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Unternehmungen zu beurteilen. In Ausführung dieser Be­stimmung ist eine Nachweisung von Projekten öffentlicher Bauten aufgestellt worden, welche der Beurteilung der Akademie zu unterliegen haben. Der Finanzministcr hat sich damit einverstanden erklärt, sowie ferner auch damit, daß auch andere Projekte, bei welchen eS sich vorzugsweise um die Wahrung deS dabei in Betracht kommenden bau­künstlerischen Interesse handelt und zwar ohne Rücksicht auf die Höhe des zu ihrer Ausführung erforderlichen Kostenaufwands in gleicher Weise behandelt werden. End­lich ist der Superrcvisionsinstanz Vorbehalten, daS Gut­achten der Akademie des Bauwesens zu erfordern, wenn sie aus irgend einer jedeSmal näher zu bezeichnenden Ver- anlaffung auf ein solches Wert legen sollte.

Berlin, 13. März. Dem heutigen Trauergottesdienste in der russischen Botschaftskapelle wohnten der Kaiser, der Kronprinz, die Prinzen Karl, Friedrich Karl, Wilhelm, Alexander, August von Württemberg, von Hohenzollern, sowie der Erbprinz von Meiningen bei, diejenigen Mit­glieder de« Königshauses, welche der russischen Armee an­gehören, in russischer Uniform. Zu der Trauerfeier waren anwesend außerdem der Feldmarschall Graf Moltke, De­putationen des Kaiser Alexander-Garde-Grenadier-RegimentS, deS 1. brandenburgischen Ulanenregiments Kaiser Alexander der Zweite Nr. 3 unb- des brandenburgischen Kürasster- regimcntS Nr. 6. Der Kaiser begrüßte den russischen Bot­schafter Saburoff bei der Ankunft und Abfahrt in der herzlichsten und bewegtesten Wei'e. — Morgen findet an­läßlich des Jahrestages der Thronbesteigung des Kaisers von Rußland bei dem russischen Botschafter ein Galadiner statt/ wozu das gesamte diplomatische Corps, die Minister, Unterstaatssekretär Busch, Moltke, die Generaladjutanten ty. d. Goltz und Graf Lehndorff, sowie die obersten Hof- I.aUen geladen sind. — Der Kaiser besuchte gestern den hmt Bismarck und verweilte längere Zeit bei demselben, sollen auf 1 permanente Ausschuß des Volkswirtschaftsrats licke,- " b*e Gewerbeordnungsnovelle und genehmigte die Aiickel 2 bis 7 mit einigen, im ganzen nicht wesentlichen Aenderungen. Die Beratung deS Artikels 1 wurde aus­gesetzt. Fortsetzung morgen. — Ein schöner Zug unseres Kronprinzen wird dem „Berl. Tgbl." aus guter Quelle mitgeteilt. Der Kronprinz passierte Ende Februar die Fennbrücke bei Moabit, als der rntlaffene invalide Post­beamte M. und seine drei Jungen, den hohen Herrn er­kennend, militärische Honneurs machten. Freundlich dankend trat der Kronprinz an den stramm dastehenden Invaliden mit den Worten heran: „Sie waren Soldat, ich sehe es, haben Sie noch mehr solcher Jungen?" — „Nein, kaiser­liche Hoheit, bin Invalide und infolge der Strapazen beim Feldpostdienst 1870/71 bettlägerig jahrelang gewesen, meine Knochen sind morsch und das häusliche Elend raubt mir den Mut!" Fest dem so Klagenden in die Augen sehend frug der Kronprinz weiter: „Wo verwundet?" „Gefecht bei Soor, 28. Juni 1866, Schuß durch die Schulter, linker Arm gelähmt!" — „Reichen Sie mir Ihre Hand, bebaute Ihr Schicksal, schreiben Sie sofort an mick, legen Ihre Papiere bei unb schreiben auf bas Couvert: Soor 1" Sprachlos staub ber Jnvalibe vor bem hohen Herrn, bet ihm herzlich die Hand schüttelte und sich dann entfernte. Nach einigen Tagen ging das geforderte Gesuch ab und nach Verlauf von weiteren fünf Tagen befand sich der Ab­sender im Besitze einer bedeutenden Geldsumme mit dem erfreuenden Bescheide, daß dem M. in kürzester Zeit eine seinem körperlichen Zustande entsprechende Stellung nach­gewiesen werden solle. Große Freude herrscht natürlich in der sonst so armen, jetzt beglückten Familie.

— Die „B. B.-Ztg." schreibt: Verschiedene Blätter versuchen jetzt die Auffassung zu verbreiten, als habe Fürst Bismarck die Brandreden des Generals Skobelew anfangs auf die leichte Achsel genommen und erst infolge der War­schauer Rückfälle richtiger gewürdigt. Nach unseren In­formationen ist diese Anstehl dutehaus irrig. Seit dem Bekanntwerden bet Pariser Rede des vielgenannten Generals hat man auf deutscher Seite in allen Instanzen den Ernst der Situation und die sich daraus möglicherweise ergeben­den Folgen voll und ganz begriffen. Die deutsche Bot­schaft in Paris hat, wie uns von verläßlicher Seite mit­geteilt wird, unser Auswärtiges Amt über alle Phasen des sensationellen Tagesereignisses auf das erschöpfendste unter­richtet. Da Fürst Bismarck bereits damals durch Krank­heit verhindert war, dem Kaiser persönlich über diese ernste Angelegenheit Vortrag zu halten, so hat er ein förmliches Memorandum für den Kaiser ausgearbeitet, worin er die Bedeutung des Ereigniffes nach allen Seiten hin beleuchtete und allerdings zu dem Schluffe gelangte, daß ein offizieller Schritt der deutschen Negierung beim Petersburger Kabinet wegen dieses Zwischenfalles nicht angezeigt erscheine. Aber der Reichskanzler hat dies nicht etwa damit motiviert, daß die Angelegenheit zu einem derartigen Vorgehen nicht wichtig genug wäre, sondern soll vielmehr bi 6 näheren auSgeführl haben, baß eine halbwegs erzwungene Genugthuung nur einen problematischen Wert habe unb außerdem erfahrungs­gemäß bei demjenigen, bem sie abgezwungen fei, einen tiefen Stachel zutücklaffe. Man müsse baher abwarten, welche freiwillige Genugthuung der Zar bem beleidigten Nachbar zu geben für gut befinden roet.c, unb wütde dann hin­reichend Zeit und Anlaß haben, zu prüfe», ob dieselbe ge­nügend fei. Diese, wie man sieht, keineswegs leichtfertige Auffassung gewann in Berlin bald die Oberhand unb be­einflußte auch die maßgebenden Kreise in Wien. Dort war man anfangs durch die panslavistischen Brandreden in die größte Aufregung versetzt worden, die sich indessen, als

sich die kühlere Berliner Stimmung geltend machte, sehr bald legte. Die Skobelewschen Reden haben jedenfalls den einen unschätzbaren Nutzen gehabt, daß sie die Innigkeit unb Unerschütterlichkeit bes beutsch-österreichischen Bündnisses eclatant bewiesen haben. Alle Welt muß j tzt endlich ein« gesehen haben, daß diese beiden mächtigen Staaten in allen ernsteren Fragen solidarisch zusammenstehen. Es ist eine achtunggebietende Macht, die sie repräsentieren, und selbst die panslavistischen Chauvinisten dürsten sich durch dieselbe trotz all ihrer leichtfertigen Ueberhebung stark geniert fühlen.

Müucht«, 13. März. Der Reichsrat lehnte den An­trag des Abgeordneten von Hafenbrädl auf Abschaffung des siebenten Schuljahres mit großer Majorität ab, ebenso den Modifikationsantrag des Referenten Bischof Dinkel auf eine Erleichterung unb Begünstigung bezüglich der Schul­aufnahme und Schulentlassung. — In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses ist der vor zwei Jahren vielerörterte Staatsbeitrag zur Jubiläumsfeier der Univer­sität Würzburg wiederum von der Mehrheit abgelehnt worden; allein es besteht die Hoffnung, daß im Plenum dieser Beschluß abgeändert wird, da die verständigeren Mit­glieder der Mehrheit sich über die Haltlosigkeit der dem ab­lehnenden Votum zugrunde gelegten Einwände klar sein müssen und selbst die Heißsporne anerkennen, daß sie nur Empfindungen unb keine Gründe ins Feld führen können. — Heute am Todestage des verewigten König Max II., dessen Gedächtnis feierlich begangen wurde, ist der Ehren­tag der barmherzigen Schwestern in Bayern, wo dieselben vor 50 Jahren eingeführt worden sind und sich durch ihre segensreiche Wirksamkeit um die Angehörigen aller Kon­fessionen dankbar anerkannte Verdienste erworben haben. Ein königliches Handschreiben beauftragte den StaatS- mimfter von Lutz, der Generaloberin die allerhöchste Be­glückwünschung und Anerkeimung auszusprechen, und die Stadt München hat das gleiche durch Deputationen gethan. Zwei Mitglieder de« Instituts gehören demselben seit seiner Einführung an, und ihnen ist bei diesem Anlässe die Me­daille des Zivilverdienstordens überreicht worden. Eine dieser Frauen hat seiner Zeit zum Zwecke der Einführung hier in Straßburg sich mit der Krankenpflege bekannt ge­macht, und so mag auch daran erinnert werden, daß in dem Krieg,, welcher die alte deutsche Reichsstadt wieder zum neuen deutschen Reiche gebracht hat, die barmherzigen Schwestern in der Sorge für die Verwundeten und Kranken des deutschen Heeres sich unvergängliche Verdienste erworben haben. Um so allgemeiner ist heute die Teilnahme an der Erinnerungsfeier des Instituts, das auch den Dank dafür verdient, ähnliche Anstalten auf protestantischem Boden hervorgerufen zu haben. Bei der rechtlichen Parität der Konfessionen, dem VerfaffungSpalladium, welches uns keine Erklärung der Tegemseeer Erklärung wegzudeuteln vermag, ist gegen den edlen Wettstreit der verschiedenen KonfessionS- genoffen, Barmherzigkeit und Menschenliebe zu üben, von keinem Standpunkt etwas einzuwenden. — Infolge eines RadreifenbrucheS an der Maschine entgleisten heute Nacht fünf Wagen des Berlin-Münchener CourierzugeS kurz vor Bamberg. Vier Reisende erlitten unerhebliche Kontusionen, einige Wagen wurden beschädigt. Von Bamberg setzten die Reisenden mit einem ErgänzurigS - Courierzuge ihre Fahrt bis Treuchtlingen fort und kamen um 1 Uhr 35 Minuten mittags in München an.

Colmar i. E., 12. März. Im preußischen KönigS- hausc ist eS zur großen Freude des Volkes Sitte geworden, die Heranwachsenden Prinzen auch im Hinblick ihrer wissen­schaftlichen Ausbildung au« dem ewig frischen Quell deS allgemeinen Volkslebens schöpfen zu lassen. Kronprinz Friedrich Wilhelms Studienzeit in Bonn, der Besuch deS Gymnasiums zu Kassel durch die beiden Söhne unseres Kronprinzenpaares legten ebenso Zeugnis ab für den Wunsch, den wiffenschaftlichen Bildungsgang der für so hohe Ziele geborenen Prinzen in inniger Wechselbeziehung mit dem geistigen Leben deS Volkes zu bringen, als sie aneifernd und anregend nach den verschiedensten Seiten hin wirkten. Dies leuchtende Beispiel ist denn auch in den deutschen Fürstenhäusern nicht ohne Nachahmung geblieben, unb eS ist bei der innigen Ergebenheit des deutschen Volkes für seine Fürstenhäuser gewiß von allgemeinstem Jntereffe, zu erfahren, in welch glänzender Weise soeben ein deutscher Fürstensohn, der am 27. September 1859 geborene Prinz Ernst von Sachsen-Meiningen, ein Bruder des Schwieger­sohnes unseres Kronprinzen, den Laus seiner wiffenschaft­lichen Lehrzeit abgeschlossen hat. Prinz Ernst hatte gemein­sam mit seinem Bruder Friedrich (geb. am 12. Okt. 1861) die oberen Klaffen des Gymnasiums zu Hildburghausen gleich den übrigen Schülern besucht, und hatten beide Prinzen gemeinschaftlich mit ihren resp. Klaffengenoffen die Abi­turientenexamina absolviert. Während später Prinz Friedrich sich der militärischen Karriere zuwandte — derselbe gehört dermalen als ©etonbclieutenant bem in Straßburg garnb sonierenden Felb-Artillerieregiment Nr. 15 an — widmete sich ber ältere Prinz Ernst bem juristischen unb staatS- wissenschastlichen Studium, nicht etwa in dilettantenmäßiger Art, fonbern mit demselben Ernste und in ber systematischen Weise, wie alle übrigen Aspiranten auf ben Richter ober VerwaltungSbeamtenstanb. Mit welchem Erfolge ber auch in geistiger Beziehung so glücklich beaniagte Prinz diesen seinen Studien vbgelegen hat, davon hat das in verflossener Woche von demselben rühmlich bestandene erste juristische Staatsexamen ein vollgültiges Zeugnis geliefert. Die nach Maßgabe der landesgesetzlichen Bestimmungen gebildete Prü­fungskommission bei dem königlichen Oberlandesgericht zu Colmar war aus mehreren Richtern dieses obersten Ge­

richtshofes, sowie aus verschiedenen Profefforen der juri­stischen Fakultät in Straßburg zusammengesetzt. Gemein­schaftlich mit dem Prinzen Ernst von Sachsen-Meiningen also zu derselben Zeit, auf denselben Bänken und vor den-' selben Examinatoren, unterzogen sich noch drei Rechtskan­didaten der ersten juristischen Prüfung. Nach § 9 be« elsaß-lothringischen Prüfungöregl ments vom 27. Jan. 1882 „wird über den Ausfall der Prüfung und ob sie im Falle de« Bestehens als gut bestanden zu erachten fei, durch Stimmenmehrheit entschieden". Wie wir aus absolut glaub, würdiger Quelle vernehmen, hat die Prüfungskommission mittelst Stimmeneinhelligkeit dem Prinzen das Prädikat: gut bestanden, d. h. das einzige auszeichnende Prädikat,' welches überhaupt gesetzlich gegeben werden kann, erteilt' Sind wir weiter, wie wir anzunehmen allen berechtigten Anlaß haben, zutreffend unterrichtet, so hat die schriftliche Relation des Prinzen sich sehr hoch über das Durchschnitts­niveau der Arbeiten erhoben, wie sie bei den ersten Staats­prüfungen dahier geliefert zu werden pflegen, und bei dem mündlichen Abschnitt sind die Früchte gezeitigt, welche eiserner Fleiß und ernstes Streben, gepaart mit glücklichen Natnr- anlagen, erhoffen lassen mußten. Vergegenwärtigt man sich die Zusammensetzung der Prüfungskommission, die ah. fehlte Unabhängigkeit, welche den Mitgliedern an sich unb gegenüber dem Prinzen eines fremden Bundesstaates all­seitig unbeanstandet eingeräumt wird, sowie die Gemein- schaftlichkeit der Prüfung des Prinzen mit den anderen, be­vorzugten Ständen nicht angehörigen jetzigen Referendarien, so wird eS nicht möglick fein, an dem von dem jungen Prinzen erzielten glücklichen und ehrenvollen Resultate zu deuteln. — Ob der Prinz nunmehr, wie man früher ver­mutet hat, In den elsäßisch-lolhringischen Justiz- ober Ver­waltungsdienst eintreten werde, gilt jetzt für zweifelhaft; man will wissen, derselbe wolle zunächst ein Jahr in der Armee dienen. Daß übrigens, namentlich auch in den ein­heimischen Kreisen, daS glänzend bestandene Examen deS in Straßburg wohnenden Prinzen, welcher ebenso, wie sein dort garnisonierender Bruder, durch daS schlichte, bescheidene und wohlwollende Auftreten im sozialen Verkehr alle Herzen gewonnen hat, den Gegenstand allgemeiner Unterhaltung und — unbeschadet der politischen ober nationalen Stellung— Anerkennung finbet, wird niemanb überraschen.

Ausland.

Pest, 13. März. Der längere Aufenthalt beS Grasen Wolkenstein in Pest und seine Beratungen mit der unga­rischen Regierung haben in erster Reihe jenem Punkte der Donaufrage gegolten, der Deutschland zunächst berührt und der auch bei den Verhandlungen deS Grafen Wolkenstein in Berlin sehr in den Vordergrund trat; es handelt sich nämlich, um die Beförderung deutschländischen SalzeS auf der Donau. Die Tarispolitik der ungarischen Regierung soll bisher die Gangbarkeit dieses Artikels im Orient (au« Konkurrenzrückstchten) vielfach behindert haben. Wie ver­lautet, so soll die Vermittlung des Grafen Wolkenstein zwischen Berlin und Pest in dieser Beziehung nicht ohne Erfolg geblieben sein.

Rom, 13. März. Der Papst erteilte gestern dem preu­ßischen Gesandten v. Schlözer die erste Audienz. Der Papst begegnete Herrn v. Schlözer mit großer Liebenswürdigkeit und versicherte, daß, wenn eS von ihm allein abhinge, das Einvernehmen mit der preußischen Regierung bereits in allen Punkten hergestellt fein würde. — Der Zeitpunkt für die Abhaltung des nächsten Konsistoriums ist noch nicht endgültig feftgefteflt.

Poris, 13. März. Bei oen gestrigen Stichwahlen zur Kammer wurden drei Republikaner und zwei Konservative gewählt.

Petersburg, 13. März. Anläßlich des Todestag« von Alexanver II. fand heute ein feierlicher TranergotteSdienst in der Peter-Paul-Kathedrale statt.

Hesse» -Raffan.

Marburg, 13. März. Das „Marb. Tagebl." schreibt in seiner Nr. 61:

„Marburg, 11. März. Zu einem am 10, d. M. von uns gebrachten, der Heff. Morgenzeitung entnom­menen Artikel, in welchem mitgetilt wurde, daß die konservative Partei in Kassel cS für zweckmäßig gefunden habe, die konservativen Heff. Abgeordneten an die bei bem Wahlkampfe gemachten Zusagen zu erinnern, macht da« hiesige konservative Organ die hämische Bemerkung, baS Marb. Tagebl habe diesen Artikel mit „süßem Lächeln" abzedruckt. Wenn baS konservative Organ glaubt, unS mit solchem fabem Witze beleidigen zu können, bann irrt es sehr — aber bie Frage können wir nicht unterlaffen: Wie verträgt eS sich für da« Organ ber Partei, welche sich fortwährend al« eine friedliebende, christliche und sittliche hinzustellen beliebt. Streitigkeiten vom Zaune zu brechen, und sind nicht auch wir be­rechtigt, Artikel, welche — dem Jntereffe unserer Partei­bestrebungen ersprießlich sein können, nachzudrucken? Macht doch die verehrte Kollegin ja so häufigen Ge­brauch davon."

DaS klingt ja wirklich so naiv unschuldig, als wenn daS Blättlein noch nie ein Wässerchen getrübt hätte, und doch ist eS ganz ander». Der von dem „Tagebl." über­nommene Schmäh-Artikel aus der „Heff. Morgenzeitung" (in Nr. 61 unseres Blatte« bereits sachlich abgefertigt), war selbstredend nicht von „Marburg", fonbern von „Raffel" datiert, da er ja Kasseler Verhältnisse besprach, nicht aber „Marburger", in feiner Herzensfreude konnte