JRarfiurg, Sonnabend, 7. Januar 1882
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Soweit der Vorrat reicht, werden die erschienenen Nrn. mit dem Wandkalender von 1882 nachgeliefert.
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Illustriertes Douutagsblatt
allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch den Landpostboten, entgegengenommen. —
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Da mußte der Stern wohl stille stahn, (Nun wurde der Stern nicht weiter gedreht.) Der Stern stand stille, wir gingen hinein, Und fanden Maria mit dem Kindelein; Wir knieten nieder und beteten es an
(Jetzt bückten sich die drei Reguli dreimal.)
Und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen.
Die drei Könige, welche ihr Gold und Weihrauch alle verschenkt hatten, nahmen nunmehr mit einer kleinen Wegezehrung an Silber- oder Kupfermünzen vorlieb und gaben ihre Dankbarkeit durch folgende kräftige Reime zu erkennen, welche sic sehr geschickt nach dem Stande und der Anzahl der Hausgenossen einzurichten wußten.
Sie haben unö eine Verehrung gegeben, Gott laß sie das Jahr mit Freuden erleben! Mit Freuden erleben immerdar!
Bo« einer alten Gewohnheit.
Der Umzug der sogenannten heiligen 3 Könige, welcher zur Belustigung der Kinder in Städten und Dörfern Deutschlands und auch in Hessen vor oder nach dem neuen Jahre noch im vorigen Jahrhundert staltfand, war folgender.
Drei junge Bursche waren in lange weiße Hemden gekleidet, welche breite mit Goldpapier überzogene Gürtel zu- sammenhielten, in denen hölzerne Säbel steckten. Zwei hatten vergoldete Spieße in ihren Händen, und der dritte trug den sogenannten Stern. Der, welcher den Mohrenkönig vorstellte, war im Gesicht und an den Händen geschwärzt und hatte einen verzierten Turban auf, die beiden andern trugen zackige Kronen von vergoldetem Papier.
Der sogenannte Stern bestand aus einem Brett, welche- an einer Stange befestigt war. DaS Brett zeigte im Hintergründe ein Schloß, das mit Goldpapier und Buchsbaum «ich verziert war, und daneben eine buchöbaumne Laube, in welcher die 3 kleinen Könige so lang verborgen standen, bis das Lied ihre Erscheinung verlangte; an der andern «eite war der Stall mit Joseph, Maria und dem Kindlein w der Krippe in Gesellscha't eines Oechsleins und eines Eseleins zu sehen. In der Mitte des Schlosses war ein großes Fenster angebracht, hinter welchem HerodeS mit r nem braunroten Gesicht und einer großen Perücke stand. Aue Figuren wurden durch Schnüre von den auf beiden S-eiten postierten Königen in Bewegung gesetzt.
An der Stange war ein großer vergoldeter Stern von Pappe befestigt, den der Sternhalter herumdrehte; das Ganze wurde durch mehrere Lichter erleuchtet.
Das Lied lautete folgendermaßen:
Alle.
Wir komme» daher aus fremdem Land.
Einen guten Abend, dm geb Euch Gott!
Ueber die Anfänge einer besseren Zeit für die katholische Kirche
schreibt die „Prov.-Corresp.": Der neu ernannte Bischof von Fulda hat bei Antritt seines Amtes einen Hirtenbrief erlassen, in welchem er sich über die Thätigkeit unserer Regierung zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse innerhalb der katholischen Kirche Preußens folgendermaßen äußert:
„Das Oberhaupt unserer heil. Kirche vereinigte seine Sorgen mit den Sorgen unseres geliebten Landesvaters, beide waren bemüht, der Kirche am Grabe des heil. Boni- fazius wieder einen Hirten zu geben, und durch ihr wohlwollendes Einverständnis wurde dieses Friedenswerk vollbracht. Und wäre es ein Unrecht, wenn wir an dieses Ereignis noch weitere Hoffnungen knüpften? Wir wisst» ja, ist einmal redlicher Wille und aufrichtiges Entgegenkommen zur Geltung gelangt, so folgt ein Schritt dem andern auf der Bahn der Verständigung. Dürfen wir nicht hoffen, daß es auch hier so sei? daß die Zeit bald nahe, wo den Hirten die Fesseln gelöst und die Htnderniffe hinweggeräumt werden, die ihrer apostolischen Thätigkeit entgcgenstehen, wo Staat und Kirche wieder Zusammenwirken im einträchtigen Bunde zum Segen und zur Beglückung des christlichen Volkes? Ja, möge der Augenblick nicht mehr fern sein, wo eine jede feindselige Beargwöhnung und mißtrauische Beschränkung der Kirche schwindet und ihr in freier Bewegung möglich ist, alle ihre Sorgen mit den Sorgen des Staates zur Rettung der Völker vor den Bestrebungen und Verführungen jener Alles mit Umsturz drohenden Parteien zu vereinigen! Bis dahin aber, daß diese Hoffnungen in Erfüllung gehen, wollen wir jedes Wohlwollen und jedes Entgegenkommen dankbar benutzen, um Gottes heilige Ratschläge verwirklichen zu helfen----
Auch heute wieder erkennen wir die besondere Fürsorge der göttlichen Vorsehung! WaS ihr vor Jahresfrist noch
den inneren Frieden und unseren katholischen Mitbürgern die ungestörte und friedliche Ausübung ihres religiösen Bekenntnisses sicher zu stellen. Natürlich gehörte auch zu diesem Vorgehen der Negierung die Genehmigung des Landtags. „Wir muffen so regieren, wie die Gesetze eö vorschreiben", hatte Fürst Bismarck am 21. Mai 1880 gesagt, „und werden diejenigen Veränderungen derselben zu erreichen suchen, welche wir im Interesse unserer katholischen Mitbürger angezeigt finden."
Die Regierung konnte ihre bestgemeinten Absichten für die katholische Kirche überhaupt nur auf dem Wege der LandeSgesetzgcbung durchführen und Fürst Bismarck machte die Kurie damals zugleich darauf aufmerksam, daß er auch bei direkten Verhandlungen mit ihr die Abschaffung irgend eines Gesetzes nur [vorbehaltlich der Zustimmung des Landtags versprechen könne.
ES hat deshalb keinen rechten Sinn, wenn behauptet wird, die Regierung wolle oder wollte „über den Kopf der katholischen Partei im Landtage hinweg" mit Rom unmittelbar Frieden machen, andererseits glaubte sie auf die Unterstützung derselben in erster Linie rechnen zu dürfen, wenn sie Vollmachten zur Linderung der Nothstände in der katholischen Kirche zu erlangen strebte.
ES ist nicht an der Zeit, auf die Geschichte jener Vorlage zurückzukommen; das aber ist in aller Erinnerung, daß dieselbe zum Teil an dem Widerspruch gerade der katholischen Partei scheiterte; dennoch hielt die Regierung das Gesetz selbst in seiner Verstümmelung aufrecht; sie habe es einzig und allein mit den katholischen Staatsangehörigen zu thun, denen sic gern helfen wollte, soweit eö eben möglich war.
Der Regierung gereicht eS unzweifelhaft zur Genugtuung, daß jenes Gesetz nicht bloS in der Diözese Fulda die Thatsache ermöglicht hat, welche jetzt von dem Oberhirten als „die Morgenröte einer besseren Zeik" begrüßt wird, sondern daß auf Grund desselben bereits in fünf Sprengel» geordnete Verhältniffe angebahnt sind. Sic teilt unzweifelhaft auch die Hoffnung des Bischofs, daß der redliche Wille und das Entgegenkommen, welche einmal zur Geltung gelangt seien, sich auch in weiteren Schritten bewähren werde, und daß Staat und Kirche wieder zusammen wirken im einträchtigen Bunde zum Segen des christlichen Volkes.
Die Regierung hofft, bei ihren weiteren Schritten zum kirchlichen Frieden auch die aufrichtige Unterstützung der Vertreter der katholischen Bevölkerung zu finden: auch sie werden in Geduld und Vertrauen die Erreichung des gemeinsamen Zieles erleichtern helfen.
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zM- Für das 1. Quartal 1882 werden noch Bestellungen auf die
Oberhesfische Zeitung
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eigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, lowie d.Annoncen-Bureaux ' ji). Dietrich u. Co. in «affet und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a-M.; Oaasenstein u. Vogler tn aLnlfurt a. M-, Berlrn, Sechzig, Köln Rudolf Moste 'n Berlin, Frank- ® " furt a.
DaS wünschen wir heute zum neuen Jahr.
Dem Herrn wollen wir wünschen ein' goldnen Tisch, Auf allen vier Ecken gebratne Fisch!
Und mitten drein einen Becher mit Wein, Das soll dem Herrn sein Schlaftrunk sein.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. C». in Frankfurt a. M.;Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SouutagSblatt" durch die Expedition (Koch'schc Buch druckerei) bezogen 2*A Mmck, durch bie Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Ma. Für m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adresten werden 85 Pfg. berechnet.
(goldne Kron)
über das Jahr ein kleiucS Kind! (jungen Sohn) Dem Sohn wollen wir wünschen ein grünes Kleid, Und über ein Jahr ein junges Weib!
Der Tochter wollen wir wünschen eine goldne Kann, Und über das Jahr einen jungen Mann!
- wjju-.. Dem Knecht wollen wir wünschen eine silberne Dosen, \ Und über das Jahr eine eigene Hosen.
Der Magd wollen wir wünschen einen zipflichen Rock, Und über das Jahr einen Ziegenbock.
B.
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nicht zu hoffen wagtet, daS ist heute schon zur Wirklichkeit geworden. Der bischöfliche Stuhl, der auf dem Grabe deS heil. BonifaziuS errichtet ist, steht nicht mehr leer, er ist wieder mit einem Hirten besetzt."
Am Schluffe sagte der Bischof:
„Wir wollen dem Herrn aus Herzensgründe danken, daß er die Morgenröte einer besseren Zeit wieder über unsere Diöccse heraufgeführt hat. Wir wollen nach Gott auch Denen danken, die zu diesem freudigen Ereignisse mitgewirkt haben, unserem heil. Vater Leo XIII. und unserem hochverehrten Kaiser Wilhelm, sowie ihren Ratgebern und wollen es ihnen lohnen durch unser Gebet, durch unsere Liebe und durch gewiffenhafteu Gehorsam."
Gewiß ist daS freudige Ereignis dem Entgegenkommen der geistlichen und der weltlichen Gewalt, der gemeinsamen Sorge des Papstes und deS Kaisers zu danken.
Wodurch aber ist eS selbst ihrer vereinten Sorge möglich geworden, der Diözese Fulda wieder einen Hirten zu geben? Wie ist Heute zur Wirklichkeit geworden, was man vor Jahresfrist noch nicht zu hoffen wagte? Das Gesetz vom Juli 1880, die Fürsorge der preußischen Regierung für ihre katholische Bevölkerung hat cs zu Wege gebracht; ohne jenes Gesetz wäre selbst die wohlwollendste Verständigung zwischen dem Papst und dem König unwirksam geblieben.
AlS die ftüheren Besprechungen in Wien zwischen der Kurie und der preußischen Regierung zu scheitern drohten, sagte Fürst Bismarck alsbald, daß die preußische Regierung in derselben friedlichen Gesinnung, welche sie dem Papste entgegengebracht habe, und in ihrer Teilnahme für die verwaisten Gemeinden nunmehr aus eigener Initiative diejenigen Maßregeln den gesetzgebenden Faktoren Vorschlägen wolle, die nach ihrer Ansicht mit den unveräußerlichen Rechten des Staats vereinbar und geeignet seien, die Wiederherstellung einer geordneten Diözesenverwaltung möglich zu machen.
In der That erbat die Regierung vom Landtage durch den Gesetzentwurf wegen Abänderung der Maigesetze Vollmachten zur Milderung deS kirchlichen Kampfes. Sie sprach es aus, daß sie sich auf ihre unangreifbare Defenstvstellnng zurückziehen und das Weitere ruhig abwarten könne, aber sie erkenne nicht bloS eine politisch-konstitutionelle, sondern auch eine moralische, patriotische Verantwortlichkeit für sich an, und diese erblicke sie darin, daß es ihre Pflicht fei, bis an die äußerste Grenze dessen, was mit den unveräußerlichen Rechten deS Staates vereinbar sei, zu gehen, um ihre katholischen Mitbürger auö ihren gegenwärtigen Notständen zu befreien.
Die Vorlage sei der bestgemeinte Versuch, dem Lande
Einen gute» Abend, eine fröhliche Zeit, Die uns der Herr Christus mit Freuden bereit!
Der Mohr allein.
Ich bin ein König aus Mohrenland, Jetzt komm ich aus Egyptenland.
Alle.
Caspar, Balzar, Melchor dar, Wir treten zusammen auf einen Saal.
(Jetzt kommen die 3 kleinen Könige aus ihrer Hütte bis unter Herodes Fenster spaziert.)
Wir treten zusammen vor Herodes Haus, Herodes schaut zum Fenster heraus.
(Jetzt steckte Herodes den Kopf heraus, und nickte zuweilen.) Herodes sprach: „too wollt ihr hin?" Nach Bethlehem steht unser Sinn:
Nach Bethlehem in Davids Stadt, Wo das Kind Jesus geboren ward.
Der Mohr allein.
Herodes sprach: „kommt ’rein zu mir;
Ich will euch geben Wein und Bier;
Ich will euch geben Heu und Streu;
Ich will euch geben die Zehrung frei."
Alle.
Ach nein, ach nein, wir müssen fort, Wir haben ein kleines Kindlein dort; Ein kleines Kind, ein großer Gott! Der Himmel und Erde erschaffen hat.
Der Mohr allein.
Herodes sprach mit trotzigem Sinn:
Wollt ihr nicht bleiben, geht immer hin!
(Jetzt schüttelte HerodeS den Kopf und zog ihn wieder zurück.) Alle.