jltaröurg, Donnerstag, 16. Februar 1882.
xvii. Jahrgang
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vom Landtag
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intthl*. Abaeordnetenhauses trat dasselbe, nachdem der Präsident |UllU||| ct r.auje Kenntnis von der Zurückziehung der GesetzeS-
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Forsten mit der landwirtschaftlichen Verwaltung erwies sich ■Tip jm allgemeinen Landeökulturinteresse als vorteilhaft, beson- ■ IIV ders bei der Wasserkultur. Wenn auch Vorlagen in dieser
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nicht geringen Teil gefehlt.
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Richtung jetzt nicht gemacht werden könnten, fo würde doch eine ausreichende Dotierung deS Meliorationsfonds für die Zentralstelle erwünscht sein, denn die Landwirtschaft sei vor allen Wirtschaftszweigen am meisten auf die Staatsunterstützung angewiesen, weil sie trotz deS intensivsten Betriebes immer noch von elementaren Gewalten abhängig sei. Der Reichskanzler habe sich ein hohes Verdienst damit erworben, daß er diese Fürsorge in die Hand genommen habe.
Die Titel 1 bis 4 werden unverändert genehmigt. Bei itcl 5 (Einnahmen aus den See- und Mineralbädern) ringt Abg. Köhler den im letzten Sommer in Norder- ey stattgehabten Unglücksfall zur Sprache und fragt an, ib utb mit welchem Resultate die Untersuchung eingeleitet erden sei. Minister Lucius: Die Untersuchung ergab, ß eö an dem Notwendigsten gefehlt hat, wodurch beide Damen hätten gerettet werden können. Die Verwaltung des Bades ist nicht damit zu entschuldigen, daß sie nachher das Erforderliche eingerichtet hat. Etwas mildernd ist die Thatsache, daß die Vorrichtungen deS Bades von der hannoverschen Verwaltung überkommen sind. Seitens deS Ministeriums und der Finanzdirektion Hannover ist daS Erforderliche beschafft worden, um in jeder nur denkbaren Weise für die Sicherheit der Badenden sorgen zu können. Abg. W i n d t h o r st wendet sich gegen die Behauptung des Ministers, daß den überkommenen hannoverschen Einrichtungen ein Teil der Schuld zugeschrieben werde; cS habe vielmehr an genügender Vorsicht seitens der Badenden zum
.,lage, bctr. eine Anleihe für 1882/83, gegeben, in die -weile Beratung des Etats, und zwar zunächst deS Etats Domänenverwaltung, ein. Abg. Sombart bemerkt, daß sich ttc Landwirtschaft in nicht so günstiger Lage befinde, als nach den rechnungsmäßigen Darlegungen bei den Nervachtungen angenommen worden sei. Der Redner ersucht, die Pächter bei Meliorationen möglichst zu unterstützen. Abg.' v. M i n n i g e r o d e weist darauf hin, daß die Neu- vervachtungen wiederum niedriger erfolgen müßten, wie in früheren Jahren, und daß die Parzellierung größerer Güter richt den Erfolg gehabt habe, den man sich versprochen. LaiidwirtschaftSminister vr. L u c i u S: Ein seßhafter Kassä- tenstand kann nur durch die ErbzinSeinrichtung geschaffen werden, durch die Parzellierung kann dies nicht erreicht werden, weil sie in mangelndem Inventar bedeutende Schwierigkeit findet. Die Vereinigung der Domänen und
Berlin, 14. Februar.
der heutigen, erst nach 1 Uhr eröffneten (12.) Sitzung
Aufhorchcnd wohl bei dem herannahenden Männertritte verrät doch k ine Bewegung, daß sie ihn erkannt habe oder ihn willkommen heiße. Abwehrend nur ist die feine Hand ausgestreckt.
Der Offizier zuckt zurück; doch keiner Schuld sich bewußt, tritt er näher: „Gnäd'gt grau, ein aller Freund ihres Hauses, Arthur von Zollern, kommt Sic zu bitten, so lange mit seiner Gesellschaft fürlieb nehmen zu wollen, bis Fräulein Anna ihrer Samariterpflickt genug gethan."
Langsam heben sich die Auacnwimpern, nno der junge Mann hat Mühe, einen Aufruf deS Schreckens zu untei» drücken, geistlos schauen Sie ihn an. Was er nach der Unterredung, die er erlauscht, vorahnend gefühlt, findet er
das neue Kabinet, die Regierung der vertagten Revision und Reformen, verstanden, sich zu befestigen und eine Majorität in der Kammer zu verschaffen. Aus dieser Thatsache wird große Reklame gemacht unb baß sie einen so beruhigenden Eindruck im Lande machen konnte, beweist, wie wenig man darauf gerechnet hatte. In Wahrheit ist eö mit dieser Regierungsmajorität aber nicht allzu viel verheißend bestellt. Wenn man die Abstimmung am 6. Februar, welche das Vertrauensvotum ergab, genauer besieht, so ist die Majorität doch etwas sehr bunt aus verschiedenen Parteien zusammengewürfelt. So erklären schon jetzt die Intransigenten, welche diese Majorität bilden halfen, in der „Justice", daß sich diese Abstimmung nur gegen Gambetta richte, dessen Wiederaufkommen verhindert werden müsse; daß aber die fernere Unterstützung der Regierung von dem Grade abhängen werde, in welchem sie mit den Reformen vorgehen würde. Die zweihundert Deputierte, welche sich der Abstimmung enthielten, dürften ebenfalls als regierungsfeindlich angesehen werden. So beträgt die bunt zusammengesetzte Regierungspartei nur etwa 4 bis 6 Stimmen über die absolute Majorität und man geht nicht. zu weit, zu sagen, daß diese nur durch gemeinschaftlichen Haß gegen Gambetta, den Autokraten, hervorgerufen ist. Wenn dieser Haß einmal erkaltet sein wird, dann fällt sie ganz von selbst zusammen. Und er wird bei dem französischen Temperament sehr rasch erkalten, sobald nur erst eine neue Emotion da ist, welche an seine Stelle treten kann.
Außer den inneren Schwierigkeiten, welche darin bestehen, die Majorität in einer durch und durch korrumpierten Kammer zu bewahren, die in unzählige Fraktionsund Interessengruppen gespalten, weder ein einheitliches Programm der Regierung noch der Opposition zu schaffen im stände ist, bieten sich dem neuen Kabinet noch diejenigen dar, welche durch die äußere Lage hervorgerufen werden. ES zeigt sich, daß die Erbschaft der Politik, der 72 Tage auf irgend eine Weise angetretcn werden muß. Während dieser kurzen Zeit hatte Frankreich zum erstenmale seit seiner nationalen Erniedrigung ein Einverständnis mit einer europäischen Großmacht geschaffen, um seine seit 1871 verstummte Stimme wieder einmal im Rate der Völker hören zu lassen. England hatte begonnen, Vertrauen auf ein stabiles Regiment in Frankreich zu fassen und war geneigt, in ein näheres Bündnis einzugehen.
Es war bereits Gambettas Plänen in Egypten beigetreten, und eö ist noch unbekannt, in wieweit Gladstone und Charles Dilke sich engagiert hatten. Nun ist diese Politik in Frankreich durch eine neue Eintagsrichtung wieder inS Schwanken geraten. Die Zusagen müssen desavouiert werden; Freycinct will sich in kein auswärtiges Abenteuer einlassen und England steht isoliert da. Der europäische Friede wird mit großer Genugthuung von dem
Unter falschem Raine«.
Von Ellen Lucia.
(Fortsetzung.)
Der Offizier hält den Kopf tief gesenkt; er mag nicht ausblicken, die Unterhaltung nicht zu stören. Verstohlen nur blickt er nach der Schwester aus, daß sie seine Vermutungen bestätigend ihm zu Hülfe komme; aber dieselbe ist fern.
Ein Kind macht in seiner Nähe die ersten Versuche im Schlittschuhlauf; eö hat der ungeübten Kraft zu k-ck ver- vertraut: der Fuß gleitet und mit schmerzlichem Aufschrei liegt cS hülflos am Boden.
„Verzeihe, Mama, einen Augenblick nur! Lehne Dich hier an den Baum, ich bin sogleich zurück!" Die junge Dame ist zu dem weinenden Kinde hingeeilt und versucht mit freundlichen Trostworten eS aufzurtchten. Schnell ist Arthur neben ihr: „Solch Feenreigen kann, wie es scheint, den Sterblichen gefährlich werden!" sagt er freundlich, ihr seinen Beistand leistend; „aber sehen Sie, König Winter hat schützend seine Hand über den Kleinen gehalten, er scheint unbeschädigt."
Die junge Dame ist tief errötet, und verlegen erwidert sie dann die ehrfurchtsvolle Verbeugung des jungen Offiziers.
„Meine Hülfe scheint hier entbehrlich und vielleicht darf ich, während Sie dem Kleinen hier weiteren Tkost zusprechen, Ihrer Frau Mama mich nützlich erweisen."
Ohne ihre Entgegnung abzuwarten, hat er die Schlittschuhe abgestreift und ist auf Frau von Fürstenau zugedlt.
Zum ersten Male seit längerer Zeit steht er derselben gegenüber, und prüfend stiegt jein Blick über ihre Züge.
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„Isidore wird bedauern, daß ich ihr zuvorgekommen bin; sie wünschte überdies die Vermittlerin einer Bitte zu werden: Mama wünscht in der Festzeit alle näheren Bekannten unseres Hauses bei sich zu sehen, und da dürften auch Sie und Fräulein Anna uns nicht fehlen."
„Ich, Herr von Zollern? —Ich glaube, nachdem Sie mich in meiner ganzen Hilflosigkeit gesehen, stehen Sie selbst von Jlrer Bitte zurück. Anna Lndeß —"
„Fräulein Anna, nicht wahr, Sie sagen mir Gewährung zu?" eilte er dem von ihrem Samaritervienste zurück- kehrcnbcn jungen Mädchn entgegen.
„Dieselben Gründe, welche die Mama beeinflussen, Ihre freundliche Einladung abzulehnen, sind auch für mich bestimmend. Ich möchte — am wenigsten in der Festzeit — Mama nicht einen langen Abend allein wissen."
„Die stete Rücksicht auf mich wird Dich um jede Jugendfreude bringen. Herr von Zollern — “ sie hatte mit dem alten Anstande sich verneigt und leise dabei den Arm aus dem ihres Führers gelöst, — „ich hoffe, meine Tochter zu überreden."
Anna hat schnell, als ob sie ihre Rechte mit niemand teilen möge, den alten Platz an der Mutter Seite eingenommen.
„Du wirst von diesem ersten Ausfluge nach so langer Zeit ermüdet sein," sagte sie, das Gespräch abzubrechen und besorgt zur Mutter aufblickend. „Herr von Zollern wird unö entschuldigen, wenn wir an unsere Heimkehr denken."
Ohne eine Zustimmung abzuwarten, winkt sie eine der Droschken vom nahen Halteplatze herbei.
(Fortsetzung folgt.)
traurig bestätigt. ,
Seines Thuns kaum bewußt, bückt er sich auf bte auSgestreckte Hand nieber, um sie an feint Lippen zu ziehen.
Still wird eS geduldet; von keiner Seite will ein Wort über die Lippen. Leise legt er die Hand in seinen Arm und sie dort festhaltend, bittet er nur: „Nicht war, ich darf Sie in den Sonnenschein zurückführen? der Weg hier ist eben nicht sonnig."
Jedes hätte so vieles zu fragen und mehr noch zu berichten doch scheint es, al« ob keine» die rechten Worte finden könne; wie eine Erleichterung empfindet es jedes, als Anna sich zu ihnen gesellt.
„Wir haben heute lebhaft und wiederholt Ihrer gedacht, gnädige Frau," unterbricht der Offizier jetzt mutiger das Schweigen. „Isidore und ich hätten gern Ihnen unseren Gegenbesuch abgestattet, aber wir ermangelten Ihrer genaueren Adresse. Gestatten Sie mir, baldigst daS Versäumte nachzuholen." Er drückt bittend die Hand, die auf seinem Arme ruht, und fühlt leise den Druck erwidert.
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Minister Lucius wiederholt, baß er ber hannoverschen Verwaltung keinerlei Vorwurf gemacht, sonbern nur als ein milbernbeS Moment bk unveränberten Einrichtungen angeführt habe. — Die Position wirb hierauf genehmigt; ebenso werben die Einnahmen bis zum Schluß, desgleichen bk orbentlichen unb außerordentlichen Ausgaben des Domänenetats genehmigt.
Bet Titel 1 der Einnahmen des ForstetatS kam der Abg. Dr. Grimm auf die LoSholzberechtigmrg zurück. Er erkannte an, was der landwirtschaftliche Minister sowohl als die Staatsforstbeamten zur gerechten und billigen Handhabung der gesetzlichen Vorschriften gethan und ersuchte den Herrn Minister, die Sorge für die Berechtigten nicht außer Acht zu laffen, damit nicht eine etwas übergroße Pfiicht- eifrigkeit die Staatsforstbeamten zu Kollisionen führen möge. Speziell hob der Abg. Dr. Grimm die Beschwerden der Gemeinden in den früher» großherzoglich hessischen Gemeinden hervor und empfahl Aufrechterhaltung der Berechtigungen, Beibehaltung der alten Taxen Der Minister sagte bereitwillig die Prüfung der Beschwerden zu und die Abhilfe, wo sie begründet gefunden.
Die Einnahmen werden genehmigt. Kapitel 2 deS OrdinariumS wird bis Titel 15 unverändert angenommen. Bei Titel 16 wird durch Annahme zweier Anträge der Abg. v. HÜ n e und Vi r ch o w ein« Reihe von Etats- Positionen der Budgetkommtssion überwiesen. Dieser Titel und die folgenden werden unverändert bis zum Schluffe deS Kapitels bewilligt. Nächste Sitzung am Donnerstag um 11 Uhr: Weiterbcratuug des Etats.
Rach dem Sturze.
„Es ist ein alter Tik der englischen Nation, daß sie, wenn einmal ein großes Genie in ihrer Mitte entsteht, es nicht erkennt und zu verwenden versteht", sagte Sir John Falstaff in sich selbstpreisender Satyre. Eine ähnliche Sprache, aber in aufrichtigem Ernst, führen jetzt die spezifisch gambettistijchen Blätter. Ein Korn von Wahrheit ist in diesen Lamentationen enthalten. Denn welcher französische Staats- oder Volksmann der Gegenwart könnte sich wohl an Bedeutung mit Gambetta messen? Wenn cS noch eines Beweises für die große politische Ueberlegenheit und die populäre Macht deS Exkonseilpräsidentcn bedürfte, so wird derselbe jetzt durch die französische Presse gegeben. Diese ist in ihrer Gesamtheit mit allen sich sonst noch so entgegengesetzten Elementen (mit Ausnahme jener Spezialblätter) einmütig in ihrer Aburteilung Gambettas und in der Befriedigung über seinen Sturz. Dieser erscheint augenblicklich in Frankreich als der bestgehaßte Mann des Landes und das ist das sicherste Anzeichen, daß er bald der bestgefeierte Mann der Franzosen sein wird. Unter dem Schatten dieser allgemeinen Strömung, welche die unruhigen Geister einen Augenblick absorbiert oder paralisiert, hat eö