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JRacßurQ, Donnerstag, 22. Dezember 1881

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Wer als Beamter geschworen hat,

dem Könige, seinem Allergnädigstcn Herrn, unter- thänig, treu und gehorsam zu sein",

dieses Eides weder als Wähler, noch als Gewählter

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Staatsbeamte sich der Opposition gegen Sr. Majestät Regierung angeschlossen und, statt letztere thatkräflig zu unterstützen, ihr sogar Schwierigkeiten bereitet hätten. DaS Wohl des Vaterlandes fordere gebieterisch, daß solchen mit der Ausgabe Königlicher Beamter unverträ z- lichen Bestrebungen mit allen Mitteln, welche die Lage der Gesetzgebung zulasse, entgegengetreten nnd die not­wendige Einheit aller Regierungsorgane mit vollem Nach­druck angestrebt werde.

DaS Königliche Staatsministerium hat sich sagen müssen, daß die Wahrnehmungen Sr. Majestät leider nur zu be­gründet sind; dieselben werden auch durch die Erfahrungen,

steht, statt es sich angelegen sein zu lassen, denselben eine kräftige Ausführung zu sichern und aus eigenem Antriebe, nach allen Seiten hin, und wo sich Gelegenheit dazu bietet, im Sinne der Regierung zu wirken. In ähnlicher Weise verhält es sich mit den Landräten. Die Staatsregierung darf es nicht geschehen lassen, daß ein Landrat seinen Ein­fluß gegen dieselbe geltend macht und durch seine Haltung die Kreiseingesessenen in ihrer Auffassung von dem, waS der König und die Staatsregierung wollen, beirrt. Aber auch ein Kreissekretär ist nicht zu dulden, der, seine Pflicht als Königlicher Beamter vergessend, im täglichen Umgänge mit der Bevölkerung regierungsfeindliche Gesinnung an den Tag legt und zu verbreiten sucht.

Es sind das nur Beispiele, dir ich aufführe. Ew.....

überlasse ich, selbst zu ermessen, von welcher ungemeinen Wichtigkeit cs ist, in den Beamtenkreisen das Bewußtsein von der Tragweite der mit dem Königlichen Dienste über­nommenen Verpflichtung wieder herzustellen, ohne Verzug aber dahin zu wirken, daß an der Zuverlässigkeit der Beamten gewisser, in dieser Beziehung besonders wichtiger Kategoriecn irgend ein Zweifel bei der Staatsregierung nicht aufkommen kann. Ein solcher Zweifel würde jedoch entstehen, wenn dieselben in Fällen, wo die Königliche Staatsregierung auf die volle Hingebung und Mitwirkung ihrer Organe zählt und zählen muß, in Passivität verharren und dadurch den Gegnern ner Regierung zum Siege ver­helfen wollten.

entbunden, und wenn seine Majestät bestimmt den ver fassungsmäßigen Weg verzeichnet, auf welchem seine Be­amten ihn begleiten sollen, so sind alle zum Gehorsam, diejenigen aber, welche des Königs Gnade aus besonderem Vertrauen in Stellen von politischer Bedeutung -berufen hat, noch außerdem zu thatkräitiger Unterstützung der Königlichen Staatsreaierung verpflichtet.

Daß Euer , . . selbst in diesem Sinne wirken werden, setze ich voraus. Lassen Sie bei den Verwaltungsbeamten Ihres Bzirks keinen Zweifel darüber, daß die Königliche Staatsregierung bei den bevorstehenden Wahlen auch von ihnen eine Haltung erwartet und verlangt, wie sie sich für Königliche Beamte geziemt.

Es handelt sich im gegenwärtigen Augenblick um Fragen von zu großer Bedeutung; die hervorgetretcnen Gegensätze sind zu scharf und zu weit auSeinandergehend, als daß die Regierung auf das Recht, welches sie an ihre Beamte hat, verzichten und eine Nachsicht üben dürfte, zu der sie unter anderen Umständen vielleicht geneigt sein könnte. Wollte die Staatsrcgierung die Feinde im eigenen Lager gewähren lassen, so winde sie dadurch zum Verräter an der Sache,

*

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Ein Ministerial - Erlast.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" besondere Verdienst erworben, einen Erlaß Ministers des Innern, Grafen Friedrich

Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux n. Tb- Dietrich u. Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a M ; -äaasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf Goffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

181, arren, siren.

i Heute ger Ga- wieder und die 3r uner- Icliärfe. käst eben i. franco, en gratis, ern von n.

iburg.

wenn er erfährt, daß wir ihn so elend gemacht haben, wird er an uns Rache nehmen."

Du bist furchtsam, Esmeralda. Ist uns bis jetzt nicht alles geglückt? Und kann er nur den leisesten Ver­dacht hegen, daß dies alles abgekartet gewesen? War cs nickt vielmehr dem Anschein nach nur Zufall? Hat dieser Zufall ihn nicht zu Deinem Retter und Beschützer erkoren, hat er ihn nicht in die Gesellschaft der Edelleute gebracht? Kann er denken oder nur ahnen, daß wir ihn beobachtet haben, daß ich ihm nachgcschlichcn bin auf Schritt und Tritt, um eine Gelegenheit zur Ausführung meines Planes zu erspähen? Nein, Esmeralda, diese Vermutung liegt zu fern 1

Sie könnte ihm später näher rücken, dann würde ihm manches Näthsel gelöst, und wir müßten seinen Zorn und seine Rache fürchten."

Esmeralda Constanzi saß, das Köpfchen auf die Hand gestützt, am Fenster und blickte gedankenvoll in die Abend« dämmerung hinaus, indeß Pietro langsam vor ihr auf und nieder wanderte.

Mir ist es unbegreiflich", sagte das Mädchen nach einer langen Pause,ich zerbreche mir vergebens den Kopf über die Gründe."

Unsere gute Mutter will c8", erwiderte Pietro,wir müssen gehorchen."

Esmeralda nickte sinnend.

Sie hat uns Alles auf das Genaueste vorgeschrieben", sagte sie,und uns mit ihrem Zorn gedroht, wenn wir ihre Anordnungen nicht streng befolgen."

Sie hat Dir vorgeschrieben, ihm das Jawort zu geben, wenn er dringend wird, und dieser Augenblick ist nun ge=

Das verschwundene Kind.

Roman von Ewald 21 u g u ft König.

(Fortsetzung.)

Und wenn ich e6 wäre, könnte man mirs verargen?"

Die Eifersucht urteilt scharf und fast immer ungerecht," sagte Pietro.Haben Sie Geduld, ich bürge dafür, daß Sie Ihr Ziel erreichen werden."

Und wann werde ich die Antwort erhalten?" fragte Hartmann.

Heute Abend."

Pietro reichte nach diesen Worten dem Freunde die Hand und entfernte sich, und Lorenz Hartmann verbannte seine Besorgnisse und gab sich noch einmal frohen Hoff-

vom 24. September 1863 zu reproduzieren, um dazuthun, daß der gegenwärtige Minister des Innern, Herr v. Putt- kamer, mit seiner bekannten Darlegung über die Pflicht der Beamten keineswegs lediglich nur seiner persönlichen Ansicht Ausdruck gegeben, sondern nur das verkündet, was in dieser Beziehung an Allerhöchster Stelle erwartet wird, und was längst vor ihm ein ebenso pflichttreuer Minister, wie Herr V. Puttkamer, schon ausgesprochen hatte. Es erscheint uns düngend notwendig, diesen Erlaß älteren Datums auch hier wiederzugeben, da man heutigen Tages, bei dem unlauteren Kampfe der liberalen Presse gegen den Minister v. Putt- kamer nicht ost genug daraus Hinweisen kann, daß jeder Königliche Staatsminister bei derartigen Maßnahmen sich eins weiß mit den Absichten und Erwartungen, welche an Allerhöchster Stelle herrschen.

Zur Zeit des erwähnten Ministerial - Erlasses vom 24. September 1863 standen die Neuwahlen zum Landtage bevor. Derselbe war an sämtliche Regierungs-Präsidenten gerichtet und lautete wie folgt:

Die bevorstehenden Wahlen bieten mir Veranlassung, Ew .... Kenntnis von einer Allerhöchsten Ordre zu geben, welche am 7. April d. I. an das Königliche Slaatö-Mini stcrium ergangen ist. Se. Majestät sprechen darin auö: daß Allerhöchstdieselben sich der Wahrnehmung nicht hätten verschließen können, daß viele mittelbare und unmittelbare

NT Auf das mit dem 1. Januar 1882 beginnende Quartals - Abonnement der Oberhessischen Zeitung und deren Gratisbeilage

Illustriertes Ionntagsblatt bitten wir die Postbestellung so zeitig als möglich zu machen, um imstande zu sein, unseren verehrten Lesern vollständige Exemplare liefern zu können. Gleichzeitig machen wir dar­auf aufmerksam, daß der Nr. j des neuen Jahrgangs ein Wandkalender, der auch den deutschen Portotarif enthält, gratis beigefügt wird.

Auch im neuen (17.) Jahrgang wird die Oberhesfische Zeitung alles aufbieten, ihre Leser durch Zuverlässig­keit, Raschheit und Vielseitigkeit zu bedienen.

Anzeigen finden bei dem sehr erheblich gewachsenen Leserkreis eine stets wirksame Verbreitung und werden zu dem billigen Preise von nur 10 Pfg. pro Zeile berechnet.

Auf dem Lande nehmen die Postboten Bestellungen entgegen.

Ihn fürchten?" spottete Pietro.Ein Dolchstoß würde uns von ihm befreien, wenn wir wirklich Ursache ernsten Besorgnissen hätten."

kommen. Wenn Du seine Werbung ablehnst, wird er das freundschaftliche Verhältnis zwischen unS lösen und es ent­steht ein Riß der"

Glaubst Du das wirklich?" fiel Esmeralda ihm ins Wort.

Ja", nickte Pietro,er ist ein leidenschaftlicher Mensch und diese Naturen hassen ebenso glühend, wie sie lieben, bei ihnen gebiert verschmähte Liebe den Haß."

Also muß ich ihm daS Jawort geben?"

Die Mutter befiehlt eS."

So werde ich gehorchen", sagte daS Mädchen tief auffeutzend.

Ist Dir das Opfer zu groß?"

Soll ich mich über die Zärtlichkeiten eines Mannes freuen, den ich nicht liebe?"

Deine Bedingungen schützen Dich vor solchen Zärt­lichkeiten."

Wird er sich ihnen unterwerfen?"

Er muß."

Für die ersten Tage"

Du wirst diesen Unannehmlichkeiten nicht lange aus­gesetzt sein. Ich sorge schon dafür, daß unsere Aufgabe bald erfüllt ist."

Vergiß nicht, daß sie ganz erfüllt werden muß!"

Arm und elend soll er werden," erwiederte Pietro, gedankenvoll vor sich hinblickend,so will eS die Mutter."

Nicht das allein, auch ein Verbrecher!"

Und dabei mein Verlobter?"

Sei unbesorgt, wir brechen bei Zeiten mit ihm."

Eömeralda schüttelte mit ernster mißbilligender Miene daS Haupt.

Du weist nicht, ob Du eS kannst," sagte sie, und

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M ; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.

Entsetzt blickte Esmeralda den Bruder an.

Was mag unsere Mutter gegen ihn haben?" fragte sie.

Ich weis es nicht."

Du solltest nicht wissen?"

Nein, Esmeralda, es ist ein Geheimnis, in welches die Mutter mich nicht eingeweiht hat. WaS kümmerts auch uns? Wir gehorchen und fragen nicht nach Gründen, mag die Mutter die Verantwortung auf sich nehmen. Wir haben ja daneben auch Nutzen davon."

Welchen, Pictro?"

Nun, fließt sein Geld nicht in unsere Kasse?"

Ich wollte, er hätte mir den Schmuck nicht geschenkt!" (Fortsetzung folgt.)

sein. Aber es genügt nicht, das liebel zu konstatieren, es muß demselben gründlich und nachhallig entgegengetreten werden.

Hat sich bei einem Teile der Beamten eine laxe Auf­fassung der Pflichten gegen ihren Königlichen Herrn ein­geschlichen, so ist es hohe Zeit, sie in eindringlichster Weise zur Erkenntnis der Bedeutung ihres Diensteides zurückzu­führen, und gehen andere Beamte in der Verkennung ihrer Obliegenheiten so weit, sich den Bestrebungen der den König­lichen Willen repräsentierenden Staatsregierung offen ent­gegenzustellen, so ist, um ihren Widerstand zu brechen, die Anwendung jedes Mittels geboten, welches die Gesetze gegen Beamte an die Hand geben, die sich durch ihr Verhalten der Achtung, des Ansehens oder des Vertrauens unwürdig zeigen, welche ihr Beruf erfordert.

Ew.....haben als oberster Verwaltungsbeamter des

Ihnen anvertrauten Bezirks Gelegenheit und Veranlassung, das Treiben der in demselben wirkenden Verwallungsbe- amten kennen zu lernen und zu überwachen. Ihre Ver­antwortlichkeit für deren untadelhafte Dienstführung steigert sich in demselben Maße, als Sie den Verhältnissen näher stehen, wie ich. Aus diesem Grunde muß ich mich darauf verlassen können, einesteils, daß Ew.....Beobachtung

nichts entgeht, was in der angedeutete!' Richtung bemerkens­wertes vorgeht, andernteits, daß Sie und die Königliche Regierung unmittelbar und energisch einschreiten, wo solches zu Ihrer Kompetenz gehört, ober mir ohne Verzug in den Fällen Anzeige erstatten, wo Sie glauben, daß die Remedur nur von hier ausgehen kann.

Ein besonderes Augenmerk ist denjenigen Beamten zu­zuwenden, deren Haltung auf die ihnen untergebenen Beamtenkreise oder auf daS mit ihnen in Berührung kommende Publikum naturgemäß von weittragendem Ein­fluß sein muß. Sie wissen selbst, Herr Präsident, von welcher politischen Bedeutung Ihre eigene Stellung ist. Die ersprießliche Wirksamkeit eines Regierungskolleginms ist nicht denkbar, wenn dessen Prästvent, einer politischen Meinung huldigend, welche von der Staatscegierung ab­weicht, den Maßregeln der letzteren aktiv oder passiv wibcr-

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirtrS Sonntagsblatt" durch die Expedition (K o ch'sche Buchdruckerei) bezogen 2*/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

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