hmarke.
amellen treslau* teu.
(„Huste: 1 geprüft iätetisches arrhali: »MUttgS: onische, -en bet re«, gege« n Huste« ereulost. act. Arzt Mk., 1,7! I ä Beut! haben ii e. [I
t Cassel, I en Pensi je Mädch en besuch ist umsej d. Bl. [i
c> zu bi ein 6 Mädch M z«
L Jahre ^xpediti
r mit g« mchrmo« heres in
ebst Lad<
1. April
Slattes.
cßal 111 tii en 5. d. echte
e
rs zu K< ii- 1882. fimmerm Concert. zcitöreisc.
eufel.
ich!
irburg, !r. 41.
»2.
<M».
tat
).
oofe
onen an je Bursch
100 1011 101 100J 101 102’
67 76l 95«
103 SS 30t 73 72
303» 101 231 124 102*
Rr s
Marburg, Freitag, 6. Januar 1882
xvii, Jahrgang
Blutigen nimmt entgegen: bie Expedition d. BlaiieS, sowie d.Annoncen-Bureaux o Tb- Dietrich u. Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich inFrankfurts M ; ßaafenftein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig' Köln rc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frank- furt a. UL rc.
0)licii|i1'fifil|f ZitiiW.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b Blattes, sowie b.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. Co. in Frankfurt a.M.;JSgerfche Buchhanblung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Invalidendanl in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöcktnili-b-n Mritnn» ,s~~~777“T7~7""7 7 777 TT-777“
Buchdruckerei) bezogen 2*/» Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8Warf50ÄS »efkO & ^urch ,- Exp-d. wn (K°ch'sche
Mr in der Expedition zu ertheilende Auskunft undAnnalenmuffmetben 25 «P?B. Snet f gespaltene Zeile 10 Pf«.
WA- Für das 1. Quartal 1882 werden noch Bestellungen auf die
Oberhessische Zeitung
und deren Gratisbeilage
Illustriertes Sonntagsblatt
von allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch von den Landpostboten, entgegengenommen. — Soweit der Vorrat reicht, werden die erschienenen Nrn. mit dem Wandkalender von 1882 nachgeliefert.
Mue Aumatzung.
In der fortschrittlich-liberalen Presse ist die Nachricht über die bevorstehende Pensionierung des Oberprästdenten von Ostpreußen, Herrn von Horn, in einer Weise aus- gebeutct worden, die in der That ihres Gleichen sucht und den Beweis liefert, daß man auf dieser Seite bereits den Anspruch erhebt, ein Wort bei der Besetzung hoher Verwaltungsämter milzusprcchen. Galt in früherer Zeit die Aufforderung der Regierung, vom Amte zurückzutreten, einem konservativen Beamten, so rief man liberalerseits derselben ein lautes Bravo zu, während jetzt, wo eS sich um einen Verwaltungsbeamten handelt, der nicht nur wegen seiner liberalen Gesinnung bekannt ist, sondern schon eine fast 53jährige Dienstzeit hinter sich hat und sonach mit vollem Rechte auf den wohlverdienten Ruhestand Anspruch erheben darf, der Regierung die lautesten Vorwürfe gemacht werden.
Es mag hier wiederholt werden, daß Herr von Horn in einer Zuschrift an die von ihm stets bevorzugte fortschrittliche „Hartungsche Zeitung" übrigens erklärt hat, daß er selbst sein Entlassungsgesuch eingereicht habe und die Genehmigung desselben erwarte, und wenn jetzt von Königsberg aus an verschiedene liberale Blätter die gleichlautende Nachricht gelangt, daß Herr von Horn vom Herrn Minister des Innern zur Einreichung dieses Entlassungsgesuches aufgefordert worden sei, so wirft daS auf die ganze Jn- scenesetzung und Besprechung der Angelegenheit in der liberalen Presse ein um so eigentümlicheres Licht, als von einem solchen Schreiben dcS Herrn Ministers des Innern, welches jedenfalls diskretester Natur war, doch nur Herr von Horn allein Kenntnis haben konnte.
Ohne auf die beklagenswerte Erscheinung, daß von solchen, diskreten Angelegenheiten fortschrittliche Blätter Kenntnis erhalten und dieselben zu Wühlereien im regierungsfeindlichen Sinne auSbeuten, näher einzugehen, muß vor allem hervorgchobcn werden, daß der königlichen StaatS-
regierung unter allen Umständen das Recht zusteht, die Beamten, welche derselben unterstellt sind, auszuwählen und sich hierbei nicht von Parteieinflüssen leiten zu lassen. Will die königliche Staatsregierung der von ihr eingeschlagenen Politik im Volke Geltung verschaffen, so kann sie der Stütze der höchsten Verwaltungsbeamten unmöglich entbehren, und wo es sich zeigt, daß ein solcher Beamter den Intentionen der königlichen Staatsregierung nicht im vollsten Umfange entspricht, da erfordert eö das Staatsinteresse, denselben von seinem wichtigen Posten zu entfernen.
Es kann uns nicht beikommen, die hohe Befähigung des ostpreußischen Oberprästdenten irgendwie anzuzweifeln, aber schon der Umstand, daß derselbe gelegentlich der Feier seines 50jährigen Dienstjubiläumö im Frühjahr 1879 dem Vorsteheramte der Königsberger Kaufmannschaft gegenüber bei der GratulationScour Aeußerungen machte, die eine bedeutende Differenz zwischen den Ansichten des Herrn Oberpräsidenten von Horn und den schutzzöllnerischen Plänen deS Fürsten-ReichSkanzlerS durchblickcn ließen, mußte jedem unparteiischen Beurteiler die Frage nahe legen, ob es angesichts einer solchen Differenz noch im Interesse des Staates liegen könne, Herrn von Horn ferner in seinem Amte zu belassen. Wenn in der Verwaltungsmaschine deö Staates nur ein einziges Rad nicht so, wie es sein muß, eingreift und dem Gange des Ganzen auch nur den leisesten Widerstand entgegensetzt, so kann von einem gedeihlichen Wirken nicht die Rede sein und eS muß die nötige Reparatur platzgrcifen.
Wir könnten auf die Ursachen Hinweisen, welche seiner Zeit Herrn von HornS Versetzung von Posen nach Königsberg i.Pr. veranlaßten; wir könnten ferner daran erinnern, daß im Jahre 1870 der in seiner Treue felsenfest dastehende Regierungspräsident Maurach in Gumbinnen auf Betreiben dcS ostpreußischen Oberpräsidenten nach Bromberg gehen mußte, wo er starb; wir könnten endlich des Näheren auSsühren, daß, als es in den 70er Jahren wünschenswert erschien, Herrn von Horn nach Posen zurück zu versetzen, die Vers tzung an den von letzterem gestellten Bedingungen scheiterte. Wir verzichten auf eine nähere Darlegung dieser Thatsachen, glauben aber nochmals betonen zu sollen, daß eS eine grenzenlose Anmaßung und Ueber- hebung ist, wenn die fortschrittliche Presse sich in derartige Interna der königlichen Staatsregierung mischt.
Wenn die Demission eines höheren Verwaltungübeamten in den maßgebenden Kreisen für erwünscht gehalten wird, so muß dies jedermunn genügen, weil die Verantwortlichkeit für den ungestörten Fortgang der Verwaltungsmaschine nicht auf den Schultern der sogenannten „VolkSmänner", sondern auf jenen des königlichen Staatsministeriums ruht.
Deutsches Reich.
** Berlin, 4. Jan. An den beiden ersten Tagen dieser Woche haben Sitzungen deö StaatSministcriums stattgefunden, und zwar hat sich die am Montag abgehaltene vorzugsweise auf laufende Geschäfte, namentlich Ordens- sachcn, bezogen, während die vom Dienstag wirklich sich mit der kirchenpolitischen Vorlage für den Landtag beschäftigt hat, welche irrtümlich schon mehrmals als Gegenstand der Beratung des Staatsministeriums bezeichnet worden war. Eö war nicht Silbenstecherei, wenn wiederholt erklärt wurde, daß die kirchenpolitische Vorlage, d. h. die Vorlage, die allgemein erwartet wurde, bisher noch nicht Gegenstand der mündlichen Beiatung gewesen war. Daß eö bei den früheren Beratungen sich auch einmal um andere kirchliche Gegenstände gehandelt hat, wie z. B. nm die Regelung in der Grafschaft Glatz, hat hiermit nicht das geringste zu thun, denn wenn die Presse, von der kirchenpolitischen Vorlage sprach, so konnte nur diejenige gemeint sein, welche für den Landtag bestimmt ist. Wenn man nun die heutige „Prov.- Korr." näher ansieht, so möchte man glauben, daß die Entscheidung in der kirchenpolitischen Frage für die Beschreitung deö WegcS der diskretionären Vollmachten und nicht der Revision der Maigesetzgebung ausgefallen ist, denn daö halbamtliche Blatt würde schwerlich heute einen Artikel bringen, dessen , G.wicht vorzugsweise in der nachträglichen Rechtfertigung jenes vor einem Jahre beschrittenen Weges besteht, wenn gestern das Staatsministerium sich für einen anderen Weg entschieden hätte. In dem Schluß des Artikels ist vielleicht ein Appel an das Zentrum in bezug auf den Windthorstschen Antrag zu finden. Denn wenn hier „Geduld und Vertrauen" von ihm gefordert wird, um die Erreichung des gemeinsamen Zieles erleichtern zu helfen, so scheint hierin zugleich die Mahnung zu liegen, daß leicht durch unzeitige Anträge der Weg der Negierung durchkreuzt werde. — In der Presse herrscht große Verwirrung über die Verhandlungen, welche angeblich oder wirklich zur Zeit in Nom gepflogen werden. Die Unklarheit würde eine geringere sein, wenn man die drei Arten von Verhandlungen, von welchen dabei die Rede ist, streng auseinander halten wollte: nämlich erstens auf die Kirchengesetzgebung bezüglichen Verhandlungen, hinsichtlich welcher Herr von Schlözer vorläufig Besprechungen gehabt hat, die voraussichtlich demnächst fortgesetzt werden; zweitens Verhandlungen üwr laufende Geschäfte, bei welchen die Kurie unzweifelhaft mitzusprechen hat, wie die Regelung gewisser bischöflicher Angelegenheiten u. s. w.; drillens Verhandlungen über die Frage der allgemeinen Stellung dcö Papsttums, von der übrigens nicht sicher bekannt ist, ob sie außerhalb der offiziellen päpstlichen Ansprachen auf diplomatischem Wege an-
Das verschwundeue Sind.
Roman von Ewald August König.
(Schluß.)
Wie Schuppen fiel es von den Augen Hartmann's. vor "sß erwürge Dich!" schrie Hartmann bebend
„Esmeralda ist die Tochter des Mannes, den Du damals erschossen hast."
„So war Alles nur eine Comödie?"
„Eine Comödie, die Dich verderben soll. Pietro ist mein Enkel, ich hatte den Beiden befohlen, Dich arm und elend zu machen — eö ist geschehen."
„So bin ich das Opfer einer Gaunerbande geworden," suhr Hartmann auf, aber noch giebt es Gesetze, sie müffen und werden mich schüsm!"
„Sollen sie den Fälscher und Mörder schützen?" erwiderte die Alte scharf. „Gieb Dir keine Mühe, ich werde dem Gericht die Anzeige machen und Deine Vergangenheit aufdecken! Das Zuchthaus wird Dich aufnehmen, und wenn Du wieder entlassen wird, bist Du ein elender, verachteter Bettler. Aber was liegt Dir an der Schande?"
Hartmann halte schon den Arm auSgestreckt, um den Mockenzug zu ergreifen, aber er ließ ihn wieder sinken, er vegnugte sich damit, einen flammenden Blick auf die alte schaudern, die so ruhig ihm gegenüber stand.
Man sah ihm an, daß er sie hätte erwürgen mögen, aber der Dolch in ihrer Hand flößte ihm Furcht ein.
„Esmeralda hat soeben erfahren, wessen Braut sie, wenn .auch nur dem Namen nach, war," nahm sie noch wmal daS Wort, „sie verläßt noch heute Abend die «ladt, um dem Mörder ihrer Eltern nicht noch einmal SU begegnen."
»Sie soll mich hören," sagte Hartmann in leidenschaft
licher Aufwallung, „man hat sie belogen und betrogen, eS sind elende Machinationen —"
„Ich werde die Wahrheit beweisen —"
„Beweisen? Wodurch?"
„Ich habe meine Beweise, Du wirst sie kennen lernen, wenn mein Zeugniß gefordert wird; e« sind Beweise, die Dich vernichten müffen. Hoffe nicht, entfliehen zu können, Pietro steht unten und bewacht dm Auögang, ich gehe zum Staatsanwalt und bringe ihm dieses Dokument. Bist Du feige genug, die Schande auf Dich zu nehmen, so magst Du es thun, was liegt mir daran! Aber kannst Du ein solches Leben nicht ertragen, so nimm dies, es ist Gift, Constanze hinterließ es Dir, sie hat nur die Hälfte genommen."
Die alte Frau legte ein Flacon auf den Tisch und wandte Hartmann den Rücken, um daS Zimmer wieder zu verlassen.
Jäh blitzte eö in diesem Moment in den Augen Hartmann's auf.
„Es war nur eine elende Comödie," sagte er. „ES ist daS Werk einer Gaunerbande, einer Gesellschaft von Dieben und Vagabonden. Wagt es, mich anzugreifen, meinem Zeugniß wird man mehr glauben, und Euch in's Gesängniß sperren, Euch, Esmeralva, Pietro, die ganze Gaunergesellschaft!"
„Du entehrst Esmeralda, wenn Du ihren Namen auö- sprichst," erwiderte die Alte ernst, „ESmeralda ist rein und tugendhaft, ihr kann Niemand einen Vorwurf machen."
Hartmann stand vor seinem Schreibtisch, über dem ein Revolver hing. Die Zigeunerin schien diese Waffe nicht zu bemerken.
Ich sag' Dir noch einmal, spar' die Mühe!" versetzte die Alte. „In einer Stunde wirst Du vor dem Richter stehen!"
„Glaubst Du das wirklich, alte Vogelscheuche?" schrie Hartmann, die Waffe von der Wand reißend. „Fahr zur Hölle, der Du entsprungen bist!"
Der Schuß knallte, ein zweiter und dritter folgte ihm, Pietro, der draußen Wache gehalten hatte, stürzte iu'S Zimmer.
Er kam zu spät, die alte Frau lag in den letzten Zügen, Lorenz Hartmann war tot, die Kugel hatte sein Herz durchbohrt und ihn augenblicklich getövet.
Die alte Frau konnte sich nur noch durch Zeichen verständlich machen. So tief war ihr Haß eingewurzelt, daß sie noch in der Todesstunde dem Enkel befahl, den toten Gegner zu verfolgen. Sie reichte ihm den Wechsel und ihr Blick befahl ihm, .dieses Dokument dem Gericht zu übergeben, damit der Name Hartmann noch nach dem Tode geschändet werde.
Pietro verstand sie, er vollzog ihren letzten Willen und übergab die Dokumente, die er in ihrem Nachlaß fand, dem Gericht.
Der Name Lorenz Hartmann war fortan geschändet als der Name eines Mörders und Fälschers, aber auch Pietro hatte ein Jahr später die Achtung Aller verscherzt, dte ihn als Bruder der berühmten Tänzerin geschätzt.
Die Bahn, auf welche seine Großmutter ihn geführt, um ihren Rachedurst zu befriedigen, brachte ihn zum Fall, rlr: r.r^e • nicht mehr verlassen und sie führte ihn schließlich möZuchthaus, wo er den „Baron vonGemmern" wieder fand.
Esmeralda hingegen feierte in Petersburg die höchsten Triumphe und heute ist sie die angebetete Gattin eines hochgestellten Russen.