nach Aussage eines Besitzers trägt sich ein Motor in 10 Jahren (der Preis desselben 4000 Mark gerechnet), Reparaturkosten, Abnützung rc. mitgerechnet, frei. Im Laufe der nächsten Jahre werden noch mehrere derselben Verwendung hier finden. Mit Dampf wird nur die Rohrfabrik des Herrn Jakob Thewalt in Höhr be­trieben, alle andern Besitzer lassen ihre Fabriken durch Pferde (sogenannte Pferdegöpel) bedienen. — Nicht aller Thon, ca. 120 Wagen per Tag, der in unserem Kannen- bäckeilande (bei Vallendar, Höhr, Grenzhausen, Baumbach, Ransbach, Hilgert, Mogendorf, Siershahn, besonders Ebernhahn) gegraben wird, wird hier verwendet, sondern fast ebensoviel geht per Achse nach Vallendar, um von da in alle Weltteile- (Holland, England, Amerika rc.) per Bahn oder Schiff versandt zu werden. In der neuesten Zeit beginnt man, denselben, bevor er in den Handel kommt, zu schlemmen und ihn von unreinen Teilen, na­mentlich Sand, zu befreien. Um die Thon-Industrie zu heben, wurde vor 21/» Jaheen in den Orten Höhr-Grenz­hausen eine keramische Fachschule gegründet, die einzige ihrer Art in Deutschland, die nicht bloß von Schülern aus hiesiger Gegend, sondern auch aus bitt übrigen Teilen Deutschlands besucht wird und von 1 Russen besucht wurde. Seit Ostern d. I. erhalten auch Mäschen, die in solchen Stcinzcugfabrikeu arbeiten, an 2 Tagen Unterricht im Zeichnen und Malen, um das Gelernte ebenfalls daselbst zu verwerten. Wenn erst die Schüler der keramischen Schule inö Geschäftsleben eintreten, wird die Thonindustrie sich immer mehr zu größerer Blüte entfalten.

Nürnberg, 30. Juni. Zum hier tagenden Deutschen Aerztetag sind 84 Delegierte anwesend. Sanitätsrat Graf- Elberfeld ward zum Vorsitzenden, Heinze-Leipzig zum Schrift­führer gewählt. Der Ausschuß legt einen an den Reichs­tag zu richtenden Entwurf einer Acrzte-Ordnung vor, in welchem er ausspricht, daß eine Abänderung der Gewerbe­ordnung im Sinne dieser Eingabe nur unter Schaffung einer deutschen Aerzte- Ordnung thunlich sei. Die Grund­züge der Ordnung sind: 1) Ucber die Prüfungsordnung stets die StandeSvertretungen zu hören; 2) die Approbation nur im Wege der Strafgesetzgebung zu entziehen; 3) daß der Doktortitcl nur nach erlangter Approbation verleihbar und 4) der Doktortitel außerdcutscher Universitäten nur mit Genehmigung der betreffenden Regierungen statthaft sei; daß ferner 5) Freizügigkeit und Freiwilligkeit der Hilfe­leistung und freie Vereinigung des Honorars festzuhalten sei; daß 6) starkwirkende Arzneistoffe und Operationen nur approbierten Aerzten gestattet werden; daß 7) ein standes- gemäßes Verhalten durch Regeln geordnet und 8) die Ver­pflichtung der Anzeige ansteckender Krankheiten verlangt werde; 9) wird die Verpflichtung von der Eintragung der Todesursache in Totenscheinen erstrebt und 10) Bestimmun­gen über StandeSvertretungen. — Der Entwurf der Aerztc- Ordnung wurde zur Hälfte angenommen. Fortsetzung morgen. Die Bestimmung, daß Aerzte ein standesgemäßes Verhalten durch vereinbarte StandeSorduungen regeln, wird mit 36 gegen 23 Stimmen angenommen. Die Bestim­mung, daß nur approbierte Aerzte starke Arzneistoffe ver­ordnen und Operationen vornehmen dürfen, fällt weg.

München, 30. Juni. Daö hiesige Magistratskollegium hat heute den Antrag, den Altkatholiken die denselben seit 1871 zur Benutzung eiugeräumte Kirche zu entziehen, mit 16 gegen 6 Stimmen angenommen.

deutung gewannen, Gerechtigkeit widerfahren und h:bt die namhaftesten Autoren der Gegenwart, z. B. de Amicis, Prati, Costa rc, nach Gebühr hervor. — Mit besonderer Liebe und Wärme ist die Glanzzeit der spanischen Dichtung, also die Periode von Cervantes, Lope de Vega und Calderon, in Iriarte, Herreros, Gil y Zarale, Larra, Zorilla, Cam­poamor und Feran Caballero mit reicherer Charakteristik bedacht. — Bei dem Abschnitt über Rumänien ist zu be­dauern, daß dieser Anhang schon int Druck erschien, bevor von den gcist- und gemütvollen Dichtungen der Königin Elisabeth (Carmen Sylva) daS Beste dem Autor bekannt werden konnte. Ist die Königin auch nur eine vom Aus­land Gekommene, so hat sie doch für die Litteratur ihres Landes mehr gethan, als der größte Teil der wirklichen Rumänen, von denen nur Einzelne nennenswert erscheinen. — Der Anfang der englischen Litteratur enthält zunächst nur daS Nötige über Osstan, Beowulf, Balladendichtung und Chroniken. DaS Heft schließt mit einer Würdigung deS berühmten Verfassers der „Canterbury tates", Geoffrey Chaucer. Was diese sechs Lieferungen noch ganz besonders anziehend macht, daS ist der Reichtum an außer­ordentlich schönen und durch den Gegenstand hochinteressanten Illustrationen. Da ist z. B. der Mencstrelkönig Adenez als Vorleser bei der Königin von Frankreich in einem Buntbilde vorgeführt, das uns von der feinen Miniatur­malerkunst des Mittelalters einen Begriff zieht, ferner sind die Dore'fchen Illustrationen zu Dantes „Göttliche Komödie" und zu Cervantes „Don Quijote" der vollsten Beachtung wert und ein Beweis dafür, daß die Verlagsbuchhandlung stets das Schönste und Interessanteste zum Schmucke des Buches auöwählt.

Ausland.

Wie«, 30. Juni. Der Kaiser verlieh dem Feldzeug- metster Frhrn. v. Dahlen und dem Feldmarschall Lieutenant Jovanovic in Anerkennung ihrer hervorragenden Verdienste bei der Pazifizierung der insurgiert gewesenen Gebiete daS Großkreuz des LeopoldordenS mit der Kriegsdekoration.

Paris, 30. Juni. Daß England Frankreich den Vor­schlag zum gemeinschaftlichen Einschreiten in Egypten ge­macht, ist gewiß; die englische Regierung glaubte nicht, daß Frankreich annchmen würde, wollte jedoch von vorn­herein grundsätzlich verhindern, daß die Franzosen die Eng­länder beschuldigen könnten, sie hätten zugegriffen, ohne Frankreich um Beteiligung anzusprechen. Bis jetzt will daS englische Kabinct Arabi nicht an der Spitze der egyp- tischen Negierung lassen, während daS französische geneigt ist, sich den Beschlüssen der Konferenz zu fügen, die sich wahrscheinlich für Arabi erklären wird. Ebenso gilt eS heute für zuverlässig, daß Gambetta sich so weit in die egyptische Angelegenheit vorwagte, weil er bestimmte Zu­sagen von Jgnatiew und Skobelew hatte und glaubte, Eng­land werde ihm in Egypten freie Hand lassen, wenn er im englischen Handelsverträge bedeutende Zugeständnisse mache. Auch Italien hat vier Panzerschiffe und einen Aviso nach Syra mit der Weisung geschickt, dort weitere Befehle abzuwarten.

Loudo«, 30. Juni. Die „Times" sagt, wenn die Pforte in Egypten unter Europa befriedigenden Bedingun­gen vorgehen wolle, so sei dies desto besser. Andernfalls würden andere Maßregeln erforderlich sein. England werde der Welt zeigen, daß es bereit sei, seine Ehre und seine Interessen zu verteidigen. Die „Times" glaubt, die Regierung sei nunmehr entschlossen, wirksame Mittel zur cndgiltigen Regelung der ägyptischen Frage anzwenden. — Am Donnerstag Nachmittag fand ein zahlreich besuchtes Meeting zur Besprechung der egyptischen Frage statt. Viele konservative Pairs und Deputierte wohnten demselben bei. Lord Salisbury griff auf das heftigste das Vorgehen der Regierung an, welche die wesentlichsten Interessen Englands den auswärtigen Mächten unterordne, England habe sich verpflichtet, den Khcdive zu stützen und Arabi Pascha zu entfernen. Wenn England diese Verpflichtung nicht erfülle, so würde cs seine Autorität im Orient, na­mentlich in Indien, verlieren. Die Bevölkerung müsse daher ihren Einfluß auf daS Ministerium ausüben, um ein solches Resultat zu verhindern. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, welche die Regierung auffordert, keiner Lösung zuzustimmen, welche mit den nationalen Jn- teresten unverträglich sei.

Konstaultuopel, 30. Juni. Die „Corresp. Havaö" meldet: Die Konferenz soll gestern den Vorschlag Eng­lands betreffs der bewaffneten Intervention durch die Pforte geprüft haben und dabei der Ansicht gewesen sein, daß eine solche Intervention an Bedingungen zu knüpfen sei, welche verhindern, daß die Intervention keinesfalls in eine Okkupation Egyptens ausarte und so die Stellung des Landes irgendwie ändern könne.

Hessen-Rasta«.

Marburg, 30. Juni. (Strafkammer.) Zuerst wurde eine Privalklage von wenig Jnterefie verhandelt, sodann trat der Gerichtshof in die Verhandlung der Strafsachen ein und zwar in folgenden Fällen: 1) Angekiagt ist Otto Nicvergelder aus Rotterdam, der zu der Bande gehört, die den GutSpächtcr Zimmermann in Holzhausen im Walde anhielt, und der deswegen mit einem seiner Compliccn zu je 3 Wochen Haft verurteilt worden ist; außerdem war der Complice nach Breitenau kommandiert, Nievcrgelder aber nicht, weßhalb die Staatsanwaltschaft Beschwerde er­hob, mittlerweile ist dieser aber, trotzdem er im Gefängnisse zum heutigen Termin geladen, auö dem Gefängnis auöge- brochcn und stellt sich auch heute nicht. Die Staatsanwalt­schaft beantragt die Verurteilung desselben zu Breitenau bezw. Ueberweisung an die Landespolizeibehörde, welchem Anträge der Gerichtshof auch stattgiebt. — 2) Franz Stahl, Ackermann von Allcndorf bei Neustadt, ist wegen ruhe- störenden Lärms in Gemeinschaft mit Anderen vom Schöffen­gericht zu 10 Tagen Haft verurteilt worden, während die Anderen freigesprochen wurden. Stahl, ein notorisch skan- dalsüchtiger Mensch, will natürlich heute auch freigcsprochen sein, obgleich er schon 17mal wegen aller möglicher Ver­gehen bestraft ist, hat aber keinen Erfolg, denn der Ge­richtshof verwirft seine Berufung, nachdem er einen wei­teren BewciSantrag desselben abgelehnt. — 3) Heinrich Pohl III., von Sachsenhausen, hat einen Handel mit Ge­flügel u. s. w. ohne Gewerbeschein etabliert und ist von König!. Regierung deshalb mit 10 M. Strafe bedroht worden; da er diese nun freiwillig nicht bezahlte, trat daS gerichtliche Verfahren ein und bekam Pohl statt 10 M. 24 M. Strafe. Die Ausflüchte desselben, die verkauften Hühner rc. seien aus seiner eigenen Wirtschaft, verdienen jedoch keinen Glauben und wird auf Antrag der Staats­anwaltschaft die Berufung des Pohl verworfen. — 4) Als letzter Angeklagter tritt der vom vorletzten Schwurgericht her wohlbekannte Müller Gnau aus der Ottermühle bei Neu­stadt, der damals wegen Verleitung zum Meineid mit 3 Jahren Zuchthaus bestraft wurde ein, und zwar hat der­selbe gegen ein ihn wegen Körperverletzung des Carl Gies zu 4 Monaten Gefängnis verurteilendes Erkenntnis Be­rufung eingelegt, die von der Strafkammer schon einmal am 25. November 1881 verhandelt wurde. In dieser Sitzung wurden die Engelbert und der Schultheiß ver-