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ZNarKurq, Freitag, 23. Dezember 1881.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux v. $t). Dietrich u. Co. in Lasset und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a M ; Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf Wosse in Berlin, Frankfurt a. 411. rc.
bereitenden bezw. informatorischen Zweck und keinen offiziellen Charakter haben. In der „Kreuz-Z'g." findet sich die Andeutung, daß die Regierung wahrscheinlich schon bald einen Gesandten in außerordentlichen Angelegenheiten nach Rom schicken und nicht abwarten werde, bis der Landtag das Gehalt für denselben bewilligt hat. Wie die „Voss. Ztg." mitteilt, sollen sich die letzten Beratungen des Kaisers und Kronprinzen mit dem Kanzler in erster Reihe auf die kirchenpolitischen Fragen bezogen haben und, wie sich die »Voss. Ztg." ausdrückt, zu folgenschweren Entschlüssen geführt haben." In bezug auf die dem Landtag zu machenden kirchcnpolitischen Vorlagen wird berichtet, cs solle die diskretionäre Julivorlage wieder eingebracht werden, aber in solcher Gestalt, daß das Zentrum derselben zustimmen würde und man die Zustimmung der Nationalliberalen nicht bedürfe. Wie die „Voss. Ztg." mitteilt, sind den des- fallstgen Beschlüssen längere Verhandlungen innerhalb des Staatsministeriums vorausgegangcn und cs heißt, daß gutachtliche Aeußerungcn der Einzelministerien eingeholt wore en seien, ehe es zu der entscheidenden Sitzung des Staats- ministeriumö von voriger Woche gekommen sei. Das Blatt schließt aus der Sicherheit, mit welcher der Minister von Puttkamer. neulich im Reichstage aufgetreten, daß die Dinge für seine Anschauungen gut stehen , das Zentrum werde viele Konzessionen machen müsset^ aber auch viele empfangen, und sobald der Friede mit Rom geschlossen, werde auch manches auf dem Gebiete der evangelischen Kirche im Sinne des Herrn v. Puttkamer geändert werden. — So die „Voss. Ztg." — Man ist in -bezug auf diese Kultuttampfnach- richtcn gewöhnt, daß sic wie Aprilwetter wechseln und bei den Verhandlungen mit dem Vatikan scheint — wenn man "och jetzt, nachdem man schon jahrelang verhandelt hat, immer noch informatorische Verhandlungen führen muß — auch nicht viel herauszukommen. Freilich können die Verhandlungen mit dem Papste überhaupt nicht mehr als informatorischer Art sein, weil ja die Revision der Maigesetze nicht durch Verhandlungen mit Rom zu stände kommen kann, sondern nur durch Perhandlungen im preußischen Abgeordnetenhaus?. Die Regierung kann also in Rom nur Erkundigungen darüber einziehcn, wie diese Revision ausfallen müsse, wenn Rom dann die Gesetze anerkennen oder ihnck wenigstens nicht opponieren solle. Darüber muß sich die Regierung vergewissern; denn sonst könnte auch eine Revision nicht zum Frieden führen. Aber daß sie jetzt noch darüber Erkundigungen und Unterhandlungen in Rom anstellen muß, nachdem sie es bereits seit Jahren gethan hat, weist darauf hin, daß eine solche vorheiige Verständigung mit dem Papst.eine sehr schwierige Sache ist. Wenn die .neue Vorlage für den Landtag für das Zentrum annehmbar gemacht werden soll, trotzdem sic den diskretionären Charakter beibehält, so muß sie dem Centrum sehr viel bieten, denn gerade an dem diskretionären Charakter hat
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Das verschwundene Kind.
Roman von Ewald August König.
(Fortsetzung.)
„Bah, sei nicht so engherzig! Der Schmuck nicht allein, wir haben auch andere Vorteile davon, wir haben diese Vorteile nötig, Esmeralda, denn wir aus sehr großem Fuße."
„Ja, Pietro, aber verlange nicht von mir, daß ich ihm mit hingebender Liebe entgegenkommen soll."
„Ich habe Dir schon gesagt, daß dies ganz unnötig ist; Hartmann ist schon 'zufrieden wenn er Dich seine Braut nennen darf."
„Und was soll dann geschehen?"
„Ich werde es Dir sagen, sobalo der Augenblick dazu gekommen ist, wir müssen unsere Aufgabe ganz erfüllen."
Der junge Mann blieb stehen, der cintretcnbe Diener meldete den Besuch Hartmanns.
Pietro eilte ihm entgegen, Esmeraloa blieb am Fenster sitzen.
„Ich wünsche Ihnen Glück," flüsterte der junge Mann, „aber ve gesten Sie nicht, was ich Ihnen über die Natur meiner Schwester gesagt habe."
Wie Sonnenschein glitt es über das Antlitz Hartmann's, er trat auf das Mädchen zu und blieb mit einer Verbeugung vor i'r stehen. Esmeralda sah zu ihm auf, ihr leuchtender Blick verriet ihm mehr, als Worte zu sagen vermochten.
„Sie kommen, um die Antwort auf Ihr Billet zu holen," sagte sie leise; „efic ich sie Ihnen gebe, muß ich Ihnen er- klärm, daß riesel Billet mich in hohem Grade überrascht hat. Wie.konnte ich vermuten, daß Sie mir diese Ehre erzeigen würden? Mir der Tänzerin, die aus den Kreisen der bürgerlichen Gesellschaft ausgestoßen istl"
„Wie können Sie nur also reden?" erwiederte Hartmann. „Das Glück meines Lebens suche und finde ich nur an Ihrer Seite, Esmeralda!"
„Wie glücklich Sie mich machen 1"
»So darf ich Sie mein nennen?" jubelte Hartmann.
Esmeralda entwand sich dem Arm, der sie ungestüm
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umschlang, aber sie duldete es, daß er ihre Hand ergriff und sie schlug vor seinem glühenden leidenschaftlichen Blick die Augen nicht nieder.
„Zürnen Sie mir nicht, mein teurer, geliebter Freund, wenn ich Ihnen nickt mit derselben Glut entgegenkomme," sagte sie und es lag dabei etwas in ihrem Blick, was ihn an die trennende Schranke erinnerte, „ich liebe dieses Ungestüme nicht. Ich betrachte die Liebe als ein süßes Geheimnis, das man verschwiegen im Herzen tragen muß."
Sie reichte ihm nach diesen Worten beide Hände und sah ihn mit bezauberndem Lächeln an.
Er hätte laut ausjauchzcn mögen, aber er fand etwas in ihrem Blick, was ihn zurückstieß, was ihn abermals an jene Schranke erinnerte. Ec entsann sich der Mahnung Pietro's, auch daran amtierte ihn dieser, seine Leidenschaften entflammende und dennoch so kalte und ruhige Blick.
Pietro rollte einen Sessel hin und befahl dem Diener, Wein zu bringen, und Hartmann saß seiner Braut gegenüber und sprach mit ihr über gleichgültige Dinge. ES er- schien ihm selbst seltsam, daß er dem Glück, welches ihn beseelte, keinen Ausdruck leihen, daß er seiner Braut nicht sagen durfte, welch' unsäglich freudiges Gefühl sein Herz durchströmte.
So verstrich eine halbe Stunde, dann ließ Esmeralda anspannen, um ins Theater zu fahren.
Wie gerne hätte Hartmann sie begleitet! Er sehnte sich danach, öffentlich zu zeigen, daß dieses schöne, vielumworbene Mädchen seine Braut war, aber sie lehnte seine Begleitung ab, sie bat ihn mit schmeichelnden Worten, ihr das „süße Geheimnis" noch eine kurze Zeit zu lasten, später wolle sie ihm gern gestatten, cs der Oeffentlichkeit preiszugeben.
(Fortsetzung folgt.)
IÄ* Auf das mit dem 1. Januar 1882 beginnende Quartals-Abonnement der Oberhessischen Zeitung
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bitten wir die Postbestellung so zeitig als möglich zu machen, um imstande zu sein, unseren verehrten Lesern vollständige Exemplare liefern zu können. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß der Nr. 1 des neuen Jahrgangs ein LSandkalender, der auch den deutschen Portotarif enthält, gratis beigesügt wird.
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dasselbe bisher den größten Anstoß genommen. — Das „Armee-Verordnungsblatt" veröffentlicht folgende Kabinettsordre, betr. Bestimmungen über die Beförderung der Unteroffiziere des Bcurlaubtenstandes: „Auf den mir gehaltenen Vortrag bestimme ich, daß 1. von den in den beurlaubtem stand übergetretenen Mannschaften des aktiven DicnststandeS eine nach dem Bedarf im Mobilmachungsfall zu bemessende Zahl als Unteroffizier Aspiranten ausgebildet und demnächst als solche entlasten wird «und daß 2. nach erneuter Darlegung ihrer Qualifikation bei Gelegenheit von Uebuugcn und sonstigen Einberufungen ihre Ernennung zum Unteroffizier, sowie nach mehrjähriger treuer Dienstzeit im Beurlaubtenstande ihre Beförderung zum Vizefeldwebel bezw. Vizewacktmeister des Beurlaubtenstandes erfolgen darf. Das Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlassen. Wilhelm, v. Kameke." — Nach der „Kreuzztg." sind die Mitteilungen über den Abschluß einer türkisch - deutschen Allianz, dcr Oesterreich-Ungarn beigetreten sei, politischer Unsinn. — Der Reichskanzler Fürst Bismarck wird nicht das bevorstehende Fest in Friedrichsruh verleben, sondern hier bleiben.
— Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: „Ein uneingeweihter Beurteiler des gegenwärtigen Deutschen Reichstags könnte geneigt fein, ans d>m Umstande, daß in dieser illustren Versammlung ein so erhebliches Kontingent von Professoren, den berufenen Lehrern der Jugend, sich befindet, besonders günstige Schlüsse auf die bei den Debatten sich geltend machende objektive Ueberlegung und Ruhe und auf dcn hieraus entspringenden würdigen, anstandsvollen Ton der Verhandlungen zu ziehen. Derjenige, der diesen Schluß ziehen wollte, würde sich einer liefen Unkenntnis der Natur unserer deutschen Professoren und der mit denselben vorgehenden Umwandlung, sobald dieselben von ihrem Katheder auf das Gebiet der praktischen Politik hinabsteigen, schuldig machen. Mag sein, daß diese Herren, wenn sie auf ihren Lehrstühlen über Gegenstände sich aussprechen, die ihnen vertraut sind und über die sie sich vorher wohl unterrichtet haben, denjenigen kühlen, überlegenden Ton innehalten, der aus dem Bewußtsein, eine Frage gründlich zu beherrschen, zu entspringen pflegt. Sobald diese selben Herren aber durch das Wechselspiel der Wahlagitation sich mit dem Bernie betraut sehen, die wirtschaftlichen und politischen Interessen der Nation wahrzunehmen, so lasten sie die Heftigkeit der Sprachweise als Ersatz derjenigen Kenntnis polilifcker Fragen eiutreten, die sic gewiß, wenn sie dieselben besäßen, zum Vortrag bringen würden. Die jüngsten Debatten des Reichstages haben unö eine Reihe von Schallwellen aus derjenigen Tonart zukammen lasten, deren deutsche Professoren fähig sind, sobald sie sich in das Gewand politischer Redner hüllen. Herr Professor Hänel wählte zum Ausdruck seines politischen Urteils das Wort: „Unverschämt!" Herr Professor Virchow brachte seine
Deutsches Reich.
Berlin, 21. Dez. Die „Provinzialkorrespondenz" begleitet die Nachricht von der Ernennung des Bischofs von Fulda mit folgenden Worten: „Im Interesse der katholischen Landesangehörigen ist cö mit Freuden zn begrüßen, oaß durch das vertrauensvolle Entgegenkommen der Kurie wiederum einer der verwaisten Bischofssitze einer geordneten Verwaltung entgegengeführt wird." — Den Abendblättern zufolge hat das Polizeipräsidium als Landespolizeibehörde unter bezugnahme auf Artikel 48 der Reichsverfastung mehreren Gewerbetreibenden, welche ohne Genehmigung der Postbehörde Telephonleitungen angelegt haben, aufgegeben, solche zu beseitigen ober die Genehmigung der Postbehörde beizubringcn. — Die Regirrung hat, wie ans den Zeitungen hervorgcht, die Verhandlungen mit dem Vatikan wieder angeknüpft. Die Nachricht der „Tribüne", daß an Stelle v. Schlözers ein anderer Diplomat nach Rom geschickt werden solle, hatte die „Germania" zu den „Phantasie - Nachrichten" gerechnet, vor denen man warnen müsse. Wie die „Post" aber milleilt, Hal sich in der That der Wirkliche Geh. Legationsrat Busch Ende vorigen Monats mit Urlaub nach Italien begeben und ist angewiesen worden, sich in Rom aufzuhalten, um die früher von Herrn v. Schlözer geführten Unterhandlungen mit dem Kardinal-Staatssekretär Jacobini sortzusetzen. Herr v. Schlözer wird übrigens nickt, wie die „Nat.-Ztg." erzählt, erst im Mai, sondern schon in einigen Wochen hier erwartet. Von anderer Seite wird berichtet, daß diese Verhandlungen, ähnlich wie die des Geh. Rats Hübler s. Z. in Wien, nur einen lediglich vor-
Anzeigen nimmt entgegen: pie Expedition b. BlatteS, fowie d.Annoncen-Bureaux Don G L. Daube u. C». in Frankfurt a. M.; Iägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung bafelbft; Invalidendank in ®er(tn; W. Thienes in Elberfeld- C. Schlotte in Bremen.
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Esmeralda warf das Köpfchen trotzig zurück.
„Ist das meine Schuld?" fragte sie. „Hat die Mutter nicht auch das befohlen und die Mittel dazu hergegeben?"
„Nun ja, wenn diese Mittel erschöpft sind —'
„Dann kann ich ohne Bedauern dieser Pracht entsagen. Ha, wenn ich wollte, könnte ich über Schätze gebieten, aber Vie werde ich Unschuld und Ehre dafür verkaufen."
„Dein Talent wird —"
„Sprich auch davon nicht," schnitt Esmeralda ihrem Bruder daS Wort ab. „der Lorbeer einer Tänzerin welkt sehr rasch."
„Dein Stern steigt jetzt erst empor."
„Es fallen manche Sterne, ehe sie die Höhe des Zeniths erreicht haben."
„So darf man nicht sprechen,
„Der Mensch soll auf alles gefaßt fein," erwiederte das junge Mädchen, „er soll sich im Glück auf das Unglück dorbereiten."
Der junge Mann hatte feine Wanderung wieder aufgenommen.
„Weshalb fürchten wir uns vor der Zukunft?" fragte er. „Bleiben wir in dcr Gegenwart, erfassen und genießen wir den Augenblick, wie er sich uns bietet. Du weißt also nun, waS Du ihm antworten wirft?',
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen 'Beifnne . .. 7.’. ------
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