Ski
zu bi«
'VON
oils lir
0
M
üreiäT iqueii littet,
in Verlag» jeder FT*. : die vier, «e Etikett^ 3er Unten •ift des Ge, d-Direkton zirt fern» n-Wnwe, esundheitn
m Nachf* pflichteten,
- Brum
>
Litzen:
tiefe
»tze in kti :en Preist
Fly
338.,
mzeitui
1111(1'
ultur o. in Ctt»
i alle B,a ingetr. uni
idlung, ai tdlung.«
welche-^ cstcht, ft
>eid,
>er in A
re
ers zu K »ar 1832 lia oder ■
id EstreL Räuber, n Füße« mfänger
»Gl
arburg, «r. 44.
■83.
•» r —
100 bar 1011
101 100 101
I 102
61 7( 98 io:
9 st 3M 7 M
0. 'M
30®
Sooft IO®
83g
12g
! 10M
traft Hl ifir
Nr ».
Marburg, Mittwoch, ll. Januar 1882
xvn, Jahrgang
Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux v. Th. Dietrich u. Co. in jkaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt« M.; Zaasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf Moste in Berlin, Frankfurt a. St. -c.
WerMchk jritmig.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.f Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; JSgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; D. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Für in der q-in^
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Reilane «ZZTTTTTT
Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
durch die Expedition (K o ch'sche gespaltene Zeile 10 Pfg.
Deutscher Reichstag.
20. Plenarsitzung am 9. Januar 1882.
Das Haus ist stark besetzt, die Tribünen sind überfüllt, in der Hosloge Se. König!. Hoheit Prinz Wilhelm.
Am Tische des Bundesrates: der Reichskanzler Fürst Bismarck, Staatssekretär Dr. v. Boetticher, Schelling, von Stosch und zahlreiche Kommissare, darunter die Geh. Re gierungs-Räte Niebcrding, Lohmann, Aschenborn rc.
Präsident v. Levetzow eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 21 Minuten mit einem herzlichen Neujahrswunsche für die Herren Kollegen. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen tritt das Haus in die Tagesordnung ein.
Erster Gegenstand derselben ist die zweite Beratung der Allgemeinen Rechnung über den RcichshauShalt für das Etatsjahr 1877/78, auf gründ des Berichts der Rechnungs- Kommission.
Abg. Strecker empfiehlt als Berichterstatter der Rechnungs-Kommission nachträgliche Genehmigung einiger Etatsüberschrcitungen.
Abg. Lipke bringt die Frage zur Sprache, ob der Führer eines Kriegsschiffes verantwortlich zu machen sei für die unter seiner Leitung entstandenen Havariekosten an einem Schiffe der Kaiserlichen Marine; er glaubt diese Frage nicht zu einer der Gesetzgebung machen zu sollen, sondern es werde genügen, wenn die Rechnungökommissioa in jedem einzelnen Falle erwäge, ob eine Heranziehung zur Entschädigung des betreffenden Offiziers gerechtfertigt sei.
Chef der Admiralität v. Stosch: Diese Frage gehöre nicht zur Kognition des Hauses, er könne einen Gesetz- Entwurf in Aussicht stellen, welcher diese Frage entweder der Kognition der Havarie-Kommission oder der der See- gcrichte überweise.
Abg. Kayser beantragt, für die Etatsüberschreitung von 4825,01 M. zur Herstellung eines Pflanzenkaltbauses im Garten des General-PostamtS-Gebäudes in Berlin die Genehmigung nicht zu erteilen, da die obersten Reichsbeamten in ihren Gehalten so gestellt seien, daß sie solche Vergnügungen sich selbst leisten könnten; für die Post-Unterbeamten hätte der General-Postmeister nicht die kleinste Zulage, weil sonst die Ucberschüsse nicht hoch genug blieben.
Nach kurzer Replik zwischen dem Abg. Kayser und dem Referenten Strecker genehmigt daö Haus die nach- gcwiefenen Etatsüberfchreitungen.
Die beiden folgenden Gegenstände der Tagesordnung sind die zweite Beratung der Ueberstchten der ReichS-AuS- gaben und Einnahmen für das Etatöjahr 1880/81, auf gründ des Berichts der Rechnungs-Kommission — und die zweite Beratung der Rechnung der Kasse der Ober-Rech- nungökammer für das EtatSjahr 1878/79 und 1879/80 nebst den dazu gehörigen Nachweisungen über die Einnahme und Ausgabe an Schreibmaterialien und Druckformularen, ii '
Careau-König.
Novelle von Friedrich Rüffer.
(Fortsetzung.)
Dieser Mann war CäcilienS Gatte geworden. Ich erinnerte mich an das Gespräch, das ich voriges Jahr belauscht hatte, an die Träume ihres Herzens vom künftigen Gemahl ihrer Liebe, und ich weiß nicht, ob sie meine Empfindungen aus meinen Blicken las, oder ob sie nur, ohne genaueres Verständnis meines Gefühls, durch den Anteil, welchen ich ihr bewies, sich gewonnen fand — schon nach einigen Minuten sprachen wir miteinander, wie die besten Freunde von der Welt.
Der alte Herr hatte sich zur Ruhe niedergesetzt, die Mutter schrieb in einem fort in ihr Skizzenbuch, Beide ließen uns ungestört plaudern. WaS sie sagte, war einfach, durchaus frei von Affektation, aber eS blickte eine Weichheit und Melancholie des Gemütes daraus hervor von ungckünzelter, rührender Wirkung. Wir sprachen von ihrem Gatten, den sie mit ungeheuchelter Herzlichkeit liebte, sie wurde nicht müde, von seiner Güte zu sprechen, wie sie ihm Alles verdanke, wie er keinen ihrer Wünsche unberücksichtigt lasse. Von dem Allen sprach sie, von dem verlorenen Jugendglück kein Wort. In dieser edlen und reinen Seele war nichts als kindliche Liebe, Ergebung und frommes Pflichtgefühl zu lesen. Aber wer hätte an dieser ernsten, schwermütigen Sprache und Empfindung das Mädchen wiedererkannt, das ich vor nicht 18 Monaten so heiter, so Endlich, so lach- und tanzlustig gesehen? Wie war sie plötz- «ch geistig gereift, voll Einsicht, Lebenserfahrung und feinen sittlichen Taktes I Durch welche Leidenschule, dachte ich, muß 4« gegangen sein!
bezüglich desjenigen Teils der Rechnung zur Decharge, welcher die Reichsverwaltung betrifft, auf gründ des mündlichen Berichts der Rechnungs-Kommission.
Dieselben werden ohne Diskussion für erledigt erklärt.
Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist die Interpellation des Abg. vr. Freiherrn v. Hertling, betreffend die weitere Ausbildung der bestehenden Fabrik-Gesetzgebung. Dieselbe lautet:
»Liegt es in der Absicht der verbündeten Regierungen, in ihrer Fürsorge für das Wohl der arbeitenden Klaffen die bestehende Fabrikgesetzgebung einer weiteren Ausbildung zu unterziehen, insbesondere in der Richtung, daß die Sonntagsarbeit thunlichst beseitigt, die Frauenarbeit weiter eingeschränkt und eine übermäßige Ausdehnung der Arbeitszeit für erwachsene männliche Arbeiter verhindert werde, daß ferner spezielle Vorschriften über die im Sinne des § 120 Abs. 3 der Gewerbeordnung in den gewerblichen Anlagen vorzunehmenden Schutzmaßregeln erlassen, und die mit der Fabrik-Jnspektion beauftragten Beamten mit umfassenderen Befugnissen auSgestattet werden?"
Auf Anfrage des Präsidenten erklärt sich der Reichskanzler Fürst Bismarck bereit, die Interpellation heute zu beantworten. Darauf erhält der Interpellant, Abg. Dr. Frhr. v. Hertling, das Wort zur Begründung der Interpellation. Der Wunsch, die Lage der arbeitenden Klaffe zu verbessern, habe ihn veranlaßt, die Interpellation zu stellen; die Form der Interpellation habe er gewählt, weil eS ihm unconvenient erschienen, jetzt, wo berichtet werde, die Reichsregierung sei mit Gesetz - Entwürfen in diesem Sinne beschäftigt, mit formulierten Vorschlägen hervorzutreten. Die Sparsamkeit nutze dem Arbeiter wenig, da seine Ersparnisse gar zu oft wieder verloren gingen in Krisen der Beschäftigungslosigkeit. Die Unsicherheit der wirthschaftlichen Existenz des Arbeiters müsse beseitigt, an eine Organisation der Arbeit herangegangen werden, ohne jedoch etwa einen communistischen Zukunftsstaat in Aussicht zu nehmen; doch brauche er sich dagegen wohl kaum zu verwahren. Wenn auch die Geschichte lehre, daß das zu tiefe Eingreifen des Staates in das wirtschaftliche Getriebe des Volkes nicht zu dem gewünschten Ziele führe, so sei doch das absolute Gehenlassen eben so falsch; das haben er und seine Freunde längst erkannt; und deshalb verlangten sie zweierlei: erstens Schutz für die Geltendmachung besonderer sich bildender Organisationen und zweitens, Sicherung der unveräußerlichen Rechte des Menschen auch für die Arbeiter und ihre Angehörigen. Deshalb sei er eingetreten für die Arbeiterversicherung, trete auch heute noch dafür ein, wolle jedoch die Vorschläge d?r Regierungen. Auf einem anderen Gebiete glaube er aber solle die Regierung aufmerksam gemacht werden auf die Notlage, der der wichtigste Theil der Arbeiterbevölkerung
----u.. I '
Der kleine See lag dicht zu unfern Füßen, rein und klar, ruhig und unergründlich, ein Bild ihres Herzens. Ich sagte es ihr; sie lächelte und erwiderte: „So ist wohl noch manches Menschenherz — an der Oberfläche ein stiller glatter Spiegel, in der Tiefe . . . ." — „Die ist Keinem bewußt," entgegnete ich lebhaft, und ihr Auge sah gen Himmel. Rief sie ihn im Stillen zum Zeugen? oder betete sie um Stärkung für ihr Gemüt? . . .
Die Baronin erhob ihre scharftönende Stimme, um ihre Tochter herbeizurufen. Die Kühle des Wassers bei sinkender Sonne bekam dem General nicht wohl, er trieb zum Ausbruch. Gern hätte ich Cäcilie den Arm gereicht, aber sie hing sich an den ihres Gemahls. Ich machte also den Rückweg in Gesellschaft der Mutter und hatte ein langes literarisches Gespräch zu überstehen. Sie schrieb an einem neuen Roman und wollte mir ihn in den nächsten Tagen vorlesen: eine harte Zumutung, wenn man zu seiner Erholung reist. „Ich bedaure sehr, gnädige Frau, ich reise weiter, nach Karlsbad." — „Dahin geht unser Weg auch. Ich hoffe, Sie leisten unö Gesellschaft und wir rechnen auf daö Vergnügen, Sie heute zum Diner bei uns zu sehen." Ich verneigte mich. Wie die Sachen landen, glaubte ich bereits ein Recht zu besitzen, das Ge- präch mit der Baronin auf Cäcilien zu lenken und ihr in ehr vorsichtiger Weise meine Befürchtung anzudeuten: ob liefe in jeder äußern Rücksicht so vorteilhafte Vermählung nicht doch vielleicht den inneren Frieden, das Seelenglück ihrer Tochter einstens stören könne. „Ich sehe wohl, mein Herr," sprach sie, „Sie wiffen nicht, was für eine Erziehung meine Tochter geuoffen hat. Sie ist, wie alle jungen Damen vom Stande, aus meiner Bekanntschaft, unter der Obhut des frommen Vereins zum Heizen Jesu
anheimfalle. Er verlange daher: Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter, Schutz für die religiösen Bedürfnisse des Arbeiters und Schutz für das Heil der Familie und hoffe mit dieser Forderung heute ein willigeres Ohr zu finden, als im Jahre 1878, wo er dieselbe bereits er« Hoben. Die Berichte der Fabrikinspectoren beweisen vollkommen, daß der § 105 der Gewerbeordnung hinsichtlich der Sonntagsarbeit dem Arbeiter nicht den Schutz gewähre für eine Sonntagsruhe, die die Gesetzgeber damals intendiert hätten. Redner belegt dies mit sehr drastischen Beispielen aus einer Zuckerfabrik, wo die freien Arbeiter sonntäglich arbeiten müßten, die gleichzeitig beschäftigten Strafgefangenen jedoch, auf Einschreiten des Strasanstalts- Directors, Sonntagsruhe hätten. Eben so wichtig sei die Frage der Frauenarbeit. Das letzte Ziel der Fabrik-Gesetzgebung müsse die völlige Beseitigung verheiratheter Frauen aiiö den Fabriken sein, das erforderten sociale und ethische Gründe. Sei das Ziel auch nicht sofort zu erreichen, so müsse doch ein herzhafter Schritt geschehen: Beschränkung der Frauenarbeit aus 10 Stunden, Verbot jeber Nachtarbeit, Schutz der Wöchnerinnen. Aber auch die Arbeitszeit der männlichen Arbeiter sei zu beschränken, nicht etwa in extremem Sinne, sondern nur um zu weit gehenden Versuchen der Ausbeutung der Menschenkraft entgegen zu treten. Mehr als 12 Stunden sollte die Arbeitszeit des männlichen Arbeiters nicht betragen; die jetzt namentlich bei der Textil-Jndustrie stattfindende vier- zehn- bis sechözehnstündige werde lebhaft als eine Entwürdigung gefühlt. Auch die im Bergnurkswesen üblichen Ueberschichten feien ein Mißbrauch. Den zweiten Teil der Interpellation anlangend, ob zu besserem Schutze der Arbeiter Bestimmungen zu treffen seien, durch welche die Befugnisse der Fabrikinspectoren erweitert würden, halte er eS für richtig, nicht im Rahmen der Eiiizelgesetzgebung vorzugehen, sondern was von der Reichsgesetzgebung geschaffen, auch durch sie zu regeln. Alle diese Punkte ruhten auf den durch die Botschaft vorgezeichneten Gesichtspunkten; um diese zu erreichen, müsse man jedoch auch wieder die Wirksamkeit der Kirche ans die Arbeiter in ethischer Beziehung sich vollständig entfalten lassen, ihr die volle Freiheit der Bewegung zur Erhaltung ihres socialen Berufs zu gewähren. (Beifall.). Die liebste Antwort wurde mir sein, die ganze Anregung fei überflüssig, da bie RelchSregierung diese Punkte bereits im Auge habe.
Reichskanzler Fürst Bismarck: Letztere Antwort könne er allerdings geben, doch seien die angestrebten Ziele nur auf der Bahn korporativer Organisationen zu erreichen ; letztere sei nur durch Jahre lange Arbeit zu Waffen; bet erste Schritt liege ja in ber angebahnten BerufSstatistik. Letztere hätte er lieber geförbert gesehen, als diese vom Interpellanten selbst gestellte Interpellation gestellt zu sehen; et glaube nicht, daß die zu erwartende ausgewachsen. Sie hat alle meine Schriften gelesen, sie liest sie noch täglich, und die darin enthaltenen Grnnd- sätze..." — „Sind moralisch, vortrefflich, gnädige Frau, aber Ihre Tochter ist jung, sehr jung, und sollte ihr Herz einmal laut werden..." — „Es wird nicht laut werden, mein Herr!" entgegnete sie lebhaft, „ich stehe dafür, wir haben dergleichen in unserer Familie nie erlebt." — Wir standen an der Thür des Hotels. —
III.
Der General, körperlich verstimmt, fand zur Vermehrung seiner üblen Laune zu Hause Depeschen und Brie e vor die schleunige Antwort verlangten. „Da haben wir'S" sagte er verdrießlich zu seiner jungen Gattin, „hätten wir den Heinrich mit, so könnte er mir helfen, aber Du hast'S nicht leiden wollen." - „Wir waren ohnehin schon drei lM Wagen und mein Kammermädchen konnte ich nicht entbehren. — „DaS nenn’ ich einen Grund! Weil sie ihr Kammermädchen nicht entbehren kann, muß ich meinen Neffen, den guten Jungen, meinen flinken Adjutanten zu Hause lassen. —„Vergessen Sie nicht, daß meine Mutter
'ch bereit sind, Ihnen jeden möglichen Beistand zu leisten und das Ihr Neffe zur Besorgung Ihrer Angelegenheiten zuruckbleiben mußte." 0 “
. Angelegenheiten," rief bet General immer ! • r, "Deine Launen sind Schuld. Du kannst ihn nicht leiden, bist dem Jungen gram. Gott weiß warum." ~ »v)ch soll Ihrem Neffen gram fein?* — Ja, Du Du siehst ihn kaum an, würdigst ih» keines Wortes."
(Fortsetzung folgt.)