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a«.eiaen nimmt entgegen: L örp-diti-n d BlatteS, ^«ied.Ännoncen-Bureaur 1°®^ Dietrich u. Co. tn » iv,i und Hannover; Th. liftrid) in Frankfurt a.M.; filafenftein u. Vogler tn sran&t a- M-, Berlin, G Köln K-; Rudolf Mm Berlin, Frank- furt a. Ri- 2C.
JlTorßucg, Sonnabend, 25. Februar 1882
xvii. Lohrgaig
ZÄMIg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d-Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. 6e. in Frankfurt a. M.; JLgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS tn Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn, und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition lK o ch'sche Buchdruckeret) bezogen 2'/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebilhr.) - Insertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfa.
Für tn der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adrefsen werden 25 Pfg. berechnet-
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Illustriertes SonntagSblatt v0)1 allen Post - Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen.
Bom Landtag.
Berlin, 23. Februar.
In der heutigen (7.) Sitzung des Herrenhauses ist der erste Gegenstand der Tagesordnung: Einmalige Schlußberatung über den Gesetzentwurf, betreffend Abänderung der Verordnung über die Bildung und den Ge- schästskreiS eines evangelisch - reformierten Konststorii in der Stadt Frankfurt a. M. vom 8. Februar 1820, sowie tc8 organischen Gesetzes vom 5. Februar 1857 über Abänderung einiger die evangelisch-lutherische Kirchenverfassung berührenden Bestimmungen der KonstitutionS-ErgänzungSakte der Stadt Frankfurt a. M. —Der Referent vr. Weigel beantragt, den Gesetzentwurf in Uebereinstimmung mit dem Abgeordnetenhause zu genehmigen. Graf Zieten-Schwe- tlu beantragte dagegen, die Vorlage dahin abzuändrrn, daß nicht, wie die Vorlage Vorschläge, das eine Mitglied von dem Magistrat zu Frankfurt gewählt, sondern daß beide Mitglieder des evangelisch-reformierten Konststorii von Sr. Majestät dem Könige ernannt werden, und empfahl diesen Antrag zur Annahme. Herr v. Patow (Magdeburg) empfahl, diesen Antrag abzulehnen und Graf zur Lippe schloß sich diesem Anträge an. Man wiffe nicht, welche politische Gründe vorgewaltet haben mögen, um den im Regierungsentwurf vorgeschlagenen Modus zu wählen. — Nachdem auch der N.gie ungökommissar, Ministerialdirektor Bark haus en, die Ablehnung der Anträge deS Grafen Zieten-Schwerin empfohlen, und Herr v. Winterfeld gleichfalls gebeten, das gute Verhältnis mit Frankfurt nicht zu stören und die Anträge abzulehnen, ergriff der Antragsteller Graf Zieten-Schwerin das Wort, um seine Anträge nochmals zu empfehlen. — Baron v. Senfft empfahl, die Vorlage an eine Kommifsiou zu verweisen. — Der Kultusminister von Goßler nahm Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die bi sondere Beratung in einer Kommission auch wohl keinen anderen Erfolg haben werde. Das Kirchcnregiment habe die Sache reiflich erwogen und habe den vorgcschlagenen Ausweg als den geeigneten er- funden, und er betone, daß S^Majcstät wünsche, in dieser Weise die Angelegenheit zu tegeln. — Nach einigen Bemerkungen des Baron v. Senfft, fowie des Antragsteller und des Referenten wurden die Anträge des Grafen Zictcn-
Unter falschem Kamen.
Von Ellen Lucia.
(Fortsetzung.)
„Auch mir," sagt sie ehrlich; „fle ist fest entschlossen, dem treuberzigen Nachbarn gegenüber auch nicht zu der leisesten Täuschung weiter die Hand zu bieten, so viel sie kS hindern kann. „Mein Vater war ein Deutscher."
„War? So haben auch Die die Eltern früh verloren?
„Die Mutter lebt mir noch," — und der einsamen blinden Frau gedenkend, die sie zum ersten Male für einen langen Abend ihrer Einsamkeit überlassen, um diesen letzten Abend ihres Hierseins mit Clara Werner zu verleben, setzt sie in auf» astender S etbstanklage hinzu: „und fast bebaute ich, sie so allein gelassen zu haben."
Der Professor schaut sie befremdet an: „Sie bedauern weine Gesellschaft? Sie haben Recht, ich war nicht eben liebenswürdig. Lassen sie unö fortan beffere Nachbarschaft halten. Nicht war, Sie sind doch auch gern fröhlich mit dm Fröhlichen?"
„Gewiß — aber —"
„Ich verstehe, Sie wüßten auch die Frau Mama gern in froher Gesellschaft. Mir ergeht eS ähnlich! Auch in meiner Junggesellenwohnung habe ich eine alte Tante oft ungern allein gewußt, während ich mit Anderen fröhlich mar; und doch, wenn ich heimkam, freute ich mich darauf, «hr gut-ö altes Gesicht zu sehen; und sogar ihr Zürnen über mein langes Ausbleiben that mir wohl. Jetzt er« wartet mich niemand, und daS ist gar so einsam. Sie lönneu doch der Frau Mama alles erzählen, was sie heute erlebt haben, aber ich —"
Seine Nachbarin schüttelt verneinend den Kopf.
Schwerin mit großer Majorität abgelehnt und der Entwurf in der vom Abgeordnetenhause angenommenen Faffung der Regierungsvorlage angenommen.
Der zweite Gegenstand der Tagesordnung war die einmalige Schlußberatung über den Gesetzentwurf zur Ergänzung des Gesetzes b treffend die evangelische Kirchenver- fassuug in den acht filteren Provinzen der Monarchie vom 3. Juni 1876. — Der Referent Graf zu SclmS- Baruth beantragte, die Vorlage in Uebereinstimmung mit dem Beschlüsse deS Abgeordnetenhauses unverändert zu genehmigen. DaS HauS beschloß demgemäß.
ES folgte die einmalige Schlußberatung über den Gesetzentwurf, betreffend die Ablösung der an die Stadt Berlin für Uebernahme der fiskalischen Straßen- und Brückenbaulast in Berlin zu zahlenden Rente. Auch diese Vorlage wird debattelos genehmigt.
Herr v. Woyrsch erstattete hierauf mündlichen Bericht im Namen der verstärkten Kommission für die Agrarverhältnisse über die Petition der Bürgermeister des Regierungsbezirks Trier mit dem Anträge, eine authentische Deklaration der Bestimmungen in § 9, Al. 2 des Forst- diebstahls - Gesetzes vom 15. April 1878 herbeizuführen, und empfahl, die Petition der Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen. Nachdem Herr Stumm diesen Antrag ebenfalls empfohlen, wurde der Antrag der Kommission angenommen.
ES folgt die einmalige Schlußberatung über den Rechenschaftsbericht über die weitere Anssührung des Gesetzes vom 19. Dezember 1869 betreffend die Konsolidation preußischer Staatsanleihen. Der Berichterstatter Graf v. d. Schul en- burg-Angern beantragt, den Bericht durch Kenntnisnahme für erledigt zu erachten, und daS HauS beschließt demgemäß.
Den Schluß der Tagesordnung bildete die einmalige Schlußberatung über den 33. Bericht der Staatsschulden- Kommisston betreffend die Verwaltung des Staatsschulden- wesenS im Rechnungsjahre vom 1. April 1880/81 und die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses über denselben. Der Referent Graf v. d. Schulenburg-Angern beantragte, die Decharge zu erteilen, und das Haus trat diesem Anträge debattelos bei.
Schließlich teilte der Präsident mit, daß die Kommission für das kirchenpolitische Gesetz sich konstituiert habe. Vorsitzender ist Graf Brühl, Stellvertreter Graf zur Lippe, Schriftführer Graf Dönhof - Friedrichstein, Stellvertreter Hr. Hache-
Schluß der Sitzung 33/< Uhr. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung: Petitionsberichte.
Das Abgeordnetenhaus trat in seiner heutigen (18.) Plenarsitzung In die zweite Beratung dcS Gesetz entwurfS betreffend die Verwendung der JahreSüberscbüffe
„Nicht? Also auch junge Damen haben ihre kleinen Geheimnisse? Sogar vor der Fran Mama."
DaS errötete Gesichtchen hat sich bei der Frage tief hinabgeneigt. „Sollten ernstere Gründe dergleichen nicht entschuldbar machen?" fragt sie zurück
Wieder rubt der Blick teS Professors forschend auf ihren Zügen; er kann sich eines gewissen Interesses nicht erwehren.
„Es scheint, ich bin wieder unliebenswürdig gewesen," sagt er abbittend; „Sie schauen so ernst drein! Seine kleinen Geheimnisse hat wohl ein jeder."
„Aber nicht einen jeden bedrücken sie!"
„Niederdrückend, denke ich, dürften wir sie auch nur bann empfinben, wenn eS durch sie eigene Schuld zu verbergen gilt."
„Dasselbe habe ich mir oft gesagt, und doch wirkt es beruhigend, auch von Anderen die Bestfitigung zu hören. Aber — wenn eS sich um absichtliche Täuschung handelt, sollte auch da die gute Absicht die Schuld von uns nehmen können?*
„Weshalb nicht? Als Arzt bin ich oft in gleicher Lage. Gar häufig muß ich selber raten, den Schwerkranken in irgend einer Täuschung zu erhalten, eben weil nur so seine Genesung möglich erscheint. Unb doch schon um der möglichen Konsequenzen willen hat mich solche Unwahrheit — trotz ihrer guten Absicht — oft schwer bedrückt! Sie wiffen wohl; wer ein Mal lügt, muß oft zum Lügen sich gewöhnen —"
„Denn sieben Lügen braucht'S, um eine zu beschönen. Ich kenne baS Dichterwort."
„Wie feierlich Sie das sagen! Und dabei schauen sie so ernst darein, wie eS zu dem fröhlichen Hellen Klange
der Verwaltung der Eisenbahnangelegenheiten ein. Die Kommission beantragt, den § 1 folgendermaßen zu fasten: „Die Jahresüberschüste der Verwaltung der Eisenbahn- Angelegenheiten werden vom EtatSjahre 1882/83 ab für folgende Zwecke Inder nachstehenden Reihenfolge bzw. verwendet: 1) zur Verzinsung der jeweiligen StaatSeisenbahn- kapitalschrrld (§ 2); 2) zur Ausgleichung eines etwa vorhandenen Defizits im Staatshaushalt, welches andernfalls durch Anleihen gedeckt werden müßte, bis zur Höhe von 2200000 M.; 3) zur Tilgung der StaatSeifenbahnkapital- schuld nach Maßgabe deS § 4 dieses Gesetzes. Unter Ueberschüssen der Verwaltung der Eisenbahnangelegenheiten im Sinne dieses Gesetzes find die Beträge zu verstehen, um welche die Einnahmen die ordentlichen Ausgaben über- steigen, nachdem in die letzteren die Zinö-, Renten- und Amortisationsbeträge aus den mit Privat-Eisenbahngesell- schäften vom Jahre 1879 ab abgeschlossenen Betriebs- und EigentumS-UeberlassungSverträgeir eingerechnet sind."
Mit diesem durch die Kommission in den gesperrt gedruckten Worten abgcfinbetten § 1 wird zugleich die Diskussion der von der Kommission gestrichenen §§ 2 bis 4 der Regierungsvorlage verbunden. Zu 8 4 der Kommissionsbeschlüsse, welcher gleichfalls zur Diskussion gestellt wird, und die regelmäßige Amortisation der StaatSeisen- bahnkapitalschuld regelt, haben bieSlbgg vr. Hammacher unb Kalle den Antrag gestellt, die Nr. 2 zu streichen, wonach die Tilgung derart zu bewirken sein soll, daß der zur Verfügung stehende Betrag von der Staatseisenbahn« Kapitalschuld abgeschrieben, und demnächst zur Deckung der zu Staatsausgaben erforderlichen Mittel, welche andernfalls durch Aufnahme neuer Anleihen beschafft werden müßten, verwendet wird. Eventuell wollen die Abgg. Hammacher und Kalle die Nr. 2 des § 4 wie folgt fassen: „Demnächst zur Deckung solcher für Neu- und Erweiterungsanlagen von Staatseifenbahnen erforderlichen Mittel, welche andernfalls durch Aufnahme neuer Anleihen beschafft werden müssen. Abg. Kalle führt zur Begründung seines Antrages aus, daß die Staatseisenbahn-Verwaltung In gewissem Umfange eine finanzielle Selbstständigkeit haben müsse. Er halte dies notwendig für die Finanzverwaltung des Staates selbst, und auch im Interesse der Förderung der allgemeinen VerkehrSinteresien. Eine solche finanzielle Selbstständigkeit biete überdies die beste Garantie gegen tendenziöse Ausstellung des Eisenbahnetats und für eine rationelle Eifenbahnverwaltung. Eine solche Selbstständigkeit würde auch gegen ein ungebührliches Andrängen auf Herabsitzung der Tarife schützen. Von seinem Standpunkte aus komme er notwendig zu der Forderung der Bildung eines Reservefonds. Die Höhe desselben werde sich richten müssen nach den erfahrungsmäßigen Schwankungen der Ueberschüffe, andererseits nach den Aufgaben, die man dem Reservefonds auferlegt.
ihrer biegsamen Stimme gar nicht stimmen will. — Wissen Sie, daß gerade Stimme unb Mienenspiel bei Ihnen in seltsamem Widerspruche stehen? Ihr Gesicht schaut ernst und befan.cn drein, und in Ihrer Stimme Hingt eine so fröhliche Zutraulichkeit, daß man Ihrer igenen Anklage nimmer glauben möchte. Freilich dir Frauen, He immer nur der Wahrheit leben, bekommen, wie der Dichter sagt, in ihrem Aeußeren etwas Strenges, Zurückhaltendes, von dem ihr Herz nichts weiß. Ober ist du» viel!eicht nur eine Eigentümlichk it der englischen Damen unb Schuld des englischen Nebels? — Ja, nun lachen Sie! — DaS ist recht. Wüßten Sie, wie gut dies fröhliche Aufl-uchteir Ihnen steht, Sie lachten öfter. Solch frohes Lachen erhält jung unb gefunb."
„Uns einsam lebenden Frauen wird nut nicht allzu oft Gelegenheit, die Zauberkraft reS Heilmittels zu erproben. Wenn niemand unseres Lächelns sich erfreut, bann verlernt eS sich schnell."
„Niemanb? DaS sagen Sie, bie Sie soeben noch schmerzlich bedauerten, Ihr Mütierlein allein gelassen zu haben?"
„Meine arme liebe Mutter. Da liegt ja eben schon ein Teilchen jener TLuschungsschuld! Mein Mütterchen ist es zufrieden, wenn meine Stimme nur fröhlich klingt; mein Lächeln wäre doch für sie verloren, — sie ist blind!"
Halblaut ist in dem allgemeinen Stimmengewirr die Unterhaltung geführt; stockend, unb nur dem Professor verständlich, erklangen die letzten Worte.
Voll aufrichtiger Teilnahme reichte er seiner Nachbarin die Hand.
(Fortsetzung folgt.)