Einzelbild herunterladen
 

Marburg) Mittwoch, 25. Januar 1882

r 21

xvii. Jahrgang

R

Mjgrjr

fflr die Kombination der Aufnahme nicht | schränkt würde. Nachdem die Resolution

ins Gewicht falle to rh linrn K.» .......rx.« . . JU|0lU[10U

tenzeitg

‘1111(1

Pfg-

tu ante. -

44.

»ar

73

28

oft

. Geschäs! ht. G-si die Eys

lberflöte. ibcriptioi

loUj 100 101 : 101«

123 102 Hl

1011

Ust f

»J o 1 Sd

icht rrburg.

Jäckchen M

10 Pf । Ortschaft, welche in Wirklichkeit bisher zu wenig bei solchen iur. v« Aufnahmen berücksichtigt seien, am besten dienen würde, —-—wenn man sie davor bewahre, einen Appendix bei der Be­rufsstatistik zu bilden. Seine Bemerkungen, daß das finau-

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. 60. in

8r.

SS.

1

Ctt 88, \8- lii­er, en »lü

_ . - -«..v.i noch einmal vom

Antrag,teller gerechtfertigt, wird tiefdbc abgelchnt

Demnächst wurde der Antrag des Abg. Dr Paasche und Genossen: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, mit der im Jahre 1883 vorzunehmendcn allgemeinen Vieh- zählung d eine landwirtschaftliche Gewerbezählung zu ver­binden, in der Weise, daß gleichzeitig a) die Zahl der selbstständigen landwirtschaftlichen Betriebe; b) die Art deS Betriebes (ob mit o:cr ohne Viehhaltung, technische Nebcn- gcwerbe rc.); c) die soziale Stellung des BetricböinhabcrS (Eigentümer, Pächter rc.); d) rje Größe und der Umfang des Betriebes (nach der benutzen Bodenfläche und dem ge­haltenen Viehstande); e) die Zahl der beschäftigten Per- foneu; f) die landwirtschaftlichen Rebcngewerbe; g) die im Betriebe verwandten Kraftmaschinen und dadurch bewegten Arbeitsmaschinen erhoben werden, genehmigt. — In dritter Lesung wir» der Hamburger Zollanschluß-Gesetzentwurf ohne ,ede Debatte definitiv angenommen. ES folgt die Beratung von Petitionen.

rc . ers zut iuar 188$

r.

Bera.

Novelle von Leo Sonntag.

(Fortsetzung.)

„Ich versuchte ihr zu erklären, daß wir unS dennoch sieben könnten, ich führte ihr tausend Beispiele an, sagte ihr, daß cS unter ihren Kolleginnen keine gebe, die nicht einen Freund habe; daß die Welt dies sehr mild beurteile, " doch sie antwortete nur: „Nein, Alfred, ich habe ge­glaubt, Tu liebtest mich, und ich habe mich geirrt. ES d>ar ein schöner Traum, und ich kann Dir nur danken, Du mich ihn hast träumen lassen, aber daS Erwachen >st hart." In den glühendsten Worten versicherte ich ihr «eine Liebe, doch sie rang sich auS meinen Armen los und "ichts konnte den traurigen Blick aus ihren Augen ver- Mnen. Endlich ging ich.

anzi 5 versß 50, detz

if Wunfl

ins @cwl4t falle, wird vom Staatssekretär des Innern v. Bötticher bestritten. Die Hauplsacbe bleibe immer­hin die Berufsstatistik; und so gern die verbündeten Re­gierungen cS sehen würden, wenn ihre Vorlage angenommen wurde, so würde die Berufsstatistik doch auch ohne die Vieh­zählung zur Ausführung gclanden können. Der Antrag deS Abg. v. Wedcll « Malchow wird darauf abgelehnt und die Vorlage nach den Beschlüssen zweiter Lesung ange­nommen. Die übrigen Teile deS Entwurfs veranlassen keine Debatte. Der Gesetzentwurf wird darauf im ganzen definitiv in der Fassung der zweiten Lesung genehmigt.

Die Kommission beantragt außerdem folgende Reso­lution: den Reichskanzler zu ersuchen, 1. wie groß die im landwirtschaftlichen Betriebe benutzte Bodenfläche ist, 2. ob die Gewerbetreibende hauplKchlich für eigene Rechnung direkt für die Konsumenten oder für Magazine und Fabriken arbeiten. — Ter Abg. Dr. Hirsch und Gen. beantragen ferner, dieser Resolution hinzuzufügen: 3. wie viel Arbeiter (Gehilfen, Lehrlinge) in jedem einzelnen Betriebe befchästigt werden,, bezw. wie viele und welcherlei Motoren verwandt

(Anzeigennimmt entgegen: Tie Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux o Tb- Dietrich u. Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a-M.; Saasenstein u. Vogler in ffrantfurt a- M., Berlrn Krig. Mn »e.; Rudolf Mosse in Berlin, Frank- * furt a. M- rc.

00** Für die Monate Februar und März werden noch Bestellungen auf die

Oberhessische Zeitung

und deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntagsblatt

von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen. — Soweit der Vorrat noch reicht, erhalten neu zu­gehende Abonnenten einen Wandkalender von 1882 gratis beigefügt.

Vom Reichstag.

Berlin, bcir 23. Januar.

Der Reichstag trat in feiner heutigen (32.) Plenar­sitzung zunächst in die dritte Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Berussstatistik ein.

In der Generaldebatte hält Abg. Kräcker (Sozial­demokrat) eine genaue Definition bcS Begriffes „'Berufs- statisiik" für uotroenbig, ebenso wünscht er eine Lohnstatistik, die sich thatsachlich allerdings zu einer „Elendsstatistik" gestalten werde. Sein Parteigenosse F r o h m e betont, wie srüher, daß eS wünschenswert fei, die Hausindustrie besonders zu berücksichtigen.

In der Spczialdiskussion empfiehlt beim § 1 Abg. von Wedell-Malchow seinen Antrag, die Viehzählung wieder in den Entwurf aufzunehmen, da das im Interesse der Landwirtschaft liege, man auch, wie auS der Erklärung des Staatssekretärs des Innern hervorgehe, ohnehin bei der Berufsstatistik auf den Viehstand werde vielfach zurückgreifen muffen. Abg. Dirichlet betont, daß in der Kommission Landwirte aller Parteien sich gegen die gleichzeitige Vieh­zählung erklärt hätten, wäbrend Abg. Frhr. v. Göler sich für den Antrag des Abg. v. Wedell erklärt. Abg. vr. F r a n z sprach sich für die Beschlüsse zweiter Lesung aus; der RegierungSkommissar Geh. Rat Bödekrr

rckwaß

R. 1 20,1 cniPfal)l dagegen dem Hause im Interesse der Sache, dem ibcfen 161 ®ntrnfl des Aba. Wedell entsprechend, die Viehzählung in ihmaschinG Gesetzentwurf wieder aufzunehmen. Abg. v.Wedell- sntA »Malchow widerlegte die Bedenken, die Abg. Dirichlet ) bläu iMgen seinen Antrag geltend gemacht hatte. Abg. Dr. F r a n z betont darauf, daß man gerade den Interessen der Land-

kultu, Co. in Cai!

ch alle Be eingetr. 4

M indlung,^ mdlung,5

werden, 4. in welcher Form (durch Einzelne, Akiiengcsell- schaft, Genossenschaft, Kommune, Staat rc.) die Unter­nehmung betrieben wird. Abg. v. Köller hält die Re­solution in ihren einzelnen Serien zwar nicht präzis genug gefaßt, lehnt dieselbe aber nicht ab. Nachdem Abg. Kräcker seinen Antrag, weitere drei Punkte in die Resolution auf« zunehmen begründet und Dr. Franz sich über die ein­zelnen Punkte bet Resolution er kört hatte, würbe dieselbe mit dem Zusatzantrage des Abg. Hirsch angenommen, da­gegen der Antrag Kräcker abgelebnt.

Demnächst begründete Abg. Dr. Hirsch die noch be­sonders eingebrachte Resolution: den Reichslanzler zu er­suchen, im .'Inschluß an die BerufSstatistik bezüglich der Zivilarbeiter in sämtlichen ReichSbetrieben eine Erhebung über Zahl, Stellung, Beschäftigung, Lebens- und Dienst- alter, Lohnverhältnisse, Arbeitsdauer (nebst Ueberzcit), Woh- nungS- und Hilfskassenverhältnisse zu veranstalten und daS Ergebnis, nebst den Arbeitsordnungen und den Statuten der von den Behörden verwalteten Kaffen dem Reichstage in der nächstjährigen Session vorzulegeu.

Abg. v. Köller spricht sich gegen die Zweckmäßigkeit dieser besonderen Resolution aus, namentlich weil sie dem Prinzipe widerspreche, daß mit der Berufsstatistik nicht in die Vermögensverhältnisse eingedrungen werden solle. Die­sem Prinzipe werde aber durch die Resolution noch dazu m löchst einseitiger Weise widersprochen. Abg. Kayser würde die Resolution des Abg. Hirsch mir nnnehmen, wenn die qu. Erhebung nicht auf die Reichsbetricbe be-

geduldig erwartete ich die Zeit, um zu ihr gehen zu können; der Zeiger der vhr schien mir so langsam vorzurücken, wie noch nie. Endlich war eS elf Uhr und ich eilte feit. Sie alte Frau, bei der sie wohnte, öffnete eben die Thür und sah mich erstaunt an.

»Wissen der Herr Graf nicht, daß daS Fräulein fort ist?"

„Fort! ES ist doch heute keine Probe."

„Ja, daS Fräulein ist auch nicht inS Theater, sie ist abgereist."

„Abgercist l" Ich stieß die Frau bei Seite und eilte in Veronikas Zimmer. Ja, hier war augenscheinlich in großer Gik gepackt worden. Ich stürzte in baS Schlaf­zimmer. Alles leer Sie war fort, wirklich fort! Und hatte sie keine Spur hinterlassen? Ja, dort auf dem Tisch lag ein Brief. Nichtig, er war an mich adressiert. Heftig riß ich ihn auf.

„Geliebter Freund!"

Ich mußte wählen zwischen meiner Liebe und meiner Ehre. Die Liebe gebot mir zu bleiben, die Ehre zu fliehen. Ich fliehe, denn ich darf den Namen meines Vaters nicht beflecken, — ich fliehe, denn in Deiner Nähe könnte ich der Versuchung nicht widerstehen, daS Verhältnis fortzufetzen, baS mich so glücklich gemacht, und daS darf nicht fein! Ich gehe mit blutendem Herzen, doch die Ehre verlangt eS. Leb wohl auf ewig!

Veronika."

»Der Brief war noch von ihren Thränen naß; sie liebte mich, und ich hatte sie verloren."

Brandau hielt ein, die Erinnerung hatte ihn so mächtig ergriffen, daß er nicht weiter zu reden vermochte, und auch Feldern schwieg, kenn er wagte nicht den Freund zu stören.

Endlich fuhr dieser fort

»Ich fetzte Alles in Bewegung, ihre Spur zu finden, — umsonst, ich reiste selbst jahrelang, wie Du weißt, —

achfolt

bei

Fr. M

Vohum ■ still- F in der 6

„Schlafe, liebes Veilchen," waren meine AbschiedSworte, »schlafe und morgen früh wirst Du die Welt mit anderen Augen ansehen." Sie aber schüttelte traurig den Kopf. ic>0 $nb trauriger Blick verfolgte mich auf dem Wege nach 10t! Hause, verfolgte mich in mein Zimmer und ließ mich nicht 1021 schlafen. WaS konnte ich thun! Ich konnte sie nicht heiraten, 641 *6 hieße meine ganze Karriere verderben, ich hätte die 73 Armee verlassen müssen, und ich sollte eben Rittmeister 102 ^rden, und loch, war sie nicht mehr wert, als die mili- 99 fische Laufbahn, konnte ich nicht mit ihr ein stilles, glück- 28 üch-S Leben auf einem meiner Güter führen! Lange, lange ?wpsle ich mit mir selbst, doch endlich trug die Liebe den ^ieg davon. Ich wollte den Rittmeister an den Naget 102» Öligen und Veronika zu Gräfin Brandau machen. Sobald 226t Mer Entschluß in mir zur Reife gediehen, schlief ich i endlich ein. Doch schon am frühen Morgen war ich । Keder wach; ich wollte zu ihr eilen und ihr mitteilen, 4 ich sie höher liebe als Familie und Stand, und daß H sie zu meiner teuren kleinen Frau machen wollte. Un-

Der Reichstag beschloß, die Petition der Apenrader Handelskammer, betreffend die Freigabe der Transitläger von Bauholz in Apenrade, nach dem Anträge des Abg. Johannsen dem Reichskanzler zu überweisen. Die Petitionen betreffend die Zurückgabe des Zollbetrages für Einführung von Anchovis wurden dem Reichskanzler zur Berücksich­tigung überwiesen. — Nach Erledigung einer großen Zahl c°n Petitionen in Gemäßheit der Kommissionsanträge werden die Petitionen über die Einschränkung der Vivi­sektion beraten. Abg. Prof. Hüter als Referent der Kommission beantragt, die Petitionen als ungeeignet für die Berücksichtigung zu erklären. Abg. v. M i n n i g e r o d e beantragt die Ueberweisung an die Regierung zur Er­wägung. Präsident v. Lewetzow konstatiert, daß, als er das Wort dem Abg. v. Minnigerode erteilt habe, auf der Journalisten-Tribüne laut und absichtlich gelacht wor­den sei; er werte bei Wiedeikehr einer derartigen Unge­hörigkeit die Journalisten-Tribüne unnachsichtlich räumen lassen. (Bravo!) Abg. Möller (Königsberg) befür­worte den Antrag der Kommission, Abg. v. Kleist- Retzow den Antrag des Abgeordneten v. Minnigerode. Abg. Virchow steht auf dem Sl ndpunkte des Kommis- fionSautrageS. Die Klagen über baS Maß der Aus­dehnung der Vivisektion seien übertrieben; die ganze Agi­tation beruhe auf. tendenziöser Täuschung. Sollte die Vwiseklion unnütz und in überhicbcnem Maße erfolgen, s° habe jede Landesbehörde die Macht, solchem Unfuge entgegenzutieten. ES bedürfe dazu keines ReichSgesetzeS; er bestreite aber die Berechn ung einer solchen Annahme von vornherein. Ohne Vivisektionelle Experimente müßte doch nirgends war sie zu entdecken. Endlich — mein Ur­laub war zu Ende — k hrle ich müde hierher zurück, aus dem lebenslustigen Lieutenant war ein ernster fast mürrischer Rittmeister geworden. Einen Frauenfeiud nannte man mich; doch ich war cS nicht, nur hatten sie alle kein Interesse mehr für mich nach der einen Verlorenen. So vergingen Jahre. Ich nahm an den Zerstreuungen der Kameraden Teil, besuchte Theater und Gesellschasien, doch der Wurm nagte am Herzen. Da, wie ein Siern aus dunkler Nacht, tauchte plötzlich die neue Primadonna auf, Niemand wußte wer sie war, woher sie kam. „Signora Vera" stand überall in großen Lettern, — ein großer Ruhm ging ihr vorher; denn sie hatte schon in Paris gesungen, — man erzählte sich viel von ihrer Schönheit; doch niemand hatte ein Bild von ihr gesehen. Alles strömte ins Theater, ich mit. DaS Uebrige kannst Du Dir denken. Ja, sie rcar’S, die Ver­lorengeglaubte. Ich sah sie wieder, ah sie im Glanze ihrer aufgeblühten Schönheit, hörte ihre unvergleichliche Stimme und liebte sie mehr als je. Nach der Vorstellung eilte ich zu ihr und n arb abgewiesen. Dcn nächsten Morgen ging ich wieder hin, und sie nahm mich an. In glühenden Worten versicherte ich ihr meine Liebe und legte ihr meinen Namen zu Füßen. „Ich baute, Herr Graf," sprach sie stolz, nachdem sie mich schweigend zu Ende gehört, „ich danke; doch ich kann Ihren Antrag nicht annehmeii. War Ihnen Veronika Weber, die arme Choristin nicht gut genug, so will auch Signora Vera, die berühmte Sängerin, Ihre Frau nicht werden!" Ich versuchte zu rede», ihr zu erklären, daß ich schon damals bereut; doch sie hatte bereits baS Zimmer verlassen und ließ mit nun durch ihre Äauimerfrau sagen, sie bekäme baS Vergnügen meiner Gesellschaft nicht länger genießen zu können, sie müsse sich zur Probe ankleiden. Das war das Ende."

kSchluß folgt.)

Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Invalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberseld: C. Schlotte in _________________________ Bremen.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Hdlane -------—--------------------------

Buchdruckeret) bezogen 8'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pfa. (excl Bestell rebübri —infertildurch die Expedition («och'sche

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft undAnnah.^vonSt ^p-ltene Zeile 10 Pfg.