fl6enb — Heute Nachmittag passierte mittelst Ertrazug von Hagnau kommend das Ratzeburger Jägcrbataillon den hiesigen ^^"^ährige deutsche Lehrertag wird vorauS- kicbtlich in Kassel abgehalten werden, für welche Stadt die Mehrheit der Stimmen sich bis jetzt ausgesprochen haben lall Ursprünglich war Darmstadt dazu ausersehen worden. ' ‘__ Bom 1. April ab findet im Verkehr mit Nieder
land ein Austausch von Postpaketen ohne Wertangabe bis 3 kg. durch Vermittelung der Reichspost und Königlich Niederländischen Posten statt. Der einheitliche Portosatz beträgt 80 Pfennig. Die Sendungen müfien frankiert unb von drei Zoll-Inhaltserklärungen begleitet fein. Vorerst nimmt die Provinz Limburg, sowie eine Anzahl von Orten der Provinzen Nordbrabant und Seeland an dem Austausch von Postpaketen noch nicht teil; die Postanstalten erteilen hierüber nähere Auskunft. Für Paketsendungen nach den zuletzt bezeichneten Niederländischen Gebietsteilen, imgleichen für alle Paketsendungen nach Niederland, welche den Bedingungen für Postpakete nicht entsprechen, bleiben die bisherigen Vorschriften über die Annahme u. s. w. in Kraft._______________________________________
Vermischtes.
— (Wieder ein Förster ermordet.) Wie die „Essen. Ztg." unterm 17. d. M. berichtet, wurde am Donnerstag morgen die Leiche des gräflich Nesselrodeschen Försters, Anton Klotte, in einem Tannenwäldchcn bei Bottrop gefunden und zwar in einem Zustande, welcher nur die Annahme zuläßt, daß der Beamte, der als pflichtgetreu und human bekannt war, von Mörderhand erschlagen worden ist. Klotte war am Mittwoch morgen wie gewöhnlich in den Wald gegangen, kehrte aber nicht zur gewöhnlichen Zeit zurück, so daß seine Frau nicht« gutes ahnend, das Forstrevier ihres Mannes durchsuchen ließ. Der eigene Sohn dcS Försters fand nun die Leiche deS Vaters, neben ihr das Gewehr mit gespannten Hähnen. An der Stirn befand sich eine tiefe, weitklaffende Wunde, außerdem zeigten sich noch an verschiedenen Stellen des Kopfes schwere Verletzungen. Man nimmt an, daß der Erschlagene von dem Mörder unversehens überfallen und mit einem furchtbaren Schlage zu Boden gestreckt ist, ehe er zum Schüsse kommen konnte.
Nürnberg. (Bayerische Landes-, Industrie-, Ge- werbe- und Kunst - Ausstellung.) Gerade vor Jahresfrist wurde mit der Aufstellung der von Düsseldorf erworbenen Maschinenhalle begonnen, und heute stehen sämtliche AuS- stellungsbauten mit Ausnahme einiger untergeordneter Gebäude biS auf den letzten Farben- und Flaggenschmuck vollendet da. Gewiß eine tüchtige Jahresleistung. — DaS durch seine imposanten Größenverhältnisfe und seine originelledle Auffassung ebensowohl wie durch die reichen und feinen Details allgemeine Bewunderung hervorrufende Fafiaden- gebäude ist nunmehr vurch Wandelgänge mit dem Pavillon für technischen Unterricht und Verkehr, sowie mit dem Pavillon, für Kunst und unter Benutzung der Wagenhalle auch mit der Maschinenhalle und diese ebenfalls wieder durch bedeckte Gänge mit der landwirtschaftlichen Maschinenhalle und dem Kesselhaus verbunden, so daß die Besucher bei Regenwetter trockenen Fußes von einem Gebäude zum andern gelangen können. Außerdem wird durch die Verbindungsgänge die Orientierung auf dem Platze sehr erleichtert. — Die Bespannung der Fassaden mit Jutestoff, dem durch Chemikalien seine leichte Entzündbarkeit vollständig genommen wurde, sowie die Stuckverzierungen sind fertig gestellt. Die innere Dekoration ist überall so weit vollendet, daß die Räume die jetzt anlangenden AuSstellungS- Objekte und deren Behälter aufnehmen können. — Die Restauration und die Bierhallen find ebenfalls bereits fertig; die Weinstuben, das Kaffee, das Requisitengebäude, die Kistenremise, sowie die Alortanlagen find im Bau begriffen und sehen in kürze als die letzten der von dem Ausstellungs- Unternehmen zu errichtenden Bauten gleichfalls ihrer Vollendung entgegen. — Auch von den Privatbauten find die meisten bereits zum Abschluß gebracht oder wenigsten« in Angriff genommen. Von den bi« jetzt fertig gestellten sind namentlich die originellen Gebäude der Kulmbacher Bierhalle und der Nürnberger Bratwurstküche nebst den Reif- schen Bierhallen, sowie der massive Pavillon der Maximi- lianShütte mit seiner reichen Fassade hervorzuheben. — Der Eindruck, den daS Aeußere von all diesen Gebäuden macht, ist ein durchaus freundlicher und würdiger, derselbe wird aber erst zu voller Wirkung kommen, wenn die Bäume Laub erhalten und der ganze Platz mit Grün und Blumen bedeckt sein wird. Die gärtnerischen Anlagen sind, soweit es die Zeit erlaubt, fertig, und läßt sich daher da« Gesamtbild in seiner ganzen Großartigkeit und Schönheit . bereits annähernd voraus empfinden. — WaS die Installation anbelangt, so sind im Pavillon für fachgewerbliches Bildungswesen die Platz-DiSpositionen vollständig fertig gestellt, und beginnen bte Leute bereit« mit dem Aufstellen ihrer Gegenstände, deren schon eine große Zahl eingeschickt worden ist. DaS Gleiche gilt von dem Hauptgebäude und den Pavillons im Freien, an denen die innere Dekoration fast durchweg ihrer Vollendung entgegengeht, ebenso die endgiltige Verteilung der Plätze. Großartiges lassen namentlich die Vorbereitungen zur Ausstellung der Kunst erwarten. Durch daS feste Zusammenwirken und Eingreifen aller Kräfte ist die sichere Gewähr gegeben, daß die Nürnberger Ausstellung 1882 am Eröffnungstage fix und fertig fein wird, was bisher noch nirgend der Fall war. — DaS für Ausstellungszwecke eingerichtete Zeich-
nungSbureLu, welches sich als besonders zweckmäßig erwiesen hat, hat nun sämtliche Arbeiten vollendet. Es wurden im ganzen 250 größere Entwürfe nebst Detailzeichnungen gemacht, von der Masse kleinerer Skizzen und den Anfragen, welche mündliche und augenblickliche Erledigung fanden, gar nicht zu reden. — Der Katalog wird in 3 getrennten Teilen erscheinen. Der erste Teil wird ohne die Annoncen 17 Bogen umfassen, der zweite und dritte ungefähr je 5 Bogen. Diese verhältnismäßige Stärke des Katalogs ist durch die historischen Einleitungen bedingt, welche jedem einzelnen Fache vorauSgehen und eine kurze geschichtliche Entwickelung mit speziellem Bezug auf Bayern geben, so daß die Besucher sich leicht und bequem über daS Wünschenswerteste auch in historischer Beziehung informieren können. Von dem ersten Teile sind bis jetzt bereits fünf Bogen gedruckt, und da alle übrigen Manuskripte vorliegen, steht auch hier zu erwarten, daß der Katalog bei der Eröffnung der Ausstellung vollständig fertig gestellt sein wird. Die Annoncen - Annahme für die Kataloge find wie daS gesamte Publikationswesen der Ausstellung der Firma Rudolf Mosse übertragen worden.
— Die „Mitgift des englischen Parlaments" für den neuvermählten Sohn der Königin Victoria, Prinzen Leopold, wird auch diese« Mal, gleichwie bei der Vermählung seiner älteren Brüder, nicht ohne peinliche Erörterungen von feiten der Radikalen flüssig gemacht werden können. ES handelt sich um die Bewilligung von 10000 Pfd. St. für den Prinzen und 6000 Pfd. St. Witwengeld für dessen Braut Prinzessin Helene von Waldeck. Als Sir CH. Dilke noch nicht den galonierten Rock eines Unter - Staatssekretär« angezogen, pflegte er, der Baronet, derlei Ausstattungen zu bekämpfen. Seitdem er die Flegeljahre seiner öffentlichen Laufbahn hinter sich hat, ist La- bouchöre in seine Schuhe getreten, und da dieser, als Herausgeber des Wochenblattes „Truth" gelegentlich die Spalten seines Blattes für anrüchige Angriffe gegen die königliche Familie öffnet, so war man auf einige pikante Anspielungen gefaßt. Aber Labouchsre benahm sich noch äußerst anständig und würdevoll und blieb auf sachlichem Gebiete: die Civilliste der Königin fei für die Ausstattung ihrer Kinder ausreichend; die Heirat mit einer Prinzessin von Waldeck habe keinen nationalen Zweck und solle daher dem Staatssäckel keine Opfer auferlegen. Rücksichtsloser war dagegen der Jre Healy: „Ich gönne diesen Leuten nichts", sagte er, „ich habe niemals einen Prinzen gesehen und begreife nicht, weshalb er nicht für seinen Unterhalt arbeiten soll". Noch rücksichtsloser war Stören. Die Bewilligung ist trotzdem gesichert, aber man wird die Ausstattung wohl auch buchstäblich als eine „mit Gift" erteilte bezeichnen dürfen.
London. John Bulls Zeche in 1881. Unter dieser Überschrift veröffentlicht die „Times" eine aus amtlichen Quellen zusammengestellte Statistik über Konsum berauschender Getränke im Vcr. Königreiche während des abgelaufenen Jahres. Darnach wurden in 1881 nicht weniger als 970 788 564 Gallons Bier vertilgt, welche Quantität, den | Gallon zu 1 sh. 6 d. berechnet, einen Gesamtwert von Lstr. 72 809142 gegen Lstr. 67 881 673 in 1880 dar- stellt. Der Konsum britischer Weine und Spirituosen betrug 28 730 719 Gallon« im Werte von Lstr. 28730719 gegen Lstr, 28 457 486 in 1880. An fremden Spirituosen wurden 8 295 265 Gallons im Wertbetrage von Lstr. 9 954318 gegen Lstr. 10173 014 in 1880, und an fremden Weinen 15 644 757 Gallon« im Werte von Lstr. 14 080 281 gegen Lstr. 14 267192 in 1880 konsumiert, während der Konsum britischer Weine auf 15 000 000 Gallons im Weribetragc von Lstr. 1 500 000 veranschlagt ist. Die Gesamtzeche für 1881 beziffert sich auf Lstr. 127 ^74 460 gegen Lstr. 122 279 275, was im Vergleich mit 1880 eine Annahme von Lstr. 4 795185 ober 3.9 pCt. bedeutet. Der Konsum von Bier weist eine Zunahme von 7.3 pCt, und der britischer Spirituosen einen von 0.96 pCt. auf, während fremde Spirituosen eine Abnahme von 2.1 pCt. und fremde Weine eine von 1.3 pCt. ergaben.
Telegraphische Depeschen.
Karlsruhe, 28. März. Die in jüngster Zeit von verschiedenen Preßorganen besprochenen Gerüchte über Differenzen zwischen dem Erbgroßherzog und dem kommandierenden General des 15. Armeekorps, v. Obernitz, werden der „Karlsruher Zeitung" von bestunterrichteter Seite al« völlig grundlo« bezeichnet.
MüuchkU, 28. März. Der neuernannte päpstliche Nuntius di Pietro ist heute hier eingetroffen.
Wie«, 28. März. Im Abgeordnetenhaufe brachte die Regierung eine Vorlage ein betreffend die Sicherstellung der böhmisch-mährischen TranSverfalbahn. Die nächste Sitzung findet am 18. April statt. — Das Herrenhaus erledigte das Budget und da« Finanzgesetz pro 1882 und beschloß, den Gesetzentwurf über die Wahlreform einer Kommission von 15 Mitgliedern zu überweisen und diese, sowie die Kommission für die Beratung des Zolltarifs, welche ebenfalls au« 15 Mitgliedern bestehen soll, am 30 d. zu wählen.
Pest, 28. März, Das Unterhaus erledigte die Wehrgesetznovelle in der Spezialdebatte.
Palermo, 28. März. Garibaldi traf heute früh hier ein und wurde von einer großen Menschenmenge empfangen. Die Ruhe wurde in keiner Weise gestört. Der General wurde nach einer in der Nähe der Stadt gelegenen Villa geleitet, von deren Balkon au« der Maire im Namen de« General« der Bevölkerung dankte.
Paris, 28. März. Die Deputiertenkammer genehmigte den von der Regierung verlangten Kredit von 8 Millionen zur Deckung der Kosten der tunesischen Expedition für da« zweite Quartal 1882 mit 376 gegen 71 Stimmen. Der Ministerpräsident Freycinet erklärte, daß die Zustände in Tunis gegenwärtig so gut seien, al« man nach so kurzer Zeit nur habe erwarten können. Der Effektivbestand der Truppen werde demnächst auf 30000 Mann reduziert werden. Die Lage bessere sich mit jedem Tage und die Schwierigkeiten, welche noch beständen, seien im Abnehmen begriffen. — Der Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung des Verbots der Einfuhr amerikanischen gesalzenen Fleische« wurde mit einem Amendement angenommen, durch welche« der Minister ermächtigt wird, den von ihm als geeignet erachteten Modus der Untersuchung des Fleische« anzuordnen. — Der Senat begann heute die Beratung des italienisch - französischen Handelsvertrags und wird dieselbe am Donnerstag fortsetzen.
Ei» Gesang vom große» Kurfürsten.
A« die scheidende» Jäger.
So ists, die Stunde schlägt, unb nimmer wieder kehrt ihr zu uns zurück. Zum letzten Mal scholl euer Waldhorn, klangen eurer Lieder schwunghafte Weisen hin durch unser Thal- Wenn bald des Frühlings bunte Farben glühn, fehlt euer roth- und goldgeschmücktes Grün.
Doch still! Der Abschied darf uns nicht erweichen, nicht uns, noch euch. Laßt stark die Herzen sein! Der Weidmann steht gefaßt im Schirm der Eichen, dem Wild zu folgen über Stock und Stein. Kalt bricht der Krieger ab sein nächtlich Zelt und harrt, wohin des Feldherrn Wink ihn stellt.
Hier denn die rechte Hand! Das Auge blicke von Trübung frei, in sich getrost und klar, und alle Schmerzen des Gefühls ersticke der Geist, der beste Lenker immerdar.
Er weiß, wie groß die Trennung auch erscheint, welch starkes Band noch die Getrennten eint.
Denkt ihr des Bildes wohl, von Erz gegossen, dort auf der Brück' am dunkeln Königsschloß? Ein alter Fürst, dem Zollernstamm entsprossen, ragt über euren Häuptern, hoch zu Roß.
Und unter ihm Besiegte, schwer in Ketten, bemüht, sich vor des Roffes Huf zu retten.
Und was erglänzt uns aus des Fürsten Mienen? Ist es die Ruhe selbstbewußter Kraft?
Wie? oder die Gewißheit, Dem zu dienen, der auch im Fürsten alles Gute schafft? Wir fühlen uns von stiller Majestät, vom Hauch des echten Herrschers angeweht.
Es ist, als hörten wir mit unfern Ohren, was über ihm ein Chor von Geistern singt: „Der hatte fromme Weisheit sich erkoren, Gerechtigkeit, die in die Tiefe bringt, das Schwert der Tapferkeit, und Mäßigung, die ernst den Jüngling macht, den Greisen jung."
Ja, ernst wie Wenige hat Er gerungen, in der Versuchung, um der (eeele Heil! Drum als Bewährtem, der sich selbst bezwungen, ward ihm ein höchstes deutsches Amt zu Teil: ward ihm vertraut der allerschwerste Streit sür Ehr' und Recht in Deutschlands trübster Zeit-
Wer trug, wie Er? Geborner Herr der Lande, die wilder Sturm des Krieges lang verheert, mußt Er zerreißen erst des Truges Bande, der solcher Rot zu helfen ihm gemehrt.
Er brach den Trug- Dann schritt et kühn zur Thai und Seine Gründung ist der Prenßeu Staat.
Gewalt'ger Fürst! wohl keine Königskrone von Gold und Perlen hat umringt Dein Haupt, doch ward Dir köstlichere Zier zum Lohne: der Lorbeer, der die Heldenstirn umlaubt, der Preis Vertrieb'ner, die Du*nahmst in Schutz, der Dank der Deinen, unb des Volkes Trutz!
Ja auch des Reiches, dessen wir uns freuen! Dein Fehrbellin macht' unfern Norden frei, und konntest Du den Westen nicht dem Dräuen des Feinds entziehn noch feiner Wüterei, Du schufst ein Heer, zum Volksheer nun geworden, Das uns befreit hat von den losen Horden.
O laßt ein kühnes Dichterwort erklingen! Nicht starb die Majestät, so stark unb mild. Zur Gegenwart mag sich die Deutung schwingen! Das Bild des Fürsten wird zum Kaiserbild. Der Geist des Ahnherrn ging von Hand zu Hand, bis er im Kaiser groß und hoch erstand-
Blast nun, Drommeten, durch die deutschen Gauen! S o wallt der Kaiser durch das neue Reich.
Laßt uns mit Dank, in Treuen, auf ihn schauen! Der Weise, Tapfre, nur sich selber gleich, der Edle, der Gerechte möge lang fortsetzen seiner Herrschaft Friedensgang!
«etenrologifche Station Marburg <29. März. L Uhr Nm.)
Baromet. Par. L. 329,9, i Niederschlag, —,
Therm. R 7,3°, I Himmelsansicht: völlig bedeckt
Wind SW, | Bemerk- schwacher Regen.
Schellfische
in Eis verpackt heute Abend eintreffend bei
1065) Carl Freudensteia.