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Marburg, Mittwoch, 28. Dezember 1881

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Opposition der Linken nach oben

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Wiesbaden, Mitglied der intecnatio>ialcn Assoziation für die Kodifikation des Völkerrechts und früher Professor des Staats- und Völkerrechts ;u Do.pat, ist an Stelle Bluntschli's an die Universität zu Heid lberg berufen worden.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. BlatteS, s owie d.Annoncen-Burear 0. Th- Dietrich U. Co. i Kastel und Hannover; T Dietrich in Frankfurt a M Haasenstein u. Vogler i Frankfurt a. M., Berli Leipzig, Köln rc.; Rudo., Messe in Berlin, Frank­furt a. M- rc.

AnSland.

Wien, 25. Dez. Die ,Wiener Zeitung" veröffent­licht ein kaiserliches Handschreiben an den Ministerpräsi­denten Grafen Taaffe, in welchem der Kaiser iundgiebt, daß er, um seiner Teilnahme an dem traurigen Schicksale der am 8. Dezember d. I. beim Brande des Ringtheaters

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Deutsches Reich.

Berlin, 24. Dez. Der Handelsvertrag zwischen Deutschland und Italien vom 31. Dezember 1865 und die Schifffahrts-Konvention vom 14. Oktober 1867 werden zufolge Übereinkommens zwischen beiden Regierungen, durch welches die Wirkung der im Jahre 1875 italie­nischerseits erfolgten Kündigung nochmals um 5 Monate hinausgeschvben worden ist, bis 31. Mai 1882 in Kraft bleiben. Der Unterrichtsminister hat es für unzulässig erklärt, daß Schüler höherer Lehranstalten, welche aus den­selben verwiesen worden, noch in demselben Semester zur Immatrikulation zugelassen werden, falls sie sich, ohne die Steifeprüfung abgelegt zu haben, um dieselbe bewerben. Sollte die Verweisung von einer höheren Lehranstalt einer Universitätsstadt erfolgt sein, so sind die betreffenden Schüler an dieser Universität zu der erwähnten Imma­trikulation überhaupt nicht zuzulasien, damit die gesamte Schuldisziplin nicht gefährdet werde, während die Univer­sität kein Jntereffe haben kann,unreife junge Leute, welche sich der Schuldisziplin nicht gefügt haben, als Zu­hörer zu gewinnen." Der Justizminister bringt durch allgemeine Verfügung vom 14. d. M. die Ueberstcht über die Thätigkeit der SchiedSmänner im Jahre 1880 zur Kenntnis der Justizbehörden. Danach betrug im Staate die Zahl der SchiedSmänner 17418 (davon 9726 im Be­zirk des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. und 7420 in in dem des Oberlandesgerichts Kassel.) Bei denselben waren anhängig 90760 bürgerliche RechtSstreitigkeiten, wovon 59 250 durch Vergleich beendet wurden, 196 747

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Sühneverhandlungen über Beleidigungen und Körperver­letzungen, wovon 82776 gesc! lichtet wurden. Im Bezirk deS Kammergerichts Stadt ^Berlin und Regierungsbezirk Potsdam, waren 1385 Schiel smärner, denen nur 5069 bürgerliche Rechtsstreitigkeiten vorkaiuen, wovon 3220 durch Vergleich erledigt wurden, 26549 Belcidigungs- u. s. w. Verhandlungen, wovon 9696 geschlichtet wurden. Im kölnischen Bezirke waren weitaus die meisten bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten bei Schiedsmännern anhängig, dann erst folgt der Bezirk Celle und hierauf Breslau. Die an­deren Bezirke hatten alle unter 10000. Bemerkenswert ist cs übrigens, daß in denjenigen LandcSteilen, in welchen das Institut neu eingefübrt worden, nahezu die meisten bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten vor Schiedsmänuern ver­handelt wurden.

Breslau 24. Dez. Der zor logische Garten ist heute wegen Auftreten der Rinderpest u ter den Giraffen polizei­lich geschlossen worden.

Bremerhaven, 24. Dez. Der Dampfer des Nordd. LloydBraunschweig" ist im neu n Hafen gesunken.

Darmstadt, 23. Dez. Nach § 9 der deutschen Wehr­ordnung können Volksschuilehrer und Kandidaten des Volks­schulwesens, welche ihre Befähigung für das Schulamt in vorschriftsmäßiger Prüfung nachgcwiesen haben, noch kürze­rer Einübung (6 Wochen) als andere Soldaten zur Re­serve beurlaubt werden. Nach einem Erlasse der obersten Schulbehörde ist diese Bestimm! ng nicht als ein dem Lehrer­berufe zugebilligtes Privileg aufzufasten, sondern findet die thatsächliche Begründung in dem seitherigen Mangel an Volksschullehrern. Neuerdings fill diese Vorschrift keine Anwendung auf Militärpflichtige haben, welche zwar die Eigenschaft als SchulamtSkcndioatcn besitzen, ab r nur bei Privatinstituten angestellt sind. Wir empfehlen diese wichtige Gesetzesauslegunz der Beachtung aller Kandidaten des Volksschullehreramtes.

Karlsruhe, 24. Dez. Der Großherzog, dessen Ge­nesung erfreuliche Fortschritte macht, unternahm heute eine kurze Ausfahrt. Das Weihnachtsfest wird im engsten Kreise der großhcrz'glichen Famil e gefeiert. Morg n wird der Großherzog zum erstenmale seit seiner Krankheit dem

keineswegs erschüttert ist und die ehemalige Verfassungs Partei noch so bald keine Aussicht hat, wieder zur Re­gierung berufen zu werden. DieNeue Freie Presse" enthält folgenden Bericht über die Audienz:Der Führer der Abordnung, Handelskammerpräsident Reinclt, hielt eine kurze Ansprache an den Kaiser und bemerkte, die Triester Handelskammer habe angesichts der bedrängten commer- ciellen Lage Triests in einer Denkschrift die Maßnahmen angedeutet, welche die Handelswelt zum Schutze Triests für notwendig halte, und erlaube sich, diese Denkschrift dem Kaiser mit der Bitte zu überreichen, er möge die Wünsche Triests dem Wohlwollen der Regierung empfehlen. Der Kaiser erwiderte: Die Interessen der Stadt Triest sind mir stets am Herzen gikgiu, und ich sehe ein, daß für Tri. st etwas geschehen muß. Ich werde die Denkschrift an meine Regierung zur Prüfung und Würdigung leiten m.d sie beauftragen, alle in dieser Angelegenheit notwen­digen Weisungen so rasch als möglich ergehen zu lassen. Ich bedauere nur, daß die Abgeordneten von Triest meiner Regierung eine faktiöse Opposition machen, es ist das nicht mehr eine gewöhnliche, sondern eine faktiöse Opposition. Hierauf wurde die Abordnung entlassen." Das leitende oppositionelle Blatt begleitet seinen Bericht mit der be­deutungsvollen Bemerkung:Wir stehen nicht an, sofort zuzugcben, daß das Stigma, welches in diesen Worten des Monarchen liegt, nicht blos die Abgeordneten von Triest trifft, sondern die gesamte vereinigte Linke deö Abgeori- netenhauses, deren konservativstem Flügel die Triester Ab­geordneten angehören. Es trifft aber auch die verfassungs­treue Partei des Herrenhauses und nicht minder einen Teil der Regierung, nämlich den Statthalter von Triest, der gleichfalls zur Versassungspartei zählt."

Rom, 25. Dez. DerDirttto" erklärt die Rücksen­dung des Ministerresicenteu Roustan auf seinen Posten nach Tunis für einen schweren Fehler. Dieselbe bedeute, daß Gambetla sowohl die tunesische Expedition, als auch die Mittel, mit welcher dieselbe vorbereitet und gefördert

Verunglückten einen. dauernden Ausdruck zu geben, be­schlossen habe, an der Unglücksstätte aus seinen Privat­mitteln ein Gebäude mit einer entsprechend ausgestatteten Gedächtniskapelle aufführen zu lassen, in welchem die all­jährliche Abhaltung eines Trauergottesdienstcs durch be­sondere Stiftung sichcrgestellt werde. Die Erträgnisse des StistungSgebäudes sollen für immerwährende Zeiten den Wiener Wohlthätigkeits-Vereinen und -Anstalten zufließen. Der Kaiser erteilte zahlreiche Audienzen, von denen diejenige der Abgeordneten der Triester Handelskammer, welche eine Denkschrift über den darniedcrliegenden Handel dieser Hafenstadt überreichten, auch politische Bedeutung gewinnt, weil in ihr ein scharfes Wort des Monarchen

* Auf daS mit dem 1. Januar 1882 beginnende Quartals - Abonnement der

Oberhessischen Zeitung

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Iüuflriertes Sonntagsblatt

bitten wir die Postbestellung so zeitig als möglich zu machen, um imstande zu sein, unseren verehrten Lesern vollständige Exemplare liefern zu können. Gleichzeitig machen wir dar­auf aufmerksam, daß der Nr. 1 des neuen Jahrgangs ein Wandkalender, der auch den deutschen Portotarif enthält, gratis beigefügt wird.

Auch im neuen (17.) Jahrgang wird die Oberhesfische Zeitung alles aufbieten, ihre Leser durch Zuverlässig­keit, Raschheit und Vielseitigkeit zu bedienen.

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Und diese Leidenschaften wurden genährt durch die iro­nischen, beißenden Bemerkungen des Barons, er mußte spielen, sein beleidigter Stolz und ein falsches Ehrgefühl verlangten eS.

Er hatte an den ersten Abenden wieder gewonnen und dies fesselte ihn nur noch mehr an die Spieler, die seine Leidenschaft vortrefflich zu benutzen wußten.

Esmeralda bewahrte ihm gegenüber ihre kalte ruhige Haltung, er konnte sich nicht rühmen, nur einen Kuß von ihr erhalten zu haben. Und er war ja auch zufrieden mit einem freundlichen Vlick aus ihren schönen blitzenden Augen; daS Bewußtsein, dies herrliche Weib sein nennen zu dürfen, half ihm über alles andere hinweg.

Er hatte ihre Schulden bezahlt und sie von der schweren Sorgenlast befreit, der dankbare Blick, der ihn dafür traf, entschädigte ihn reichlich für das große Opfer.

Er war glücklich, wenn er bei ihr sitzen, ihr in die Augen blicken und dem Klange ihrer Stimme lauschen durfte, er verlangte nichts mehr als dies.

Und wenn er in seiner Loge im Theater saß und hörte, wie man ihre Schönheit, ihre Grazie bewunderte, dann dachte er mit stillem Entzücken an den Augenblick, in welchem sie ihm erlauben würde, das süße Geheimnis der Ocffent- lichkeit preiszugeben.

Wie sehr mußte er alsdann beneidet werden!

Pietro gab ihm täglich die Versicherung, Esmeralda liebe ihn innig und glühend, wenn sie auch äußerlich ihre Liebe nicht zeige, er bat ihn, sich zu gedulden, nach Schluß der Theatersaison werde sie den Tag der Hochzeit bestimmen, bis dahin binde sie ihr Kontrakt, den sie nicht brechen dürfe.

(Fortsetzung folgt.)

fiel, welches mehr alü alles andere beweist, daß die jetzige Regierung durch die

DaS verschwundene Sind.

Roman von Ewald 31 u g u ft K ön ig.

(Fortsetzung.)

So hält also die Furcht vor Verlust Sie ab?" fragte Pietro spöttisch.

Pietro bemerkte, daß Hartmann das Blut in den Kopf stieg, die Frage beleidigte ihn.

Auch dies ist ein Grund," antwortete letzterer,Sie müffen die Berechtigung desselben anerkennen."

Ich? Ja, ganz gewiß, aber glauben Sie, daß Herr von Gcmmern ihn anerkcnnm wird?"

Herr von Gcmmern?" erwiderte Hartmann barsch; muß ich ihn denn um Erlaubnis fragen? Nein, mein Freund, was Herr von Gemmern sagen wird, ist mir ganz gleichgültig, Sie kennen ja mein Urteil über diesen Baron."

Pietro schüttelte bedenklich das Haupt.

Gehen Sie nicht so leichtfertig darüber hinweg," sagte er,auf die Ansichten und Urteil« der öffentlichen Meinung muß man denn doch Wert legen! Die Mitglieder des Klubs werden sehr scharf über Sir urteilen und Ihnen, wenn Sie an einem oder dem andern Ort mit ihnen zu- sammcntreffen, verletzende Geringschätzung zeigen. Sie werden Ihnen vorwerfen, daß Geiz und dir Angst vor Verlust die einzigen Gründe seien, welche Sie zum Bruch mit dem Klub bewogen hätten, und Sie wiffrn vielleicht aus eigener Er­fahrung, wie scharf man in jenm Kreisen solche Dinge be­urteilt."

Hartmann stand schon an der Thür deS Gemaches, die Warnung des jungen Mannes verfehlt« dir brabstchtigte Wirkung nicht.

Dieses Urtell wäre ungerecht," sagte er.

Gleichviel, niemand wird Sir gegen dasselbe in Schrch

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nehmen. Ich rate Ihnen in Ihrem eigenen Jntereffe, nicht so plötzlich zu brechen. Kouimen Sie noch einige Abende hin, es ist ja nicht nötig, daß Sie spielen."

Was soll ich im Klub, wenn ich nicht spielen will?"

Wir plaudern mit den Herren und zeigen dadurch, daß Sie sich über den namhaften Verlust hinweggeseht haben, man wird Ihnen also in dieser Beziehung nichts vorwerfen können. Man wird Sie dann auch später nicht so sehr vermiffen, wenn Sie fortbleiben."

Hartmann stand im Nachdenken versunken. Dieser Vor­schlag hatte allerdings vieles für sich, überdies konnte cs ihm auch gleichgültig sein, wie man über ihn urteilte. Und wenn er nicht spielen wollte, so konnte ihn ja niemand dazu zwingen.

Sie haben recht", sagte er,cS wird bester sein, wenn ich den Bruch vorbereite".

Sie werden also nach der Vorstellung kommen?

Ja auf Wiedersehen!"

Hartmann verließ das Zimmer, ein boshafter, höhnischer Zug umzuckte die Mundwinkel Pietros.

Er hatte den Vogel ins Netz zurückgelockt, jetzt konnte er ihm nicht mehr entwischen, nicht eher, bis er vollständig gerupft und seiner goldenen Federn beraubt war.

Arm, elend und ein Verbrecher sollte er werden, so wollte es die Mutter.

Lorenz Hartmann war wilder in das Netz hineinge­gangen, ohne anfangs zu ahnen, daß man ihn absichtlich hiueingelockt hatte, um ihn zu verderben.

E« war ihm nicht möglich gewesen, in dem Klub unthätig zu bleiben, er hatte sich an d-m Spiel beteiligen müssen, die wild auflodernden Leidenschaften ließen ihn Sicht ruhen. ä

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnstrirteS SonutaaSblatt" durch die Ervedition l«°ck>'kcke Buchdruckerei) bezogen 2'/. Mark, durch di- Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr)-JnsertionSgebühr für di- gespalten- Zelle10 fflfa * .. . ....... ....... ; Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; Jägcrsche Buchhandlung daselbst; Her mansche Buchhandlung daselbst; Invalidendank in

Berlin; W. Thienes in Elberseld: C. Schlotte in Bremen.

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