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Nr. 2

Markurg, Dienstag, 3. Januar 1882.

xvii. Jahrgang

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Soweit der Vorrat reicht, werden die erschienenen Nrn. mit dem Wandkalender von 1882 nachgeliefert.

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Ab" Für das 1. Quartal 1882 werden noch Bestellungen auf die

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Oberhesftsche Zeitung

deren Gratisbeilage

Illustriertes Sonntagsblatt

allen Post-Anstalten, auf dem Lande auch den Landpostboten, entgegengenommen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d-Annoncen-Bureaux P> D. Tb- Dietrich u. Co. in staffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a-M ; Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf yjioffe in Berlin, Frank­furt a. Ä- rc.

verschafft, auch wieder durch Agitation, Lug und Trug in den Reichstag gedrungen immer dreister wird und dar­nach trachtet, mehr und mehr die Herrschaft zu erlangen, wie er sich nun gar erfrecht, unsere höchste Autorität an­zugreifen, zu fesseln und in ihrer Wirksamkeit zu lähmen. Schmerzlich berührt und kränkt uns, da wir so ost wahrnehmen, mit welcher Lieblosigkeit, Undankbarkeit, Unart und Schamlosigkeit Eure Durchlaucht von diesem negativen Geiste angegriffen und im gedeihlichen Wirken fort und fort gehemmt werden." In der Adresse wird sodann aus' geführt, daß nur durch Belebung des religiösen Bewußtseins und der monarchischen Gesinnung in unserm Volke dem negativen Geiste entgegengewirkt werden könne. Auö guter Quelle verlautet, daß auf den Bischofssitz Breslau die meisten Chaneen der Domprobst Herzog in Berlin haben soll. DieGermania" schreibt hierüber:Die Breslauer Bischofswahl ruht augenblicklich und wir wissen über die Ursachen der Verzögerung nichts, als was die Wünsche ge> wissen Blätter in betreff der Kandidatur Hohenlohe zu er­raten geben. Wenn die Ansicht laut geworden ist, daß die Regierung alle Personen der Kandidatenliste als minus grata bezeichnen könnte, um eine neue Liste mit dem Namen Hohenlohe zu provozieren, so halten wir das für eine Extra­vaganz kulturkämpferischer Gelüste, denn der Versuch, der Diözese einen bestimmten Bischof aufzuzwingen, würde zu sehr im Widerspruch stehen mit dem geltenden Recht und Gebrauch, sowie mit der Tendenz der Negierung, die erle­digten Bischofsstühle zu besetzen." Aus' Osnabrück und Paderborn ist nichts Neues bekannt.

Berlin, 1. Jan. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt in ihrer Neujahrsbetrachtung:Der gegenwärtige Reichstag zeigt, wie sehr er unter dem augenblicklichen Einfluß leiden­schaftlicher Verblendung gewählt ist und das ist eine der großen Sorgen des neuen Jahres. Aber die Kundgebung der kaiserlichen Botschaft kann nicht ohne Nachwirkung bleiben. Das Wort des Kaisers wird der Feldruf werden für alle, welche den nationalen Gedanken auch in praktischer Konsequenz zu verfolgen bereit sind; dann wird auch die legislatorische Ausgestaltung der Sozialpolitik mit Erfolg begonnen werden können." Bei dem heutigen Neujahrs­empfang soll der Kaiser auf die überaus friedliche Gestal­tung der europäischen Verhältnisse hingcwiescn haben. Legationörat Lothar Bucher begab sich nach Italien resp. Rom behusö Besprechung der kirchenpolitischcu Fragen. Der Reichs- und Laudtagsabgeordnete L.-gationsrat v. Kehler übernahm die Redaktion derGermania".

Braunschweig, 31. Dez. In der gestrigen Nachwahl zum Reichstage im zweiten braunschweigischen Wahlkreise erhielt, soweit bisher bekannt, Römer (nat.) 4350, von Gramm (freikons.) 1350, Bebel 600 Stimmen. Römers Wahl scheint sicher.

Das verschwundene Kind.

Roman von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Deutsches Reich.

Berlin, 31. Dez. DieKreuz-Zeitung" meldet: Durch Kabinettsordre vom 27. Dezember ist Generalmajor Graf Waldersee zum GeneraüQuartiermeister beim Generalstabe ernannt worden. In dieser Stellung hat er den Chef des Generalstabes Grafen Moltke zu entlasten und in Behin­derungsfällen zu vertreten. DerReichsanzeiger" meldet: Der Fürst-Erzbischof von Prag, Kardinal Schwarzenberg, ernannte nach nachgesuchter und am 19. Dez. l. I. erteilter landesherrlicher Genehmigung den Pfarrer Nitschke in Neugers­dorf zum Großdechanten und fürst-erzbischöflichen Vikar in der Grafschaft Glatz. Derselbe ist als solcher zugleich Ehreu- domherr des Breslauer Domstifts. Daö Staatsmini­sterium beschloß am 22. Dezember die Wiederaufnahme der eingestellten Staatsleistungen für den preußischen Anteil an der Erzdiözese Prag. Aus Wetzlar ist dem Reichskanzler folgendes Telegramm zugegangen: Der Berg- und Hütten­männische Verein für die Lahn, Dill und benachbarten Re­

viere, in besten Bezirk nahezu ein Drittel der gesamten Eisensteinproduktion Preußens gefördert und eine beträcht­liche Menge Eisen erzeugt wird, sprach sich in feiner heu­tigen ordentlichen Vorstandssitzung einstimmig dahin aus,

.Das ist allerdings fatal."

Um so fataler, als der Baron voraussichtlich nicht

Ruiniert?" erwiderte er.Bewahre, ich habe noch "Mer Hilfsquellen!"

Er lachte hell auf, aber es war ein sehr erzwungenes dachen.

Nun, wenn diese Hilfsquellen noch nicht erschöpft sind, o brauchen Sie ja nicht"

... »Erlauben Sie, ich kann Sie nur augenblicklich nicht »nnnt"

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läge ist es aber ratsam, die Dinge in ihrem richtigen Lichte zu betrachten."

Aber was soll ich thun, um den Baron zu befriedigen?" sagte Hartmann ratlos.

Ich sehe nur ein Mittel," antwortete Pietro.Sie müssen dem Baron Bürg chaft geben."

Wie kann ich das?"

Wechsel, die auf eine zahlungsfähige Firma ausgestellt und von dieser aeecptirt sine."

Ja, wenn ich mir die zu verschaffen wüßte!" sagte Hartmann spottend.

Pietro blickte lauernd zu ihm auf.

Kinderspiel!" erroieberte er.Man stellt einen Wech­sel auf irgenb eine tebeutenbe Firma aus und aceeptirt ihn"

Wechselfälschung?"

Zum Henker, schreien Sie nicht so! Man muß etwas wagen können und ich gebe Ihnen bie Versicherung, daß ich sehr viele reiche und angesehene Herren kenne bie sich durch dieses Mittel vor dem Ruin geschützt haben."

Hartmann stand am Fenster und blickte gedankenvoll hinaus.

Wechselfälschung," murmelte er,ein Verbrechen, wel­ches mit Zuchthaus bestraft wird!"

Wenn,man dabei ertappt wird, allerdings! Aber ich wiederhole Ihnen, ich kenne viele Herren, die in der Zeit der Nolh und Verlegenheit sich damit gerettet haben. Sie stellen die Wechsel zahlbar nach drei Monaten auö und gewinnen dadurch eine Frist, in der Sie sich Hilfsquellen eröffnen und für bie Deckung sorgen können. Wenn Sie bie Wechsel am Verfalltage ober noch vor demselben einlösen, so wirb Niemand fragen, ob die Unterschriften echt seien."

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; Jägerschr Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung 1 A daselbst; Jnvalidendank in ® ir Berlin; W. Thienes in

Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

fcer neue 3oßtarif Jahre 1879 die vaterländische iUmM Eisenindustrie und damit auch den Eisensteinbergbau vor >r Siebigänzlichem Erliegen bewahrt und ihr die Möglichkeit einer UNg ist t kräftigen Entwickelung wiedergegeben habe. Der Vorstand vermiet! hält es für seine Pflicht, heute Zeugnis dafür abzulegen, daß die erhoffte Besserung bereits in recht bemerklichem raße'44 Maße eingetreten ist und unverkennbar stetig voranschreitct, --------- und spricht Em. Durchlaucht hiermit den Dank des Vereins 11 sucht für bie thalkräftige Förberung der vaterlänbischen Jnbustrie s aus. Der Vorsitzende: (gez.) Bellinger. 170 Hand­werksmeister der Stadt Marggrabowa haben an den Reichs-

MT *4 £>artmann schoß das Blut jäh in die Wangen, er dachte P au Esmeralda und was sie dazu sagen würde, wenn sie W' wführe, daß er verarmt war. Sie durfte das um keinen preis erfahren.

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Ausland.

Wien, 31. Dez. DieWiener Zeitung" publiziert ein Gesetz, betreffend den Verebelungsverkehr mit bem deut­schen Zollgebiete und eine hierauf bezügliche DurchsührungS- Verordnung des GefamtministeriumS.

Wien, 30. Dez. Der hochherzige Gedanke Sr. Maj. des Kaisers, an die Stätte des Ringtheaters ein StiftungS- hauö mit einer Sühnekapelle zu bauen, hat bei der gesam­ten christlichen Bevölkerung des Kaiserstaates und darüber hinaus ungeteilteste, aufrichtigste Frende wachgerufen. Diese Freude wird durch die Bemerkung nicht geschmälert, daß die hiesige Hetzpreffe ihrem Charakter getreu und jedem christlichen Gedanken feindlich, sich damit begnügte, einfach das diesbezügliche Handschreiben Sr. Majestät einfach zur Kenntnis des Publikmns zu bringen. Wie wir hören, wird ein Wohnungshaus an Stelle des Ringtheaters gebaut werden und gerade auf bet Stätte, wo früher bie Bühne sich befand, die Kapelle sich erheben, als ewiges Denkmal innigster Teilnahme, die der Monarch für jeden Teil seiner Völker in Leid und Freud mitsühlt. Die enge Verbindung der Kaiserfamilie mit ihren Völkern dokumentiert sich von nun an in zwei Pracht-Denkmälern, in der vom Kaiser projektierten Votivkapelle und in der unweit davon empor- ragenden Votivkirche, die ja bekanntlich durch Beiträge aller österreichischen Völker erbaut wurde zum Danke dafür, daß die geheiligte Person Sr. Majestät durch Gottes be­sonderen Schutz dem Tode durch Mörderhand entging. Die Ansprache des Kaisers an die Deputation der Stadt Triest zittert in-ber liberalen Presse, wie in ber liberalen Partei immer noch nach. Im allgemeinen verursachte sie in den liberalen Reihen eine große Niedergeschlagenheit, welche besonders in Triest nachhaltig sich geigte' Einige heißblütige Parlamentarier dachten bereits daran, ihr Man­dat demonstrativ niederzulegen, während bie Presse etwa« kleinlaut ihre Ansichten übet Konstitutionalismus überhaupt und über die Aeußerung Sr. Majestät insbesondere in einer Weise äußerte, gegen die nicht energisch genug protestiert werden kann, weil dadurch daö legitime Königtum zur Puppenhastig- keit herabgebrückt würde. Nach denselben scheint der letzte Mann im Reich das Recht freier Meinungsäußerung zu besitzen und nur bet konstitutionelle Kaiser darin beschränkt zu fein. Die Verstimmung der Presse dauert noch fort, doch be­ginnt sie bereits wieder sich auf bie Hinterbeine zu stellen. In beit Kreisen bet Partei hat man bett Gedanken einer ManbatSnieberlegung gleich anfangs, nachdem er kaum ausgesprochen war, zurückgewieseu und zwar ans sehr trif­tigen Gründen. Die Hencn auf ber Linken wissen näm­lich sehr gut, baß das Volk nicht hinter ihnen sieht und baß bie Mandate,die sie niederlegen, ihnen nicht in gleicher Weise wieder zufallen würden. Hierin Wien hat man in einem obscuren Verein eine Demonstration gegen bie Aeußerung

Hartmann stand noch immer in Nachdenken versunken.

Und wenn nun die Wechsel vor dem Verfalltage der Firma, auf die sie ausgestellt sind, vorgezeigt werden?" fragte er.

»Lassen Sie mich dafür sorgen, daß dies nicht geschieht!" Können Sie dafür garantieren?"

»Ich werde dem Baron die Verpflichtung anferlegen, die Wechsel im Portefeuille zu behalten, biö sie verfallen sind. Sie werden die Summe um fünfhundert Thaler erhöhen. Herr von ©eminent ist Egoist, er will stets wissen, welchen Nutzen er selbst hat. Also wollen Sie das?"

Ich kann nicht," sagte Hartmann, aus seinem Brüten auffahrend.

Dann werden Sie auf Alles verzichten und sich auf Alles gefaßt machen müssen. Hören Sie, was der Baron mir sagte: Wenn Herr Hartmann mir die Genugthuung verweigert, bie ich fordern darf und muß, so werde ich ihn öffentlich und ebenso bei seiner Braut kompromittieren, ich werde ihn züchtigen, wie man einen Schulbuben züch­tigt bitte, fahren Sie nicht auf, es sind seine eigenen Worte und er kann alsdann nicht sagen, daß er diese Züchtigung nicht verdient habe. Wenn er aber fürchtet, mir mit bewaffneter Hand entgegenzutreten, so kann er dem nur dadurch entgehen, daß er mir Zahlung leistet. Ich vermute, fuhr der Baron fort, daß seine Weigerung, die Schuld anzrierkennen, ihren Grund darin hat, daß er kein Geld besitzt, um sie zu decken. Für diesen Fall be­gnüge ich mich mit einer guten Bürgschaft oder mit an­deren, von zahlungsfähigen Leuten attestierten Wechseln. Will er Beides nicht, so mag er sich hüten vor mir, er hat mich tief gekränkt und beleidigt, ich werde bann sicher nicht eher ruhen, bis ich dafür Rache genommen habe."

(Fortsetzung folgt.)

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Bcilaae SnittttaaShlatt bnrrf> hi»

Buchdruckerei) bezogen 8'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 50 »Pfa.SSltene tfflr der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

kanzler eine Adresse gerichtet, in welcher es u. a. heißt: »Wir nehmen mit Entsetzen wahr, wie der negative Geist, der Feind unseres Lebens der einst aus ber Gewalt -C gekommen, unter der Flagge des Fortschritts und der Frei- IVvll heil und allerlei anderen Lockmitteln sich Anhang und Macht

k--« W er wird nicht warten," sagte Pietro kopf-

-- Puuttelnd.WaS können Sie ihm als Pfand anbieten? Üben Sie E elfteine, Kunstschätze?"

wh? "N"n, nein, ber Wert dessen, was ich habe, reicht nicht f'n, die Forderung zu decken."

Dann müssen Sie neue Wechsel anöstellen!"

W-s Helten Sie dem Baron?"

Wechsel, bie ihm Sicherheit geben."

Meine Unterschrift"

Verzeihen Sie, baß Herr von Gemmern auf Ihre Unterschrift keinen Wert mehr legt, werben Sie nach dem ^tgefattenen begreiflich finden. Zürnen Sie mit nicht, Ihnen bas sage, im Hinblick auf die ernste Sach-