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«meinen nimmt entgegen: bie Sjpebition b. Blattes, r ptoie b.2Innoncen-®ureaux p Th. Dietrich u. Co. in »affel und Hannover; Th. Dietrich in Franlsurta.M.; s,aasenstein u. Vogler in sranlsnrt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf zstofse in Berlin, Frank- furt a. M. rc.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube u. Co- in Frankfurt a. M.; JSgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jllustrirte« SouutagSblatt" durch die Expedition (K o ch'fche Buchdruckerei) bezogen 2'/» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) — Jnserlionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.
Deutsches Reich.
Berlin, 14. April. Nach dem von der Agrarkom- nttffton des Abgeordnetenhauses erstatteten Bericht über die Vorlage, betreffend die Erhebung einer Hundesteuer, wurden von den Ncgierungökommissaricn der Ministerien dcS Innern und der Landwirtschaft folgende Erklärung abgegeben: Durch die Gesetzesvorlage habe man die Absicht gehabt, eine Verminderung der Hunde herbeizuführen, um daS Publikum vor den Gefahren und Belästigungen zu schützen, welche auS der übermäßigen Zahl der Hunde erfahrungsmäßig hervorgehen; unter diesen Gefahren stehe obenan die Verbreitung der Tollwut. Nicht nur als die hauptsächlichsten Verbreiter der Tollwut unter Menschen und Haustieren seien die schlecht gehaltenen Hunde gefährlich, sondern dieselben schädigten vielfach auch durch Verschleppung deS Kcn- tagiumS von Viehseuchen (Bandwurm, Räude, Schaspocken) und durch Zerstörung des WildstandcS wirtschaftliche Interessen und belästigten den Verkehr des Publikums auf Straßen und an öffentlichen Orten oft in erheblichem Um- fange. Der Entwurf charakterisiere sich daher in erster Linie als eine sicherheitspolizeiliche Maßnahme: die steuerliche Seite desselben erscheine nur als das Mittel zur Erreichung des polizeilichen Zweckes. Nach den besonders in Bayern und Baden gemachten Erfahrungen bewirke die Einführung einer nicht zu niedrigen obligatorischen Hundesteuer alsbald eine wesentliche Verminderung der Hundezahl und in gleichem Verhältnisse eine Abnahme der Tollwutfälle bei Menschen und Tieren. Entsprechend diesen Erfahrungen wolle der Entwurf eine obligatorische Besteuerung aller Hunde einsühren und die Freilassung irgend welcher Kategorien von Hunden vollständig ausschließen. — Die „Deutsche volkswirtsch. Korrcsp." führt unter der Ueber- schrist: „Wie der Freihändler sich zu Deutschland und wie er sich zum Ausland stellt" folgendes au«: Schon mehrmals haben wir in diesem Blatte auf die merkwürdige Erscheinung hingewicsen, daß die srtihändlerischen Blätter alle Repressalien auswärtiger Negierungen gegenüber der jetzigen deutschen Zollpolitik ganz in der Ordnung und durch die Verhältnisse geboten finden, während sie über die deutsche Zollpolitik, die sich doch zum weit überwiegenden Teile ohne allen Zwang als ein System von Repressalien gegenüber dem Auslande (sei eS gegen die offizielle Zollpolitik oder gegen die handelspolitische Praxis anderer Staaten) da-, stellen läßt, nicht Geschrei genug machen können. Hiernach dürfte die Schlußfolgerung berechtigt sein, daß nach der Meinung dieser Herren zwar andere Völker daö Recht haben, neben dem WelthandclSinteresse auch ihr Spezialintercssc wahrzunehm.n, da« deutsche Volk aber allein dieses Recht nicht hat; der Deutsche allein soll hiernach wohl die Pflicht auf sich nehmen, den Don Quixote des freien Weltverkehrs zu machen. Aber noch viel sonderbarere Beobachtungen treten uns entgegen, wenn wir die
betreffenden Blätter genau studieren; wir finden dann nämlich zu unserem Erstaunen, daß andere Völker auch alle diejenigen wirtschaftspolitischen Ziele, welche gegenwärtig in Deutschland verfolgt werden, ohne Widerspruch und selbst unter stillschweigender Gutheißung unserer Freihändler verfolgen dürfen, und nur in Deutschland werden diese Dinge in Acht und Bann gethan l DaS Bremer Handelsblatt, also wohl da« ausgesprochenste und zielbewußteste Organ de« Manchestertums, welche« wir überhaupt haben, bringt in einer seiner Februarnummern eine Korrespondenz au« der Schweiz, und zwar ohne Vorbehalt. Diese Korrespondenz betont zunächst die Notwendigkeit „wirtschaftlicher Fortschritte" in einem Sinne, welcher e« unzweifelhaft macht, daß in erster Linie wirtschaftliche Maßregeln de« Staate« gemeint sind; e« wird sogar ausdrücklich betont, „das zollpolitische Element werde von der auf diese Fortschritte gerichteten Bewegung mehr wie geraten in den Vordergrund gestellt". ES scheint hiernach doch, al« ob auch der Verfasser gegen diese« „zollpolitische Element" an sich nicht viel einzuwenden habe; eS geht ihm nur ein wenig zu weit. Weiterhin spricht er sich für Regelung de« Aus- wanderung«wesen« und für Jnhandnahme der Kolonisation au« und tadelt e«, daß Dr. Jens zu Schaffhausen (der bekannte vieljährige Vertreter staatlicher Jnhandnahme der Auswanderung und Kolonisation) seither so hartnäckig totgeschwiegen worden sei. Hiernach kommt die Verstaatlichung der Eisenbahnen an die Reihe, und auch sie ist offenbar der lebhaftesten Sympathie de« Verfasser« sicher. Und endlich — last not least — finden wir gar da« staatliche Banknotenmonopol in einer Weise erwähnt, die e« zwar nicht zweifellos läßt, ob der Verfasser für dasselbe ist, jedenfalls aber e« wahrscheinlich macht, daß er diesen Gedanken für einen berechtigten und sehr wohl disputablen krachtet. Nicht wahr, ein hübsche« Sträußchen wirtschast«- und sozialpolitischer Reformbestrebungen? Freilich nicht für Deutschland, sondern — für die Schweiz! — Wie man weiß, so existiert für unsere Gegner ein wohlmeinender, überzeugter Schutzzöllner gar nicht; alle diese Leute sind nach ihnen nur elende Selbstsüchtlinge oder urteilsunfähige Dummköpfe. Wenn wir nun mit gleichem Maße messen wollen — wären wir dann nicht befugt, zu sagen, daß der Freihandel zwar die Berechtigung der heute im Vordergründe stehenden re'ormatorischen Ideen prinzipiell anerkennt, sich ihnen aber gleichwohl in Deutschland au« Parteiwut oder au« Eigensucht widersetzt? — Ueber xden Aufenthalt de« Geheimrat« Hübler in Rom schreibt die „Kreuzzeitung": „Ob Herr v. Schlözer vielleicht den Rat tr« Herrn vr. Hübler, welcher allerdings umfaffende Kenntnisse und Erfahrungen in den betreffenden Angelegenheiten besitzt, bei 'einem Aufenthalt in Rom in Anspruch nimmt, wiffen wir nicht. Von einer Mission desselben ist aber nicht die Rede."
— Ein in Bromberg erscheinendes Blatt, die „Ostdeutsche Presse", bleibt mit Hartnäckigkeit bei seiner schon mehrfach nachdrücklich zurückgewiesencn Behauptung stehen, es werde gegenwärtig ein Gesetz ausgearbeitet, welches die Besoldung der Elementarlehrer aus Staatsmitteln regele. Das Blatt fügt sogar seiner ursprünglichen Mitteilung (s. Artikel „Berlin" in gestriger Nr. Die Red.) jetzt noch angebliche „Details" hinzu, wonach sich der Kultusminister Goßlcr für die Idee, „deren Anregung von dem früheren Chef der Reichskanzlei ausgegangen" sei, lebhaft interessieren soll. Wie „aus wohlinformierter Quelle" mitgeteilt werde, wären nach dem in der Ausarbeitung begriffenen Entwürfe „zur Ausführung der Reform 17—18 Millionen Mark erforderlich." Ganz abgesehen davon, daß der „frühere Chef der Reichskanzlei" Herr Tiedemann, der jetzt der Regierung zu Bromberg Vorsicht, wohl schwerlich jemals mit der Ausarbeitung derartiger Gesetzentwürfe beschäftigt gewesen ist, muß die ganz: Notiz und insbesondere die angeführte Ziffer den dringendsten Verdacht erwecken, daß cs sich hier lediglich um eine Kombination auf gründ der Motive zum Verwendungsgesetze handelt. Nach den dort angezogenen statistischen Erhebungen über das Volksschulwesen betrugen nämlich im Jahre 1878 die Aufwendungen für das Stelleneinkommen der Lehrer und Lehrerinnen im Staate 59 233 682 Mark. Werden davon die einzelnen Einkünfte des vorhandenen SchulvermögcnS in Abrechnung gebracht mit 7528 767 Mark, so waren doch 51704915 Mark aufzubringen. Davon wurden nurch Schulgeld aufgebracht 10526841 Mark. Zieht man von dem verbleibenden Reste noch die Staatsbeihilfen für die Lehrerbesoldungen ab, so beziffern sich im ganzen Staate die von den Gemeinden bezw. Schulst cietäten aufzubringenden Schulbeiträge für die Lehrerbesoldungen im ganzen Staate auf 33581622 Mark und zwar auf 17852822 Mark in den Städten und 15728840 Mark auf dem Lande. Jene 17—18 Millionen für die „städtischen" Lehrer haben nun den Anlaß zu der Konjectur geboten, der Staat wolle zunächst diese Last den Gemeinden abnehmen und selbst dafür einstehen. Das will er aber gerade nicht, er will vielmehr an erster Stelle den Gemeinden so viel überweisen, daß sie das Schulgeld aufheben können. Mit bezug hierauf heißt es wörtlich in den gedachten Motiven: „Die Aufbringuug der Lehrerbesoldung oder auch nur eines Teils derselben bei Volksschulen durch Schulgeld stellt sich als eine Einrichtung dar, welche, ab- gesehen davon, daß sie der Verheißung der unentgeltlichen Erteilung des Unterrichts in der Volksschule (Art. 25 der Verfassungskunde) nicht entspricht, als ein Mißstand zu kennzeichnen ist, vollends wenn, wie noch in weiterem Umfange der Fall ist, das Schulgeld nicht zur Schulkasse fließt, sondern als persönliches Dienstemolument der Lehrer, häufig als ein seiner Natur nach steigendes und fallendes,
Unter falschem Name«.
Von Ellen Lucia.
(Fortsetzung)
„Mama! Um alles in der Welt laß den Professor dergleichen Bedenken nicht hören! Er scheint mit aufrichtiger Verehrung an Eva zu hängen!"
Frau von Fürstenau schweigt betroffen.
„So sollte er wenigstens besser über ihre Gesundheit wachen" sagt sie nach längerem Schweigen.
„Auch die frischeste Kraft verzehrt sich vor der Zeit bei allzu schnellem Verbrauch; je kräftiger ein junger Baum, je schneller mag der Sturm ihn fassen."
Annchen schweigt; sie wünscht von Herzen, daß dem Leben der Freundin weniger Stürme beschieden sein, al« dem eigenen.
„Wie schon Dörthe bemerkt, ist ihr Fräulein Anning in letzter Zeit besonders ernst und schweigsam geworden. Sie findet eS schwerer, ihr neue« beglückende« Geheimni« vor der eigenen Mutter zu hüten, al« alle früheren.
AlS Dörthe, ihren lieben überseeischen Brief in der Hand, an deS Lieutenants von Zollern Thüre geschellt, hat — höchst überflüssiger Weise, wie die gute Alte meint, — Fräulein Eckard ihr begegnen müssen.
Eva's unwillkürliches Stehenbleiben, ihr Erröten und fragender Blick haben selbst in der harmlosen Alten die Empfindung geweckt, daß au« ihrem eigenmächtigen Thun ihrem lieben Fräulein Anning Mißdeutungen erwachsen könnten, und Fräulein Eva sie gar In vertraulicher Korrespondenz mit dem Junker glauben mag. Nun Fräulein Eva will sie gelegentlich die Sache schon auseinander
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setzen; aber der Arthur —? Warum der immer nur kein Ende macht? Daß er ihrem Fräulein Anning gut ist, daö liegt doch aus der Hand; also nur einmal geschickt auf den Busch klopfen!
„Mit der Liebe und dem Glücke, sagt sie, aus den Brief deutend, als Herr von Zollern ihr denselben zurück- gegeben, „daS ist doch auch solche Sache!"
Zollern schaut sie an, al« ob er sie nicht verstände. „Warum, Dörthe," sagt er dann, „daß Fräulein von Fürstenau so recht von Herzen glücklich werde, ist doch unser aller Wunsch!"
„So ist er das?" brummt Dörthe. „Das Glück hat aber nicht Zeit zu warten 1" kalkuliert sie im Fortgehen. So soll er's doch machen; wenn er'« nicht kann, wer solls denn? Aber das ist nun wieder so die Art der gebildeten Lent'; daS parliert und probiert an einander herum, bis vor lauter Parlieren und Probieren nichts heraus kommt."
Eie ist gar hastig und unlustig auf dem langen Heimwege und mancher Begegnende mag eS an der energischen Weise verspüren, wie er von ihr auS dem Wege geschoben wird.
Sie wünscht nur, sie könne also alle« auS dem Wege räumen, wa« dem Glücke ihre« lieben Fräulein Anning hemmend in den Weg treten möchte.
Auch Herrn von Zollern hat der Brief und Dörthen« Frage zu schnellen Entschlüssen gedrängt. Er hat noch am gleichen Abende mit dem Vater eine längere und eingehende Unterredung gehabt.
„Ich sühle wohl, mein Sohn", sagte der alte Herr im Verlaus derselben, „daß die Mama eine andere Wahl lieber sehen möchte; mir inde« könntest Du keine liebere Schwiegertochter juführen. — Der alte Groll? — Du willst den
Grund wissen? Nun, alt genug bist Du dazu, und ich weiß, daß, was ich Dir sagen mag, auch im strengsten Vertrauen unter nnS bleiben wird. ES ist nicht eigentlich mein Geheimnis, es ist daS eines Toten und das sollen wir heilig halten, mein Sohn! Auch Dir würde ich nicht davon reden, wenn nicht jetzt, da Du der Fürstenauschen Familie so nahe trittst, Du besser um den Grund der Entfremdung wüßtest.
Fürstenau hatte, ehe er um Annchens Mutter warb, eine andere Liebe, ein bildschönes Mädchen, da« er in einer fernen Garnison kennen gelernt, und von dem er trotz aller Mahnungen seiner Eltern nicht lassen wollte. Etwas von dem Leichtsinn des Sohnes hat in jener Zeit wohl auch im Vater geschlummert; doch glaube ich, er hätte eher mit seiner adelstolzen Familie und seiner (Saniere gebrochen, als dem Mädchen entsagt.
Ich habe die schöne Sängerin, wie man sie nannte, nur ein einziges Mal gesehen, doch ist auch mir ihr holdseliges Wesen und ihre Schönheit unvergessen geblieben. Wer sie eigentlich war, wußten auch wir nicht; es hieß im Städtchen, sie stamme aus verarmter, aber angesehener Familie, die sie, um ihrer schönen Stimme willen, zur Bühne zu gehen, heimlich verlassen.
Dann plötzlich hieß es: Die schöne Fremde sei spurlos verschwunden; Fürstenau war in unbeschreiblicher Aufregung und forschte lange und vergeblich nach ihr. Wer und was sie zum Fortgehen bewogen, habe ich erst später erfahren; doch lassen wir das! Die schöne Fremde ist tot, und für eine Tochter, die sie hinterlassen, hat Fürstenau bis zu seinem Tode in aller Stille gesorgt.
(Fortsetzung folgt.)