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derjenigen Nepomucks bereitete.
(Fortsetzung folgt.)
Landwirtschaft dringens htnzuwirken, hoffen wir, daß es der einsichtsvollen Leitung deS Reichs gelingen wird, für die Beförderung der Güter nach Italien möglichst niedrige Ansätze zu erwirken, damit unserer Ausfuhr diejenigen Vorteile gesichert werden, auf welche Deutschland durch seine Beiträge zu dem denkwürdigen Unternehmen sich ein unzweifelhaftes Recht erworben hat. — Nach dem „Montagsblatt" sei die friedliche Wendung der egyptischen KrisiS einem Schachzuge Bismarcks, gegen Gambetta geplant, zu- zuschreibcn. Der Reichskanzler, um seine Intervention angegangen, habe eingegriffen und die Kluft zwischen den Westmächten und der Pforte überbrückt.
Leipzig, 26. Mai. Der erste öffentliche Kongreß für Handfertigkeit und Hausfleiß findet am' 3. Juni Hierselbst statt. Bekanntlich hat sich im vorigen Jahre gelegentlich einer Berliner Konferenz von Freunden der Handfertigkeit ein deutsches Zentralkomitee gebildet, das nunmehr die Einladung erlassen hat. Dasselbe wählte Leipzig zum Kongreßort, weil die königlich sächsischen Ministerien des Kultus und des Innern dieser Bewegung neuerdings ein sehr lebhaftes und zugleich thätigeS Interesse zuwenden; unter Anderm haben dieselben zur Unterstützung eines am 16. Juli zu Dresden unter der Leitung deS bekannten dänischen Rittmeisters v. Clausen-KaaS beginnenden Lehrer- Unterrichtskursus 3000 M. bewilligt, und den teilnehmenden Lehrern sowohl Urlaub als auch besondere Geldunter- stützung zugesagt. Die Beteiligung an diesem Kursus scheint eine sehr zahlreiche zu werden. Ueberhaupt gewinnt die Bewegung in Sachsen erfreulichen Boden und erfreut sich der thätigen Unterstützung mehrfacher gemeinnütziger Vereine. Mit dem Kongreß wird eine Ausstellung charakteristischer Arbeitsstücke verbunden. Auch das preußische Kultusministerium steht der Angelegenheit mit wohlwollender Teilnahme gegenüber.
München, 27. Mai. In dem am Landgericht München I. verhandelten Sozialistenprozeß gegen 18 Angeklagte wegen Vergehens wider die öffentliche Ordnung durch das Angehören an geheime Klubs und Gesellschaften, deren Tendenz auf den Umsturz der bestehenden Ordnung hinauS- läust, bekennen sich alle Angeklagte, von denen mehrere aus Berlin, Leipzig und Hamburg ausgewiesen sind, ausnahmslos als Anhänger der sozialdemokratischen Partei, bestreiten aber einen Klub oder einer Gesellschaft Gleichgesinnter anzugchören. Der Staatsanwalt beantragt gegen 5 Angeklagte je 5 Monate, gegen die übrigen je 4 Monate Gefängnis. Das Urteil und die Urteilspublikation erfolgen am 2. Juni.
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Gisela.
Novelle von A. H o r st.
(Fortsetzung)
Das Wort Versöhnung hatte Leben in die regungslos dastehende Gisela gebracht und mit der von .dem tief em- psundensten Schmerz so sympathisch gewordenen Stimme, die gleichzeitig von einer großen inneren Entschlossenheit zeugte, antwortete Gisela, indem sie ihr Haupt sattelte:
„Versöhnung! — dies einzige Wort klingt so schön und scheint dazu angelhan zu sein, allen Kummer dieser Welt und auch den meinigen zu vertilgen; doch wie )oU zwischen mir und dem mit mir vermählten Baron von Swobada eine Versöhnung bereitet werden? Ich werde von dieser Seite gehaßt und verachtet, ja ich wurde sogar tief gekränkt und beleidigt von dem, der mein Gemahl, mein Beschützer sein sollte und zwar am Tage unserer Hoch- zeit. Auch in meinem Herzen lebt ein Ehrgefühl und nicht nur in dem des BaronS, auch ich muß ihn verachten und bei solchen gegenseitigen Gefühlen ist eine wahre Versihung unmöglich und eine solche nur vor den Augen der Welt verabscheue ich aus vollstem Herzm. Ich beklage mein Unglück und ertrage es, ich beklage auch den Willen meines Vaters, als er diese Vermählung wünschte, aber anklagen werde ich ihn deshalb doch niemals, denn er ist und bleibt für mich mein Vater mit seinen Tugenden und Schwächen, aber zweierlei verlange ich von meinem Vater: erstens eine Rechtfertigung von dem Verdachte, daß mir der Baron als Gemahl erkauft und erzwungen worden wäre und zweitens bie Trennung der zur gänzlichen Unmöglichkeit gewordenen Ghe zwischen mir und dem Baron."
Durch diese entschlossenen Worte Giselas war Seyfried to einen unendlichen Kontrast gebracht worden. Im Innern jauchzte er den Entschlüffen Giselas Beifall zu; doch wie konnte er entgegen dem Willen Nepomucks und entgegen
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„Wie, Herr Seyfried, Sie wollen uns in dieser traurigen Lage verlassen? Mein Vater bedarf Ihrer gewiß jetzt mehr denn je, ich bitte Sie, bleiben Sie bei ihm. Ich habe auch noch eine andere Hoffnung, Sie werden gewiß den Vater zu besänftigen suchen, wenn sich sein Zorn gegen mich wenden sollte."
„Nun, wenn Sie es wünschen, gnädige Baroneß," entgegnete Seyfried stürmisch, „so werde ich im Hause Ihres Vaters bleiben, ich bin es dann doch meinen freundschaft- lichen Gefühlen für die Familie Nepomuck fchuldig. Nochmals leben Sie wohl! Ihr Herr Vater erwartet meine schleunige Rückkunft."
„Adieu, Herr Seyfried," rief Gisela mit einem fröhlichen Anflug dem Davoneilenden nach. „Grüßen Sie den Vater und vertreten Sie Meine Sache — nach besten Kräften!"
ES ist eine sattsam gemachte Erfahrung im menschlichen Leben, daß das Herz eines Menschen, der nicht gerade den gewöhnlichen Kreaturen anzugehörcn braucht, für Rache oder doch wenigstens für herbe Entgeltung außerordentlich empfänglich gemacht wird, wenn er sich zurück- gestoßen und hintenangesetzt sühlt, denn wenn ein hartes Wort, eine Aeußerung der Verachtung oder eine handgreifliche Thal wohl auch die Zornesader anschwellcn läßt, so haben derartige Beleidigungen doch bei weitem nickt die tief kränkende, durchdachte Wirkung einer Hintenansetzung, die den Betreffenden auf eine Stufe hinabschleudert, wo eS ihm nur vergönnt sein soll, als Minderwertiger demütig nach dem über ihn Stehenden, sür ihn Unerreichbaren zu schauen. Ein derartiger geistiger und seelischer Prozeß war es, welcher das kaum gefügte Band der Ehe zwischen dem Baron Curt und seiner Gemahlin Gisela zerriß und in der Folge eine Kluft zwischen der Familie Swoboda und
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Deutsches Reich.
Berlin, 27. Mai. Nach der Frühjahrs - Parade der Potsdamer Garnison fand heute im Marmor - Saale deS Potsdamer Stadtschlosses die feierliche Nagelung der Fahnen für die 1881 errichteten 9 Infanterie - Regimenter, das Kifenbahnregiment, sowie die Pionierbataillone Nr. 15 und 16 durch den Kaiser, die Prinzen und Prinzessinnen deS König!. Hauses und die übrigen dazu befohlenen Personen, sowie die Kommandeure, Offiziere und Unteroffiziere der betreffenden Truppen statt. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verordnung, betreffend die Einsetzung einer Königlichen Direktion für die Anhalter Bahn, einschließlich der Strecke Kohlfurt-Falkenberg zum 1. Juli mit dem Sitze in Berlin. — Die „Kreuzz." erwähnt, daß davon die Rede ist, daß Geh. Rat Bonitz (als Nachfolger Göpperts) vielleicht vom Gymnastalwesen zum Universttätswesen übergeht — Die neuliche Mitteilung des „D. Tagebl.", daß Professor Dr. Weiß jetzt die Stelle des verstorbenen Geh. Rat Göppert in Universitätsangelegenheiten vertrete, soll nicht richtig sein. Weiß habe bloß die evangelische Fakultät im Referat, und zwar seitdem Göppert im Amte war, welcher die evangelischen Fakultäts - Angelegenheiten nicht gern verwalten mochte. — Die unter dem Protektorat des Prinzen Karl von Preußen stehende Sport - Ausstellung ist heute Vormittag im festlich dekorierten Wintergarten des ZentralhotelS ohne jede Feierlichkeit eröffnet worden. Der geschmackvoll auSgestattete Katalog weist in 6 verschie- denen Abteilungen 227 Aussteller auf, welche die Ausstellung mit Gebrauchsmitteln sür die verschiedenen Arten des Sports beschickt haben. Die 6 Abteilungen umfaffen- den Gegenstände für Jagd-, Schieß-, Pferde- und Wassersport, dann sür Turnerei, Fechten, Velociped, Croquet, eine Abteilung sür neue Erfindungen im Sport und Militär- we en und dann für Luxus, Kunst und Komfort. Im auSgeräumten Orchester find als Hauptgegenstand der Ausstellung viele Prämien und Ehrenpreise plaziert, die von
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u Go. in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; G. Schlotte in Bremen-
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sjir dm Monat Juni nehmen alle Postanstalten
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entgegen. - In hiesiger Stadt sind geneigte Bestellungen bei der Unterzeichneten zu machen.
Die Expedition der Oberhess. Ztg.
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Privaten und Gestüten bei Wettrennen, Regattas u. s. w. gewonnen sind. — Die Einnahmen der Post- und Telegraphen - Verwaltung des Reichs haben für die Zeit vom Beginn des Etatsjahres bis zum Schluß des Monats April 1882 11592365 M. betragen (326919 M. mehr als in demselben Zeitraum des Vorjahres), die der Reichs- Eisenbahnverwaltung 3401700 M. (+ 100486 M.); die Verwaltung des „Reichs- und Staats - Anzeigers" hat in dem Etatsjahr 1881/82 einen Nettoüberschuß von 134232 M. 86 Pf. ergeben. Von diesem Betrage erhält die deutsche Reichskasse ein Drittel mit M. 44744,29 während zwei Drittel, also M- 89488,57, der preußischen Staatskasse zufließen. — Der Fürstbischof von Breslau, Herzog, begiebt sich Mitte der nächsten Woche nach Wien, da der Kaiser von Oesterreich ihn in der Pfingstwoche empfangen will. — Eine Petition süddeutscher Landwirte betreffend die durch die Eröffnung der Gotthardtbahn notwendig gewordenen Zollerhöhungen ist an den Reichstag gelangt. In dieser Petition heißt eS u. a.: „Wir haben die landwirtschastlichen Zölle mit Freude begrüßt und einen ferneren Fortschritt in den Verfügungen erblickt, welche der Herr Eisenbahnminister für Preußen in der Erhöhung der Eisenbahntarife für Getreideeinfuhr jüngst erlassen hat. Ohne Zweifel werde Se. Exzellenz auch deren mächtigen Einfluß darauf verwenden, daß durch möglichst hohe Frachttarife die Zufuhr von Landesprodukten aus der Gotthardtlinie ebenso zum Schutze der süddeutschen Landwirte verhindert werde, wie dies durch die norddeutschen Brüder geschehen ist. Allein wir verkennen nicht, daß die leider noch nicht ausgeführte Erwerbung sämtlicher Eisenbahnen durch daö Reich den Absichten Sr. Exzellenz des königlich preußischen Ministers Schranken setzt. Dagegen steht nichts im Wege, daß der Reichstag im Verein mit den hohen verbündeten Regierungen durch erhöhte Zölle diejenigen wahrhaft wirtschaftlichen und nationalen Wirkungen herbeiführe, welche eine wohlverstandene Eisenbahnpolitik durch hohe Frachten nur mittelbar zu erzielen im stände ist. Wir wollen heute nicht die Frage aufwerfen, obwohl auch heute noch die Gotthardtbahn vom Deutschen Reich ebenso befördert und unterstützt werden würde, wie cö lange vor Beginn unserer Wirtschastsreform in den Jahren 1869 bis 1876 durch die Staatsmänner und Volksvertreter mittelst der Subvention geschehen ist, zu einer Zeit, als noch die unselige Verblendung des laisser aller die überwiegenden Nachteile maßloser Verkehrserleichterungen zu übersehen antrieb. Indem wir den hohen Reichstag ehr- erbietig ersuchen, auf eine der durch die Gotthardtbahn drohenden Ermäßigung der Transportkosten wenigstens gleichwertige Erhöhung deS Zolltarifs für die Produkte der
seinem Versprechen, ja überhaupt mit einem Rechtsgrunde, Giselas Entschlüsse unterstützen? Dann hatten auch die Worte Giselas, daß sie von dem Verdachte, daß ihr der Baron erkauft und erzwungen sei, gereinigt sein wolle, in seinem Geiste andere Betrachtungen erweckt und er wußte zunächst gar nicht, waS er Gisela antworten sollte. Endlich begann er:
„Ich verstehe vollständig die Empfindungen und die Wünsche Ihres HerzenS, gnädige Baroneß. Eine Ehescheidung ist aber stets ein furchtbarer Familienskandal und Ihr Vater wird sich dem widersetzen, wird überhaupt alles thun, um nicht auf diese Weife in der Leute Mund zu kommen und Ihr Vater hat einen starken Willen, er wird den Sinn deS stolzen BaronS zu beugen verstehen und —"
„Hören Sie aus mit diesen Erörterungen, bester Herr Seyfried," unterbrach ihn Gisela. „Meine Entschlüsse stehen unerschütterlich fest und wenn es sein muß, so widersetze ich mich auch dem Willen me neS Vaters," setzte sie mit bebender Stimme hinzu und auf ihren bleichen Wangen rollten zwei große Thränen hinab. —
„Meine Mission ist nun zu Ende, verehrte Baroneß, entgegnete Seyfried mit bebender Stimme. „ES werden nun trübe Tage über das Haus Nepomuck, wo so lange das Glück weilte, kommen. Gute Seelen, die mich mit Wohlthaten überhäuften, soll ich hinfort in Kampf und Zwiespalt sehen, ohne helfen, ohne raten zu können, fondern nur dazu da zu sein, die betreffenden Personen zu achten und zu lieben. Das ertrage ich nicht Monate und Jahre hindurch I — Leben Sie wohl, gnädige Baroneß, leben Sie wohl 1 — Der Himmel mag noch alles zum Besten für Sie wenden."
Seyfried hatte sich bei diesen Worten zum Gehen gewandt, aber Gisela flog in demselben Moment aus ihn zu, erfaßte leidenschaftlich seine Hand und rief in sehr erregtem Tone:
- außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllnstrirtes EonntagSblatt" durch die Erp-dition (K o ch'sche
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® $ Für in ber Expedition zu ertheilenbe Auskunft unb Annahme von Adressen werben 25 Pfg. berechnet.