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-JUarÖUtg, Sonntag, 2. April 1882 .

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meigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie s.Annoncen-dureauk L Th. Dietrich u. Co. in flaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a 1)!-, (Saafenftein u. Vogler rn 3rantfurt a. M., Berlin, Gg, Köln tc.; Rudolf ®offe in Berlin, Frank- W " fu* a. -1H. re-

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b, Blattes, sowie d.Amwncen-Bureaux von G L. Taube u. Co. in Frankfurt a. M ;Iägersche Buchhandlung daselbst; Hei mansche Buchhandlung daselbst; Invalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld' C. Schlotte in Bremen-

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Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Marburg, den 18. März 1882.

Die Gxved. d. vberh. Zeitung.

Vom Landtag.

Berlin, 31. März.

Im Herrenhause sand heute die Beratung des Etats statt. NamenS der Budgetkommisston erstattet von Ziethen-Schwerin den Generalbericht: Tie Lage habe sich gebessert, cs hätte sich aber empfohlen, den Steuer­erlaß zur Erleichierung der Kommunen zu verwenden, v. T e t t a u erklärt den Steuererlaß durch die Finanzlage für nicht motiviert. Der Finanzminister spricht seine Befriedigung über die Finanzlage aus, die die Auf­stellung deS Etats ohne Aufnahme einer Anleihe ermögliche. Die Verwaltung würde keinen Schwierigkeiten begegnen, falls einige gute Ernten erfolgten. Der Steuererlaß fei durch daö Vcrwendungsgcsetz bedingt. Camphausen erklärt sich gegen den Steuererlaß und vermißt die Berück­sichtigung der alten StaatSbahncn bei der Ueberschußberech- nung, erkennt jedoch die geschickten Operationen des Mi­nisters Maybach an. Minister Maybach bemerkt, daß den Einnahme-Ausfällen bei den Bahnen die eiledigten Zinsgaranticn gegcnüberstehen, waö ein PluS von über einer Million ergebe. Becker spricht gegen den Steuer­erlaß und für das SelbstbcsteuerungSrecht der Kommunen. Hierauf wird der Etat, nachdem die einzelnen Positionen durchgenommen worden sind, im ganzen definitiv nach unerheblicher Debatte angenommen und auch das Etatsgesetz genehmigt.__

In der heutigen (46.) Plenarsitzung de« Abgeord- netenhaufcs trat dasselbe in die 3. Beratung der kirchenpolitischen Vorlage ein. In der Generaldebatte er­hielt zunächst gegen dieselbe daS Wort

Abg. Di richtet. Derselbe führte aus, wie 1880 noch allenfalls die Möglichkeit vorhanden gewesen sei, daß

die diskretionären Gewalten von Nutzen sein möchten. Heute sei eS zweifellos, daß dies nicht der Fall; um so weniger könnte daher die Einbringung derselben jetzt geboten sein. Im übrigen polemisierte er gegen die gestrigen Ausführungen deS Abg. v. Rauchhaupt.

Graf zu Ltmburg-Stirum wies andererseits die Angriffe auf den sogenannten Flügel der Konservativen wegen ihrer angeblichen PreiSgebung der Rechte des Staats als unbegründet zurück. Niemand wird wohl die Maige­setze als ein Dogma ansehcn. Daö, was die vorliegenden Anträge enthalten, sei lange diskutiert und unbestritten zweckmäßig. Fraglich könne allein der Bischofsparagraph sein; dessen Anwendung im einzelnen Falle werde aber eine Sache des Taktgefühls sein. Er halte z. B. dafür, daß, wenn der inzwischen verstorbene Fürstbischof von Breslau auf seinen Sitz zurückgekehrt wäre, niemand daran Anstoß genommen haben würde. Die Rede des Abg. v. Kardorff im Reichstage über die Stellung zum Zentrum enthalte in Wirklichkeit einen wichtigen staatsrechtlichen Gedanken, der für den praktischen Politiker von großer Bedeutung sei. Die Fortschrittspartei freilich bleibe einfach durchweg auf ihrem oppositionellen Standpunkte; die Mittelpartcien würden wohl versuchen, auö den heutigen Beschlüssen Kapi­tal für die Wahlen zu schlagen. DaS möge in einzelnen Fällen auch von Erfolg sein; im ganzen und großen billige daS Volk zweifellos die Herstellung des Friedens mit ihren katholischen Mitbürgern. Allerdings gebe das Haus der Negierung mit dem Gesetze bedeutsame Vollmachten, aber sei daS Vertrauen wohl gerechtfertigt, daß die Regierung davon den heilsamsten Gebrauch machen und den Frieden demnächst wesentlich näher bringen werde.

Abg. Schmidt (Sagan) erklärt, daß Herr v. Kar­dorff niemals Führer der Freikonservativen gewesen, und Herr v. Ow habe nur Wünsche geäußert. Auch lägen die Verhältnisse in Württemberg ganz anders, als bei uns. Jedenfalls nähme auch die konservative Partei das Recht selbstständiger Entscheidung für sich in Anspruch. Der Vorwurf, daß die Freikonservativcn fachlich sich kleinlicher Amendements bedient, fei unrichtig. Herr v. Rruchhaupt fei mit feinen früheren Aeußerungcn, wie er im einzelnen nachzuweiscn suchte, wiederholt in direkten Widerspruch ge­treten. Bei dem hohen Fluge, den dieser Herr oft nehme, vergesse er nicht selten, was er früher gesagt. Die Frei- konservativen könnten dem Amendement der Konservativen zu dem Bischvfsparagraphcn nicht zustiuiuien; daS Be­gnadigungsrecht dürfe nicht gesetzlich verklausuliert, sondern intakt erhalten werden. DaS Amendement enthalte auch eine Vinkulierung des Begnadigungsrechts, da dasselbe nicht auSgcübt werden könne, ohne daß sich die gesetzlich ausgesprochenen Folgen daran knüpften.

Abg. S z u m a n bemerkte, daß die Polen sich von den besten Motion'N leiten ließen, und daß deshalb die Re­

gierung keinen Anstand nehmen dürfe, aus ihren Händen die Vorlage anzunehmen.

Abg. Richter betonte, daß die Fortsschrittspartei die Autorität des Staates aufrechterhalte» wolle und darum den Bischofsparagraphen ablehne. Sie mache eben die Wandlungen in der nationalen Politik des Reichskanzlers nicht mit. Der zweitägige Streit zwischen den beiden kon­servativen Parteien vor offenem Hause sei sehr interessant; veranlaßt sei er aber nur durch die Abwesenheit des Kanz­lers; es fehle den Herren lediglich an genauen Infor­mationen. Deshalb auch, damit nicht noch eine Note von Friedrichsruhe störend dazwischen trete, habe daS Zentrum so große Eile, das Gesetz zustande zu bringen.

Abg. Frhr. v. M i n n i g c r o d e führt aus, daß von einer konservativ-klerikalen Koalition nicht die Rede fein könne. Es handle sich lediglich um daö Zusammengehen der auf dem kirchlichen und wirtschaftlichen Gebiete bewußt positiven Elemente. Keine Partei wolle mehr den Kultur­kampf, aber mit Worten lasse sich nichts erreichen; Thaten seien nötig.

Kultusminister v. Go ßl er erklärt, daß die Regierung an der Vorlage auch in der dritten Lesung an sich sest- halte. Die Beschlüsse der zweiten Lesung hielten sich aller­dings in der Richtung der Vorlage, aber sie enthielten doch Spitzen und Schwierigkeiten, die der ernsten Erwägung bedürftig feien. Der schwierigste Punkt sei, daß Artikel 4 und 5 gänzlich ausscheiden sollen. Gegen die Verhand­lungen von 1880 zeigten die heutigen den großen erfreu­lichen Unterschied, daß das Zentrum aus der Negative hcrauSgetreten sei. Tie Regierung strebe nicht nach Macht, wie Herr Richter gesagt habe, sondern nach Frieden. Das müsse das Ziel jeden Kampfes sein. Von dieser Er­wägung möge man sich auch in der dritten Beratung lei­ten lassen. <

Abg. Diricht e-t suchte die Ausführungen des Abg. Grafen zu Limburg-Stirum zu widerlegen.

Abg. Stocker hob hervor, daß die Beschlüsse, die hier gestern und beute gefaßt, ein großer politischer Akt seien. Man müsse sich freuen, daß die Hindernisse weggeräumt würden, welche zum Frieden führten. Den Konservativen heute die Verhandlungen von 1880 eutgegenzuhalt:ii, sei ganz verfehlt. Die Verhältnisse liegen heute eben ganz anders, als damals. Die kirchenpolitischen Dinge sollten die Liberalen nicht nur vom mittelalterlichen, sondern vom modernen Standpunkte beurteilen. Die heute definitiv zu fassenden Beschlüsse wären heilsam und praktisch notwendig. Diejenigen Parteien, welche sich zur Lösung der kirchen- politischen Frage vereinigten, wären notwendig die Herren der Situation. Daß zwei Parteien, wenn auch auf ver­schiedene Autoritäten gestützt, sich in diesen Dingen ver­einigten, wäre auch an sich nur naturgemäß. Der Redner hofft übrigens, daß mit dem gegenwärtigen Akt die Ver-

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Unter falschem Ramen.

Von Ellen Lucia.

(Fortsetzung.)

Alles «rangiert 1 Dürft deswegen immer heimkomrnen." Wird sich erst die Hörner ablaufen sollen, beson­ders von wegen Na, kann Jedem passieren! Möchte wirklich die Kleine wohl einmal auffordern. Waren doch ost vergnügt dort! Thut verteufelt fcheu jetzt! Kann höchstens refüsieren. Habe guten Willen dann gezeigt I Ah, der Zollern läßt sie nicht aus den Augen! Scheint alte Freundschaft ?"

In der That, wie alte Freunde grüßen sie sich, fo oft sie einander streifen; auch der Professor sieht e« mit scharfem Ange. Mit unverwüstlich gutem Auge scheint Arthur bestrebt, allen Anforderungen gerecht zu werden. Hier steht er bereitwillig einer Gruppe älterer Herren Rede, die ihn in ein militärisches oder politisches Gespräch hinein- zieheu möchten, dort tauscht er lächelnd mit einer alternden, doch jugendlich geschmückten Dame eins der üblichen Kom­plimente, ermuntert die Kameraden, der Bowle nicht zu vergessen, und beordert die Diener, daß Niemand Mangel leide. Selbst zu den Pflichttänzen findet er Zeit und schaut bei allem so fröhlich uns befriedigt drein, daß selbst die Mutter ihm befriedigt und ermunternd zunickt.

Auch für Anna von Fürstenau, die sie merklich über« sehen, findet sie die bescheidene Zurückhaltung deS jungen Mädchens mag ihr durchaus am Platze scheinen, Zeit Zu einigen freundlichen Worten. Als sie sich anderen Gästen zugewendet, hat Arthur schnell ihren Platz einge­nommen.

«Ich weiß nicht, Fräulein Anna, wa» mich heute fo

froh stimmt? Oft habe ich sonst diese Gesellschaften, zu denen nicht unser Herz, nur die Convenienz die Gäste ladet, wie eine drückende Last empfunden, und heule ist mit jo leicht, allen zu Gefallen zu leben, daß selbst die Mama mit mir zufrieden scheint."

Ich denke, daS Bewußtsein, unserer Pflicht Genüge zu thun, dürste allezeit solch ein Gefühl der Befriedigung in unS wecken!" ist AnnaS schnelle Entgegnung.

Unsere Pflicht? lacht er eine zweifelhafte Pflicht; Mir will eS ost erscheinen, als wenn eine solche Ver­schwendung unserer Zeit und Kraft fast einer Pflichtver- fäuumiS gleich käme."

Vom Standpunkte eines ergrauten Weltweisen vielleicht! AnS dem Munde eines jungen, lebenSsrischeu Offiziers nur klingt eine solche Behauptung zweifelhaft. Und neben dem Otfizier, scheint mir, hätte doch auch wohl der Sohn die Pflicht, die gastliche Ehre deS Hauscö zu wahren!"

Auch junge Damen, scheint mir, gefallen sich neuer- dingS in philosophischen Betrachtungen! Oder sollten dieselben für gewisse Beschäftigungen vielleicht geboten sein?" Er blickt sie neckisch fragend an.

Ich verstehe Sie nicht, Herr von Zollern?"

Und doch hoffte ich, wir wollten Freunde sein, und Freunde könnten, wenn sie nicht Geheimnisse vor einander haben, sich so leickt verstehen! Sie meinten vorhin, Fräulein Anna, das Bewußtsein erfüllter Pflicht mache unS froh. Ich weiß jetzt, waS mich froher stimmen kann: die Gewißheit, daß uns Aufklärung geworden ist, daß von der Gestalt deS Freundes der Schatten sank, der, sie ver­hüllend, zwischen uns und ihn sich stellen wollte. Gestehen Sie nur, Fräulein Anna, auch Ihnen ist es ähnlich Leute ergangen, darum schauen auch Sie froher darein, als ich

zuletzt Sie gesehen. Es hat Sie befremdet, mich Ihnen nahe zu wissen und doch mich fern bleiben zu sehen. In Ihrer geschäsligen Phantasie glaubten Sie Kurls Gestalt wie ein trennendes Schattenbild zwischen uns zu feiten und vergaßen, daß nur Sie allein ein solches heraufbeschworen; daß Ihr Bestreben, alle unsere Annäherungsversuche zu vereiteln, mir weh thun mußte. Jetzt sieht Ihre schwester­liche Liebe den Bruder in neuem Lichte und hoffentlich nun auch den Freund?"

Ich habe mich in Kurt nie getäuscht, nie an ihm gezweifelt! Die Liebe macht wohl blind, sie macht aber auch sehend. Wer den Andern wahrhaft liebt, sieht Man­ches, dem Andere sich verschließen. An Kurts gutem Her­zen habe ich nie gezweifelt. Kurt wird uns wiederkehren, ein anderer, ein neuer Mensch, nur muß er der Liebe nicht entbehren, nicht der treuen Hand, die sich, ihn for­dernd ihm entgegenstrcckt."

Und Sie haben still und verstohlen sie hinübergestreckt über Meer unv Land, und ihm die Wege geebnet, ohne daß er es ahnen mag. Jetzt weiß ich, wozu Fräulein von Fürstenau eines neue« Namcnö brauchte: um für den Bruder zu arbeiten, ohne daß selbst die Mutier ihren Stolz zu schonen, drum wisscii durfte. Ich weiß, wie Fräulein von Fürstenau mit Fräulein Eckard befreundet ward; und so sehr ich gestehe cs offen diese Freund- fchast mich anfangs befremden mußte, jetzt freue ich mich ihrer. Eva ist Jhrer'wert; ihre kleinen F-Hler wiegt ihr gutes Herz hundertfach auf! Uno doch, Fräulein Anna, Sie haben ein gefährliches Spiel gespielt; >hut nie gut, in doppelter Gestalt zu leben. Beide drängen, Leben fordernd, auf uns ein; ein Leben nur haben wir zu geben, weß soll eS jein? Mein Freund, der Professor