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«n.eiaen nimmt entgegen: ^ Erpedition d. Blat.es, l»wied.Annoncen-Bureaux n Tb^ Dietrich u. Co. in und Hannover; Th.
Md in Frankfurt a-M.; c>Lasenstein u. Vogler in Curt °- M-, Berlin, Ljxijq, Mn rc.; Rudolf Wsse in Berlin, Frankfurt a. M- 2t.
Marburg, Sonntag, 26. Februar 1882
xvii. Jahrgang
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. 6e. in Frankfurt a. M ; Jüaersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen-
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SonutagSblatt" durch die Expedition (R o ch'fche Buchdruckerei) bezogen 2*/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Vfa.
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Oberhefsische Zeitung
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Illustriertes Gormtagsblatt
von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen.
Bom Landtag.
Berlin, 24. Februar.
Auf der Tagesordnung der heutigen (8.) Sitzung des Herrenhauses siand als erster Gegenstand der mündliche Bericht der Kommission für kommunale Angelegen- hei'.eu über die Petition tcS Gemeinderats von Wiesbaden um Beseitigung des 3. Abs-tzcS des § 11 des Nassauischen Gesetzes vom 2. Oktober 1862, die Erbauung chaussierter VeibiucungSstraßen resp. die Erhöhung der Staatsdotation für den Wiesbadener Kommunalständischen Verband. Der Reereut, Herr Bredt beantragt Uebergang zur Tagesordnung, und das Haus tritt dem Anträge stillschweigend bei.
ES folgte der mündliche Bericht der Kommission für Agrarverhältnisse über die Petition von Baumann und Genossen namens der am Büdinger Walde Berechtigten, welche beantragen, die Abänderung der Verordnung vom 13. Mai 1867 und des Zusatzgeses vom 25. Juli 1876, betreffend Ablösung der Waldservituten, zu bewirken. — Auf Antrag des Referenten Grafen Zieten-Schwerin beschließt das Haus, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen.
Dritter Gegenstand der Tagesordnung ist der mündliche Bericht der Budgelkommission über die Petitionen der Mitglieder des Götting'n - Grubenhagener Zweigvereins des evangelischen LehrerbuudeS rc, welche beantragen, die beffcre Besoldung der älteren ländlichen L hrer zu bewirken. Der Berichterstatter Graf zur Lippe beantragt namens der Kommission, die Petitionen der Staatsregierung znr Erwägung zu überweisen, und das HauS beschließt demgemäß.
ES folgt der mündliche Bericht derselben Kommission über die Petition der Aktuare im Bezirk deS Ober-LandeS- gericbts zu Naumburg a. S. mit dem Anträge, die Aufnahme der für ihren Verbands - Gerichtsbezirk beantragten ctaismäßigen uns ständigen Diätarenstellen in den StaatS- hausbaltseiat event. die Erhöhung der Fonds zur Annahme ständiger Gehilfen zu bewirken und über die Petition der Gerichtsschreibergelulfen zu Naumburg und Erfurt mit dem Anträge dabin zu wirken, daß das Gehalt der ä testen Ge- riätsschreibgrgehilfen, welche vor der GerichlSorganisation die höchsten Gehaltsstufen erreicht hatten, auf 2400 M. erhöbt werde. — Der Referent Herr Stephan bean-
tragie: die erstere Petition in betreff der Büreaudiätarien der königlichen StaatSregierung zur Erwägung zu überweisen ; über den zweiten Teil derselben in betreff der Militäranwärter zur Tagesordnung überzuzchen, die zweite Petition aber zur Beratung im Plenum nicht für geeignet zu era t ten.
Gras v. d. S ch u l e n b u r g wünscht im Interesse der Gerechtigkeit, den ersten T it der ersten Petition der Staatsregierung nicht bloß zur Erwägung, sondern direkt zur Berücksichtigung zu übeiweisen. — Der Negierungskommissar Geh. Justizrat Schmidt giebt zwar zu, daß manche Uebelstände in der Justizverwaltung noch zu beseitigen seien, die Darlegung der Petition leide jedoch an Uebertreibung. Der Antrag deö Grafen Schulenburg wird hierauf abgelehnt, der der Kommission angenommen.
ES folgt der mündliche Bericht der Kommission für Handel und Gewerbe über die Petition des KreiöausschusseS des Kreises Oppeln, welcher beantragt, die Beihilfe deS Staates für den Bau einer festen Brücke über eie Oder bei Krappitz zu erwirken. Der Referent Graf Pückler beantragt namens der Kommission, die Petition der Regierung zur Erwägung zu überweisen. — Dr. Stephan konstatiert, daß die Zustände bei Krappitz mit Rücksicht auf den sehr lebhaften Verkehr ganz unerträgliche seien, und bittet, dem Anträge der Kommission zuzustimmen. DaS HauS beschließt demgemäß.
Der letzte Gegenstand der Tagesordnung ist d r mündliche Bericht der Geschäftsordnungskommission über das Schreiben deS Justizministers vom 26. Jan. er. betreffend die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung der Beleidigung des Hcrrenhausts durch die Breslauer „Montags- zeitung". Der Referent, Herr v. Wiedebach empfiehlt namens der Kommission, die Ermächtigung nicht zu erteilen, und das Haus tritt dem Anträge bei. Schluß der Sitzung 2 Uhr 45 Minuten. Nächste Sitzung morgen 11 Uhr. Tagesordnung: Landgutordnung für die Provinz Westfalen.
In der heutigen (19.) Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses wurde die am Dienstag abgebrochene Beratung des Etats des Ministeriums deö Innern wieder ausgenommen.
Abg. Dirichle t setzte seine neuliche Kritik der inneren Verwaltung fort. Er betonte wiederholt, daß der Minister des Innern den SelbsiveiwaltungSkörpern nicht die ihnen gebührende Stellung einräume, und suchte seine Argumentation durch zahlreiche Details zu belegen. Namentlich kann er keinen tatsächlichen Grund erkennen, weshalb der schon neulich mehrfach genannte Herr Ahrenö in Ostpreußen nicht zum Kreisdeputierten bestätigt ist. Derselbe sei noch gegenwärtig Mitglied deö KreiSausschusseS, und wenn gravierende Umstände gegen ihn vorlägen, möge doch ein
Disziplinarverfahren eingkleitet werden, um im kontradiktorischen Verfahren die Thatsachen richtig zu stellen.
Minister deS Innern v. Puttka mer betonte, nachdem er persönliche Insinuationen deS Vorredners zurückgewiesen, daß zwischen ihm und dem Herrn Ministerpräsidenten be- züglich der Selbstverwaltung kein Widerspruch bestehe. Im übrigen frage er, welche Ausdehnung die Etatsberatung nehmen sollte, wenn über Zerwürfnisse innerhalb eines landrätlichen Kreises daS Abgeordnetenhaus zum Forum gemacht werden wollte. Dann könne dasselbe die ganze laufende Verwaltung unter Kontrolle nehmen und sich für permanent erklären. Herr Dirichlet habe zugleich, offenbar auö politischen Gründen, die Gelegenheit zu dem Versuche benutzt, ein Mitglied des HauscS, seinen politischen Gegner, durch unerwiesenc Behauptungen in den Augen deS Hauses, und speziell seines KreiscS, herabzusetzen: ein Verfahren, wofür ihm der parlamentarische Ausdruck fehle!
Abg. Rickert hält eS dagegen für daö verfassungsmäßige Recht des Hauses, die laufende Verwaltung zw kontrollieren. — Hauptsächlich beschäftigt er sich mit der letzten Wahl im Kreise Herzogtum Lauenburg und dem Verfahren deS Landrats von Bennigfcn-Förder. In bezug auf die Person deö Letzteren könne man sich mit dessen öffentlich abgegebenen Erklärungen beruhigen, und insoweit, als es sich um die Person dieses Herrn handle, die Sache auf sich beruhen lassen. Aber wie habe sich der Herr Minister verhalten? Durfte er zulassen, daß auf gründ deS allein auf dem Verwaltungswege zusammengebrachten Materials das bekannte Pamphlet zwei Tage vor den Wahlen gegen den Herrn Beding veröffentlicht wurde? UebrigenS liege die besondere Erschwerung deS Falles darin, daß daS Vorgehen des Herrn v Bennigsen-Förder seine Stütze bei dem Obei Präsidenten gefunden habe, der sein Verfahren auf die Aussagen zweier Zeugen gestützt habe, von denen der eine ein schwerhöriger Mann, der andere auSzewandert sei, während die Unwahrheit der Verleumdungen leicht zu ermitteln gewesen wäre, wie dann auch demnächst 39 durchaus glaubwürdige Zeugen das völlig Unwahre aller Anschuldigungen bezeugt hätten. Erst am 1. Februar habe der Oberpräsident seinen bezüglichen Antrag bei der Ritterschaft zurückgezogen. Sollte nun damit die Sache erledigt sein? Eine andere Sühne sei nötig; drö erfordere das Jntereffe aller Parteien. Tie Autorität der staatlichen Amtsgewalt dürfte durch die Träger derselben nicht gemißbraucht werden.
Minister des Innern v. Puttkamer stellte zunächst dem Vorredner gegenüber richtig, waS er bezüglich der Kontrolle der Verwaltung durch daS Abgeordnetenhaus vorher gesagt hatte. — In der Sache selbst mißbilligt er durchaus die V röffentlichung der qu. Flugblätter. Ein Disziplinarverfahren gegen den Herrn v. Bennigsen wäre aber auSgcscklossen gewesen, nachdem Herr Bcrling daS
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Unter falschem Name«.
Von Ellen Lucia.
(Fortsetzung.)
„Ei, sehe einer den Professor I" neckt der Rezensent, der den Gnichtm wacker zugesprochcn hat sich zu ibm hinüberbengend. „Strafe muß sein, denken wohl auch siel
Nur gut, raß unsere liebenswürdige Wirtin —"
„Solch einen ehrs men Hagestolz viel zugute hält!" ergänzt cer junge Bildhauer.
„Obschon derselbe von einer alten Pfleaetante täglich zum heiligen Ehestand gedrängt wird, wenn die Fama recht berichtet."
„Heiraten Sie nicht, Herr Prof ffor," warnt der Komiker, vergnügt auf feine junge Fran blickend, „ich rate Ihnen gut."
„Mein Mann spricht aus Erfahrung!", scherzt auch sie; und steht mau eS Beiden an, wie glücklich sie sich fühlen.
„Nun denn," — ihr Gemahl ist aufgestanden und schlä. t an sein GlaS, — wenn ich denn roch die Erfahrung für mich habe, — meine Frau und ich sind ja die einzigen Verheirateten unter ihnen, darum darf ich'S schon wagen, Sie zu bitten, — mit mir auf das Wohl aller Jünglinge und Jungfrauen anstoßen zu wollen, auf daS Wohl derer die es sind und bleiben wollen!"
Der Professor setzt unbenutzt fein GlaS wieder nieder. »Erst begründen," sagt ein anderer der Gäste.
»Ja, so sind die jungen Leute," scherzt der Komiker: uimmer mögen Sie sich raten lassen. Und wenn Jüngling Und Jungfrau sich nicht mehr wollen raten lasten, dann wollen sie sich selber raten, nämlich heiraten; d. h. in den
Stand der heiligen Ehe trrtii. „Ehe" bemerken eie Mt Doppelsinn des Wörtleins wohl? Ede sic sich haben, haben sie sich lieb; koch nur wir; doch nur wir, von der Bühne halten an solchen elften Liebhaber voll-n mit Vorliebe scsi, im L ben wechseln Name und Nolle gar schnell. — G-bt alles gut, und das junge Paar ist „v rfprocken", — hu,
welch neues doppelsinniges Woit, so werken kie Ringe gewechselt, als ob ein Bund, der ewig dauern soll, schon mit einem Wechsel beginnen dürfe!"
„Wechselacceptc sind auch tonst gefähihch," neckt der Commerzicurat, ter seine Zwischcnrcden nicht lasten kann.
Den Sprecher stört es nickt.
„Dann kommt'S zur Hochzeit, ter Liebe höchste, schönste Zeit; und wie mit jedem Ding tas seinen Höhepunkt erreicht hat, — muß es naturgemäß wieder bergab gehen."
„Warte!" droht deS Komikers hübsche junge Frau.
„O weh, die Gardinenpredigt hernach! '
„Die Ehehälften bilden nun eine Familie; familia nannte ter Römer auch seine Sklaven; und auch in ter Ehe wird einer der Sklave be« andern, ein halbe« nur, denn zwei Hälften erst bilden ein Ganzes. Eine „ge- schlostene Gesellschaft" auch bilden sie, denn kein Dritter darf darin ausgenommen werden. — WaS nun noch von den gepriesenen Flitterwochen sagen? Schon im Worte liegt'«, daß eS nicht Monde oder Jahre sind. Was von der „Mitgift" noch reden; eS sind Alles gar zu doppelsinnige Wörtlein! Nein, meine Herrschaften, lasten Sie sich warnen!
„Nur gut, daß Du nicht in Turin gelebt", zürnt die junge Frau, „da hätten Dich die Frauen wohl auch zur Stadt hinausgetrieben, wie einst den italienischen Juristen, der sechs Bände „wider die Heirat schrieb."
„Sähest mich lieber wohl zu Grabe getragen,, wie Heinrich Frauenlob von den Frauen Meißens?"
„Nun wohl, den Damen alle Ehre, allen Jünglingen un Jungfrauen aber ein fröhliches Hoch!"
Die Gläser klingen munter aneinander.
„Gut nur, daß Ihre alte Tante den Trinkspruch nicht gehö t," neckt Rosen.
„Sie, mein gnädiges Fräulein, nicht wahr", wendet er sick an seine Nachb-.rin, „stoßen schon unbefangener etauf au?"
„Für eine geprüfte, ehrsame Lehrerin hat er wenig Gefahr."
„L hrerin? Sie, eine solche RespektionSperson? Scherz!" Rosen hat sich munter mit Fräulein Werner unterhalten, um c6 glaubhaft zu finden.
„Soll ich Ihnen zur Bestätigung meiner Worte etwa mein Diplom einsenden?"
„Und bitte, welchen Doktorgrad haben Sie erworben?"
„Berichten Sie nichts, verehrtes Fräulein!" ruft der junge Bildhauer über den Tisch herüber. „Der Doktor bringt alle« zu Papier."
„Ich mit der Feder, Cie mit der Scheere. Kommt nur daraus an, welche die spitzeste ist. Schattenbilder schaffen wir Beide. — Aber Scherz bei Seite, bestes Fräulein, ich Hörle einmal gerne recht frisch und unbefangen vom L hrerinnenleben plaudern. Man fängt an, sich zu erinnern, daß die Lehrerinnen in Alter und Krankheit auch leben wollen, und da wird jetzt viel geredet und geschrieben von Pensionsklasten, Feierabendhäusern, und waö weiß ich!?"
„Ja, darüber, wie cö als Lehrerin sich lebt und leidet, davon weiß auch ich noch nichts, nur wie man'« wird."
(Fortsetzung folgt.)