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. . Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahcke von Adressen werden 25 Pfg. berechnet. p L) » Pfg.

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wäre, warum wartet man nicht das Resultat der betreffen­den Verhanbltiugen ab? Daß die Regierung nicht daran denken kann, sich einen einzelnen Punkt aus den Verhand­lungen herausgreifen zu lassen, ihre stärksten Waffen auS der Hand zu geben, bevor sie über den Zweck der Ver­handlungen, der Erreichung deS Friedens, Gewißheit besitzt, liegt doch auf der flachen Hand. Von einem praktischen Erfolge des Antrages kann mithin keine Redk sein, höchstens könnte er dazu beitragen, das Mißtrauen der Regierung in .die Friedensliebe des Vatikans neu zu erwecken. Hoffent­lich aber überzeugt sie sich daraus, wie besorgt daS Zentrum um seine Stellung ist, wie sehr es für diese von einem Friedensschlüsse mit Rom fürchtet. Das Verhalten der Regierung kann nach alledem nicht zweifelhaft sein. Ihre erste Aufgabe wird darin bestehen müssen, die Verhand­lungen mit Rom mit allem Nachdruck fortzusetzen, im übrigen aber kann sie eine lediglich abwartende Stellung einnehmen. Selbst im günstigsten Falle, daß eine baldige Verständigung mit dem Papste erzielt werden sollte, wird es Zeit bedürfen, bevor sich die Wirkungen davon bei den Wahlen praktisch geltend machen. Wir werden uns also vor der Hand mit der Thatsache befreunden muffen, daß alle Reformpläne vertagt werden. Die Auflösung des Reichstags, wäre heute wirkungslos und völlig verfehlt. Läßt man ihm dagegen Zeit und Gelegenheit, in der bis­herigen Weise fortzumachen, so müßte es nicht mit guten Dingen zugehen, wenn sich in bet Nation nicht in verhält­nismäßig kurzer Zeit ein Umschwung vollziehen sollte.

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Er konnte nicht begreifen, daß das große, schöne Ver­mögen so rasch verschwunden sein'rsolltr, er hatte ja nie nachgcrcchnet, niemals über die Folgen seiner leichtsinnigelr Verschwendung nachgedacht.

Wenn er berechnete, was er seinen Gläubigern noch schuldete, so blieb ihm nichts, kein roter Pfennig, und er besaß keine Quellen, aus denen er neue Summen schöpfen konnte. , ; 4

Ruiniert! «r'konnte es nicht fassen. Der Schwelst floß von seiner Stirn und die Hände ballten sich in ohn­mächtiger Wut. j.

Wie sollte es in der Zukunft werden? Konnte er unter diesen Umständen daran denken, Esmeralda zu heiraten?

Was konnte er ihr bieten? War er imstande, ihr das Leben so angenehm zu gestalten, wie sie es bisher ge­wöhnt war.

Lorenz Hartmann sprang von seinem Sitz auf, um einige Male mit großen Schritten das Zimmer zu durch-

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Das verschwundene Kind. Roman von Ewald August König. (Fortsetzung.)

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Karkurg, Donnerstag, 29. Dezember 1881

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war am Tage vor Weihnachten. Lorenz Hartmann zählte den Rest seines Vermögens.

In seinen zitternden Händen hielt er die letzten Wert­papiere und sein unstäter Blick irrte wie Hülfe suchend durch das Zimmer, bis er endlich wieder auf dem Papier haften blieb, auf dem er seine Notizen gemacht hatte.

War es denn wirklich Wahrheit? War er denn in der That schon ruiniert.

ch jede P« al 75 Pf» -tttS s

W*- Auf das mit dem 1. Januar 1882 beginnende Quartals-Abonnement der

So waren wieder einige Wochen verstrichen, Schnee üt: die Fluren.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. C». in Frankfurt a. M.; JSgcrsche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux v. Th. Dietrich u. Co. in I K affet und Hannover; Th. I Dietrich in Frankfurt a.M ; M I Baasenstein u. Vogler in I I rankfzirt a. M.,, Berlin, Wj

Leipzig, Köln rt- ; Rudolf X. Moffe in Berlin, Frank-*

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zähle die Kurie sich, daß er ganz gern bis zn dem Zu­stande wie vor Erlaß der Maigesetze zurückgehen wolle (?) und nur in der Form einige Schonung beanspruche. Die goldene Brücke wird man ihm bauen. Demi zur Stunde ist Bismarck eine beliebtere Persönlichkeit im Vatikan, als Herr Windthorst. f».-

DieLeipziger Zeitung" bringt folgende Auslassung Über die Stellung der Regierung zum Zentrum und es soll dieselbe den Anschauungen unserer Regierung entsprechen. ES heißt da:Der Papst ist entschlossen, sich wieder den vollen Einfluß Über den Klerus zu sichern. Die Regierung würde aber ihm darin schwerlich entgegenkommen, über­haupt die Verhandlungen mit Rom nicht trotz aller ent­mutigenden Erfahrungen so energisch weiter betreiben, wenn sie nicht innerlich überzeugt wäre, daß die Unabhängigkeit des Zentrums vom Papst in der That ihre Grenzen hätte, und daß ein Ereignis wie der Zerfall des Zentrums keines­wegs eine s» glelchgiitktt Affaite sei, als welche sie in der Nordd. Allg. Ztg." hingestellt wird. Das Zentrum ist das Haupthindernis jeder gesunden parlamentarischen Ent­wickelung, darüber giebt mau sich in Berlin keiner Täu­schung hin. Mag ans seiner Zertrümmerung immerhin auch der Liberalismus Nutzen ziehen, es wäre doch damit die Abnormität,-baß eine Fraktion von über 100 Mit­gliedern auf rein konfessioneller Grundlage existiert, beseitigt. Der Gedanke an eine Beeinflussung des Zentrums seilens des Papstes ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Der­selbe ist nicht nur ausführbar, sondern auch vorteilhaft für den Staat, nur muß man darauf verzichten, das Zentrum zu einer Regierungspartei auch nur in dem Sinne machen zu wollen, in welchem es unsere konservativen Parteien sind. Das durste selbst nach einem vom Papste ange­nommenen Frieden oder modus vivendi mit bet- römischen Kirche niemals geling^. Von dem heutigen Zentrum gilt bas bekannte Wort; Ät ut est aut non est. Wer das nicht Wort haben will, maß sich nur-die heutige Taktik des Zentrums klar machen, die namentlich, wenn man ben neuesten Windthorstichen Antrag au Aushebung desReichS- gesetzes vom 4. Mai 1874 in betracht zieht, gar keine anbere Deutung znläßt, als baß das Zentrum, resp. Herr Windthorst, mit welchem sich jenes ja in diesen Tagen aus­drücklich identifiziert hat, neben dem Vatikan seine eigene selbständige Stellung beansprucht. Sonst würde es in einem Augenblicke, wo der Vatikan mit dem Berliner Kabinett Über den Frieden unterhandelt, schwerlich seinerseits Veran­lassung nehmen, in diesen Stand der Dinge einzugreifen und zu erklären, wie nach seiner Ansicht die Herstellung des Friedens möglich ist. Dieses Vorgehen des Zentrums wirft ein eigentümliches Licht auf die Versicherung der Germania", daß es ihrer Partei nur erwünscht sein kann, wenn die Regierung über den Kops des Zentrums hinweg mit dem Vatikan unterhaudelu will. Wenn dies der Fall

Er trug selbst die Schuld daran, er wußte das wohl, er konnte keinem anderen Vorwürfe machen was hätten diese auch genützt! Er mußte sorgen, Erwerbsquellen zu sucken, mit dem bisherigen geben brechen, auf die solide Bahn zurückkehren.

Aber und bei diesem Gedanken blieb er erschreckt stehe» was würde wohl Esmeralda zu solcher Umkehr sagen ?

Durste er ihr verraten, daß er einer unsicheren flukunft entgegen ging?

Wenn sie es erfuhr, würde es ihr nicht ein Grund zum Bruch sein? , k .

Er blickte starr auf die Thür, die in diesem Augenblick sich öffnete: > t». . -t4-?'»

Der Baron von Gemmern trat mit einer leichten Ver­beugung ein, es war das erstemal, daß er Hartmann in seiner Wohnung besuchte. Dieser hatte ihn nie eingeladen, er konnte die Abneiguflg, die er gegen diesen Mann hegte, nicht überwinden. Aber die Pflicht der Höflichkeit gebot chm jetzt, den Baron artig und freundlich zu empfangen, und als gebildeter, wohlerzogener Mann kam er dieser Pflicht nach. |

Der Baron nahm auf dem ihm angebotenen Sessel Platz und ließ den Blick durch das Zimmer schweifen.

Allerliebst!" sagte er,offen gestanden, hätte ich Ihnen diesen feinen Geschmack nicht zugetraut. Ein Fürst kann nicht prächtiger und geschmackvoller eingerichtet sein."

Sie scherzen, Herr Baron," ertoieberte Hartmann ge­schmeichelt,zur fürstlichen Einrichtung fehlt doch noch sehr Vieles.,

Nichts, best« Freund, ich gebe Ihnen mein Wort darauf. Ich störe doch nicht?"

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Dez DerNeichsanzetger" meldet: Se. Majestät der König verlieh dem Minister des Innern von Puttkam.'r das Kreuz mit dem Komturstern des HauS- ordenö von Hohenzollern. D m Geh. Ober-Regierungs- Rat Dr. Hahn im Ministerium des Innern ist der Cha rakter als Wirk!. Geheimer Ober-Regierungsrat mit dem Range eines Rates 1. Klasse verliehen worden. Der Reichsanznger" veröffentlicht ferner die Verordnung vom 20. Dezember Über die Nachversteuerung der Warenbestände in den an das deutsche Zollgebiet anzuschlikßiUden Gebiets­teilen der Untere! w. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Bereits vor mehreren Monaten verlautbarte die Nachricht, daß Gambetta sich mit der Absicht trage, sobald er die Leitung des Ministeriums übernommen habe, die Durch­führung der obligatorischen Arbeiterversicherung in Frank­reich in Angriff zu nehme,'. Man erzählte sich damals, der deutsche Reichskanzler habe diesen Plan Gambettas im Privatgespräche erwähnt. Gambetta soll neuerdings in der Absicht, der Ausführung dieses Planes näher zu treten, von den zur Veröffentlichung gelangten Vorarbeiten der deutschen Regierung für die Unfallversicherung eingehende Kenntnis genommen und zugleich französische Fach-

Durchaus nicht, im Gegenteil, Ihr Besuch ist mir außerordentlich angenehm."

Sie wissen wohl, weshalb ich komme?"

Auch das, aber ich habe noch einen anderen Grund, sollten Sie ihn schon vergessen haben?"

Lorenz Hartmann erbleichte, er las etwas in dem lauernden Blick des Barons, was ihm ernste Besorgnisse einstößte.

ich wüßte wirklich nicht*

Mein Freund, erinnern Sie sich denn nicht mehr des Wechsels?"

Welches Wechsels?"

Den Sie mir vor acht Tagen gegeben haben." -»- -'Ein dunkler Schatten glitt über das Gesicht Hartmanns, er wußte nicht, wo hinaus der Baron wollte, aber er ahnte schon, daß es nichts Gutes war.

Ich weiß nicht, was Sie wollen," sagte er,mir ist von einem Wechsel nichts bekannt."

Aber, Herr Harmann"

Entschuldigen Sir, Herr Baron, daß ich Zweifel in ihre Behauptungen setze, aber ich wiederhole Ihnen, daß ich von einem solchen Wechsel nichts weiß."

Herr v. Gemmern holte sein Portefeuille aus der Tasche und öffnete es, mit gespannter Erwartung ruhte der Blick Hartmanns auf ihm.

Langsam nahm der Baron ein Papier aus demselben, entfaltete es und hielt es seinem bestürzten Schuldner vor die Augen.

Es war ein Wechsel lautend auf den Betrag von 10 000 Thalern, zahlbar bei Sicht und unterschrieben von Lorenz Hartmann. (Fortsetzung folgt.)

Illustriertes Sonntagsblatt bitten wir die Postbestellung so zeitig als möglich zu machen, um imstande zu fein, unseren verehrten Lesern vollständige Exemplare liefern zu können. Gleichzeitig machen wir dar­auf aufmerksam, daß der Nr. 1 des neuen Jahrgangs ein Wandkalender, der auch den deutschen Portotarif enthält, gratis beigefügt wird. - .i:;

Auch im neuen (17.) Jahrgang wird die Oberhessische Zeitung alles aufbieten, ihre Leser durch Zuverlässig­keit, Raschheit und Vielseitigkeit zu bedienen.

Anzeigen finden bei dem sehr erheblich gewachsenen Leserkreis eine stets wirksame Verbreitung und werden zu dem billigen Prüfe von nur 10 Pfg. pro Zeile berechnet.

MS* Auf dem Lande nehmen die Postboten Bestellungen entgegen. " <;

Zur kircheupolitischen Lage.

Das Staatsministerium soll sich in feiner letzten, bereits erwähnten dreistündigen Sitzung mit den Vorlagen für den Landtag, insbesondere mit den kirchenpolitischen Vorlagen beschäftigt haben. Wie verlautet, handelt es sich dabei nur um weitgehende diskretionäre Befugnisse und eine teilweise Revision der Maigesetze, vor allem soll die Regierung Vollmachten erhalten, den Notstand in der Seelsorge durch Anstellung neuer Geistlichen abzuhelfen. Ueber die Mission des Unterstaatssekretärs Busch im Vatikan ver­lautet, daß dieselbe nichts anderes bezweckte, als die Grund­lage für die definitiven Abmachungen der preußischen Re­gierung mit dem Papste zu gewinnen. Bo« Herrn von Schlözer wurde im Herbste gesagt, derselbe habe die Ange­bote der Kurie nach Berlin gebracht, die Verhandlungen sollten aber erst bann fortgesetzt werben, Penn bie Regie­rung sich Über diese Angebote ober über neue Vorschläge schlüssig gemackt habe. Man glaubt nun, doß Herr Busch ben Auftrag gehabt habe, die Entschließung bet preußischen Regierung über bie von Herrn v. Schlözer überbrachten Angebote bem Staatssekretär Jacobi»! im Zusammenhänge vorzutragen und aüf gründ dieser Vorlagen die Verhand­lungen zu Ende zu fuhren. Nach derKöln. Ztg." ist man in Berlin wie in Rom sehr zum Frieden geneigt. Schwierigkeiten mache nut bas dazwischenliegende Zentrum, welchem bet Papst doch nickt geradezu vor ben Kops stoßen möge. Die Kurie wünsche deshalb, baß baö Zentrum mit positiven Vorschlägen Vorgehen solle.

Bezüglich der Absichleu unseres Reichskanzlers aber er-

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